#kurzerklärt: Was sind Upload-Filter?
Die EU will Urheberrechte schützen
Kritiker sehen das Internet, wie wir es kennen, in Gefahr
Uploadfilter - darum geht´s bei dem Streit
Doch was sind überhaupt Upload-Filter?
Bisher ist es so:
Plattformen wie YouTube, facebook, instagram
sind nicht dafür verantwortlich,
wenn User Musik oder Videos hochladen,
die urheberrechtlich geschützt sind.
Erst wenn der Rechte-Inhaber -
zum Beispiel ein Medienunternehmen – sie darauf hinweist,
müssen sie den Song oder das Video löschen.
Dieser Entwurf für ein EU-weites Urheberrecht
will das ändern:
Danach sollen die Plattformen
dafür verantwortlich sein, dass keine Urheberrechte mehr verletzt werden.
Aber wie soll das funktionieren?
Alles, was auf Plattformen hochgeladen wird,
soll durch eine Art digitalen Filter laufen.
Das ist der Upload-Filter.
Ein Programm, das alle Inhalte scannt und feststellt
Hat jemand anderes ein Recht an diesem Video, der Musik oder dem Text?
Dann sagt der Filter: Stop! Und verhindert das Hochladen.
Und was bringen Upload-Filter?
Befürworter sagen, dass die Plattformen heute Werbung neben Inhalte stellen,
die anderen gehören.
Also illegal damit Geld verdienen.
Das sollen die Filter verhindern.
Die Kritiker dagegen sehen die Internet-Kultur in Gefahr:
Sie befürchten, dass unter anderem so genannten Memes nicht mehr möglich sind.
Für ein Meme nimmt man ein Bild - zum Beispiel aus einem Film
- und erweitert es mit einem lustigen Spruch.
Das würde ein Upload-Filter wohl als Rechteverstoß sehen und sperren.
Ironie, Sarkasmus, Satire -
all das können Computerprogramme nicht erkennen.
Deshalb sagen Kritiker sei die Gefahr groß,
dass Texte und Videos, die andere Werke satirisch aufgreifen,
gesperrt werden.
Für solche Fälle sehen die Befürworter eine Beschwerdestelle vor.
Aber bis ein Fall entschieden ist, kann es dauern.
Schlecht im schnelllebigen Internet.
Übrigens: Beispielsweise YouTube hat schon seit 2007 eine Art Upload-Filter.
Über 100 Millionen Dollar
hat die Entwicklung gekostet.
Kritiker sagen: Wenn Filter für alle verpflichtend sind,
zementiert das die Marktmacht der Internetriesen.
Denn solche Kosten könnten neue Start-Ups wohl kaum stemmen.