Storytime [GER]: Erektion in der Straßenbahn | Listening Comprehension |
Hallo Leute!
Los geht's! Ich glaube, ich erzähle zuerst mal kurz warum ich hier so sitze, wie ich hier sitze
und zwar, ganz ursprünglich wollte ich mir einfach mal
etwas krasses Augen-Make-Up auftragen, weil ich das recht selten tue... eigentlich nie.
Und weil ich mal Lust drauf hatte und weil ich gerade ein paar Videos mit Satine Phoenix
auf Geek and Sundry geguckt hatte, und die hat immer so
krasse Augen.
Dann hab ich das gemacht und dann sah das ganz in Ordnung aus und dann dachte ich mir „Was machst du jetzt damit?“
und dann hatte ich die Idee, ich könnte ja ein bisschen Gameplay aufnehmen.
Dann habe ich aber festgestellt, dass das Spiel, das ich aufnehmen wollte, noch nicht installiert war,
und da ich immer noch keine Internetverbindung zu Hause habe,
was Leute wissen, die mir auf Twitter folgen und was auch Leute wissen...
Nein, noch nicht unbedingt Leute wissen, die mehr auf Strohfisch folgen.
Strohfisch überigens, für die, die es noch nicht wissen,
ist mein Gameplay-Kanal, da mache ich Let's Plays.
Wer dem also folgen möchte: das ist der Username; ist auch in der Beschreibung verlinkt.
Anyway,
dann dachte ich mir „Okay, spielst du ein Spiel, das schon installiert ist, das ist auch in Ordnung.“
Tja und dann,
meldete mir jetzt mein Spielauf-...,
mein, mein Spiel-„Footage“-Aufnahme-Programm,
dass es eine Internetverbindung braucht, um mich anzumelden;
was mir neu war, denn letztens hat es auch ohne Internetverbindung geklappt.
Dementsprechend sitze ich jetzt hier
und hatte mich gefreut mein Make-up irgendwie verwenden zu können
und, hier, mein unglaublich professionelles „Lighting“-System, hier,
indem ich einen Schal vor meine Schreibtischlampe gehängt habe,
ist im Prinzip auch nicht mehr verwendbar,
und das fand ich zu schade
und deswegen dachte ich mir, ich nehme zumindest ein Storytime auf
wenn ich schon nichts anderes vorbereitet habe.
Soweit also zur kleinen Vorgeschichte dieser Situation.
Es sieht alles so ein bisschen nach Halloween
und ein bisschen nach gruselig aus
Und deswegen dachte ich mir, ich erzähle auch eine gruselige Geschichte.
Das war noch gar nicht so lange her, das war letzte Woche
und ein paar Leute haben auch schon einen Tweet dazu gelesen,
again, die Leute, die mir auch Twitter folgen.
Ja, und zwar wurde ich letzte Woche in der Bahn
belästigt.
„Belästigt“ ist vielleicht ein Wort, das nicht viele kennen.
„Belästigt“ heißt „harassed“.
Und zwar saß ich in der Straßenbahn, ganz normal auf dem Weg von der Uni nach Hause
und die Bahn war nicht sehr voll, es waren, es waren Leute drin, aber
ja, waren nicht viele.
Es war mitten am Tag, ich glaub es war nachmittags,
so vier Uhr, fünf Uhr nachmittags, [16:00-17:00]
irgendwie so etwas, und ich fuhr also
heimisch stieg ein. Ich setzte mich hin und zwar in eine von diesen vierer Sitzen nur so zwei sitze gegenüber von zwei anderen Sitzen sind
dass ein bisschen Platz in der Mitte ist, und neben mich setzte sich ein junger Mann.
OK habe ich nichts gegen
Erstmal alles in Ordnung. So dann fuhren wir. Zu mir nach hause mit der Bahn fährt, man, so etwa
eine Viertelstunde. Also 15 Minuten.
und es war ein relativ
schmaler, relativ kleiner Mann. Also es war jetzt niemand, der extrem viel Platz braucht. Hier kann man
vielleicht einen kurzen Exkurs zum Thema "manspreading" machen.
Das ist so ein wunderbarer Begriff mit dem ich mich immer etwas schwer tue. Einerseits, verstehe ich wo er herkommt. Andererseits, denke ich mir immer,
ja sich unnötig auszubreiten ist halt Scheiße. Na? Ist halt, einfach. Arschloch.
