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Die Verwandlung, Die Verwandlung - Teil 3 (4)

Die Verwandlung - Teil 3 (4)

Er hatte zwar Schmerzen im ganzen Leib, aber ihm war, als würden sie allmählich schwächer und schwächer und würden schließlich ganz vergehen. Den verfaulten Apfel in seinem Rücken und die entzündete Umgebung, die ganz von weichem Staub bedeckt waren, spürte er schon kaum. An seine Familie dachte er mit Rührung und Liebe zurück. Seine Meinung darüber, daß er verschwinden müsse, war womöglich noch entschiedener als die seiner Schwester. In diesem Zustand leeren und friedlichen Nachdenkens blieb er, bis die Turmuhr die dritte Morgenstunde schlug. Den Anfang des allgemeinen Hellerwerdens draußen vor dem Fenster erlebte er noch. Dann sank sein Kopf ohne seinen Willen gänzlich nieder, und aus seinen Nüstern strömte sein letzter Atem schwach hervor.

Als am frühen Morgen die Bedienerin kam – vor lauter Kraft und Eile schlug sie, wie oft man sie auch schon gebeten hatte, das zu vermeiden, alle Türen derartig zu, daß in der ganzen Wohnung von ihrem Kommen an kein ruhiger Schlaf mehr möglich war –, fand sie bei ihrem gewöhnlichen kurzen Besuch an Gregor zuerst nichts Besonderes. Sie dachte, er liege absichtlich so unbeweglich da und spiele den Beleidigten; sie traute ihm allen möglichen Verstand zu. Weil sie zufällig den langen Besen in der Hand hielt, suchte sie mit ihm Gregor von der Tür aus zu kitzeln. Als sich auch da kein Erfolg zeigte, wurde sie ärgerlich und stieß ein wenig in Gregor hinein, und erst als sie ihn ohne jeden Widerstand von seinem Platze geschoben hatte, wurde sie aufmerksam. Als sie bald den wahren Sachverhalt erkannte, machte sie große Augen, pfiff vor sich hin, hielt sich aber nicht lange auf, sondern riß die Tür des Schlafzimmers auf und rief mit lauter Stimme in das Dunkel hinein: »Sehen Sie nur mal an, es ist krepiert; da liegt es, ganz und gar krepiert!«

Das Ehepaar Samsa saß im Ehebett aufrecht da und hatte zu tun, den Schrecken über die Bedienerin zu verwinden, ehe es dazu kam, ihre Meldung aufzufassen. Dann aber stiegen Herr und Frau Samsa, jeder auf seiner Seite, eiligst aus dem Bett, Herr Samsa warf die Decke über seine Schultern, Frau Samsa kam nur im Nachthemd hervor; so traten sie in Gregors Zimmer. Inzwischen hatte sich auch die Tür des Wohnzimmers geöffnet, in dem Grete seit dem Einzug der Zimmerherren schlief; sie war völlig angezogen, als hätte sie gar nicht geschlafen, auch ihr bleiches Gesicht schien das zu beweisen. »Tot?« sagte Frau Samsa und sah fragend zur Bedienerin auf, trotzdem sie doch alles selbst prüfen und sogar ohne Prüfung erkennen konnte. »Das will ich meinen«, sagte die Bedienerin und stieß zum Beweis Gregors Leiche mit dem Besen noch ein großes Stück seitwärts. Frau Samsa machte eine Bewegung, als wolle sie den Besen zurückhalten, tat es aber nicht. »Nun«, sagte Herr Samsa, »jetzt können wir Gott danken.« Er bekreuzte sich, und die drei Frauen folgten seinem Beispiel. Grete, die kein Auge von der Leiche wendete, sagte: »Seht nur, wie mager er war. Er hat ja auch schon so lange Zeit nichts gegessen. So wie die Speisen hereinkamen, sind sie wieder hinausgekommen.« Tatsächlich war Gregors Körper vollständig flach und trocken, man erkannte das eigentlich erst jetzt, da er nicht mehr von den Beinchen gehoben war und auch sonst nichts den Blick ablenkte.

