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Youtube videos, Wie dich dein Smartphone heimlich kontrolliert

Intermedio 2 di tedesco lesson to practice reading

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Wie dich dein Smartphone heimlich kontrolliert

Wie viele der folgenden fünf Fragen würdest du mit “ja” beantworten?

Verlierst du manchmal das Zeitgefühl, wenn du an deinem Smartphone bist?

Fühlst du dich unwohl, wenn du dein Smartphone nicht bei dir hast, selbst wenn es nur für

kurze Zeit ist?

Hast du einen starken Drang sofort deine Benachrichtigungen zu überprüfen, sobald dein Handy klingelt

oder vibriert?

Unterbrichst du deine Tätigkeiten – selbst wenn sie angenehm sind oder Spaß machen – damit

du auf eine Benachrichtigung auf deinem Smartphone reagieren kannst?

Und Schaust du manchmal einfach so darauf, selbst

wenn du weißt, dass du gerade keine neue Nachrichten erhalten hast?

Wenn du auf diese Art von Fragen überwiegend mit “ja” antwortest, stehen nach dem Smartphone

Compulsion Test von Dr.

David Greenfield die Chancen gut, dass du bereits eine Handy-Sucht entwickelt hast.

Und falls nicht, erfährst du gleich, mit welchen üblen Konsequenzen der typische Smartphone-Nutzer

rechnen muss.

In diesem Video besprechen wir nämlich: Wie Smartphones zu schlechtem Gedächtnis

führen können Warum die Benutzung chronische Müdigkeit

und höhere Anfälligkeit für Krankheiten hervorrufen kann

Und wie du dein Smartphone nutzen solltest, um diese Probleme zu vermeiden.

Fangen wir an mit einem offenen Geheimnis der Technologie-Industrie: warum Smartphones

in etwa so süchtig machen können, wie Alkohol, Drogen oder Glücksspiel.

Stell dir einmal einen Kontrollraum vor, in dem hunderte Ingenieure, über ihren Schreibtisch

gebeugt, an virtuellen Stellschrauben drehen, um die Gedanken und Gefühle von Milliarden

von Menschen zu kontrollieren.

Klingt natürlich nach Science Fiction… ist es aber nicht.

Tristan Harris berichtet in seinem TED-Talk über seine Arbeit in genau so einem Kontrollraum

von Google.

Zu seinem Aufgaben hat es gehört, mit der Unterstützung einer Hand voll Kollegen, das

zu steuern, was Rund eine Milliarden Menschen gerade jetzt in diesem Moment denkt.

Und zwar durch deren Smartphones.

Immer wenn du eine Benachrichtigung bekommst – egal ob von Facebook, YouTube, oder jeder

anderen beliebigen App – setzt diese Gedanken in deinen Kopf, die du in diesem Moment nicht

vorhattest zu denken.

Und sobald du mit der Benachrichtigung interagierst, verleitet sie dich dazu, deine Zeit für etwas

zu verwenden, mit dem du dich gerade jetzt nicht beschäftigen wolltest.

Zum Beispiel das du mitten in einem eigentlich guten Gespräch nicht mehr richtig zuhörst,

sondern auf dein Smartphone schaust.

Und genau darum geht es den Technologiekonzernen, um deine Aufmerksamkeit.

Im digitalen Zeitalter ist nämlich die Aufmerksamkeit von vielen Menschen gleichbedeutend mit Geld

und Einfluss.

Wer von vielen Leuten gehört und gesehen wird, kann versuchen, diese Menschen zu manipulieren,

ihnen Dinge zu verkaufen oder für die eigenen Ziele zu instrumentalisieren.

YouTube, Instagram, Twitter, jede Nachrichtenseite, jeder Politiker, jeder Spielehersteller, konkurriert

um deine Aufmerksamkeit, um sie entweder für seine eigenen Zwecke zu verwenden oder in

Form von Werbung an den Höchstbietenden zu verkaufen.

Wir kleben nicht an unseren Bildschirmen, weil wir faul und undiszipliniert sind, sondern

weil Milliarden von Dollar investiert wurden, um dieses Ergebnis zu erzwingen.

Smartphones machen nicht zufällig süchtig, sondern weil sie exakt dafür designed wurden.

Zum Beispiel im “Stanford Persuasive Technology Lab” oder in den “Dopamine Labs”.

Immer wenn du eine App benutzt, sitzen auf der anderen Seite hunderte Ingenieure, die

genau wissen wie deine Psyche funktioniert und die wie Puppenspieler an Fäden ziehen,

um dich möglichst lange online zu halten.

