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Die Bücherpiraten, Der flammende Fuchs – Text to read

Die Bücherpiraten, Der flammende Fuchs

Principiante 2 di tedesco lesson to practice reading

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Der flammende Fuchs

Es war einmal oder es war nicht in einem Wald viele Meilen von jeder Siedlung entfernt, da lebte ein flammender Fuchs. Der brannte so heiß, dass kein Tier wagte, sich ihm zu nähern, aus Furcht das Feuer könnte überspringen. So blieb der Fuchs immerzu allein.

Eines Tages zog ein Adler vorbei, der hoch über den Baumwipfeln schwebte. Der Fuchs erblickte ihn und staunte über die Macht und Freiheit des Adlers und entflammte von einem Moment auf den anderen in Liebe. So rief er nach dem erhabenen Vogel: „Großer Adler, welch Freude dich zu sehen. Mein ganzes Leben habe ich allein verbracht, darum bitte ich dich, bei mir zu bleiben.“ „Ich kann nicht“, entgegnete der Adler voller Scheu. „Du bist die Hitze des Feuers und ich bin die Kälte der Luft. Wir passen nicht zueinander.“ Als der Fuchs das hörte, wurde er traurig und er verbrachte die Nacht einsam in seinem Bau. Am nächsten Morgen sprach er zu sich: „Selbst der Adler, der König des Himmels, hat Angst vor meinem Feuer. Niemand kann mich lieben und ich darf nicht lieben. So möchte ich nicht leben.“ Er entschied seine Flammen für immer zu löschen.

Der Adler hörte diese Klage nicht, doch als er aus großer Höhe und mit scharfem Auge den Fuchs durch den Wald laufen sah, fiel alle Scheu von ihm ab und er erkannte seine Liebe.

Der Fuchs indessen hatte einen Wasserfall erreicht. Um sein Feuer ein für alle Mal zu ersticken, sprang er mit einem großen Satz hinein und wurde unaufhaltsam in die Tiefe gezogen. So heiß die Glut in ihm auch brannte, konnte sie nicht ewig gegen das brodelnde Wasser bestehen.

In diesem Moment sah der Adler, was der Fuchs getan hatte. Er schrie auf, stürzte herab und packte ihn mit seinen Fängen. Er kämpfte mit seinen Schwingen gegen die tosenden Fluten. Schließlich schaffte er es, den Fuchs an Land zu ziehen. Sobald dieser jedoch seine Augen geöffnet und er seinen Retter erblickt hatte, loderte sein Feuer erneut auf und brannte heißer denn je. Die Flammen sprangen auf den Adler über. Doch der Adler und der Fuchs hielten sich noch immer fest umschlungen und keiner dachte daran loszulassen.

So kam es, dass nach kurzer Zeit an der Stelle der beiden Tiere nur noch graue Asche zurückblieb.

Da zog ein Gewitter auf. Es regnete und stürmte zwei volle Tage und drei volle Nächte lang. Die Gestirne waren von düsteren Wolken verdeckt. Als die Elemente sich beruhigt hatten, hatte der Wind der Asche jedoch nichts anhaben können und sie lag unverändert wie zuvor am Ufer.

Dann ging am dritten Morgen die Sonne auf und sobald die roten Strahlen der Dämmerung die Asche berührten, stieg ein Phoenix daraus empor und erhob sich hoch in die Lüfte. Der brannte so hell wie kein anderes Feuer, denn er wurde genährt von der Liebe.

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