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2021 from Youtube, 1 Woche nichts aufschieben: Und dann kam das Wasser… | Selbstexperiment 4K

1 Woche nichts aufschieben: Und dann kam das Wasser… | Selbstexperiment 4K

Ich bin jetzt wesentlich schneller fertig als gedacht.

Dass heißt 15 Minuten rausgeholt.

Aber bis jetzt ist einfach nur mega gut.

Nachrichten: Völlig verwüstete Städte und Dörfer.

In der Eifel stürzten sechs Häuser ein.

Ja, die Situation ist wirklich katastrophal.

*Musik* Hi, ich bin Joseph und ich wollte wissen was

passiert, wenn ich eine Woche lang nichts aufschiebe, sondern alles sofort erledige.

Der Plan ist einfach: Alle Mails beantworten.

Endlich ewig lange To-Do-Listen abschließen.

Meine Steuer machen, Kleider aussortieren, den Abwasch und alles aufräumen.

Ich fange gleich an.

In einer Minute… Wie viele von euch habe ich eine To-Do-Liste

oder eine App.

Mit Aufgaben für mein Job, meinen YouTube-Kanal, meinen Privatbereich, Behördengänge, und

so weiter.

Und egal wie viel ich abarbeite, die Liste wird nie leer.

Manchmal nervt das natürlich und man fängt an Sachen aufzuschieben.

Aber was würde passieren, wenn ich gar nichts mehr aufschieben würde?

Kein Prokrastinieren.

Geht das überhaupt?

Das will ich diese Woche rausfinden.

Bevor es losgeht prokrastiniere ich noch ganz kurz, um Danke zu sagen.

Und zwar an Blinkist für die Unterstützung bei diesem Video.

Ich nutze Blinkist inzwischen seit über einem Jahr.

In Blinkist werden die Kernaussagen von Sachbüchern in 10 bis 15 Minuten zusammengefasst.

Einmal als Hörbuch und einmal als Lesevariante.

Das ist für mich privat, aber auch bei der Recherche von Videos sehr effizient.

Weil ich während des Spazierengehens oder beim Aufräumen gebündelt die Informationen

zu einem Thema erfahren kann.

Es gibt über 15 Kategorien wie Psychologie, Philosophie, Beruf und Karriere oder Bildung

und Wissen mit über 3000 Sachbüchern.

Und monatlich kommen etliche dazu.

Auf deutsch und englisch.

Ich höre aktuell „Die Anfänge von allem“ von Jürgen Kaube und als nächstes „Time

is Honey“ über den klugen Umgang mit Zeit.

Wenn ihr wie ich informationshungrig seid, euch aber oft die Zeit fehlt, all die Bücher

zu lesen, die ihr lesen wollt, könnte Blinkist die richtige App für euch sein

Wenn ihr Lust bekommen habt, könnt ihr Blinkist eine Woche lang kostenlos testen oder unter

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Den Link findet ihr auch in der Videobeschreibung.

Genug prokrastiniert.

Jetzt gehts los.

Ich habe gezählt und ich prokrastiniere ungefähr drei Stunden am Tag.

Also 15 Stunden pro Arbeitswoche, wenn man von einem Achtstundentag ausgeht.

Das sind fast zwei Extratage die ich nur mit Prokrastinieren verbringe.

Wann kommt endlich die Viertagewoche und der Fünfstundentag?

Der logische erste Schritt in einer Woche ohne Aufschieben ist die eigene To-Do-Liste

zu leeren und alles was anfällt sofort zu erledigen.

Es kommt eine Mail rein?

Sofort antworten!

Hausarbeit fällt an?

Sofort erledigen!

Eine drohende Deadline?

Unmittelbar abarbeiten!

Würde ich in dieser Woche wirklich so vorgehen, sähe das Experiment ungefähr so aus:

Hi, ich bin Joseph und diese Woche erledige ich alle Dinge sofort.

Als erstes arbeite ich meine 11 E-Mails ab.

Es kamen noch ein paar Mails rein.

Und ein paar Antworten kamen noch rein.

Bin immer noch an den Mails dran. -schnarcht-

Alles was reinkommt sofort zu erledigen wäre für euch wahrscheinlich ziemlich witzig zu

sehen, macht am Ende aber nur Kopf und Körper kaputt und bringt nicht viel.

