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2020-7 Imported from YouTube, Warum der Mensch über die Erde herrscht

Warum der Mensch über die Erde herrscht

Heute leben fast 8 Mrd.

Menschen auf der Erde, Tendenz steigend.

Wir haben das Land, die Meere und den Himmel erobert, für uns nützliche Tier- und Pflanzenarten

domestiziert und andere einfach ausgerottet.

Wir haben genügend Atombomben, um die Erde 150-mal zu zerstören.

Wie konnte der Mensch zur mächtigsten Lebewesen der Erde aufsteigen?

Man könnte denken, dass wir unseren Fortschritt einem besonders leistungsfähigen Gehirn und

unseren Entdeckungen und Erfindungen zu verdanken haben.

Und natürlich spielten Feuer, Rad, Buchdruck oder Elektrizität in der Menschheitsgeschichte

eine wichtige Rolle.

Die Voraussetzung für diese Errungenschaften und den evolutionären Erfolg des Homo Sapiens

liegt aber nicht etwa in einem besonders guten Gehirn, sondern in den drei großen Revolutionen

der Menschheit.

DIE REVOLUTIONEN DER MENSCHHEIT “Es gibt nur ein Leben.

Das ist die tiefgreifendste Wahrheit, die wir jemals erkannt haben.”

- Bill Bryson

Fangen wir ganz von vorne an.

Alles begann mit einer einzigen Zelle vor 3,8 Milliarden Jahren.

Sie ist der Ursprung allen Lebens auf der Erde.

Seitdem hat sich die Evolution viel Zeit gelassen und den genetischen Code von Generation zu

Generation weitergegeben, angepasst und die unterschiedlichsten Formen von Leben hervorgebracht.

Vor ca.

2 Millionen Jahren entstand dann der erste aufrecht gehende Mensch.

Und vor ca.

300.000 Jahren schließlich der Homo Sapiens.

Über 200.000 Jahre später geschah etwas, was unser Leben für immer verändern sollte.

Ein Vulkanausbruch führte zu einer Reduzierung der Weltbevölkerung auf ca.

1000 Menschen.

Wir stammen also alle, ganz gleich welcher Herkunft, von dieser einen großen Familie

ab.

Durch die verlorene genetische Vielfalt mussten wir uns einige neue Dinge einfallen lassen,

um zu überleben.

DIE KOGNITIVE REVOLUTION Vor ca.

70.000 Jahren wurden zufällig einige Kabel in unserem Gehirn neu vernetzt, was sich schnell

als ziemlich erfolgreich herausstellte.

Unsere Vorfahren lernten auf eine neue Art zu denken und zu kommunizieren: Wir begannen

miteinander zu sprechen.

Dabei ist Sprache ja eigentlich nichts Neues.

Jede Affenart hat ihre eigene Lautsprache und selbst Insekten nutzen eigene Kommunikationssysteme,

um sich zu verständigen.

Was macht unsere Sprache dann so besonders?

Viele Forscher gehen davon aus, dass wir mit unserer Sprache besonders viele Informationen

über die Umwelt auszutauschen können.

Wir können nicht nur Warnungen vor wilden Tieren aussprechen, sondern zahlreiche Details

über das Tier an unsere Stammesgenossen weitergeben.

Andere Forscher denken, dass unsere Sprache vor allem der Kommunikation über unsere Artgenossen

dient.

Denn für den Menschen als Herdentier ist die Kommunikation innerhalb der Gruppe entscheidend

für deren Fortbestand.

Der Historiker Yuval Noah Harari hält diese Eigenschaften unserer Sprache aber nicht für

Einmalig in der Tierwelt.

Was unsere Sprache stattdessen besonders macht, ist die Möglichkeit uns über Dinge zu unterhalten,

die in Wirklichkeit gar nicht existieren.

Andere Tiere können ihre Artgenossen vor einem Löwe warnen.

Der Homo Sapiens aber kann auch Geschichten und Mythen über ihn erzählen.

Doch sind diese Märchen nicht Zeitverschwendung oder sogar gefährlich?

Welchen evolutionären Vorteil bringt diese fiktive Sprache?

Es waren nicht einfach nur Märchen, die man sich ausdachte, sondern Märchen an, die alle

gemeinsam glaubten.

Kultur und Religion ermöglichten unseren Vorfahren in großen Gruppen zusammenzuarbeiten.

Anders als Ameisen oder Schimpansen konnten Sapiens auch mit wildfremden Menschen kooperieren,

weil sie gemeinsam an Geschichten, Götter oder Gerechtigkeit glaubten.

Die fiktive Sprache bildet die Grundlage aller Zivilisationen.

Dazu gleich mehr.

Doch bevor Dörfer und Städte entstehen konnten, war noch ein weiterer Schritt notwendig.

