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Youtube-Lektionen - April 2020, 10 entscheidende Tage: Kriegsende 1945 in Deutschland | Terra X

10 entscheidende Tage: Kriegsende 1945 in Deutschland | Terra X

Deutsche Soldaten im Januar 1945: In den letzten hundert Tagen des Zweiten Weltkriegs sterben mehr von ihnen als in ganzen Jahren zuvor.

Hier kommen zehn für Deutschland entscheidende Tage am Ende des Kriegs.

Dienstag, 30. Januar 1945. Noch 98 Tage bis Kriegsende.

Ein Land in Auflösung. Etwa vier Millionen Deutsche sind auf der Flucht.

Seit die sowjetische Armee kurz zuvor zum entscheidenden Schlag gegen Hitlers Reich ausgeholt hat, gibt es kein Halten mehr.

Am 30. Januar steht sie rund 100 Kilometer vor Berlin. Königsberg und Breslau werden wie Festungen verteidigt.

Doch der Untergang kann nur verzögert, nicht mehr abgewendet werden.

Mit allen Mitteln versuchen die Flüchtlinge über die Ostsee noch in den Westen zu gelangen.

Die verfügbaren Schiffe sind meist hoffnungslos mit Schutzsuchenden überladen, unter ihnen viele Frauen und Kinder.

Überall im Reich hören die Deutschen an diesem 30. Januar zum letzten Mal Hitlers Durchhalteparolen.

„Es gibt deshalb in diesem Schicksalskampf für uns nur ein Gebot: Wer ehrenhaft kämpft, kann damit das Leben für sich und seine Lieben retten.

Wer der Nation aber feige und charakterlos in den Rücken fällt, wird unter allen Umständen eines schimpflichen Todes sterben.“

Manche halten bis zum Ende verzweifelt am Führer-Glauben fest.

„Wie immer war es wunderbar, des Führers Stimme zu hören. Wie schwer muss die Last sein, die er trägt.“

Auch an Bord des restlos überfüllten Dampfers „Wilhelm Gustloff“ ertönt Hitlers Ansprache, wie zum Hohn.

Kurz darauf versinkt das einstige Kreuzfahrtschiff, von einem sowjetischen U-Boot torpediert, und zieht über 9000 Menschen in den Tod.

Die größte Katastrophe der Seefahrt ist wie ein Fanal für den Untergang.

Samstag, 3. Februar 1945. Noch 94 Tage bis Kriegsende.

Der einstige Flakturm am Berliner Humboldthain steht noch heute wie ein Mahnmal für den Bombenkrieg.

Die deutsche Luftabwehr kann an diesem 3. Februar nichts mehr ausrichten gegen den bis dahin massivsten Angriff auf die Hauptstadt.

Mehr als zweitausend Tonnen Bomben sollen die Schaltzentrale der Diktatur zerstören.

Dieses Ziel wird nicht erreicht. Doch in einer Stunde liegen weite Teile des Zentrums in Schutt und Asche. 3.000 Menschen sind darunter begraben.

Unter ihnen Roland Freisler, der Präsident des „Volksgerichtshofs“. Erst tags zuvor hat der gefürchtete „Blutrichter“ vier Todesurteile verhängt.

Am selben Tag berät der britische Premierminister Winston Churchill über die Zukunft des zerstörten Kontinents mit US-Präsident Franklin D. Roosevelt und Kremlchef Stalin.

Beim Gipfeltreffen in Jalta auf der Halbinsel Krim sind sich die „Großen Drei“ einig, den Krieg rasch zu beenden.

Doch die Frage der Macht über Europa trennt schon jetzt die Lager.

Dienstag, 13. Februar 1945. Noch 84 Tage bis Kriegsende.

In der Berliner Reichskanzlei liegen jetzt die Nerven blank. Die Heeresführung verlangt von Hitler Konsequenzen aus dem Debakel an der Ostfront.

Der Kriegsherr hatte zur Abwehr des sowjetischen Angriffs eine Heeresgruppe eingesetzt und den Befehl einem Vertrauten übertragen.

SS-Chef Heinrich Himmler. Doch der erweist sich als Fehlbesetzung.

Auf Drängen der Generäle wird er entmachtet und bald wegen Unfähigkeit abberufen.

200 Kilometer südlich erlebt das bis dahin weithin unzerstörte Dresden einen unbeschwerten Faschingsdienstag.

Bis zum Abend. 800 alliierte Bomber sind im Anflug, um die barocke Pracht für immer zu zerstören.

Sprengbomben reißen die Gebäude ein, Brandbomben entfachen einen Feuersturm. Mehrere Angriffswellen verwüsten die historische Innenstadt fast vollständig.

Von vielen Opfern, darunter zahllosen Flüchtlingen, bleiben nur verkohlte Reste. Die Gesamtzahl der Toten wird später auf etwa 25.000 geschätzt.

Die Zerstörung Dresdens wird zum Sinnbild für den Kriegswahnsinn.