Es werden zum Beispiel Programme entwickelt, die dir Likes oder Nachrichten von anderen

Nutzern nicht sofort in Echtzeit anzeigen, sondern erstmal ohne dein Wissen speichern.

Wenn dann ein Algorithmus berechnet hat, dass du jetzt in diesem Moment die App nicht weiter

benutzen willst, werden dir die gespeicherten Likes oder Nachrichten angezeigt, damit du

noch ein wenig länger online bleibst.

Keine große Überraschung also, dass der typische Smartphonebesitzer im Jahr 2017 im

Schnitt über 4 Stunden pro Tag, bzw.

28 Stunden pro Woche online war.

Das Äquivalent eines Teilzeitjobs!

Aber mal ganz abgesehen davon, dass Smartphones offensichtlich unsere Zeit auffressen, bringen

sie ganz andere ungewollte Probleme mit sich: Schäden an deiner geistigen und körperlichen

Gesundheit.

Fangen wir an mit dem Grund, warum du, statistisch betrachtet, nicht bis zum Ende des Videos

durchhalten wirst: der sinkende Aufmerksamkeitsspanne.

Laut einer Studie von Microsoft, ist seit dem Jahr 2000 unsere Aufmerksamkeitsspanne

von 12 Sekunden, auf magere 8 gesunken und ist damit 1 volle Sekunde kürzer als die

von einem… Goldfisch.

Es fällt uns also zunehmend schwerer, uns über längere Zeit auf bestimmte Aufgaben

zu konzentrieren, zum Beispiel auf Lernmaterialien oder eben dieses Video.

Aber auch unser Gedächtnis wird bedroht.

Die übermäßige Benutzung von Smartphones kann dein Kurzzeitgedächtnis schädigen;

also den Teil deines Gehirns, der aufzeichnet, was gerade eben in diesem Moment passiert.

Er sorgt zum Beispiel dafür, dass du noch weißt, was du bisher in diesem Video erfahren

hast.

Aber unser Kurzzeitgedächtnis kann nur sehr wenige Informationen auf einmal verarbeiten

und abspeichern.

Vielleicht kennst du das, wenn dir auf einer Veranstaltung 3-4 Leute vorgestellt werden

und du dir alle ihre Namen merken willst; oder wenn du gerade für eine Prüfung lernst.

Falls dann dein Handy vibriert oder du flüchtig drauf schaust, wird verhindert, dass dein

Kurzzeitgedächtnis das aufnehmen kann, was gerade in der echten Welt passiert.

Das ist ein großes Problem, denn alles, was nicht ordentlich im Kurzzeitgedächtnis abgelegt

wurde, kann auch nicht ins Langzeitgedächtnis gelangen.

Viel Erfolg, wenn du dich dann wieder an alle Namen oder deine Lernmaterialien erinnern

willst.

Neben den geistigen Schäden gibt es aber tatsächlich auch handfeste körperliche Beeinträchtigungen.

Und zwar in Form von chronischer Müdigkeit und höherer Anfälligkeit für Krankheiten.

Das sind direkte Konsequenz aus dem Schlafmangel, den eine falsche Smartphone-Nutzung hervorruft.

Dazu kommt es übrigens nicht unbedingt aus den offensichtlichen Gründen, also dass wir

uns zum Beispiel einfach nicht von YouTube losreißen können und deshalb erst nach Mitternacht

ins Bett gehen.

Die Kurze Nacht liegt vor allem an drei Dingen:

Erstens am Handy-Licht mit hohen Blauanteil, das deinem Gehirn vorgaukelt, es wäre Tag.

Dadurch wird die Produktion des Schlafhormons Melatonin gehemmt, wodurch du schlechter einschlafen

kannst und deine Nacht weniger erholsam wird.

Auf dem Kanal Mailab gibt es übrigens ein komplettes Video dazu.

Zweitens FOMO: die Angst etwas zu verpassen – zum Beispiel wichtige Neuigkeiten von

Freunden, Informationen von Arbeitskollegen oder Nachrichten von einem potentiellen Date

– die uns ständig auf das Smartphone schauen lässt.

Wegen FOMO nehmen viele Menschen ihr Smartphone mit ins Schlafzimmer und können deshalb Abends

kaum abschalten.

Drittens gesellt sich dazu eine emotionale Achterbahn.

Vielleicht kennst du das von dir, dass du am Smartphone in kurzer Zeit alle möglichen

Gefühlszustände durchgehst: von glücklich über ängstlich, bis hin zu interessiert,

geekelt oder einsam.

Je nachdem ob oder wie viele Nachrichten du bekommst, welche Nachrichten das sind oder

welche Posts und Videos du siehst.

