Mephistopheles ist nicht mehr zu sehen. Neun Monate später bekommt Helena ein Kind. Es ist ein Junge. Faust gibt ihm den Namen Justus Faust. „Ein Sohn", denkt er, „der Sohn des Teufels.“ Eines Tages — Faust ist allein zu Hause — steht ein Junge vor der Tür. Er ist schmutzig, seine Kleidung zerrissen. Er steht da und singt ein christliches Lied. „Bitte“, sagt er dann, „haben Sie etwas zu essen für mich?“ Faust sieht ihn an. Oft kommen Bettler an die Tür, und Faust gibt nicht immer etwas. Doch dieser hier ist anders. Er sieht intelligent aus. Faust bittet ihn hinein. In der Küche stellt er ihm Brot und Wurst auf den Tisch. „Wie alt bist du denn?“ fragt er. „Ich bin dreizehn, Herr“, antwortet der Junge. „Und deine Eltern?“ „Mein Vater ist Pfarrer. Aber er hat mich oft geschlagen. Immer wieder. Da bin ich weggelaufen.“ „Gut gemacht“, sagt Faust. „Wenn du willst, kannst du hier bleiben. Ich brauche eine Hilfe im Haus. Und jetzt geh dich erst mal waschen. Wie heißt du eigentlich?“ „Wagner.“ Faust gibt ihm Kleidung und ein Zimmer neben seinem. Erst lässt er ihn einfache Dinge im Haus und im Garten machen. Aber der Junge kann lesen und schreiben, auch etwas Latein. Faust lässt sich von ihm auch bei den Büchern und Experimenten helfen. Der Junge lernt schnell. Er stellt niemals dumme Fragen und erzählt niemandem etwas von dem, was er da zu sehen bekommt. Auch Mephisto macht ihm keine Angst.