Donnerstag, 8. März 1945. Noch 61 Tage bis Kriegsende.

Überreste einer Eisenbahnbrücke. Sie erinnern bis heute an den entscheidenden Durchbruch der Alliierten im Westen.

Die Brücke von Remagen, 50 Kilometer südlich von Köln, ist der einzige Rhein-Übergang, den die Wehrmacht nicht mehr sprengen konnte, was Hitler sofort mit Todesurteilen bestraft.

Binnen 24 Stunden gelangen nun rund 8.000 US-Soldaten über den Rhein.

Viele der deutschen Verteidiger sind nicht mehr bereit, für „Führer, Volk und Vaterland“ ihr Leben zu opfern.

Die Sowjets allerdings fürchten einen raschen Durchmarsch der Westalliierten nach Berlin.

Generalstabschef Georgi Schukow soll ihnen daher mit einem Angriff auf die Hauptstadt zuvorkommen.

Dort müssen nun auch alte Männer, Frauen und Jugendliche die Hauptstadt zur Festung ausbauen. Doch die wenigsten verspüren noch Zuversicht.

Propagandaminister Joseph Goebbels reist an die nahende Front, um den Durchhaltewillen anzufachen.

Im zurückeroberten schlesischen Lauban gratuliert er den Kämpfern, darunter einem erst 16-jährigen.

In seiner Rede im Theater von Görlitz beschwört Goebbels an diesem 8. März Großoffensiven.

“Jene Divisionen werden in diesen Kampf hineingehen wie in einen Gottesdienst, und ein Schrei der Rache wird aus ihren Kehlen emporsteigen, vor dem der Feind erblassen wird.“

In manchen Kinos ernten diese Wochenschaubilder nur noch Hohngelächter.

Freitag, 23. März 1945. Noch 46 Tage bis Kriegsende.

Nierstein am Rhein. Von hier aus startet die größte Wasserüberquerung seit der Landung in der Normandie.

US-Kamerateams dokumentieren das logistische Megaereignis, das US-General George S. Patton wie seinen persönlichen Triumph inszeniert.

Der exzentrischen Star-Truppenführer liebt drastische Gesten.

Mitten auf einer Pontonbrücke lässt Patton anhalten, um in den Rhein zu pinkeln.

„Darauf habe ich lange gewartet. Ich habe heute Morgen extra nicht gepisst, damit ich eine volle Ladung hatte.“

Adolf Hitlers letzter öffentlicher Auftritt wirkt wie ein Abgesang.

Die Wochenschau zeigt den Diktator an diesem 23. März, wie er im Garten der Reichskanzlei Kindersoldaten ehrt. Während er die Deutschen längst abgeschrieben hat.

Dessen Weisung zur Zerstörung aller Güter versucht Rüstungsminister Albert Speer nach Kräften abzuschwächen.

Dieser sogenannte „Nero-Befehl“ richtet sich vor allem gegen das eigene Volk. Denn die Alliierten sind durch brennende Büsche nicht mehr aufzuhalten.

Montag, 16. April 1945. Noch 22 Tage bis Kriegsende.

Auf den Seelower Höhen, 60 Kilometer östlich von Berlin, haben sich 120.000 Verteidiger verschanzt.

Mit einer Million Soldaten greift die Rote Armee an diesem Tag dieses letzte deutsche Aufgebot an.

Die westlichen Verbündeten überlassen die Eroberung von Berlin nun den Sowjets, unter Befehl von Marschall Schukow.

Deren Devise lautet: „Kein Erbarmen. Sie haben Wind gesät und werden jetzt Sturm ernten.“

Doch bis zum Durchbruch dauert es vier Tage. Etwa 33.000 Angreifer lassen ihr Leben. Für ihre Führung zählt es nicht viel.

Hitler reagiert mit Angstparolen.

„Zum letzten Mal ist der jüdisch-bolschewistische Todfeind mit seinen Massen zum Angriff angetreten. Er versucht, Deutschland zu zertrümmern und unser Volk auszurotten.“

Seine letzte Hoffnung setzt der Diktator auf einen Bruch des alliierten Bündnisses.

Doch auch der Tod von US-Präsident Franklin D. Roosevelt mindert die Entschlossenheit nicht.

Bestärkt wird sie durch immer neue Funde wie hier, nördlich von Hannover.

Im Lager Bergen-Belsen entdecken britische Soldaten, was die Sowjets bereits im Januar in Auschwitz vorfanden: Das Grauen nationalsozialistischer Vernichtungspolitik.

Amerikanische Befreier des Konzentrationslagers Buchenwald konfrontieren an diesem 16. April die Deutschen damit.

Mehr als tausend Bewohnern der nahegelegenen Stadt Weimar führen sie das Verbrechen vor Augen.

Niemand kann mehr darüber hinwegsehen.

„Und dann die Schauergeschichten über die SS. Ich kenne mich einfach nicht mehr aus. Nie hätte ich deutschen Männern solche Schandtaten zugetraut.“

Noch immer fällt es vielen Deutschen schwer, die furchtbare Wirklichkeit wahrzuhaben.

