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Die Zauberflöte (Graded Reader), Kapitel 2

Kapitel 2

Der Vogelfänger Papageno soll Tamino begleiten.

Tamino bekommt von der Königin der Nacht eine Zauberflöte, Papageno ein magisches Glockenspiel.

**8. Auftritt

Die drei Damen erscheinen wieder und nehmen Papageno das Schloss vor dem Mund ab.

„Die Königin begnadigt dich! Sie befreit dich von deiner Strafe.“

„Nun darf ich wieder reden?“

„Ja, rede, aber lüge nicht wieder!“

„Ich lüge nie mehr! Nein! Nein!“, verspricht Papageno. Die Damen sehen ihn ernst an: „Dieses Schloss soll eine Warnung sein! Haben alle Lügner ein Schloss vor dem Mund, gibt es keine Verleumdung mehr!“

Dann wenden sich die Damen an Tamino. Die erste Dame gibt ihm eine goldene Flöte.

„Nimm das Geschenk von der Königin! Das ist eine Zauberflöte. Sie schützt dich im Unglück! Spielst du darauf, verwandeln sich die Menschen: Der Traurige wird froh, der Böse wird gut. So eine Flöte ist mehr wert als Gold. Glück und Zufriedenheit der Menschen werden durch sie größer.“

Papageno möchte weggehen und verabschiedet sich: „Auf Wiedersehen, ihr schönen Frauen! Auf Wiedersehen, Prinz Tamino!“

„Halt! Bleib da!“, rufen die Damen. „Die Königin sagt, du sollst sofort mit dem Prinzen zum Palast von Sarastro eilen!“

„Nein, danke! Sarastro lässt mich sicherlich rupfen und braten und den Hunden vorwerfen.“

„Der Prinz schützt dich, trau ihm nur! Dafür sollst du sein Diener sein!“

Papageno denkt: „Was interessiert mich der Prinz? Ich liebe mein Leben. Am Ende geht er weg und lässt mich allein.“

Da reicht ihm die erste Dame ein silbernes Glockenspiel. „Das hilft dir in der Not.“

Tamino und Papageno fragen: „Wie sollen wir den Weg zu Sarastro finden?“

„Drei junge Knaben sind eure Führer. Sie zeigen euch den Weg in Sarastros Reich. Lebt wohl! Auf Wiedersehen!“

9. Auftritt

Die Bühne verwandelt sich in ein prächtiges ägyptisches Zimmer im Palast von Sarastro. Zwei Sklaven bringen schöne Kissen und einen türkischen Tisch und breiten Teppiche aus. Dann kommt der dritte Sklave.

Der dritte Sklave ruft froh: „Ha, ha, ha! Morgen hängen sie sicherlich Monostatos, unseren Aufseher! Oder sie spießen ihn auf!“

„Unseren Peiniger? Den Mohren? Warum?“, fragen die anderen Sklaven.

„Pamina ist im Palast von Sarastro gefangen“, erzählt der dritte Sklave. „Monostatos muss sie bewachen. Das junge Mädchen gefällt ihm. Er möchte Pamina haben. Sie ruft Sarastro um Hilfe. Der Mohr bekommt Angst und bleibt unbeweglich stehen. Da flieht Pamina. Sie läuft zum Kanal, springt in eine Gondel und fährt in Richtung Palmwäldchen zum Palast von ihrer Mutter. Ha, ha, ha! Morgen ist es aus mit Monostatos!“

„O Dank euch, ihr guten Götter! Ihr habt meine Bitte erhört! ", ruft der zweite Sklave.

„Pst, Pst!“, flüstert der erste Sklave. „Ich höre die Stimme von Monostatos!“

10. Auftritt

Monostatos kommt. Er ist sehr wütend:

„He, Sklaven! Bringt mir Fesseln!“

„Fesseln?“, fragt der erste Sklave.

„Sie sind doch nicht für Pamina?“, denkt der zweite Sklave.

„O ihr Götter!“, ruft der dritte Sklave. „Monostatos will das Mädchen wieder fangen!“

Der zweite und dritte Sklave klagen: „Pamina! Die Arme!“

Monostatos bringt das Mädchen wieder zurück zum Palast.

Der erste Sklave ruft: „Seht, wie der barbarische Teufel sie bei ihren zarten Händchen fasst. Das halte ich nicht aus!“ Er geht weg.

„Ich kann das auch nicht sehen!“ Der zweite Sklave folgt ihm.

„Das ist die Hölle!“, schreit der dritte Sklave und läuft den anderen nach.

11. Auftritt

Monostatos fesselt Pamina: „Dein Leben ist verloren!“

Pamina jammert: „Meine arme Mutter. Sie stirbt ganz sicherlich vor Schmerz. Ich selbst habe keine Angst vor dem Tod.“

„Mein Hass soll dich zerstören!“, droht Monostatos.

„O lass mich gleich sterben! Dich kann nichts rühren, du Barbar!“Pamina sinkt ohnmächtig auf ein Sofa.

12. Auftritt

Papageno kommt zum Palast von Sarastro und schaut durch das Fenster: „Aha! Da sind Leute. Mut! Ich gehe hinein.“

Er sieht Pamina: „Schönes Mädchen, so jung und fein, wie bist du so bleich!“

Dann sieht Monostatos draußen am Fenster den komischen Papageno mit seinem Federkleid und Papageno sieht den Mohren. Beide erschrecken und denken, sie haben den Teufel vor sich: „Hu! Das ist sicherlich der Teufel! Hu! Hu! Hu!“

Monostatos läuft hinaus.

