Längere Dialoge anregen
In den Dialog mit dem Kind komme ich entweder, indem ich warte. Ich kann
natürlich warten bis, das Kind mich anspricht, da würde ich aber viele
Gelegenheiten verpassen. Ich kann die Kinder auch aktiv dazu anregen, indem
ich zum Beispiel offene Fragen stelle. Das sind Fragen, auf die die Kinder auch
oft antworten, also ins erzählen kommen, ins reden kommen, mit ihren Worten die
Dinge benennen. Und offene Fragen sind auch deswegen gut geeignet, weil auch da
die Erzieherin zeigen kann: ich interessier mich für deine Welt. Und sie
kann das dann mit ihrer Welt abgleichen und kann vielleicht sagen, wie
sie etwas sieht und dann haben wir schon den Dialog. Du hast das auch schon gesehen,
dass ein Baum umgefallen ist? Und hat den auch jemand umgefällt oder umgeschubst?
Oder war etwas anderes? Was war denn passiert? Feuerwehr und Krankenwagen Da kam auch die Feuerwehr und der Krankenwagen. Ja
Was haben die denn gemacht? Und die Feuerwehr, was hat die dann gemacht? Papa Papa? Hat die mit dem Papa gesprochen?
Ja, die Feuerwehr. Die Feuerwehr Und der Krankenwagen? Jasmin, du hast gesagt, bei
dir war auch ein Krankenwagen, was hat der denn gemacht?
Weißt du das noch? Nein Nein, nicht mehr. Also ich hab mal erlebt... Ich hab einen Käfer gesehen. Du hast einen Käfer gesehen? Ja
Man muss sich erst mal selbst komplett zurücknehmen, um dann überhaupt offen zu
sein für die Impulse, die die Kinder einem geben. Denn worüber soll ich mit Kind in den
Dialog kommen? Da muss ich ja erst mal zuhören. Ich muss erst mal das aufnehmen was,
das Kind beschäftigt und dann kann ich erst anfangen, mir Gedanken darüber zu
machen, wie ich daraus eine dialogische Situation kreieren kann.
Das wissen wir aus neuerer Forschung, dass gerade die Dialoge mit den Erwachsenen
sehr, sehr sprachförderlich sind. Wer hat denn heute schon den Regen
gesehen draußen?
Ich, Ich, Ich!Ja, was? Ja und dann hat meine Mama einen Regenschirm aus dem Kofferraum geholt. Ja, einen Regenschirm, was macht man damit? Warum braucht man den? Was macht man mit einem Regenschirm? Wenn es regnet.
Und was passiert denn, wenn man keinen Regenschirm hat? Dann wird man nass. Dann wird man nass.
Also macht man einen Regenschirm auf, nicht? Hält man den drüber oder hält man ihn drunter? Drunter
Drunter oder Drüber, Isabell du bist die Fachfrau, sag es. Drüber Drüber hält man den,
nicht drunter und dann wird man nicht mehr nass. Wir haben in einer Studie, in der BIKE-Studie und
jetzt auch in den BiSS-Projekten herausgefunden, dass das Freispiel
eben nicht für Interaktionen genutzt wird, wir wissen aber, gerade
Erwachsenen-Kind-Interaktionen befördern das sprachliche Lernen besonders intensiv.
Und Martha, sag mal, hast du auf diesem Bauernhof, wo du warst, bist du da drauf geritten auf einem Pferd? Das ist kein Bauernhof.Was ist denn das? Ein Reiterhof. Ein Reiterhof? Entschuldigung. Reiterhof. Kann auch ein Löwe rein?
Ein Löwe im Pferdestall? Das hab ich noch nie gehört. Aber ich, im Fernsehen. Im Fernseher.
Und der Löwe war nett? Nur er hat Essen bekommen, Fleisch. Aber eigentlich
ist der Löwe doch ein wildes Tier oder? Ja, aber er tut Pferden nichts, weil Pferde sind lieb und Löwen sind manchmal auch lieb. Ich bin mir sicher, dieses Thema gerade war super interessant
für diese Kinder, weil ich weiß, diese drei Kinder spielen auch sehr oft mit
den Tieren und sie interessieren sich auch für Tiere.
Vier Kaninchen. Vier Kaninchen, ja. Sie interessieren sich für dieses Thema
auch sehr viel, auch privat, die gehen in den Zoo, die fahren zum Reiterhof,
zum Bauernhof. Weil wir eben wissen, es ist so wichtig, dass die Erwachsenen auch
mit den Kindern reden, um sprachliches Lernen möglich zu machen, werben wir sehr
dafür, Freispiel zu nutzen. Nicht im sinne von lehrend, ich mische
mich über ein, sondern im sinne von neugierig sein auf das, was das Kind
tut und diese Prozesse zu begleiten, sprachlich. Damit das sprachliche
Lernpotenzial dieser Lernsituation auch genutzt wird:
Zum Beispiel in Sibirien oder in Russland. Oder am Nordpol. Oder am Nordpol.