»Komm, Grete, auf ein Weilchen zu uns herein«, sagte Frau Samsa mit einem wehmütigen Lächeln, und Grete ging, nicht ohne nach der Leiche zurückzusehen, hinter den Eltern in das Schlafzimmer. Die Bedienerin schloß die Tür und öffnete gänzlich das Fenster. Trotz des frühen Morgens war der frischen Luft schon etwas Lauigkeit beigemischt. Es war eben schon Ende März.

Aus ihrem Zimmer traten die drei Zimmerherren und sahen sich erstaunt nach ihrem Frühstück um; man hatte sie vergessen. »Wo ist das Frühstück?« fragte der mittlere der Herren mürrisch die Bedienerin. Diese aber legte den Finger an den Mund und winkte dann hastig und schweigend den Herren zu, sie möchten in Gregors Zimmer kommen. Sie kamen auch und standen dann, die Hände in den Taschen ihrer etwas abgenützten Röckchen, in dem nun schon ganz hellen Zimmer um Gregors Leiche herum.

Da öffnete sich die Tür des Schlafzimmers, und Herr Samsa erschien in seiner Livree, an einem Arm seine Frau, am anderen seine Tochter. Alle waren ein wenig verweint; Grete drückte bisweilen ihr Gesicht an den Arm des Vaters.

»Verlassen Sie sofort meine Wohnung!« sagte Herr Samsa und zeigte auf die Tür, ohne die Frauen von sich zu lassen. »Wie meinen Sie das?« sagte der mittlere der Herren etwas bestürzt und lächelte süßlich. Die zwei anderen hielten die Hände auf dem Rücken und rieben sie ununterbrochen aneinander, wie in freudiger Erwartung eines großen Streites, der aber für sie günstig ausfallen mußte. »Ich meine es genau so, wie ich es sage«, antwortete Herr Samsa und ging in einer Linie mit seinen zwei Begleiterinnen auf den Zimmerherrn zu. Dieser stand zuerst still da und sah zu Boden, als ob sich die Dinge in seinem Kopf zu einer neuen Ordnung zusammenstellten. »Dann gehen wir also«, sagte er dann und sah zu Herrn Samsa auf, als verlange er in einer plötzlich ihn überkommenden Demut sogar für diesen Entschluß eine neue Genehmigung. Herr Samsa nickte ihm bloß mehrmals kurz mit großen Augen zu. Daraufhin ging der Herr tatsächlich sofort mit langen Schritten ins Vorzimmer; seine beiden Freunde hatten schon ein Weilchen lang mit ganz ruhigen Händen aufgehorcht und hüpften ihm jetzt geradezu nach, wie in Angst, Herr Samsa könnte vor ihnen ins Vorzimmer eintreten und die Verbindung mit ihrem Führer stören. Im Vorzimmer nahmen alle drei die Hüte vom Kleiderrechen, zogen ihre Stöcke aus dem Stockbehälter, verbeugten sich stumm und verließen die Wohnung. In einem, wie sich zeigte, gänzlich unbegründeten Mißtrauen trat Herr Samsa mit den zwei Frauen auf den Vorplatz hinaus; an das Geländer gelehnt, sahen sie zu, wie die drei Herren zwar langsam, aber ständig die lange Treppe hinunterstiegen, in jedem Stockwerk in einer bestimmten Biegung des Treppenhauses verschwanden und nach ein paar Augenblicken wieder hervorkamen; je tiefer sie gelangten, desto mehr verlor sich das Interesse der Familie Samsa für sie, und als ihnen entgegen und dann hoch über sie hinweg ein Fleischergeselle mit der Trage auf dem Kopf in stolzer Haltung heraufstieg, verließ bald Herr Samsa mit den Frauen das Geländer, und alle kehrten, wie erleichtert, in ihre Wohnung zurück.

