Tigerschweinchen - Janoschs Traumstunde
Ansage. Ansage!
Schweinetiger
Hab ich doch gesagt. Schweinetiger
Ahh Tigerschweinchen
Einmal sagten die kleinen Schweinchen zu ihrem Vater: Herr Vater, wir wünschen uns von Herzen einen Bruder. Bitte schenke uns doch einen Bruder, ja?
Ist gut, sagte der Vater, ging zum Markt und kaufte ihnen einen
Ein Schweinchen. Einen Schweinchenbruder
Das aber hatten sie nicht gewollt. Sie hatten sich einen Tiger gewünscht
Einen Tigerbruder, denn Schweinchen hatten sie selber schon genug Zuhaus mit sich selbst
Sie greinten und klagten und der Vater sagte: Tiger hatten sie nicht
Aber weil sie gar so sehr greinten, macht ihnen der Vater einen Tiger über Nacht. Aus dem neuen Bruder, dem Schweinchen
Mit Farbe und Pinsel bei Kerzenlicht
Oh wie haben sich die kleinen Schweinchen da gefreut
Sie herzten und küssten ihren Tigerbruder und nahmen ihn sofort in die harte Schule für Geschwister, denn sie wollten ja einen Bruder, der ein Tiger war
Der kein Schweinchen war. Der sich auch wie ein Tiger benahm und nicht wie ein Schwein, denn das war ja auch gut für ihn selbst
Sie brachten ihm zuerst die guten Manieren bei, die er so schnell erlernte, dass er sogar bald seine Eltern darin übertraf, was das betraf
Dann lehrten sie ihm das mutige Wurfspringen. Furchtlosigkeit, Schwindelfreiheit. Was nur ihr Brüder zuallererst von den Geschwistern lernen müssen
Sie lehrten ihn auch das Fischen ohne Wurm und Angel, was jeder große Meister können muss, will er in der Welt gut durchkommen
Sie lehrten ihn den furchtlosen Sprung in die unbekannte Tiefe
Wichtig fürs Leben
Sie zeigten ihm den gefährlichen, aber schön beleuchteten Sprung durch den Feuerreif. Eine Tigernummer, die in jedem guten Zirkus vorkommt
Und als die Zeit kam, da er mit ihnen in die Schule gehen durfte, überraschte er ihren Lehrer mit seinem frühreifen Benehmen
Zum Stolz seiner Brüder
Oh...sie waren die beliebtesten Schweinchen der ganzen Stadt
Was für eine schöne Zeit für sie alle. Und ihr Bruder, der Tiger, hatte viel Glück bei den Frauen, wovon auch einiges auf seine Brüder abfiel
Ein wenig Lohn für ihre Mühen
Und so konnte es schließlich nicht ausbleiben, dass sie ihren Bruder als König sehen wollten. Als König aller Schweine
Also lebe er hoch. Er lebe hoch und mit ihm seine Brüder. Hurra!
Sie lebten jetzt als seine Brüder in Saus und Braus. Braus und Verehrung. Noch ein wenig Lohn für ihre Mühen
Und so hätte es dann immer bleiben können in alle Ewigkeit
Wäre nicht...wäre nicht...wäre nicht der kleine Tigerkönig eines Tages hinter dem Spritzenauto hergelaufen
Hat sich duschen wollen, brausen, besprenkeln lassen, ein paar Tropfen mit der Zunge auffangen mögen
Da war es aber vorbei mit der großen Zeit für die kleinen Schweine, denn das Wasser wusch die Tigerfarbe weg wie ein Regen
Er war kein Tiger mehr. Er war deswegen auch kein König mehr, denn die Schweine wollten kein Schwein zum König sie wollten einen Tiger. Schweine hatten sie selber genug
Da haben die Brüder ihren Bruder dem Vater zurück gegeben. Haben gesagt sie hätten einen Tiger als Bruder gewollt und kein Schweinchen und das hätte er wissen müssen schließlich