Ob nun Mann oder Frau. Auch wenn Männer es tendenziell etwas öfter tun, das stimmt schon.
Und es gibt aber auch einfach Leute, die brauchen mehr platz. Wenn jetzt jemand besonders groß und oder dick ist, dann braucht er
halt leider mehr Platz.
Das ist dann nicht angenehm, aber das ist dann eben so. So das war aber eben bei diesem Menschen nicht der Fall.
Und trotzdem passiert ist ja dann Mal,
Dass sich Leute zu breit machen, dass sie sich ein bisschen so - ähm Entschuldigung - auf dem Sitz hängen oder dass
sie ihre Beine zu breit stellen.
Und was Ich in solchen Situationen mache ist normalerweise
eben nicht mich dann zurückzuziehen, denn ich bin auch ein relativ großer Mensch und ich habe auch gerne Platz und deswegen
mache ich das normalerweise so, dass wenn es mich nicht
stört, mache ich nichts. Also ich habe auch kein Problem damit, wenn man meine Schultern an jemanden stößt
oder sowas und wenn es mich stört dann drücke ich ein bisschen dagegen
und wenn dann der Platz tatsächlich
unnötigerweise eingenommen wurde dann ziehen sich die Leute meistens zurück und das ist dann glaube ich auch in Ordnung.
Das habe ich dann in diesem Fall auch gemacht als nämlich der junge Mann sich plötzlich immer weiter gegen meine Schulter drückte.
Diese, ja.
Und ich saß am Fenster, nicht am Gang. Ich saß gegen das Fenster und auf der anderen Seite saß er.
Und seine Schulter drückte sich also immer weiter in meinen Arm
und ich dachte mir so
Hm, der Macht sich aber ganz schön breit
Und habe dann eben ein wenig dagegen gedrückt. Das hat leider Nichts gebracht.
Dann dachte ich mir, Naja ist halt ein Arschloch. Was soll's?
Haben mich aufs Fenster gelehnt und
rausgeguckt.
Nach ein paar Momenten fällt mir dann auf, dass seinen Unterschenkel plötzlich auch gegen meinen Unterschenkel gedrückt steht.
Das war vorher noch nicht so.
Hmm, auch da habe ich mir erst mal gedacht, Naja, der macht sich eben breit. Nicht wahr? Er breitet sich aus.
Nicht nett, aber
sind ja nur zehn Minuten zu diesem Zeitpunkt.
Die Straße ist schon wieder so laut.
Naja, das ging dann noch ein bisschen
weiter. Ich hatte das Gefühl, er drückt immer mehr. Ich war aber nicht so ganz sicher. Ich konnte mir nicht hundertprozentig sicher sein
ob er jetzt extra drückt oder ob mir das nur
ob vorkommt, weil ich mich eh schon eingeengt fühlte. Ich habe hier ein wenig geärgert, aber das war's.
Dann kam mir interessanterweise irgendwann unterbewusst eine Geschichte von meiner Mutter in den Kopf, die Mal erzählte, dass sie im Zug von
einem Mann belästigt, wie sie nachher festgestellt hat, wurde, indem er immer wieder
seine Schuhspitze auf ihre Schuhspitze gestellt hat.
Auch wenn sie weggezogen hat. Und diese Geschichte kam - kam mir einfach.
Ach so und das wurde dann später übrigens dadurch klar, dass er dann versucht hat, wieder zu zubringen ihn anzufassen.
Diese Geschichte kam mir plötzlich in den Kopf und ich dachte so, hm, was wenn der gerade versucht mich zu belästigen? Gut.
Weiß man ja nicht. Man möchte ja Leute nicht einfach, so beschuldigen. Das ist dann ein bisschen unangenehm, wenn man nicht Recht hat.
Deswegen hab ich das auch nicht gemacht.
Und als er mir dann echt zu viel drückte, also, er
lehnte sich schon fast so auf mich, hatte ich den Eindruck. Da habe ich mich einfach - ich saß vorher halt so und
dann habe ich Mich so nach vorne gelehnt. Ja wie ich auf meine Knie gestützt und nach vorne gelehnt.
Auch das ist oft schon ein Signal für Leute, dass sie sich ein bisschen zurückziehen könnten, wenn sie den können.
Was dann passiert ist war, dass sein Bein, das neben meinem Bein stand - wir erinnern uns Unterschenkel-Unterschenkel -
drückte sich noch näher an meinen Beinen.