Sie beschlossen, den heutigen Tag zum Ausruhen und Spazierengehen zu verwenden; sie hatten diese Arbeitsunterbrechung nicht nur verdient, sie brauchten sie sogar unbedingt. Und so setzten sie sich zum Tisch und schrieben drei Entschuldigungsbriefe, Herr Samsa an seine Direktion, Frau Samsa an ihren Auftraggeber und Grete an ihren Prinzipal. Während des Schreibens kam die Bedienerin herein, um zu sagen, daß sie fortgehe, denn ihre Morgenarbeit war beendet. Die drei Schreibenden nickten zuerst bloß, ohne aufzuschauen, erst als die Bedienerin sich immer noch nicht entfernen wollte, sah man ärgerlich auf. »Nun?« fragte Herr Samsa. Die Bedienerin stand lächelnd in der Tür, als habe sie der Familie ein großes Glück zu melden, werde es aber nur dann tun, wenn sie gründlich ausgefragt werde. Die fast aufrechte kleine Straußfeder auf ihrem Hut, über die sich Herr Samsa schon während ihrer ganzen Dienstzeit ärgerte, schwankte leicht nach allen Richtungen. »Also was wollen Sie eigentlich?« fragte Frau Samsa, vor welcher die Bedienerin noch am meisten Respekt hatte. »Ja«, antwortete die Bedienerin und konnte vor freundlichem Lachen nicht gleich weiterreden, »also darüber, wie das Zeug von nebenan weggeschafft werden soll, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Es ist schon in Ordnung. « Frau Samsa und Grete beugten sich zu ihren Briefen nieder, als wollten sie weiterschreiben; Herr Samsa, welcher merkte, daß die Bedienerin nun alles ausführlich zu beschreiben anfangen wollte, wehrte dies mit ausgestreckter Hand entschieden ab. Da sie aber nicht erzählen durfte, erinnerte sie sich an die große Eile, die sie hatte, rief offenbar beleidigt: »Adjes allseits«, drehte sich wild um und verließ unter fürchterlichem Türezuschlagen die Wohnung.

»Abends wird sie entlassen«, sagte Herr Samsa, bekam aber weder von seiner Frau noch von seiner Tochter eine Antwort, denn die Bedienerin schien ihre kaum gewonnene Ruhe wieder gestört zu haben. Sie erhoben sich, gingen zum Fenster und blieben dort, sich umschlungen haltend. Herr Samsa drehte sich in seinem Sessel nach ihnen um und beobachtete sie still ein Weilchen. Dann rief er: »Also kommt doch her. Laßt schon endlich die alten Sachen. Und nehmt auch ein wenig Rücksicht auf mich.« Gleich folgten ihm die Frauen, eilten zu ihm, liebkosten ihn und beendeten rasch ihre Briefe.

Dann verließen alle drei gemeinschaftlich die Wohnung, was sie schon seit Monaten nicht getan hatten, und fuhren mit der Elektrischen ins Freie vor die Stadt. Der Wagen, in dem sie allein saßen, war ganz von warmer Sonne durchschienen. Sie besprachen, bequem auf ihren Sitzen zurückgelehnt, die Aussichten für die Zukunft, und es fand sich, daß diese bei näherer Betrachtung durchaus nicht schlecht waren, denn aller drei Anstellungen waren, worüber sie einander eigentlich noch gar nicht ausgefragt hatten, überaus günstig und besonders für später vielversprechend. Die größte augenblickliche Besserung der Lage mußte sich natürlich leicht durch einen Wohnungswechsel ergeben; sie wollten nun eine kleinere und billigere, aber besser gelegene und überhaupt praktischere Wohnung nehmen, als es die jetzige, noch von Gregor ausgesuchte war. Während sie sich so unterhielten, fiel es Herrn und Frau Samsa im Anblick ihrer immer lebhafter werdenden Tochter fast gleichzeitig ein, wie sie in der letzten Zeit trotz aller Plage, die ihre Wangen bleich gemacht hatte, zu einem schönen und üppigen Mädchen aufgeblüht war. Stiller werdend und fast unbewußt durch Blicke sich verständigend, dachten sie daran, daß es nun Zeit sein werde, auch einen braven Mann für sie zu suchen. Und es war ihnen wie eine Bestätigung ihrer neuen Träume und guten Absichten, als am Ziele ihrer Fahrt die Tochter als erste sich erhob und ihren jungen Körper dehnte.