Montag, 23. April 1945. Noch 15 Tage bis Kriegsende.

Während in Nürnberg, Schauplatz nationalsozialistischer Parteitage, nach der Befreiung drei Tage zuvor, erste Hoffnungen auf einen Neuanfang keimen,

erbebt die Hauptstadt Berlin seit zwei Tagen unter Trommelfeuer.

Die sowjetischen Generäle haben keine Vorstellung, wie viele Kämpfer dort auf sie warten. Aber Stalin drängt zur Eile.

In „Hitlers Bunker“ unter der Erde herrscht Untergangsstimmung. Kaum jemand ist noch in der Lage, Befehle auszuführen. Der innere Kreis um Hitler zerfällt.

Der zweite Mann im Staat, Hermann Göring, hat sich nach Süden abgesetzt, wo er später in Gefangenschaft gerät.

Als er an diesem 23. April die Führung des Reichs übernehmen will, lässt Hitler ihn verhaften.

Der Diktator hat nun offensichtlich aufgegeben. In den Ruinen der Reichskanzlei entstehen die letzten Bilder von ihm.

Danach verlässt er seinen Bunker nicht mehr. Wie auch Josef Goebbels, der für die Rolle als letzter Getreuer auch seine eigene Familie opfert.

„Verteidiger Berlins! Die Stunde eurer Bewährung ist da. Ich bleibe mit meinen Mitarbeitern selbstverständlich in Berlin.

Auch meine Frau und meine Kinder sind hier und bleiben hier.“

Mittwoch, 25. April 1945. Noch 13 Tage bis Kriegsende.

Das Dorf Lorenzkirch an der Elbe ist an diesem Tag Ort einer denkwürdigen Begegnung.

Ein amerikanischer Spähtrupp setzt über den Fluss, wo er erstmals auf eine sowjetische Einheit treffen wird. Das Ereignis wird öffentlichkeitswirksam nachinszeniert.

In Torgau, 40 Kilometer flussabwärts, wiederholen die Alliierten de historische Händeschlag zwei Tage später,

vor eigens herbeigeholten Kameras. „Ost trifft West“ heißt das Spektakel.

Noch einmal demonstrieren Hitlers Gegner für die Welt Einigkeit. Während ihr Bündnis bereits zu bröckeln beginnt.

Montag, 30. April 1945. Noch acht Tage bis Kriegsende.

In der Nähe von München ist nun auch das Konzentrationslager Dachau befreit, eines der ältesten Mord- und Folterstätten des Regimes.

In der Berliner Innenstadt wird unterdessen immer noch gekämpft.

Doch den Deutschen geht jetzt die Munition aus. Höchstens zwei Tage, errechnen die Militärs, können sie noch durchhalten.

Im Bunker unter der Reichskanzlei hat Hitler um Mitternacht seine Lebensgefährtin Eva Braun geheiratet.

Um dann am Nachmittag gemeinsam Selbstmord zu begehen.

Am nächsten Tag nimmt auch das Ehepaar Goebbels das tödliche Gift. Zuvor hat es seine sechs Kinder ermordet.

Auf den Straßen müssen die Menschen plündern, um zu überleben. Hunderte Soldaten sterben noch für einen „Führer“, der längst tot ist.

Aber der Krieg geht immer noch weiter.

Während um Berlin und Hamburg noch der Kampf tobt, sind Bremen und Leipzig bereits befreit.

Hitler hat Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten und Wehrmachtchef ernannt.

Der fürchtet einen Putsch durch Heinrich Himmler und empfängt ihn mit einer entsicherten Pistole.

„Lassen sie mich in ihrem Staat der zweite Mann sein“, soll der SS-Chef gesagt haben.

Dönitz lehnt ab: er habe keine Verwendung für ihn. Darauf geht Himmler, kampflos.

Dienstag, 8. Mai 1945. Der Zweite Weltkrieg in Europa ist zu Ende.

Dönitz bleibt nur noch die Einwilligung in eine bedingungslose Kapitulation.

Stalin besteht auf einer Unterzeichnung in seinem Machtbereich. Daher wird sie nach Reims nun auch in Berlin-Karlshorst vollzogen.

Marschall Schukow residiert in der Mitte. Briten, Amerikaner und Franzosen wirken wie Beisitzer.

Kurz vor Mitternacht besiegeln die Vertreter der Wehrmacht das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Die letzten hundert Tage: Für Millionen ein Kampf um Leben und Tod, zwischen Entsetzen und Verzweiflung.

Der Zusammenbruch einer Welt, die aus allen Fugen geraten ist. Befreiung zugleich, von unbeschreiblichem Leid, Entbehrung und Fanatismus und der Beginn einer neuen Zeit.

Falls ihr mehr über den Zweiten Weltkrieg wissen wollt, haben wir Euch hier noch zwei weitere Videos verlinkt.

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