Und so langsam war ich mir sicher, dass
hier, dass das hat, das verfolgt einen gewissen Plan, was hier läuft. Schön.
Jetzt hatte ich die Wahl.
Die Bahn war wie erwähnt relativ leer. Ich hätte mich also weg setzen können und da bin ich aber ganz ehrlich
nicht der Mensch für. Ich bin jemand, der dann in solchen Momenten wütend wird und sich denkt,
Wieso muss ich mich jetzt aus meinem Platz verziehen, weil jemand anderes ein ekelhaftes Arschloch ist?
Ziehe ich nicht ein, muss ich ganz ehrlich sagen - ziehe ich nicht ein.
Nicht mit mir! So.
Was macht man da jetzt? Sagt man dann schon was? Ich war mir eigentlich schon recht sicher, aber es
kann ja sein, dass er selber nur blöd ist und
dann will man ja jemandem nicht vorwerfen, dass er gerade versucht Einen an zu machen, Ein anzubaggern, Ein zu belästigen.
Ich nehme ich wieder zurück, Schulter ist immer noch an meiner Schulter gedrückt. Ich versuche nochmal zu drücken. Er
drückt so ein bisschen zurück und ich denke, Oh shit. Was, wenn er gerade denkt, ich versuche mich so an den Rand zu kuscheln?
Egal ob da so blöde Gedanken, die einem dann kommen.
Dann gucke ich so rüber, so ein bisschen genervt. Ich hatte eine Sonnenbrille an also meine Augen hat man nicht gut gesehen.
Kann ein bisschen mal gerade recreaten, meine tolle Sonnenbrille.
So ich sitze also so da. Er sitzt hier und ich hab so rüber geguckt.
Er hat darauf nicht großartig reagiert. Primer, so, so, so wie Teenager reagieren, wenn sie wissen, dass sie etwas falsch machen. So.
Okay, jetzt dachte ich mir, was machst du jetzt? Wartest du Jetzt ab bis du aussteigen musst? Ist nicht mehr weit
Ich habe dann,
wie gesagt, ich hatte meine Sonnenbrille auf. Ja, meine Sonnenbrille. Das heißt, er hat nicht gesehen, wo meine Augen sind. Ich habe dann
schräg nach unten geschielt
und siehe da
Mein verdacht war richtig. Er hatte nämlich nur eine Stoffhose an, so eine ganz weiche so Jogginghose, irgendwie, sowas.
Und tatsächlich hatte er offenbar eine Erektion oder halbe Erektion. Einen Halfjob muss man ganz eklig zu sagen
Mit dem er dauernd zuckte.
Jetzt könnte ich ja was sagen,
Und ich weiß nicht, wieso ich nichts gesagt habe, aber das ist ein Thema für, das ist für
einen anderen Tag. Wahrscheinlich, weil ich mir dachte
Sag mal, Junge. Sag ma'? Kannste?Merkste selber, ne?
Ich glaube, das könnte man nicht mehr verstehen, als nicht Muttersprachler. Merkst du selber oder,
soll heißen, Du weißt schon was du tust.
Und dann uns das letzte Mal zu bestätigen, habe ich dann meinen Unterschenkel
gegen seinen Unterschenkel gedrückt, um ihn wegzuschieben. Es war ganz eindeutig ein Wegschieben. Und was macht er?
Bein, Bein. Die ganze Zeit, meine Arme sind meine Beine. Das war mein Bein. Ja das hier ist
mein Bein und das hier ist sein Bein und hier ist sein Fuß und sein Fuß fing dann
so an sich um meinen Unterschenkel zu wickeln. Also hat versucht sein Bein um meins drumherum zu wickeln und
ich war in dem Moment einfach so
empört, dass jemand so unverschämt sein kann. Nicht mal, ich habe mich nicht wirklich
bedroht gefühlt, denn es waren Leute da. Ich musste eh gleich aussteigen, der Typ war ziemlich klein
Und so, man, ich weiß nicht. So Leute trauen sich eh nichts. Der wollte einfach ein bisschen
mich verunsichern. Der wollte sich, der wollte einfach ein bisschen seine Dominanz zeigen.
Mich ein bisschen
ja belästigen. Punkt.
So und weil ich das, das wird einem so ganz klar, man kennt das ja dann auch als, als Frau, die schon ein Paar
Jahre auf dieser Welt ist, nicht wahr?