Die Verwandlung - Teil 3 (4) The transformation - part 3 (4) La transformación - Parte 3 (4) La métamorphose - partie 3 (4) 変身 - パート3 (4) De transformatie - Deel 3 (4) A transformação - Parte 3 (4) Трансформація - частина 3 (4)

Er hatte zwar Schmerzen im ganzen Leib, aber ihm war, als würden sie allmählich schwächer und schwächer und würden schließlich ganz vergehen. He had pains all over his body, but he felt as if they were gradually getting weaker and weaker and finally going away completely. Den verfaulten Apfel in seinem Rücken und die entzündete Umgebung, die ganz von weichem Staub bedeckt waren, spürte er schon kaum. He hardly felt the rotten apple in his back and the inflamed surroundings, which were completely covered in soft dust. An seine Familie dachte er mit Rührung und Liebe zurück. He thought back to his family with emotion and love. Seine Meinung darüber, daß er verschwinden müsse, war womöglich noch entschiedener als die seiner Schwester. His opinion that he must go away was perhaps even more resolute than that of his sister. In diesem Zustand leeren und friedlichen Nachdenkens blieb er, bis die Turmuhr die dritte Morgenstunde schlug. He remained in this state of empty and peaceful reflection until the tower clock struck the third hour in the morning. Den Anfang des allgemeinen Hellerwerdens draußen vor dem Fenster erlebte er noch. He could still see the beginning of the general brightening outside the window. Ha ancora sperimentato l'inizio del lampo generale fuori dalla finestra. Dann sank sein Kopf ohne seinen Willen gänzlich nieder, und aus seinen Nüstern strömte sein letzter Atem schwach hervor. Then his head sank completely without his will, and his last breath streamed weakly from his nostrils.

Als am frühen Morgen die Bedienerin kam – vor lauter Kraft und Eile schlug sie, wie oft man sie auch schon gebeten hatte, das zu vermeiden, alle Türen derartig zu, daß in der ganzen Wohnung von ihrem Kommen an kein ruhiger Schlaf mehr möglich war –, fand sie bei ihrem gewöhnlichen kurzen Besuch an Gregor zuerst nichts Besonderes. When the waitress came early in the morning - out of sheer strength and haste, she slammed, however often she had already been asked to avoid that, all the doors so that it was no longer possible to get a good night's sleep in the whole apartment from the moment she arrived - At first she found nothing special during her usual short visit to Gregor. Sie dachte, er liege absichtlich so unbeweglich da und spiele den Beleidigten; sie traute ihm allen möglichen Verstand zu. She thought he was deliberately lying there motionless, playing the offender; she trusted him with all possible brains. Credeva che fosse lì immobile apposta, fingendo di essere offesa; lei gli attribuiva ogni sorta di buon senso. Weil sie zufällig den langen Besen in der Hand hielt, suchte sie mit ihm Gregor von der Tür aus zu kitzeln. Because she happened to be holding the long broom in her hand, she tried to tickle Gregor with it from the door. Als sich auch da kein Erfolg zeigte, wurde sie ärgerlich und stieß ein wenig in Gregor hinein, und erst als sie ihn ohne jeden Widerstand von seinem Platze geschoben hatte, wurde sie aufmerksam. When there was no success there either, she became angry and pushed a little into Gregor, and only when she had pushed him from his place without any resistance did she notice. Als sie bald den wahren Sachverhalt erkannte, machte sie große Augen, pfiff vor sich hin, hielt sich aber nicht lange auf, sondern riß die Tür des Schlafzimmers auf und rief mit lauter Stimme in das Dunkel hinein: »Sehen Sie nur mal an, es ist krepiert; da liegt es, ganz und gar krepiert!« When she soon realized the truth of the matter, she widened her eyes, whistled to herself, but did not stay open for long, instead tore open the door of the bedroom and called out into the darkness in a loud voice: “Just look at it has died; there it lies, completely dead! "