Also brauch ich einen klaren und guten Plan für diese Woche.

Nach ein wenig Recherche bin ich auf die sogenannte Eisenhower-Matrix gestoßen.

Dabei teilt man anstehenden Aufgaben die Eigenschaften 'urgent' also dringend und 'important' also

wichtig zu – natürlich kann etwas dringend UND wichtig sein – oder gar nichts davon.

Benannt ist diese simple Priorisierung tatsächlich nach dem US-Präsidenten Eisenhower.

Diese Eisenhower-Matrix wird vor allem von Managern genutzt, um zu entscheiden, welche

Aufgaben man selbst erledigt und welche delegiert werden.

Aber auch Menschen, die gerne mal Aufgaben aufschieben nutzen sie.

Also ideal für jemanden wie mich der zur Prokrastination neigt.

Aber was ist Prokrastination eigentlich?

Darauf hat Tabea Scheel alle Antworten: Sie ist Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie

am Internationalen Institut für Management und ökonomische Bildung (IIM) an der Europa-Universität

Flensburg.“

Tabea Scheel: Prokrastination ist irrationales Aufschieben von Aufgaben die ich mir vorgenommen

habe, also die ich tatsächlich vorhabe und das ist verbunden damit, dass es mir damit

nicht gut geht.

Also ich habe einen gewissen Leidensdruck.

Joseph: Das kenne ich besonders gut, ihr vermutlich auch und dann steht dann schnell der Vorwurf

im Raum, das man einfach faul ist.

Tabea Scheel: Es ist so, das Menschen natürlich auch faul sind.

Auch faule Menschen neigen dazu, zu prokrastinieren.

Aber es ist so, dass tatsächlich auch faul sein müssen und in diesem „Faul“ steckt

ja schon eine Wertung.

Da ist unser protestantisches Erbe mit angelegt.

Für uns ist es ein hoher Wert immerzu tätig zu sein und nicht müßig zu sein.

Müssen Menschen manchmal prokrastinieren und kann das für irgendwas gut sein?

Die kurze Antwort ist: Menschen müssen nicht prokrastinieren und prokrastinieren an sich

ist für gar nichts gut.

Prokrastinieren macht keinen Sinn.

Joseph: Und damit ist meine langjährige Ausrede dahin, dass ich beim Prokrastinieren auch

irgendwie arbeite, weil mein Gehirn im Hintergrund bestimmt ganz tolle Ideen entwickelt.

Aber das macht es tatsächlich nur beim absoluten Nichtstun.

Tabea Scheel: Nichtstun bedeutet, ich starre auch nicht auf kleine Bildschirme, sondern

Nichtstun heißt, ich mache wirklich mal nichts.

Das ist ganz sinnvoll für unser Gehirn, für unser Wohlbefinden.

Also Nichtstun hat seine Berechtigung und ist sinnvoll.

Joseph: Alles klar, dann bin ich jetzt sehr gespannt wie diese Woche ablaufen wird.

Kein Prokrastinieren, nichts aufschieben.

Der Anfang Ich habe jetzt damit angefangen meine ganze

Woche durchzuplanen.

Das mache ich normalerweise nur am Filmset.

Die Tage sind relativ voll, aber ich hab auch Pausen eingebaut, falls irgendwas unerwartetes

eintritt und damit ich nicht vergesse zu essen.

Ich brauche ja auch Energie.

Ich möchte diese Woche meine To-Do-Liste abarbeiten.

Dass heißt: Ein Drehbuchpitch schreiben, meine Steuer machen, ein komplettes Youtubevideo

mit neuem Format produzieren.

Fotos für den neuen „Menschen machen müde“ Hoodies und den Jutebeutel machen, mir die

Bewerbungen der Cutter*innen ansehen die sich für diesen Kanal beworben haben, exklusiven

Content für Patreon erstellen und den Haushalt schmeißen.

Dafür bräuchte ich insgesamt 14 Tage.

Mal schauen, ob ich es ohne Prokrastination auch in der Hälfte schaffe.

7 Tage für diese To-Do-Liste.

Da Unordnung mich wahnsinnig macht, mein kreativer Prozess sie aber ständig erzeugt, räume

ich heute zu allererst meinen Schreibtisch auf.

Ich habe für dieses Aufräumen zwei Stunden eingeplant.

