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Raumzeit - Vlog der Zukunft, Die Entwicklung von Zivilisationen - Das Fermi-Paradox: Teil 5

Die Entwicklung von Zivilisationen - Das Fermi-Paradox: Teil 5

Der Große Filter – wir erinnern uns – stellt eine Möglichkeit dar, das Fermi-Paradox aufzulösen.

So ein Filter ist als eine Barriere zu verstehen, die jede Zivilisation auf dem Weg zur interstellaren

Raumfahrt passieren muss – eine fast unüberwindbare Barriere.

Wir sahen in der letzten Folge von Raumzeit einen potenziellen Filter in der Photosynthese.

In der Entwicklung der Cyanobakterien, welche das Licht des Sterns nutzen können und so

gewaltige Energiemengen verfügbar haben.

Sie sind verantwortlich für den Sauerstoff in der Atmosphäre, die schützende Ozonschicht

und Urmutter aller Pflanzen.

Finden wir heute einen weiteren Kandidaten für einen großen Filter, dessen Überwindung

nur ein unwahrscheinlicher Zufall war?

Finden wir ihn irgendwo zwischen Kreidezeit und Kreidetafel, zwischen Eiszeit und iPhone?

Wie entstanden sie eigentlich, die Zivilisationen?

Ich bin Ronny - Willkommen bei Raumzeit!

Nach dem Asteroideneinschlag am Ende der Kreidezeit eroberten die Säugetiere das Land und bildeten

die Artenvielfalt heraus, die wir heute kennen.

Im Pleistozän entwickelte sich eine Megafauna, von denen Mammuts, Wollnashorn und Riesenfaultier

gut bekannt sind.

Die junge Ordnung der Primaten passte sich dem Leben in den Bäumen an.

Klimaveränderungen des Pleistozäns ließen die reichen Waldgebiete des nördlichen Afrikas

nach und nach zu Grasland werden.

Und es war diese Veränderung ihrer Lebenswelt, welche vor einigen Millionen Jahren in der

Gattung Homo zu einer besonderen Anpassung führten.

Der letzte gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse existierte vor fünf Millionen

Jahren – vor drei Millionen Jahren schon lief Lucy aufrecht über die Savannen Afrikas.

Der aufrechte Gang und andere Entwicklungen unserer Vorfahren wie etwa der extrem bewegliche

Daumen und die Fähigkeit, Sprache zu erzeugen, ermöglichten die Evolution unseres Gehirns.

Hatte Lucy noch lediglich 500 Kubikzentimeter Hirnvolumen, verfügen wir heute über etwa

1300 – fast das Dreifache.

Aus Evolutionssicht gleich mehrfach ein Nachteil – die menschlichen Babies können aufgrund

der Größe des Kopfes nur noch unter großen Schmerzen und risikoreich geboren werden.

Außerdem ist unser Denkorgan energiehungrig – ein Erwachsener benötigt etwa 20% seiner

Energie nur für die Versorgung des Hirns.

Wie es genau zur Herausbildung des menschlichen Intellekts kam, ist weitgehend unbekannt und

wird über verschiedene Hypothesen erklärt.

Einige sehen den Daumen als zentral an – unsere geschickten Hände ermöglichten es, zu manipulieren,

zielgenau zu werfen und nicht zuletzt – unsere Umwelt im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.

Andere Anthropologen legen mehr Gewicht auf die sozialen Strukturen, welche Anpassungsfähigkeit

und Durchsetzungsvermögen, aber auch Lüge und Hinterlist erforderten.

Die Intelligenz aber ist in jedem Fall ein klarer Kandidat für einen großen Filter.

Die rasante Entwicklung des menschlichen Hirns erlaubte die Nutzung von Steinwerkzeugen,

das Leben in großen, sozial differenzierten Gruppen und schließlich die Beherrschung

des Feuers.

Vor zweihundert bis dreihunderttausend Jahren schließlich haben wir im Grunde den modernen

Homo sapiens vor uns, der sich aus Afrika heraus über die gesamte Welt verbreiten wird.

Ebenso können wir einen großen Filter in der radikalen Änderung der Lebensweise vermuten,

welche wir neolithische Revolution nennen.

Hatten die Menschen über Jahrmillionen ihr Leben als nomadische Jäger und Sammler zugebracht,

begannen sie etwa 10.000 Jahre vor unserer Zeit damit, feste Siedlungen zu errichten

und Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.

Diese Lebensweise erlaubte Bevölkerungswachstum, Bevorratung, Arbeitsteilung.

Handel kommt auf und die Menschen entdecken die Kunst der Metallverarbeitung.

Diese frühen Siedlungen waren schließlich auch die Keimzellen für die frühen Hochkulturen

der Sumerer, der Maya, der Chinesen, der Babylonier und Ägypter.

Die Hochkulturen bringen Religion und Recht, Kunst und Kultur – vor allem aber die Schrift.

Sie beschleunigt die Evolution des Menschen massiv.