Das Ehepaar Samsa saß im Ehebett aufrecht da und hatte zu tun, den Schrecken über die Bedienerin zu verwinden, ehe es dazu kam, ihre Meldung aufzufassen. The Samsa couple sat upright in their double bed and had to deal with getting over the horror of the waitress before they could take her message. Dann aber stiegen Herr und Frau Samsa, jeder auf seiner Seite, eiligst aus dem Bett, Herr Samsa warf die Decke über seine Schultern, Frau Samsa kam nur im Nachthemd hervor; so traten sie in Gregors Zimmer. But then Mr. and Mrs. Samsa, each on his side, got out of bed in a hurry, Mr. Samsa threw the blanket over his shoulders, Mrs. Samsa only came out in her nightgown; so they went into Gregor's room. Inzwischen hatte sich auch die Tür des Wohnzimmers geöffnet, in dem Grete seit dem Einzug der Zimmerherren schlief; sie war völlig angezogen, als hätte sie gar nicht geschlafen, auch ihr bleiches Gesicht schien das zu beweisen. In the meantime the door of the living room had also opened, in which Grete had slept since the householders moved in; she was fully dressed, as if she hadn't slept at all, and her pale face seemed to prove that too. »Tot?« sagte Frau Samsa und sah fragend zur Bedienerin auf, trotzdem sie doch alles selbst prüfen und sogar ohne Prüfung erkennen konnte. "Dead?" Said Mrs. Samsa and looked up at the operator, although she was able to check everything herself and even recognize it without checking. »Das will ich meinen«, sagte die Bedienerin und stieß zum Beweis Gregors Leiche mit dem Besen noch ein großes Stück seitwärts. "That's what I mean," said the waitress and pushed Gregor's corpse a long way to the side with the broom as proof. Frau Samsa machte eine Bewegung, als wolle sie den Besen zurückhalten, tat es aber nicht. Mrs. Samsa made a movement as if to hold back the broom, but didn't. »Nun«, sagte Herr Samsa, »jetzt können wir Gott danken.« Er bekreuzte sich, und die drei Frauen folgten seinem Beispiel. "Well," said Mr Samsa, "now we can thank God." He crossed himself and the three women followed his example. Grete, die kein Auge von der Leiche wendete, sagte: »Seht nur, wie mager er war. Grete, not taking an eye from the corpse, said: “Look how thin he was. Er hat ja auch schon so lange Zeit nichts gegessen. He hasn't eaten anything for a long time. So wie die Speisen hereinkamen, sind sie wieder hinausgekommen.« Tatsächlich war Gregors Körper vollständig flach und trocken, man erkannte das eigentlich erst jetzt, da er nicht mehr von den Beinchen gehoben war und auch sonst nichts den Blick ablenkte. As soon as the food came in, it came out again. ”In fact, Gregor's body was completely flat and dry, you only really recognized that now that he was no longer lifted from his legs and nothing else distracted your gaze.

»Komm, Grete, auf ein Weilchen zu uns herein«, sagte Frau Samsa mit einem wehmütigen Lächeln, und Grete ging, nicht ohne nach der Leiche zurückzusehen, hinter den Eltern in das Schlafzimmer. "Come in to us, Grete, for a while," said Frau Samsa with a wistful smile, and Grete, not without looking back at the corpse, went behind her parents into the bedroom. Die Bedienerin schloß die Tür und öffnete gänzlich das Fenster. The operator closed the door and opened the window all the way. Trotz des frühen Morgens war der frischen Luft schon etwas Lauigkeit beigemischt. Despite the early morning, the fresh air was already mixed with a bit of warmth. Es war eben schon Ende März. It was the end of March.

Aus ihrem Zimmer traten die drei Zimmerherren und sahen sich erstaunt nach ihrem Frühstück um; man hatte sie vergessen. The three lodgers stepped out of their room and looked around in astonishment after their breakfast; they had been forgotten. I tre padroni di casa uscirono dalla loro camera e si guardarono intorno stupiti durante la colazione; erano stati dimenticati. »Wo ist das Frühstück?« fragte der mittlere der Herren mürrisch die Bedienerin. "Where's the breakfast?" The middle gentleman asked the waitress sullenly. Diese aber legte den Finger an den Mund und winkte dann hastig und schweigend den Herren zu, sie möchten in Gregors Zimmer kommen. But she put her finger to her mouth and then hastily and silently waved to the gentlemen that they would like to come into Gregor's room. Sie kamen auch und standen dann, die Hände in den Taschen ihrer etwas abgenützten Röckchen, in dem nun schon ganz hellen Zimmer um Gregors Leiche herum. They came too and then stood, hands in the pockets of their somewhat worn skirts, in the now very bright room around Gregor's corpse.