13. Auftritt

Pamina wacht auf. Sie spricht wie im Traum: „Mutter! Mutter!“ Sie erholt sich und sieht sich um.

„Wie? Schlägt mein Herz noch? Ist es noch nicht zerstört? Muss ich neue Qualen erleiden? O das ist hart, sehr hart! Das ist bitterer als der Tod.“

14. Auftritt

Papageno spricht mit sich selbst: „Bin ich ein Narr? Warum erschrecke ich? Es gibt ja schwarze Vögel in der Welt, warum denn nicht auch schwarze Menschen? – Ah, sieh da! Hier ist das schöne Fräulein, die Tochter der nächtlichen Königin!“

Pamina hört die Worte und fragt: „Nächtliche Königin? Wer bist du?“

„Ich bin ein Bote von der Königin der Nacht!“

„Meiner Mutter? O welche Freude! Wie heißt du?“

„Papageno!“

„Papageno? Papageno? Ich erinnere mich an den Namen, aber du bist mir fremd. Du kennst also meine gute, zärtliche Mutter?“

„Wenn du die Tochter der nächtlichen Königin bist – ja!“

„O ich bin es.“

„Das will ich gleich erkennen.“ Papageno trägt das Portrait von Pamina an einem Band am Hals. Er sieht das Bild an.

„Die Augen schwarz – richtig! Die Lippen rot – richtig! Blonde Haare! Alles ist richtig!“

„Ja, ich bin es!“, wiederholt Pamina. „Woher hast du das Bild?“

Papageno erzählt: „Ich gehe heute früh wie immer mit meinem Korb zum Palast von der Königin der Nacht und bringe ihr die schönen Vögel. Da sehe ich einen jungen Mann vor mir. Er sagt, er ist ein Prinz. Deine Mutter kommt. Der junge Mann gefällt ihr. Sie schenkt ihm dein Bildnis. Der Prinz betrachtet das Bild und verliebt sich sofort in dich. Ja, er spricht von Liebe. Deine Mutter beschließt: Er soll dich aus dem Palast von Sarastro befreien.“

„Er spricht von Liebe?“ Pamina lächelt. „Er liebt mich also? O sage mir das noch einmal, ich höre das Wort Liebe gar zu gern!“

„Höre weiter: Wegen dieser großen Liebe zu dir gehen wir gleich los und nun bin ich hier.“

Pamina hört glücklich zu. „Du redest so schön, lieber Freund. Der unbekannte Jüngling – oder Prinz – fühlt Liebe für mich. Aber warum kommt er nicht schnell selbst und befreit mich von meinen Fesseln?“

„Der Prinz schickt mich voraus. Er kommt bald nach. Er will dir tausend schöne Sachen sagen, dich in die Arme nehmen und dich zum Palast von deiner Mutter begleiten.“

„Hoffentlich sieht dich Sarastro nicht!“, sagt Pamina ängstlich. „Es ist bald Mittag. Um diese Zeit kommt Sarastro von der Jagd zurück. Wir müssen schnell machen.“

„Komm, schönes Fräulein, wir gehen dem Jüngling entgegen!“

„Ich bin bereit. Ich sehe, du hast ein gutes Herz!“

Papageno seufzt: „Ja, aber was nützt mir das gute Herz? Ich möchte auch lieben, aber ich habe keine Papagena.“

„Armer Mann! Du hast also noch keine Frau?“

„Nicht einmal ein Mädchen. Ja, das ist traurig. Die Liebe macht das Leben erst schön und alle Sorgen werden leichter.“

„Geduld, Freund! Der Himmel sorgt auch für dich. Er schickt dir bald eine Freundin!“

„Ja, hoffentlich!“

15. Auftritt

Die Bühne verwandelt sich in einen kleinen Wald. Darin befinden sich drei Tempel: der Tempel der Weisheit, der Tempel der Vernunft und der Tempel der Natur.

Drei Knaben führen Tamino herbei. Sie haben einen silbernen Palmzweig in der Hand und erklären Tamino: „Dieser Platz bringt dich zum Ziel. Du musst standhaft, duldsam und verschwiegen sein.“

Tamino fragt: „Kann ich Pamina retten?“

„Das können wir dir nicht sagen.“ Die Knaben lassen ihn allein.

Tamino sieht sich um: „Ist dies hier der Sitz der Götter?“

Er geht mutig zum rechten Tempel. Da hört er eine Stimme: „Zurück!“

Tamino geht zum linken Tempel. Wieder hört er: „Zurück!“

Dann geht er zum dritten Tempel. Er klopft an die Tür.

Ein alter Priester öffnet. „Was willst du Fremdling? Was suchst du hier im Heiligtum?“

„Liebe und Tugend“, antwortet Tamino.

„Das sind schöne Worte. Aber du kommst aus Rache.“

„Ja, Rache am Tyrannen!“

„Hier ist kein Tyrann.“

„Herrscht hier nicht Sarastro? Er hat Pamina geraubt.“

„Ja, ja! Sarastro herrscht hier in dem Weisheitstempel, aber er ist kein Unmensch.“ Der Priester geht weg.

Tamino denkt: „Hoffentlich lebt Pamina noch.“

Da hört er einige Stimmen: „Ja, Jüngling, sie lebt noch.“

Aufgeregt nimmt Tamino seine Flöte und spielt darauf: „Pamina hörst du mich?“

Da antwortet Papageno mit seinem Flötchen.

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