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DeutschLera Videos (YT), Perfektformen von Modalverben | Deutsche Grammatik b2, c1 (inklusive Übung)

Perfektformen von Modalverben | Deutsche Grammatik b2, c1 (inklusive Übung)

Hallihallo meine Lieben und herzlich willkommen zum neuen Video! Heute gibt

es nach langer Zeit mal wieder pure Grammatik - und da freue ich mich drauf!

Wir schauen also auf die besonderen Perfektformen von Modalverben. Bei diesem Thema

gibt es immer wieder Fehler. Also, wenn es dich interessiert, dann bleib auf jeden Fall dabei!

So meine Lieben, um ins Thema überhaupt reinzukommen, nehmen wir ein paar Sätze und schauen, wie

sich unsere Modalverben im Perfekt normalerweise verhalten. Beispielsweise nehme ich erst mal einen

Satz mit einem Modalverb im Präsens und sage: Ich kann Englisch. Das ist ein ganz typischer,

ganz normaler Satz. Diesen können wir aber auch im Perfekt formulieren. Beispielsweise hat deine

Familie in deiner Kindheit in den USA gelebt und dann kannst du sagen: In meiner Kindheit habe ich

perfektes Englisch gekonnt, aber mittlerweile ... na ja. Also, ich habe perfektes Englisch gekonnt. Das

ist eine Perfektform. Natürlich kann man auch Präteritum benutzen, aber diese Form existiert

selbstverständlich auch und die kann man im Alltag auch relativ häufig hören. Also, wir schauen nun auf

die Formel. Wie bilden wir hier unsere Perfektform? Wir benutzen also das Hilfsverb haben - ich

habe - und dann eigentlich einfach das Partizip 2 vom Modalverb können - gekonnt. Siehst du, das ist

eine ganz normale Formel vom Perfekt, also nichts Besonderes. Wichtig ist aber, dass wir diese Formel

nur dann anwenden können, wenn unser Modalverb das einzige Verb im Satz ist - oder im Satzteil, also

wie hier können: Ich kann Englisch. Es gibt nur dieses Modalverb. So und jetzt kommen

wir zum eigentlichen Thema dieses Videos, aber bevor wir auf diese besonderen Perfektformen

schauen, nehmen wir wieder eine Situation im Präsens. Angenommen besuchst du jetzt einen

Deutschkurs und deine Deutschlehrerin erklärt dir heute eine neue Grammatikregel, also wie ich jetzt.

Und dann fragt sie zwischendurch: Ist alles klar? Und du antwortest: Ja, ich kann eigentlich alles gut

nachvollziehen. Ich kann alles gut nachvollziehen. Siehst du und das ist jetzt ganz wichtig: Du hast

nicht mehr nur das Verb können, nicht nur das Modalverb können, sondern auch ein weiteres

sinntragendes Verb, und zwar nachvollziehen. Das ist hier jetzt ganz wichtig. In diesem Satz haben

wir also nicht mehr ein einziges Verb, sondern zwei. Und nun stellen wir uns vor, dass du nach

deinem Deutschunterricht nach Hause gekommen bist und dein Partner fragt dich, wie es so war. Und dann

antwortest du: Ja, alles gut. Wir hatten heute ein neues Grammatikthema und ich habe es eigentlich

ziemlich gut nachvollziehen können. Ich habe es ziemlich gut nachvollziehen können. Siehst du, das

ist eine Perfektform. Denkt daran, wir haben hier zwei Verben - nachvollziehen und können. Das haben

wir schon besprochen. Jetzt schauen wir, welche Perfektformel wir hier eigentlich angewendet

haben. Wir haben also erstmal das Hilfsverb haben - ich habe. Dann haben wir noch einen Infinitiv -

nachvollziehen. Und danach haben wir unser Modalverb, aber nicht mehr die Partizip II-Form, sondern

- genau - einen Infinitiv, also die Infinitivform! Und das ist die Besonderheit in solchen Sätzen,

in denen du zwei Verben hast und nicht nur ein einziges Modalverb, bildest du Perfekt nach dieser Formel.