Zusammen mit den anderen beiden Faktoren, ergeben diese emotionalen Turbulenzen das

perfekte Rezept für eine ruhelose Nacht, die neben den genannten körperlichen Schäden

übrigens auch zu einer Beeinträchtigung deiner Stimmung, Entscheidungsfindung und

Lernfähigkeit führt.

Sonstige Aber tatsächlich haben wir mit dieser Problemkatalog

erst an der Oberfläche gekratzt.

Eine falsche Smartphone-Nutzung kann noch so viele weitere folgenschwere Konsequenzen

nach sich ziehen, wie eine schlechte Haltung, ein verspannter Nacken und Kopfschmerzen,

weil wir Stunden in verkrümmter Haltung verbringen.

Außerdem wurde ein alarmierenden Zusammenhang zwischen Smartphone-Sucht

und Depressionen gefunden und noch so vieles mehr.

Weitere Informationen unten in der Infobox.

Deswegen ist es – nebenbei bemerkt – wenig überraschend, dass viele Erfinder, Entwickler

oder Geschäftsführer in der Technologiebranche – beispielsweise Bill Gates oder oder damals

Steve Jobs – den Smartphone-Zugang für ihre Kinder stark einschränken.

Aber wie dem auch sei, wir stehen jetzt natürlich vor einem Dilemma: Auf die ganzen Probleme

hat offensichtlich niemand von uns Lust, aber die soziale Steinzeit, sprich völliger Smartphone-Verzicht,

ist für die meisten von uns auch keine akzeptable Alternative.

Was können wir also tun?

Nun erstmal kannst du dich fragen, ob du überhaupt etwas an deiner Smartphone-Nutzung ändern

solltest oder ob noch alles im grünen Bereich ist.

Wenn du es genau wissen willst, kannst du einerseits den bereits erwähnten Smartphone

Compulsion Test machen.

Andererseits kannst du eine Faustregel verwenden: “Sorgen machen sollte man sich dann, wenn

sich alles ums Handy dreht und man auch schöne Tätigkeiten unterbricht, um aufs Display

zu schauen“.

Das Zitat stammt von Kai Müller, der als Psychologe in der Spielsucht-Ambulanz des

Mainzer Uniklinikum arbeitet.

Falls du dich darin erkennst, dann gibt es zwei sehr gute Lösungswege für dich, die

übrigens aus den beiden Büchern stammen, auf denen dieses Video zu großen Teilen basiert:

Digitaler Minimalismus von Cal Newport und Endlich abschalten von Catherine Price.

In “Digitaler Minimalismus” geht es um eine Radikalkur: sprich 30 Tage alle Smartphone-Aktivitäten

streichen, die nicht absolut notwendig sind, damit du weiterhin arbeiten oder im Alltag

funktionieren kannst.

Sofern nicht beruflich relevant, fallen darunter natürlich alle Social-Media-Apps.

Wenn du den digitalen Fastenmonat durchgestanden hast, kannst du schrittweise bestimmte Technologien

wieder einführen, die dich bei dem unterstützen, was dir wirklich am Herzen liegt.

In dieser starken Zusammenfassung klingt es vielleicht härter als es eigentlich ist;

im Buch sind aber viele Ratschläge enthalten, was gegen die Entzugserscheinungen hilft und

wie du deine neu gewonnenen Freizeit sinnvoll gestalten kannst.

Wenn du interesse daran hast, kann ich gerne ein Video zu den besten Freizeitaktivitäten

erstellen, dass ich dir dann oben rechts auf der Infokarte verlinken werden.

Im zweiten Buch “Endlich Abschalten” geht es um eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung,

durch die du dich über 30 Tage immer mehr von deinem Smartphone entwöhnen kannst.

Zum Beispiel erst messen, wie oft und wofür du dein Handy überhaupt verwendest, dann

ein bessere Gespür dafür entwickeln, wie du dich während der Benutzung fühlst, dann

Benachrichtigungen deaktivieren, bis du letzten Endes bei einer viel gesünderen Nutzung deines

Smartphones ankommst.

Wenn du wirklich weniger Zeit mit deinem Smartphone verbringen möchtest, sind beide Ansätze

sehr gut geeignet.

Überleg dir einfach, welche Vorgehensweise dir eher liegt: die langsame Entwöhnung oder

der kalte Entzug.

Wer fällt dir in deinem Umfeld eigentlich ein, der zu viel auf sein Smartphone schaut?

Oder mit dem du vielleicht zusammen eine Smartphone-Kur machen willst?

Schick ihm gerne das Video, um ihm zu helfen.

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