Weil mir das alles so in den Kopf kam und als sich sein ekliges Ball nun mein Bein wickelt, habe ich,
dazu muss ich jetzt vielleicht wieder meine Sonnenbrille anziehen...
Es tut mir Leid, Doppelbrillentechnik, ihr seid jetzt in der Situation,
dieses ekligen Menschen ja. Tut mir Leid, nimmt es nicht persönlich, aber ich glaube, so kann ich es besser rüberbringen. Ich saß also neben ihm
und sein Bein wickelt sich um meins
und ich sitze hier und ich denke mir so, ne
jetzt reicht's
und ich gucke so rüber - oder
so ähnlich - auf jeden Fall so eine Mama-Pose, das ist so 'sag ma', kannste? Reist jemand zusammen jetzt, ja?'
Sein Bein - schwüüüüp - und er, so.
Muss ganz schön hier gucken soll
und steht auf und setzt sich woanders hin.
Und ich hatte noch, ich habe mich noch so ein bisschen schlecht gefühlt, dass ich nichts gesagt habe, weil man hat den in solchen
Situationen doch schnell den Eindruck,
ich muss mich mehr wären, aber ich trau mich nicht so richtig oder, oder das ist mir jetzt zu viel.
Drama! Zu viel.
Aufwand. Zu viel, ja. Ich könnte ja einfach gehen. Es ist immer dieser Gedanke ich könnte ja einfach gehen.
Und dann der Gedanke, aber wenn ich nicht gehe,
habe ich dann noch ein Recht, mich zu beschweren. Das sind so ganz komische Gedanken,
die man da bekommt und die mich persönlich immer dann noch wütender machen und diese ganze Wut, diese ganzen Wut muss in Meinem
gesteckt haben, denn er ist aufgestanden und weggegangen und
kurz darauf musste ich
aussteigen. Das heißt, ich hatte leider auch keine Gelegenheit mehr irgendwas weiteres zu sagen oder so, aber es war ja auch nicht mehr nötig und
somit bin ich aufgestanden und
aus der Bahn gegangen und habe vorher noch mal despektierlich
abschätzig herab wertend
zu ihm hinüber geschaut.
Und
missbilligend meinen Kopf geschüttelt. Und dann bin ich gegangen, um das ganze etwas abzurunden möchte ich
Mädels, die zugucken und die das vielleicht selber noch
die die auch noch recht jung sind und dann sich vielleicht auch blöd vorkommen in solchen Situationen,
vielleicht mal sagen -
traut euch.
Weil die Meisten von diesen Leuten vor Allem, wenn noch andere Leute da sind, trauen sich eh nichts.
Die Wollen euch nur zeigen, dass sie,
dass sie könnten, wenn sie wollten,
oder ich weiß nicht.
Vielleicht denken sie auch wirklich, man wird richtig geil von sowas und man möchte am Liebsten an den nächsten
Haltestelle mit ihnen aussteigen und in der dunkle Gasse gehen. Vielleicht denken sie das auch, aber ich möchte mir eigentlich nicht
vorstellen, dass das Menschen solchem
Wahnsinn unterliegen.
Die, die Massen der Wahnsinn so klein, so klein, so klein mit Hut, wie man gerne sagt im deutschen. Das heißt, so viel wie,
eigentlich, eigentlich sind sie nur so klein, aber wenn sie einen Hut anziehen, dann sind sie so klein. So klein mit Hut.
Man muss sich dann
einfach trauen irgendwie darauf zu reagieren, weil ich glaube sonst fühlt man sich am Ende selber nur schlecht. Auch wenn man dann wegkommt, weil,
weil man
jemandem erlaubt Einen so herabzuwürdigen, Einem so
auf die Seele zu treten.
Und das ist nicht in Ordnung, diese Macht muss man Menschen nicht geben oder,
Verzeihung, das ist falsch formuliert. Das klingt wie Victim Blaming.
Ich finde, ich, sagen wir so - Ich finde
es lohnt sich diesen Leuten, den Spaß zu verderben, weil dann fühlt man sich, fühlt man sich wieder
mächtiger auch selber. Das war Storytime. Mal sehen, wann ich das hier hochladen kann,
denn, wie gesagt, ich habe zuhause immer noch kein Internet. Ich wünsche euch auf jeden Fall eine schöne Woche, ein schönes Wochenende,
oder wann auch immer ihr das hier guckt und
bis, bis dann. Auch wenn es wieder so lange dauern sollte. Schön, dass ihr immer noch alle da seid. Bis dann!