Darum solltest Du mit 24 bit aufnehmen in der DAW | Tutorial | Recording-Blog AK24-21
Manche Fragen im Bereich Recording-Blog arten ja schon zu so
einer Art philosophischen Abhandlung aus, wobei man da
trotzdem immer genau differenzieren sollte.
Zum Beispiel bei den Fragen nach Sampling-Rate und Bit-Tiefe bei
Aufnahmen oder auch 44,1 kHz versus 96 Kilohertz, und 16 bit
versus 24 bit.
Bei der Sampling Rate geht es für mich spätestens ab 96 kHz ab ins
Reich der Mythen und Sagen.
Frei nach dem Motto "Der hört ja auch das Gras wachsen." Für mich
persönlich reichen da ja immer noch die 44,1 kHz, die bei einer CD
üblich sind, vollkommen aus.
Bei der Bit Tiefe geht es allerdings nicht um subtil hörbare,
sondern ganz klar um technisch fundierte Gründe, die für 24 Bit und
aufwärts sprechen. Warum das so ist, erfährst du in diesem Video.
Und wenn du dich dafür interessierst, dann bist du hier wie
immer genau richtig. Ich bin Jonas und Recording-Blog und los geht's
mit dem Adventkalender.
Präsentiert von Monkey Banana, Storia Mastering, Ghosthack.de Tach
und schön, dass du wieder eingeschaltet hast zu einem weiteren
Video im Recording-Blog und zum letzten Kläppchen im diesjährigen
Adventskalender. Damit endet die Strecke von 24 täglichen Videos.
Aber der Adventskalender ist ja erst komplett, wenn wir das
dazugehörige Gewinnspiel mit dem großen Livestream am 29.
12. um 20.30 Uhr abschließen. Und dazu lade ich dich jetzt schon mal recht herzlich ein.
Sei dabei, wenn wir im Kreis der #RecordingBlogFamilie das Jahr
beschließen, bei einem feinen Getränk deiner Wahl noch mal ein
bisschen zurückschauen und natürlich die Gewinner ermitteln und
beschenken. Und auch wenn wir sowieso schon alle Gewinner sind,
weil wir ja schließlich unsere Leidenschaft für das tollste Hobby
der Welt teilen, werden wir im Livestream noch mal so eine Art
super Gewinner küren und mit nachträglichen Weihnachtsgeschenken
bedenken. Weihnachtsgeschenke bedenken, das reimt sich sogar.
Kommen wir aber zum letzten Thema im Adventskalender 2021: Warum soll
ich mit 24 Bit oder besser aufnehmen?
Die Sampling Rate gibt ja erst mal nur an, wie oft das Audiosignal pro
Sekunde abgetastet wird.
Also bei 44,1 kHz ist das vierundvierzigtausendeinhundert mal
pro Sekunde. Die Bit Tiefe dagegen gibt dabei an, wie genau das Signal
an jedem dieser einzelnen Sampling Punkte abgebildet wird.
Eine Bit Tiefe von 16 Bit bietet dafür also 65.536 Stufen oder in db
umgerechnet 96 db Dynamikumfang von der leisesten bis zur lautesten
Stelle. Bei 24 Bit Aufnahmen bieten sich hier schon 16,7 Millionen
Stufen an oder 144 db Dynamikumfang von der leisesten bis zur lautesten
Stelle. Auch wenn das erst mal in beiden Fällen nach großen Zahlen
klingt, relativieren sich diese dann doch schnell in der Praxis.
Denn bei jeder Aufnahme finden beim Sampling im Analog Digital Wandler
auch Rundungsfehler statt.
Das analoge Signal wird ja in Nullen und Einsen übertragen und das
ist nie so richtig genau.
Das heißt, diese Rundungsfehler passieren und die bezeichnet man
dann als digitales Grundrauschen.
Und dieses digitale Grundrauschen ist mindestens auf dem geringsten
Pegel zu finden, der mit der jeweiligen Bit Tiefe abgebildet
werden kann. Also bei 16 bit Aufnahmen sind das dann minus 96 db
und für 24 Bit Aufnahmen ist das dann bei minus 144 db.
Und auch wenn dieses digitale Grundrauschen in der Praxis
wahrscheinlich je nach Wandler eher höher liegt, gehen wir jetzt zum
einfacheren Verständnis erst mal von diesen Grundwerten aus.
Wenn du jetzt also ein Signal aufnimmst, dessen lauteste Stelle
zum Beispiel bei minus 20 db liegt, dann beträgt der Abstand zum
digitalen Grundrauschen von minus 20 db bis minus 96 db 76 Db.
Das ist der Abstand zwischen der lautesten Stelle und dem digitalen
Grundrauschen. Bei 24 Bit Aufnahmen ist dieser Abstand aber schon 124
Db, also deutlich größer und damit liegt das Grundrauschen auch
deutlich niedriger. Noch interessanter wird das Ganze dann
aber, wenn man den Pegel auf normales Maß anhebt, das Ganze also
von minus 20 db auf 0 db anhebt an der lautesten Stelle.
Denn dann hebst du ja auch das digitale Grundrauschen an.
Mit anderen Worten: Das digitale Grundrauschen bei 16 bit Aufnahmen
wird von minus 96 db auf minus 76 db hoch angehoben, bei 24 Bit
Aufnahmen aber auf minus 124 db und liegt damit dann bei 24 bit
Aufnahmen trotz 20 db Anhebung immer noch weit unter dem leisesten
Grundrauschen jeder 16 Bit Aufnahme.
Und auch wenn das jetzt alles sehr theoretisch klingt, bleibt doch
festzuhalten, dass man bei 24 bit Aufnahmen auch die leiseren
Aufnahmen ohne Gefahr von erhöhtem Rauschen oder zumindest von erhöhtem
digitalen Grundrauschen auf Normalmaß bringen kann, was dann bei
16 bit Aufnahmen definitiv nicht so gut möglich ist.
Also klarer Vorteil 24 bit, auch wenn dadurch das Daten-Aufkommen
natürlich um 50% höher ausfällt, prinzipbedingt.
Moderne DAWs können übrigens auch auf höhere Auflösungen eingestellt
werden und rechnen intern sowieso schon mit 64 bit.
Und gerade deswegen sollte man eben die Auflösung bei der Aufnahme nicht
zum Flaschenhals werden lassen.
Also, höhere Auflösung gleich weniger digitales Grundrauschen.
Und auch wenn damit das Grundrauschen der Preamps nicht
verbessert oder verhindert werden kann, hast du doch zumindest auf
jeden Fall schon mal eine zusätzliche Geräusch-Quelle beim
digitalen Grundrauschen weitgehend eliminiert.
Die technische Seite der bit Tiefe ist damit also klar.
Aber schreib du doch mal unten in die Kommentare rein, mit welcher
Sampling Rate du eigentlich in deinem Studio arbeitest und was das
deinem Höreempfinden nach für Auswirkungen auf deinen Sound hat?
Bist du wie ich immer noch bei 44,1 Kilohertz oder sagst du unter 96
Kilohertzv mache ich den Rechner erst gar nicht an, fange ich gar
nicht an aufzunehmen. Ich freue mich auf jeden Fall von dir da zu
lesen. Wir sehen uns dann spätestens im Livestream am 29.
12. um 20:30 und bis dahin wünsche ich dir und dein Leben die beste Weihnachtszeit, die du haben kannst.
Pass auf dich auf, bleib gesund.