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2020-7 Imported from YouTube, Wie Du Alles Verstehen Kannst (Feynman Methode)

Wie Du Alles Verstehen Kannst (Feynman Methode)

Alles schneller lernen, nichts mehr vergessen und nur noch 1er schreiben; das ist alles

möglich, wenn du Dinge effektiv verstehst.

Wie das geht, klären wir jetzt.

Kennst du das?

Wir lernen gerade etwas Neues, vielleicht weil wir bald eine Prüfung haben, oder weil

wir uns momentan für ein bestimmtes Thema interessieren.

Nachdem wir uns eine Zeit lang mit dem Lernstoff beschäftigt haben, hört sich in unserem

Kopf alles logisch an und wir haben den Eindruck das Thema wirklich verstanden zu haben.

Aber sobald wir die Sache erklären wollen, in einer Prüfung zum Beispiel, kommen wir

ins stocken.

Irgendwie fehlen uns die Worte, um es klar auszudrücken und wir stellen fest, dass wir

es eigentlich doch nicht ganz verstanden hast.

Obwohl es in unserem Kopf doch so logisch geklungen hat.

Tja geht vielen von uns so, muss aber nicht sein.

In diesem Video besprechen wir eine Methode, mit der du in Zukunft neu Gelerntes wirklich

verstehst und in deine Prüfungen nur noch Bestnoten erhältst.

Davor müssen wir uns allerdings mit zwei unterschiedlichen Arten von Wissen beschäftigen.

Rolf Dobelli erklärt sie in seinem Buch „Die Kunst des Klaren Denkens“ sehr anschaulich

mit der folgenden Kurzgeschichte:

Nachdem der berühmte Physiker Max Plank den Nobelpreis für seine Forschung im Bereich

der Quantenphysik bekommen hatte, hielt er darüber Vorträge in ganz Deutschland.

Sein Chauffeur, der die Vorträge jedes mal mithörte, kannte sie bald auswendig und schlug

deshalb vor, dass sich die beiden in der nächsten Stadt einen Spaß erlauben könnten — und

zwar einen geheimen Rollentausch.

Plank war einverstanden und setzte sich beim nächsten Vortrag als Chauffeur verkleidet

ins Publikum.

Sein Fahrer hielt an seiner Stelle den Vortrag und die Vorstellung war… ein voller Erfolg.

Begeisterter Beifall und stehender Applaus!

Der Chauffeur konnte alles genauso gut wiedergeben wie Max Planck höchstselbst.

Aber dann, meldet sich ein kleiner Professor zu Wort und stellt eine Frage zum Inhalt des

Vortrags.

Der Chauffeur hat natürlich überhaupt keine Ahnung, er versteht ja noch nicht mal die

Frage!

Aber trotzdem lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen und antwortet:

„Ich bin überrascht, dass Sie eine so einfache Frage stellen.

Das weiß ja sogar mein Chauffeur, Ich lasse ihn das beantworten.“

Was glaubst du, ist die Kernbotschaft der Geschichte?

Nun, der Chauffeur hatte eine bemerkenswert schnelle Auffassungsgabe.

Aber darum geht es nicht, sondern darum, dass es unterschiedliche Arten von Wissen gibt:

Das echte „Planck-Wissen“ und das oberflächliche „Chauffeur-Wissen“.

Max Planck hatte richtiges Wissen, ein tiefgehendes Verständnis für die Sachverhalte in seinen

Vorträgen.

Und sein Fahrer… nicht.

Der hat nur gelernt, die richtigen Worte zur richtigen Zeit zu benutzen.

Er konnte Fachbegriffe im richtigen Kontext verwenden und den Inhalt fehlerfrei wiedergeben.

Er hatte in gewisser Weise auch Wissen; Wissen über den Namen und die Bezeichnungen.

Aber wirklich verstanden… hat er gar nichts.

Ok alles ganz interessant, aber was hat das mit uns zu tun?

Nun, vielleicht kommt dir ja die folgende Situation bekannt vor:

Wir wollen in der nächsten Prüfung (zur Abwechslung mal :D) eine richtig gute Note

schreiben, lernen deshalb stundenlang, können den ganzen Stoff auswendig, haben ein wirklich

gutes Gefühl… Aber dann kommen so seltsame Fragen dran, die scheinbar überhaupt nichts

mit dem Thema zu tun haben?