Du brauchst also am Ende nicht mehr die Partizip II-Form, sondern die Infinitivform. Deswegen

sagen wir nicht: "Ich habe es gut nachvollziehen gekonnt.", sondern "Ich habe es gut nachvollziehen

können." Das ist also eine Besonderheit und deswegen spricht man von diesen besonderen

Perfektformen von Modalverben. Und jetzt schauen wir auf ein paar andere Situationen, damit es noch

klarer wird. Beispielsweise hattest du letzte Woche Geburtstag und von einer Freundin von dir hast

du eine Ballonfahrt geschenkt bekommen. Du freust dich riesig und sagst zu ihr: Danke dir! Ich

hab's eigentlich schon immer machen wollen. Du hast mit diesem Geschenk wirklich ins Schwarze

getroffen! Ich hab's eigentlich schon immer machen wollen. Siehst du, hier haben wir wieder

diese besondere Perfektform. Erst mal, warum? Weil wir hier wieder zwei sinntragende Verben haben

- einerseits das Modalverb und andererseits das sinntragende Verb machen. Siehst du, nicht nur das

Modalverb und das ist hier das Entscheidende. Deswegen haben wir: "Ich hab's eigentlich schon

immer machen wollen." und nicht "gewollt". Also schauen wir uns wieder die Formel an. Wir haben also wieder

das Hilfsverb haben. Das ist übrigens auch wichtig: Es kann nur "haben" sein. In diesen Sätzen kann

kein "sein" als Hilfsverb sein. Dann haben wir die Infinitivform - machen. Und dann haben

wir den Infinitiv vom Modalverb wollen. Wir nehmen noch eine Situation. Beispielsweise hast du Kinder

und gestern war bei einem Kind ein anderes Kind zu Besuch, also ganz typisch. Und dieses Kind ist aber

relativ schnell wieder nach Hause gegangen und dann fragst du deine Tochter am nächsten Morgen:

Wieso ist Laura gestern so schnell wieder nach Hause gegangen? Und deine Tochter antwortet: Ihre

Mutter wollte es so, obwohl sie eigentlich gar keine Hausaufgaben hat machen müssen. Wer weiß. Siehst du -

"obwohl sie eigentlich gar keine Hausaufgaben hat machen müssen". Wieder haben wir unsere besondere

Formen von Modalverben. Wir haben also wieder zwei Verben - machen und müssen -und deshalb verwenden wir

diese Formel: das Hilfsverb haben, dann natürlich die Infinitivform vom Verb, also machen, und dann

natürlich auch die Infinitivform von unserem Modalverb müssen - und nicht gemusst. Hier ist noch eine

Besonderheit, die du wahrscheinlich schon gemerkt hast. Und zwar haben wir hier einen

Nebensatz und deswegen sollten wir die Wortfolge in solchen Sätzen besprechen. Wenn wir also unsere

besonderen Perfektformen von Modalverben in einem Nebensatz verwenden, dann ist die Wortfolge

genau wie hier. Das heißt, unser Hilfsverb steht nicht ganz am Ende sondern, an der ersten Position.

Und dann kommt der Infinitiv. Und an der letzten Position steht dann auch das Modalverb. Das

sollte man sich unbedingt merken, das ist auch ganz wichtig. So meine Lieben und bevor ihr eine

kleine Übung von mir bekommt, möchte ich gerne das Ganze kurz zusammenfassen. Also, wenn wir im

Satz ein einziges Verb, also nur das Modalverb, haben, dann bilden wir Perfekt mithilfe folgende

Formel: Und zwar das Hilfsverb haben - immer haben, ganz wichtig, kein sein, und dann natürlich auch

unser Partizip II von den Modalverben. Das heißt zum Beispiel gekonnt oder gewusst oder gewollt,

wie auch immer. Wie in unserem ersten Beispiel: In meiner Kindheit habe ich Englisch gekonnt.

Aber wenn wir in unserem Satz 2 Verben haben, das heißt ein Modalverb und ein anderes Verb, das

in Verbindung mit diesem Modalverb verwendet wird, dann bilden wir Perfekt folgendermaßen: Wir

haben also das Hilfsverb haben - auch immer haben -, danach haben wir unseren Infinitiv vom Verb, also

es kann alles Mögliche sein - machen, nachvollziehen, was auch immer - und dann natürlich auch unseren Infinitiv vom Modalverb, beispielsweise müssen, sollen, wollen, wie auch immer. Und das ist auch ganz

wichtig, diesen Unterschied sich zu merken, auch bei der Wortfolge in Nebensätzen. Ich

hoffe also, dass du es jetzt besser verstehen kannst. So und jetzt folgt eine kleine Übung.

Ich bitte dich, passende Perfektformen zu bilden. Und bitte achte auch auf die Wortfolge.

So meine Lieben, das war es schon. Ich hoffe wie immer, dass das Ganze hilfreich war. Ich würde mich auch sehr

freuen, wenn ihr dieses Video mit einem Like oder sogar mit einem Kommentar unterstützt. Das würde

mir wirklich sehr viel bedeuten! Für jetzt bedanke ich mich natürlich fürs Zuschauen und wünsche euch

wie immer ganz viel Erfolg beim weiteren Deutschlernen! Wir sehen uns beim nächsten Video! Tschüss!

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