*Musik* Es ist noch nicht perfekt, aber auf jeden

Fall wesentlich besser als vorher.

Ich habe keine zwei Stunden gebraucht, sondern 1:45 Stunden.

Also 15 Minuten rausgeholt.

Guter Start in den Tag.

Anschließend setze ich mich sofort an den Drehbuchpitch.

Ich mache jetzt Mittagspause.

Ich komme bisher aber super voran.

Das ist bei kreativer Arbeit immer etwas Tagesformabhängig, aber heute läuft es super.

Mein Smartphone werde ich jetzt ins Wohnzimmer verbannen, weil es das einzige ist, was mich

grade abhält.

Nach der Mittagspause hab ich ein kurzes Tief.

Ich bin ein bisschen müde und deaktiviere erstmal das Internet, damit ich nicht anfange

auf Youtube zu prokrastinieren und dann geht es direkt weiter.

Es läuft wirklich gut.

Ich hab jetzt tatsächlich den ganzen Tag am Drehbuchpitch gearbeitet und bin fertig

mit der ersten Fassung.

Normalerweise brauche ich für sowas drei bis fünf Tage.

Also das ist schon krass.

Das einige was ich an diesem Tag komplett vergessen habe, sind meine E-Mails.

Liegt vielleicht daran, dass ich das Internet deaktiviert habe.

Also sitze ich abends nochmal zwei Stunden daran alle wichtigen E-Mails zu beantworten

und mein Postfach abzuarbeiten.

*Musik*

Am zweiten Tag lege ich mein Handy direkt ins Wohnzimmer, damit diese Ablenkungsmaschine

weniger Einfluss auf mich hat.

Dann perfektionier eich den Drehbuchpitch, damit ich ihn pünktlich zur Deadline Ende

der Woche abschicken kann.

Das E-Mailproblem löse ich, indem ich einmal um 12 Uhr und einmal um 18 Uhr für jeweils

eine Stunde konzentriert meine E-Mails abarbeite.

Dabei lerne ich auch wie wichtig gezielte Aufmerksamkeit und Konzentration sind.

Ich habe heute leider gar nichts gefilmt, weil ich so im Tunnel war.

Dafür ist der Pitch jetzt fertig und ich kann gar nicht glauben, dass ich so schnell

gewesen bin.

Aber es ist trotzdem echt gut geworden und ich bin super happy damit und schicke das

Ding in ein paar Tagen raus.

Ich bin jetzt wesentlich schneller fertig als gedacht.

Und dann bin ich einen Tag in Hamburg.

Zum Dreh bei einem anderen Youtubekanal.

Das Video kommt am 09.09.2021 Am nächsten Tag ist die Wäsche dran und

meine Steuer.

Etwas worauf ich noch nie Bock hatte und worin ich ein Meisterprokrastinierer bin.

Tatsächlich ist ab dann aber sowieso alles anders gelaufen, als ich es geplant hatte.

Die Wende.

Einen wunderschönen guten Morgen.

Es ist acht Uhr und ich bin heute ziemlich schlecht aus dem Bett gekommen.

Das liegt vielleicht ein wenig an den letzten zwei Tagen in denen ich so fokussiert durchgearbeitet

habe.

Ich bin mal gespannt, wie es heute wird.

Die Wäsche ist gemacht und meine Steuer ist quasi auch fertig.

Ich hab keine Ahnung wie ich das geschafft habe, aber ich hab jetzt jede Menge freie

Zeit erwirtschaftet mal wieder und die werde ich direkt in die nächste Aufgabe packen

und zwar ein bisschen exklusiver Content für Patreon.

Ich finds total krass.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell eine Veränderung gibt, die ich so 1:1 merke.

Aber es scheint so, als hätte Prokrastination mich einfach nur aufgehalten in meinem Leben.

Doch dann wird meine Planung durch etwas unterbrochen womit ich gar nicht gerechnet habe.

Ich bin vor kurzem umgezogen.

Ein bisschen raus aus Köln.

Direkt in eine Region die an diesem Tag innerhalb von wenigen Stunden zum Sperrgebiet wird.

Meine Prioritäten verschieben sich natürlich drastisch.

Mein Plan wird komplett gekippt.

Das hier ist mehr als wichtig und unmittelbar dringend.