Da öffnete sich die Tür des Schlafzimmers, und Herr Samsa erschien in seiner Livree, an einem Arm seine Frau, am anderen seine Tochter. Then the door of the bedroom opened and Mr. Samsa appeared in his livery, his wife on one arm and his daughter on the other. Alle waren ein wenig verweint; Grete drückte bisweilen ihr Gesicht an den Arm des Vaters. Everyone was a little tearful; Sometimes Grete pressed her face to her father's arm.

»Verlassen Sie sofort meine Wohnung!« sagte Herr Samsa und zeigte auf die Tür, ohne die Frauen von sich zu lassen. "Leave my apartment immediately!" Said Mr Samsa, pointing to the door without letting the women go. »Wie meinen Sie das?« sagte der mittlere der Herren etwas bestürzt und lächelte süßlich. "What do you mean?" Said the man in the middle, somewhat dismayed, and smiled sweetly. Die zwei anderen hielten die Hände auf dem Rücken und rieben sie ununterbrochen aneinander, wie in freudiger Erwartung eines großen Streites, der aber für sie günstig ausfallen mußte. The other two kept their hands behind their backs and rubbed them together incessantly, as if in joyful anticipation of a great quarrel, which must, however, turn out favorably for them. »Ich meine es genau so, wie ich es sage«, antwortete Herr Samsa und ging in einer Linie mit seinen zwei Begleiterinnen auf den Zimmerherrn zu. "I mean it exactly as I say it," replied Mr Samsa and walked in a line with his two companions towards the master of the house. Dieser stand zuerst still da und sah zu Boden, als ob sich die Dinge in seinem Kopf zu einer neuen Ordnung zusammenstellten. At first he stood there quietly and looked at the floor as if things were coming together in a new order in his head. »Dann gehen wir also«, sagte er dann und sah zu Herrn Samsa auf, als verlange er in einer plötzlich ihn überkommenden Demut sogar für diesen Entschluß eine neue Genehmigung. "So let's go then," he said then, and looked up at Mr. Samsa, as if in a sudden humility he was demanding a new permit even for this decision. Herr Samsa nickte ihm bloß mehrmals kurz mit großen Augen zu. Mr Samsa just nodded briefly to him several times with wide eyes. Daraufhin ging der Herr tatsächlich sofort mit langen Schritten ins Vorzimmer; seine beiden Freunde hatten schon ein Weilchen lang mit ganz ruhigen Händen aufgehorcht und hüpften ihm jetzt geradezu nach, wie in Angst, Herr Samsa könnte vor ihnen ins Vorzimmer eintreten und die Verbindung mit ihrem Führer stören. Thereupon the gentleman actually took long strides into the anteroom; his two friends had been listening for a while with very steady hands and were now jumping after him, as if in fear that Mr. Samsa might enter the anteroom before them and disrupt the connection with their guide. Im Vorzimmer nahmen alle drei die Hüte vom Kleiderrechen, zogen ihre Stöcke aus dem Stockbehälter, verbeugten sich stumm und verließen die Wohnung. In the anteroom all three took their hats from the clothes rack, drew their sticks from the stick container, bowed silently and left the apartment. In einem, wie sich zeigte, gänzlich unbegründeten Mißtrauen trat Herr Samsa mit den zwei Frauen auf den Vorplatz hinaus; an das Geländer gelehnt, sahen sie zu, wie die drei Herren zwar langsam, aber ständig die lange Treppe hinunterstiegen, in jedem Stockwerk in einer bestimmten Biegung des Treppenhauses verschwanden und nach ein paar Augenblicken wieder hervorkamen; je tiefer sie gelangten, desto mehr verlor sich das Interesse der Familie Samsa für sie, und als ihnen entgegen und dann hoch über sie hinweg ein Fleischergeselle mit der Trage auf dem Kopf in stolzer Haltung heraufstieg, verließ bald Herr Samsa mit den Frauen das Geländer, und alle kehrten, wie erleichtert, in ihre Wohnung zurück. In what turned out to be a completely unfounded suspicion, Mr. Samsa stepped out onto the forecourt with the two women; Leaning against the railing, they watched as the three gentlemen slowly but steadily descended the long staircase, disappeared in a certain bend in the stairwell on each floor and came out again after a few moments; the deeper they got, the more the interest of the Samsa family for them was lost, and when a journeyman butcher with a stretcher on his head stepped up proudly to meet them and then high above them, Mr. Samsa soon left the railing with the women, and they all returned to their apartment, as if relieved.