DIE LANDWIRTSCHAFTLICHE REVOLUTION Vor der landwirtschaftlichen Revolution zogen

die Menschen in der Regel in kleineren Gruppen von ca.

100 Personen umher.

Vor ungefähr 10000 Jahren änderten einige Sapiens ihren Alltag.

Statt wilder Tiere zu jagen und Früchte zu sammeln, konzentrierten sie sich darauf einige

wenige Tier- und Pflanzenarten an ihre Bedürfnisse anzupassen.

Sie erhofften sich dadurch eine größere Menge an Früchten, Getreide und Fleisch.

Dazu ließen sie sich nieder und betrieben Viehzucht und Ackerbau.

Das geschah vereinzelt überall auf der Welt und nach und nach wurden aus Jägern und Sammlern

Bauern.

Sie spezialisierten sich auf Weizen, Reis, Kartoffeln und alle anderen Pflanzenarten,

die wir heute ganz selbstverständlich im Supermarkt kaufen.

Die Menschen begannen miteinander zu handeln und stellten irgendwann fest, dass der Tauschhandel

nicht besonders praktisch ist.

In Sumer erfand man vor ca.

5000 Jahren das erste Geld.

Zur Buchhaltung des Gerstengeldes ließen sich die Sumerer zur selben Zeit auch die

erste Schrift einfallen.

Voraussetzung dafür war die fiktive Sprache der kognitiven Revolution.

Sie lässt uns an erfundene Wirklichkeiten wie Geld glauben.

Eine erfundene Wirklichkeit ist nicht etwa eine Lüge, sondern etwas an das alle glauben.

Was einst Götter und Geister waren, sind heute Gesetze, Geld, Nationalstaaten oder

Menschenrechte.

Sie existieren nicht wirklich.

Aber solange die meisten Menschen davon überzeugt sind, haben sie eine reale Macht in der realen

Welt.

Es kam zu einer regelrechten Bevölkerungsexplosion.

Es entstanden Dörfer, Städte und Staaten.

Doch dabei war die landwirtschaftliche Revolution für die meisten Menschen sicherlich keine

Bereicherung.

Im Gegenteil, Harari geht sogar so weit, die landwirtschaftliche Revolution als größten

Betrug der Geschichte zu bezeichnen.

Denn die Bauern wurden von harter Arbeit, Hunger und Krankheiten geplagt, während ihre

Vorfahren ein vergleichsweise gesundes und entspanntes Leben hatten.

Warum haben sich die Homo Sapiens aber dann für dieses schlechtere Leben entschieden?

Das haben sie nicht.

Die Evolution hat für sie entschieden.

Denn obwohl es dem Einzelnen durch die landwirtschaftliche Revolution schlechter ging, war sie durch

das exponentielle Bevölkerungswachstum für unsere Spezies ein voller Erfolg.

Vor ca.

500 Jahren leitet die Evolution schließlich das bislang folgenschwerste und vielleicht

letzte Kapitel der Menschheitsgeschichte ein.

DIE WISSENSCHAFTLICHE REVOLUTION Während Religionen die Menschen lehrten,

dass ihre Situation auf Erden aussichtslos ist und sie mit einfachen Antworten zufriedenstellten,

ging die Naturwissenschaft davon aus, dass sie noch nicht alles weiß und bisherige Erkenntnisse

jederzeit widerlegt werden können.

Immer mehr Menschen folgten dieser Philosophie und verbesserten ihre Lebensumstände durch

neuen Wissenserwerb.

Die Investition in naturwissenschaftliche Forschung löste die wissenschaftliche Revolution

aus.

Dabei stellen Politik und Wirtschaft ihr die Ressourcen zur Verfügung.

Im Gegenzug bekommen sie von der Forschung neue Erkenntnisse und Technologien, die ihnen

neue Kraft und zusätzliche Ressourcen verschafft.

Diese werden dann zum Teil wieder in die Forschung investiert.

Durch diesen Selbstverstärkungseffekt gewannen die Reichen, die in unsere Zukunft investieren,

einen Machtzuwachs und waren früheren Mächtigen schnell überlegen.

Mit exponentiellem Wachstum tauchten immer mehr Technologien auf, die unseren Lebensstandard

verbessern sollten.

Dank der Naturwissenschaften können wir heute ganz selbstverständlich Elektrizität, Internet

und Medizin nutzen.

Aus der Hoffnung eines besseren Lebens im Himmel wurde ein tatsächliches besseres Leben

auf Erden.

Die wissenschaftliche Revolution ist aber noch lange nicht vorbei und schreitet unaufhaltbar

voran.

Wie die Zukunft der Evolution aussehen könnte, erfahrt ihr im nächsten Video.

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