Ich bin bis nachts um 3 Uhr damit beschäftigt meine Wohnung zu sichern und anderen dabei

zu helfen ihre Keller auszupumpen und Dinge zu evakuieren.

Die nächsten Tage sind auch außer Kontrolle.

Immer wieder checke ich, ob unser Wohngebiet evakuiert werden muss, weil ein naher Staudamm

zu brechen droht.

Ich kontaktiere meine Auftraggeber und bitte um Verschiebung meiner Arbeitsdeadlines.

Ab hier bearbeite ich nur noch die absolut wichtigsten Prioritäten.

Helfe wo ich kann und falle um Mitternacht absolut erschöpft ins Bett.

*Musik* Ich hatte heute ein wichtiges Onlinemeeting,

aber ich konnte nicht wirklich etwas dazu beitragen, weil ich komplett unkonzentriert

bin heute.

Meine Gedanken kreisen die ganze Zeit um die aktuelle Lage.

Menschen haben ihre Wohnungen verloren, ihre Häuser verloren.

Manche haben ihr Leben verloren.

Meine Wohnung hat nichts abbekommen.

Ich hab Glück gehabt.

Also der Teil des Gebäudes hier ist unbeschädigt.

Minimal Wasser in der Wohnung und man kann das Leitungswasser nicht mehr trinken.

Also kurz gesagt, ich glaube nicht, dass man das Ergebnis vom Experiment jetzt auswerten

kann, weil…das ist ein Katastrophenfall.

In den folgenden Tagen versuche ich weiter zu arbeiten, kann mich aber nicht konzentrieren.

Zu scher wiegt die Katastrophe.

Zu trivial meine täglichen Arbeiten.

Ich wollte ganz simpel eine Woche nichts aufschieben und schauen wie produktiv ich wirklich sein

kann, aber was gelernt habe, ist etwas völlig anderes.

Ich hab gemerkt, wie ein guter Plan und etwas Selbstdisziplin dabei helfen können, das

nervige Monster Prokrastination in Schach zu halten.

Allerdings neige ich auch nicht ganz so stark zu Prokrastination wie manch andere Person.

Tabea Scheel: Prokrastination ist in gewissem Maße normal.

Da sollte man sich selbst auch verzeihen.

Prokrastination kann aber einen gewissen Leidensdruck erzeugen und wenn ich das Gefühl habe es

beeinträchtig mich, dann sollte ich mir auch Hilfe holen.

Es macht keinen Sinn, sich dauerhaft nicht wohl zu fühlen.

Joseph: Was ich aber vor allem mitnehme aus dieser Woche ist, dass man Dinge die einem

wichtig sind, Dinge die einen persönlichen hohen Stellenwert haben, nicht aufschieben

sollte.

Das Leben kann so schnell aus den Fugen geraten, dass ich für mich mitgenommen habe, das nicht

mehr zu tun.

Wenn Ihr also Menschen habt, die Euch wichtig sind und denen Ihr das immer schon sagen wolltet:

Jetzt ist die Zeit.

Immer.

Falls Ihr gerade etwas fassungslos vor den Nachrichten sitzt und wie auch ich nicht so

ganz wisst, was Ihr tun könnt, um zu helfen: Ich habe Euch ein paar Spendenaktionen rausgesucht,

die den Opfern der Flutkatastrophe zugutekommen.

Was das Ergebnis des Selbstexperiments angeht, ist klar: Natürlich war das hier keine normale

Woche.

Wenn Ihr neugierig geworden seid, versuche ich das gleiche Experiment noch einmal unter

hoffentlich besseren Bedingungen zu wiederholen.

Wie sieht das eigentlich bei Euch mit der Prokrastination aus?

Habt ihr auch Probleme damit?

Habt ihr Techniken?

Schreibt mir das gern mal in die Kommentare, dann kann ich das für ein mögliches zweites

Video mitnehmen.

Eine Sache habe ich aber noch geschafft diese Woche und zart exklusiven Content für Patreon.

Das komplett ungeschnittene Interview mit Tabea Scheel, in dem sie fantastische und

spannende Dinge erzählt, gibt es auf Patreon für euch alle kostenlos freigeschaltet.

Falls ihr Bock habt etwas zu spenden, spendet alles an die Hilfsaktionen für die Flutopfer.

Dieser Patreonbeitrag ist kostenlos und wir sehen uns nächstes Mal.

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