Nicht nur seine Gene geben von nun an Informationen weiter, sondern auch seine Gesetze, Gedichte

und Geschichten.

Intelligenz, Ackerbau, Metallverarbeitung, Hochkulturen und Schrift … in diese Reihe

potenzieller Filter gesellt sich noch die moderne Wissenschaft.

Die Epoche der Aufklärung – obwohl selbst nur einer kleinen Elite wirklich bewusst – ist

ein erheblicher Einschnitt in der menschlichen Geschichte.

Sie so formulierte Immanuel Kant, sei „der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“

des Menschen, der sich von nun an bitteschön seines eigenen Verstandes zu bedienen habe.

Voltaire, Locke, Rousseau, Montesquieu und Kant – sie alle bereiteten den Weg für

die moderne, empirische und kritische Wissenschaft, die sich frei von Dogmen der Beobachtung der

Natur und der Welt widmete und so die Grundlage bildete für alle moderne Erkenntnis.

Doch was ist nun Filter und was nicht?

Wir glauben, dass die Mehrheit der historischen Entwicklungen fast unausweichlich war.

Natürlich folgt Geschichte (genau wie die Evolution übrigens) keinem Ziel.

Es gibt keine notwendige Modernisierung.

Aber irgendwo und irgendwann passieren bestimmte Ereignisse – und wenn sie sich als gewinnbringend

erweisen, werden sie verbreitet.

Ackerbau und Viehzucht waren notwendige Antwort auf wachsende Populationen und Überjagung

der Großtiere.

Siedlungen und Handel führen zur Hochkultur, die wiederum Schrift benötigt, um ihre Verwaltungsaufgaben

zu bewältigen.

Die Aufklärung war überwältigend und epochemachend – aber schon Personen wie Tycho Brahe, Kopernikus,

Galileo und da Vinci hatten gezeigt, dass die Tage eines starren, unhinterfragten Weltbildes

gezählt waren … Zudem sind alle diese Entwicklungen nicht nur schnell, sondern auch beschleunigt

abgelaufen.

Millionen Jahre lang jagten und sammelten die Menschen, bis zu den Hochkulturen dauerte

es nur noch einige tausend Jahre, bis zur Aufklärung dann noch einige hundert.

Wissen und Tradierung von Wissen durch Sprache bedeutete eben auch beschleunigte Evolution.

Doch was ist eben mit dieser Sprache, mit dem Intellekt des Homo Sapiens?

Menschen glauben häufig, der Verstand sei der Gipfel der Evolution – ihre höchste

Stufe – der Mensch als Krone der Schöpfung.

So ein Denken unterstellt aber der Evolution etwas, was sie nicht hat: Ein Ziel.

Evolution, dass ist Anpassung an den Lebensraum durch Selektion und Rekombination.

Es wird das selektiert, was im Moment die besseren Chancen für das Überleben, für

die Partnersuche sichert.

Es gibt keinen Plan, keine höherwertigen Evolutionsschritte – es gibt nur Anpassung.

Das gilt auch für die Intelligenz – sie war keine Notwendigkeit – sie war schlicht

in ihrer Entstehungszeit eine sinnvolle Anpassung an die Lebenswelt der Hominini.

Wenn Intelligenz aber keine notwendige, keine konsequente, keine schicksalhafte Entwicklung

ist – was ist sie dann?

Die Antwort klingt etwas ernüchternd, ist aber wissenschaftlich unumstritten: unsere

Intelligenz war ein Zufall der Evolution.

Und diesen Zufall müssen wir im Kontext sehen.

Es gibt aktuell geschätzt etwa 9 Millionen Spezies von Eukaryoten auf diesem Planeten.

Biologen gehen davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 99% aller Spezies, die je die Erde

bevölkerten, ausgestorben sind.

Damit gab es auf dem blauen Planeten 900 Millionen unterschiedliche Arten, die Milliarden oder

Billionen von Evolutionszyklen durchlaufen sind.

900 Millionen Arten und nur der Homo Sapiens hat jene Intelligenz entwickelt, die uns das

Universum hinterfragen lässt.

Damit haben wir bereits zwei potenzielle Filter identifiziert: die Photosynthese und die Intelligenz.

Was aber, wenn wir falsch liegen?

Dies würde, so Robin Hanson, darauf hindeuten, dass der große Filter noch vor uns liegt

– es würde bedeuten, dass intelligente Spezies untergehen, bevor sie die Möglichkeit

haben, sich im All auszubreiten.

Es würde, in anderen Worten, unseren Untergang ankündigen.

Und wie genau unsere Zivilisation erlöschen könnte, wird das Thema der nächsten zwei

Folgen zum Fermi-Paradox sein, wenn wir über existenzbedrohende Katastrophen sprechen,

die von der Natur ausgehen oder aber (das wird die längere Episode) vom Menschen selber.

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Zeit für den Weltuntergang ist.

In diesem Sinne, danke fürs Zuschauen und 42!

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