Sie beschlossen, den heutigen Tag zum Ausruhen und Spazierengehen zu verwenden; sie hatten diese Arbeitsunterbrechung nicht nur verdient, sie brauchten sie sogar unbedingt. They decided to use the day to rest and go for a walk; Not only did they deserve this break, they really needed it. Hanno deciso di usare oggi per riposare e camminare; non solo si meritavano questa pausa, ma ne avevano un disperato bisogno. Und so setzten sie sich zum Tisch und schrieben drei Entschuldigungsbriefe, Herr Samsa an seine Direktion, Frau Samsa an ihren Auftraggeber und Grete an ihren Prinzipal. And so they sat down at the table and wrote three letters of excuse, Mr. Samsa to his management, Mrs. Samsa to her client and Grete to her principal. Während des Schreibens kam die Bedienerin herein, um zu sagen, daß sie fortgehe, denn ihre Morgenarbeit war beendet. While she was writing, the waitress came in to say she was leaving because her morning work was finished. Die drei Schreibenden nickten zuerst bloß, ohne aufzuschauen, erst als die Bedienerin sich immer noch nicht entfernen wollte, sah man ärgerlich auf. The three writers only nodded at first without looking up, only when the waitress still refused to leave did they look up angrily. I tre sceneggiatori all'inizio si limitavano ad annuire senza alzare lo sguardo, solo quando l'operatore non si muoveva ancora alzavano lo sguardo con rabbia. »Nun?« fragte Herr Samsa. "Well?" Asked Mr Samsa. Die Bedienerin stand lächelnd in der Tür, als habe sie der Familie ein großes Glück zu melden, werde es aber nur dann tun, wenn sie gründlich ausgefragt werde. The operator stood smiling in the doorway, as if she were very lucky to report to the family, but would only do so if she was questioned thoroughly. Die fast aufrechte kleine Straußfeder auf ihrem Hut, über die sich Herr Samsa schon während ihrer ganzen Dienstzeit ärgerte, schwankte leicht nach allen Richtungen. The almost upright little ostrich feather on her hat, about which Herr Samsa had been annoyed all her time on duty, swayed slightly in all directions. »Also was wollen Sie eigentlich?« fragte Frau Samsa, vor welcher die Bedienerin noch am meisten Respekt hatte. "So what do you actually want?" Asked Mrs. Samsa, whom the operator still had the most respect for. »Ja«, antwortete die Bedienerin und konnte vor freundlichem Lachen nicht gleich weiterreden, »also darüber, wie das Zeug von nebenan weggeschafft werden soll, müssen Sie sich keine Sorgen machen. “Yes,” replied the waitress, unable to go on with a friendly laugh, “so you don't have to worry about how the stuff from next door should be removed. "Sì", rispose la cameriera, ridendo e ridendo, "quindi non devi preoccuparti di come le cose della porta accanto verranno portate via. Es ist schon in Ordnung. It's OK. « Frau Samsa und Grete beugten sich zu ihren Briefen nieder, als wollten sie weiterschreiben; Herr Samsa, welcher merkte, daß die Bedienerin nun alles ausführlich zu beschreiben anfangen wollte, wehrte dies mit ausgestreckter Hand entschieden ab. «Frau Samsa and Grete bent down to their letters as if they wanted to continue writing; Mr Samsa, who noticed that the operator wanted to start describing everything in detail, resolutely fended off this with an outstretched hand. Da sie aber nicht erzählen durfte, erinnerte sie sich an die große Eile, die sie hatte, rief offenbar beleidigt: »Adjes allseits«, drehte sich wild um und verließ unter fürchterlichem Türezuschlagen die Wohnung. But since she was not allowed to tell, she remembered the great hurry she was in, called out obviously offended: "Adjes all around," turned around wildly and left the apartment, slamming the door terribly.

