NDR Info, die Nachrichten.
Um gleich 11:29 Uhr mit Felix Sprung.
Nach rund 10,5 Monaten Bauzeit ist die Bahnstrecke Berlin-Hamburg heute früh wieder freigegeben worden. Die Verbindung gilt im Fernverkehr als wichtigste Direktverbindung zwischen zwei deutschen Städten. Aus der Nachrichtenredaktion, Sven Kuhne:
Gegen halb sechs startete am Hamburger Hauptbahnhof ein erster Fernzug Richtung Berlin. Schon früher waren Regionalzüge unterwegs, teilt die Deutsche Bahn mit.
Die Generalsanierung hatte im August begonnen. Die Bahn tauschte unter anderem Gleise, Weichen und Signale aus und modernisierte 28 Bahnhöfe. Der Abschluss der Sanierung verzögerte sich um rund anderthalb Monate. Allerdings fällt für Reisende nun eine andere Verbindung aus.
Die Strecke zwischen Hannover und Hamburg wird ab heute voll gesperrt. Fern- und Güterzüge entfallen. Hier soll der Betrieb Mitte Juli wieder aufgenommen werden.
Die Eisenbahngewerkschaft EVG befürchtet Einschränkungen für Bahnreisende, sollte das italienische Bahnunternehmen Italo wie angekündigt in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Mindestens 16 Städten drohe die Abkopplung vom ICE- und IC-Verkehr, berichtet die Bild am Sonntag und beruft sich auf eine Analyse der EVG. Dies seien erste Berechnungen und die tatsächlichen Folgen dürften weiterreichen. Der Fernverkehrschef der Deutschen Bahn, Peterson, hatte im Tagesspiegel zuletzt von 120 Bahnhöfen gesprochen, die dann nicht mehr von ICs oder ICEs angefahren würden. Italo will ab 2028 in Deutschland Fernverkehrsfahrten anbieten, zunächst auf den Strecken München-Frankfurt, Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg. Die Trassen vergibt allerdings die Bahntochter InfraGo, beaufsichtigt von der Bundesnetzagentur.
Bund und Länder stehen offenbar davor, sich auf eine grundlegende Finanzreform zu einigen. Das Handelsblatt berichtet, dass sich in entscheidenden Fragen ein Kompromiss abzeichnet. Aus Berlin, Oliver Neuroth:
Der Streit schwelt schon lange. Länder sowie Städte und Gemeinden wollen nicht die Kosten tragen, die dadurch entstehen, dass sie Bundesgesetze vor Ort umsetzen müssen. Es geht zum Beispiel um Sozialleistungen, Wohngeld oder Kosten für Integration. Nach dem Medienbericht akzeptiert der Bund nun das Prinzip: Wer bestellt, bezahlt.
Also wenn Gesetze, die in Berlin beschlossen werden, zu zusätzlichen Kosten für Städte und Gemeinden führen, kommt dafür der Bund auf. Aber das soll nur für neue Ausgaben gelten, die durch Bundesgesetze entstehen. Die Länder hatten ursprünglich mehr gefordert, nämlich dass der Bund auch dann einen Ausgleich zahlen muss, wenn Berliner Gesetze ihre Steuereinnahmen verringern. Diesen Punkt klammert der Kompromiss offenbar aus.
Der ukrainische Präsident Selenskyj will in den kommenden Wochen auf mehreren Gipfeltreffen intensive Gespräche mit verschiedenen Partnern führen. Ab morgen plant er im französischen Evian am G7-Gipfel teilzunehmen. Dort trifft er auch auf US-Präsident Trump, eine bilaterale Zusammenkunft ist allerdings nicht geplant. Selenskyj hofft auf mehr Unterstützung, insbesondere bei der Flugabwehr und weitreichenden Waffen.
Am Donnerstag will Selenskyj dann beim zweitägigen EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs zu Gast sein. Neben Fragen zu weiteren Hilfen für die Ukraine dürfte es hier auch um den EU-Beitritt des Landes gehen. Es wird erwartet, dass der erste Verhandlungsblock bereits morgen eröffnet wird. Schließlich will Selenskyj auch beim NATO-Gipfel in der zweiten Juliwoche in der Türkei dabei sein.
Das Wetter in Norddeutschland. Wechselnd, bewölkt, ab und zu Sonne, aber auch immer mal wieder Schauer und vereinzelt kräftige Gewitter, höchstens 16 bis 19 Grad, oft windig. Auch morgen windig und stark bewölkt mit einzelnen Schauern, wieder 16 bis 19 Grad. Am Dienstag mehr Sonne, und nur einzelne Schauer, 17 bis 22 Grad. Und am Mittwoch wechselnd bewölkt, 18 bis 26 Grad.
Das waren die Nachrichten.