„Ach, Herr Faust, ich habe dir doch immer alles gebracht, was du brauchst. Auch auf deinen Feldern lasse ich arbeiten und jetzt sprechen die Nachbarn nicht mehr schlecht von dir — wenn du jetzt mit viel Geld unter die Leute gehst ...“ „Ja ja, ich danke dir für alles, was du bis jetzt getan hast. Du hast deine Sache sehr gut gemacht. Aber der Pakt war: du tust für mich, was ich will. Wenn du das nun nicht mehr tun kannst oder willst, sag es nur. Also, bekomme ich das Geld, ja oder nein?“ Mephistopheles sieht, dass Faust böse wird, und antwortet schnell: „Ja, ja, mein Herr. Denk nicht, ich bin ein Lügengeist! Was du wünschst, sollst du haben! Aber bitte, denk auch an den Pakt. Wenn jemand schlecht über dich oder meinen Herrn spricht, musst du etwas tun.“ „Aber natürlich, mein lieber Mephistopheles!“ Zweifel. Faust hat nun alles: er führt ein großes Haus, er hat Geld, jeden Abend fröhliche Gäste — und doch —— manchmal kommen ihm noch Gedanken an Gott, der ihm Körper und Seele geschenkt hat, manchmal denkt er an Himmel und Hölle. In die Kirche darf er ja nicht mehr gehen, auch keine Predigt hören. „Aber ein wenig in der Bibel lesen darf ich wohl!“ sagt sich Faust. „So kann ich meinen eigenen kleinen Gottesdienst zu Hause abhalten und muss nicht nur immer an den Teufel denken und an den Pakt. Es steht ja auch geschrieben: Gott ist gnädig. Vielleicht hilft er mir im letzten Moment und ich muss nicht in die Hölle. Ja, ich will die Bibel lesen!“