»Abends wird sie entlassen«, sagte Herr Samsa, bekam aber weder von seiner Frau noch von seiner Tochter eine Antwort, denn die Bedienerin schien ihre kaum gewonnene Ruhe wieder gestört zu haben. "She'll be discharged in the evening," said Mr Samsa, but got no answer from his wife or daughter, because the waitress seemed to have disturbed her barely regained calm. Sie erhoben sich, gingen zum Fenster und blieben dort, sich umschlungen haltend. They rose, went to the window, and stayed there, hugging each other. Herr Samsa drehte sich in seinem Sessel nach ihnen um und beobachtete sie still ein Weilchen. Mr Samsa turned around in his chair and watched them silently for a while. Dann rief er: »Also kommt doch her. Then he called out, “So come here. Laßt schon endlich die alten Sachen. Let go of the old things. Und nehmt auch ein wenig Rücksicht auf mich.« Gleich folgten ihm die Frauen, eilten zu ihm, liebkosten ihn und beendeten rasch ihre Briefe. And show a little consideration for me. ”The women followed him immediately, hurried over to him, caressed him, and quickly finished their letters. E sii un po' premuroso anche nei miei confronti». Subito le donne lo seguirono, si precipitarono da lui, lo carezzarono e finirono in fretta le lettere.

Dann verließen alle drei gemeinschaftlich die Wohnung, was sie schon seit Monaten nicht getan hatten, und fuhren mit der Elektrischen ins Freie vor die Stadt. Then all three of them left the apartment together, which they hadn't done for months, and took the electric one outside of town. Poi tutti e tre hanno lasciato l'appartamento insieme, cosa che non facevano da mesi, e hanno preso il tram fuori città. Der Wagen, in dem sie allein saßen, war ganz von warmer Sonne durchschienen. The car in which they were sitting alone was shone through with warm sun. Sie besprachen, bequem auf ihren Sitzen zurückgelehnt, die Aussichten für die Zukunft, und es fand sich, daß diese bei näherer Betrachtung durchaus nicht schlecht waren, denn aller drei Anstellungen waren, worüber sie einander eigentlich noch gar nicht ausgefragt hatten, überaus günstig und besonders für später vielversprechend. Leaning back comfortably in their seats, they discussed the prospects for the future, and it was found that on closer inspection these were by no means bad, for all three positions were, what they had not actually asked each other about, extremely favorable and special promising for later. Die größte augenblickliche Besserung der Lage mußte sich natürlich leicht durch einen Wohnungswechsel ergeben; sie wollten nun eine kleinere und billigere, aber besser gelegene und überhaupt praktischere Wohnung nehmen, als es die jetzige, noch von Gregor ausgesuchte war. The greatest immediate improvement in the situation could of course easily result from a change of residence; They now wanted to take a smaller and cheaper, but better located and generally more practical apartment than the current one that Gregor had chosen. Während sie sich so unterhielten, fiel es Herrn und Frau Samsa im Anblick ihrer immer lebhafter werdenden Tochter fast gleichzeitig ein, wie sie in der letzten Zeit trotz aller Plage, die ihre Wangen bleich gemacht hatte, zu einem schönen und üppigen Mädchen aufgeblüht war. While they were talking, it occurred to Mr and Mrs Samsa almost simultaneously, at the sight of their increasingly lively daughter, how recently she had blossomed into a beautiful and voluptuous girl despite all the plague that had made her cheeks pale. Stiller werdend und fast unbewußt durch Blicke sich verständigend, dachten sie daran, daß es nun Zeit sein werde, auch einen braven Mann für sie zu suchen. Becoming quieter and almost unconsciously communicating through looks, they thought that it would now be time to look for a good man for them too. Und es war ihnen wie eine Bestätigung ihrer neuen Träume und guten Absichten, als am Ziele ihrer Fahrt die Tochter als erste sich erhob und ihren jungen Körper dehnte. And it was like confirmation of their new dreams and good intentions when, at the destination of their journey, their daughter was the first to get up and stretch her young body. Ed è stata come una conferma dei loro nuovi sogni e buoni propositi quando, alla fine del loro viaggio, la loro figlia è stata la prima ad alzarsi e ad allungare il suo giovane corpo.