Das sind dann Transferaufgaben, die unser Planck-Wissen testen, also ob wir etwas wirklich

fundamental verstehen.

Mit bloßem Chauffeur-Wissen werden wir sie nicht beantworten können.

Und irgendwie ist das unfair, weil der Unterricht häufig so aufgebaut ist, dass wir eben nur

dieses oberflächliche Wissen lernen.

Aber es gibt eine enorm starke Technik, die Feynman-Methode, mit der wir in kürzester

Zeit ein tiefes Verständnis, echtes Wissen über so ziemlich jedes Thema entwicklen können

und damit nur noch 1er schreiben.

Kennst du dazu das Zitat, dass häufig Albert Einstein zugeschrieben wird?

„Wenn du es nicht einfach erklären kannst, hast du es nicht gut genug verstanden“.

Oder wenn wir es umdrehen: Wenn du etwas wirklich tiefgreifend verstehen willst, dann musst

du es möglichst einfachen Worten erklären können.

Und genau das ist im wesentlichen der Kern der Feynman-Methode.

Genau genommen besteht sie aus 4 Schritten:

Schritt 1: Erkläre das Thema, das du gerade lernen willst,

einer anderen Person in möglichst einfachen Worten.

Einmal komplett von vorne bis hinten.

Die Person muss dabei nicht real existieren.

Hauptsache du erklärst es schriftlich, oder laut mündlich.

Was dir eben besser gefällt.

Aber ist das nicht eigentlich die falsche Reihenfolge?

Wenn wir etwas Neues lernen wollen, müssen wir doch erstmal möglichst viel Wissen über

dieses Thema aufsaugen, oder?

Nicht unbedingt!

Wenn wir ohne vorherige große Recherche direkt mit dem Erklären anfangen, kommen wir vermutlich

ziemlich schnell in Erklärungsnot.

Aber genau das ist die Idee hinter der Feynman-Methode und bringt uns direkt zu…

Schritt 2: Identifiziere Wissenslücken.

Jedes mal wenn du in Erklärungsnot gerätst, oder wenn du komplizierte Begriffe und Fachwörter

verwendest, mache dir dazu eine kleine Notiz.

Wenn du dann einmal komplett fertig erklärt hast, siehst du sofort alle Dinge, die du

nicht weißt und brauchst dich nur noch genau darauf konzentrieren.

Und zwar in…

Schritt 3: Fülle Wissenslücken auf.

Schlage dafür einfach alles, was du dir in Schritt 2 notiert hast, in deinen Büchern

oder in anderen Quellen nach.

Versuche für Fachbegriffe und komplizierte Wörter, entweder einfachere Wörter oder

treffende Bilder und Alltagsbeispiele zu finden.

Schritt 4: Wiederhole den Prozess und vereinfache so

lange, bis du das gesamte Thema von vorne bis hinten ohne Probleme und ohne Fachbegriffe

erklären kannst.

Das zentrale Element der Feynman-Methode ist das Vereinfachen, denn hier passiert die Magie.

Um jemandem etwas anschaulich erklären zu können, der nicht den selben Wissenshintergrund

hat wie du, musst du alles auf Grundlage der Dinge erklären, die der Andere bereits kennt.

Stell dir einmal vor, du müsstest einem 5 Jährigem erklären was Feuer ist und wie

es funktioniert, inklusive der chemischen Reaktion; und zwar so, dass er wirklich alles

nachvollziehen.

Klingt fast unmöglich, ist es aber nicht.

Ich hab dir in der Infobox ein Video verlinkt, indem Richard Feynman, der Namensgeber der

Methode, höchstpersönlich genau das erklärt.

Wenn du es schaffst, bei deiner Erklärung den gesamten Fachwortschatz durch einfachere

Wörter oder alltägliche Beispiele zu ersetzten, hast du das Thema wirklich komplett verstanden.

Dann brauchst du dir nicht mehr schwierige Dinge einprägen, weil du dir jederzeit Alles

herleiten kannst.

Wenn du nach spannenden Themen suchst, an denen du die Feynman-Methode ausprobieren

kannst, dann schau gerne in die Infobox.

Neben dem Video von Richard Feynman hab ich dir noch weitere Videos und mehr verlinkt.

Also das war's für heute.

Mach's gut und bis zum nächsten mal :)

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