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Der Biograph, Bevor Tupac Shakur berühmt wurde… | KURZBIOGRAPHIE

Bevor Tupac Shakur berühmt wurde… | KURZBIOGRAPHIE

(Lässige Musik)

Noch heute ist Tupac Amaru Shakur

einer der bekanntesten Rapper der Welt.

Millionen hören immer noch seine Hits,

die als Meilensteine der Hip-Hop-Geschichte gelten.

Doch warum ausgerechnet seine strenge Mutter und sein abwesender Vater

unbewusst dazu beigetragen haben,

und wie sein Leben aussah, bevor er die großen Hits schrieb,

das schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

Tupac wächst gemeinsam mit seiner kleinen Halbschwester

und seiner Mutter Afeni in den Gettos von New York auf.

Doch das bekannte Image vom Gangsterrapper

könnt ihr hier erst mal vergessen.

Denn seine Freunde erinnern sich an einen freundlichen, bescheidenen

und meist gut gelaunten Witzemacher

mit gutem Benehmen und einem breiten Grinsen.

Später erinnert er sich,

als Zehnjähriger sogar Tagebuch geführt zu haben.

Weil seine gebildete Mutter Angst davor hat,

dass die falschen Menschen Einfluss auf ihn nehmen,

darf er kaum raus und muss viele Bücher lesen.

Tupac beschreibt seine Mutter daher als Diktatoren- oder Drillsergeant.

Doch die war früher Aktivistin

und kämpfte gegen die Unterdrückung der People of Color in den USA.

Sie hatte wohl verinnerlicht, dass harte Maßnahmen notwendig sind,

um in so üblen Umgebungen für Veränderungen zu sorgen.

Doch immerhin entdeckt Tupac so schon früh seine Liebe zur Poesie

und schreibt selbst Gedichte.

Und wo ist sein Vater? Den kennt er nicht.

Tupacs Mutter behauptete immer, er wäre tot.

Wahrscheinlich, weil er nur eine Affäre war.

Erst im erwachsenen Alter erfährt Tupac,

dass sein Vater sehr wohl noch lebt -

leider viel zu spät.

Aufgrund ihrer politischen Vergangenheit

findet Afeni kaum Jobs.

Sie kommt mit der Situation nicht klar und fängt deshalb an,

gelegentlich Drogen zu nehmen.

Ein Teufelskreis beginnt.

Tupac rappt später:

"Eine arme Singlemutter auf Sozialhilfe,

erklär mir, wie hast du das geschafft?"

Die Familie zieht immer wieder für ein besseres Leben um,

landet dabei selbst in Obdachlosenheimen.

Leider alles für die Katz.

Denn früher oder später gelangen sie doch wieder ins Getto.

Bei einem Freund sieht der 13-jährige Tupac

eines Tages eine Hip-Hop-Sendung im TV

und verliebt sich sofort in die Musik.

Vielleicht auch, weil in der Rap-Welt Schwarze erfolgreich sind

und Macht haben.

Das geschriebene Wort liebt er ja bereits,

seit er immer Gedichte verfasst.

Doch schreibt er nun auch eigene Rap-Texte,

reimt in der Hood und nennt sich fortan MC New York.

Obwohl Tupac zu Hause an manchen Tagen noch nicht mal Licht hatte,

blieb die Schule wichtig.

So besucht er eine Kunst-Highschool.

Unglaublich aber wahr, belegt er dort Kurse wie Literatur, Theater -

und Achtung - sogar Ballett.

"Im Gegensatz zum Getto gilt man hier nicht als Weichei,

wenn man in einem Theaterstück mitspielt.",

erinnert sich sein alter Schauspiellehrer.

In einem Interview sagte Tupacs Mutter einmal:

Und so rettet sie ihren Sohn - vorerst.

Tupac liebt die Aufmerksamkeit.

Schon bald rappt er überall, und kann nirgends still sein.

Eine Zeit lang läuft es also richtig gut für den 17-Jährigen,

denn er bekommt Anerkennung für das, was er leistet.

Unabhängig von seiner Herkunft.

Doch wie ein Schlag ins Gesicht trifft ihn die Nachricht,

dass die Familie erneut umziehen muss.

Dieses Mal geht es wieder in ein Getto,

acht Kilometer von San Francisco entfernt.

Rückblickend erkennt Tupac hier den Zeitpunkt,

an dem er auf die schiefe Bahn gerät.

In Kalifornien verfällt Afeni komplett ihrer Drogensucht

und wird schwer abhängig von Crack.

Das ist übrigens gestrecktes Kokain,

und weitaus günstiger als die pure Droge.

In den 80ern löst Crack eine regelrechte Pandemie

in den Gettos der Schwarzen aus.

... sagt Tupac später in einem Interview.

Jahrelang schaute er zu seiner Mutter auf,

jetzt streiten sie sich aufgrund ihres totalen Absturzes.

Am Ende schmeißt sie den 17-Jährigen raus.

Und der schläft fortan mit Freunden in verlassenen Wohnungen.

Ohne Vaterfigur in seinem Leben

werden die männlichen und harten Drogendealer auf der Straße

nun seine Vorbilder, sagt er später in einem Interview.

Weil er Kohle braucht, tauscht er jetzt Theater gegen das Ticken.

Er schmeißt die Schule und adaptiert die Art der Gangster.

Doch nach nur zwei Wochen merkt er wohl,

dass er zu weich und zu sensibel ist,

und hängt das Dealen wieder an den Nagel.

Und was nun?

Zu seiner Mutter zurückzukehren ist keine Option,

also macht er das, was er seit klein auf gut kann.

Texte schreiben und rappen.

Irgendwann bekommen die richtigen Leute am richtigen Ort Wind davon,

sodass Tupac schließlich die Möglichkeit bekommt,

bei der bekannten Rap-Gruppe "Digital Underground" vorzurappen.

Bald darf er mit der Band auf Tour.

Cool.

Die Texte der Band mitrappen - auch cool.

Aber in einer Zebraunterhose tanzen?

Im Nachhinein schämt er sich dafür,

aber wahrscheinlich weiß er, wofür es gut war.

Denn auf den After-Show-Partys der Band

ergreift er immer wieder die Chance und rappt seine eigenen Texte,

die meist von seiner Realität handeln.

Niemand sonst fährt in Gangsterfilmen

gepaart mit sozialkritischer Poesie, so wie der 19-Jährige.

Sicher ist Tupac dabei geprägt vom Einfluss seiner Mutter.

Fast Forward:

Tupac wird zu einem erfolgreichen Solokünstler.

Auch wenn er zwischenzeitlich drei Jahre lang

keinen Kontakt zu seiner Mutter haben wird,

soll er heimlich ihre Miete bezahlt

und ihr eine Diamantenkette geschickt haben.

So rappt er es zumindest in seinem Song "Dear Mama", den er ihr widmet.

Irgendwann schafft sie mit professioneller Unterstützung

sogar den Entzug.

Mutter und Sohn finden wieder zueinander.

Vorläufig ein Happy End, zumindest für Afeni.

Denn Tupacs Fame bringt nicht nur Gutes mit sich.

Er sitzt mehrfach hinter Gittern, ist gewalttätig

und wird schlussendlich ermordet.

Und trotzdem gilt er immer noch

als eine der größten Hip-Hop-Legenden aller Zeiten.

Wie Gangster ist Rap wirklich?

Das erfahrt ihr in diesem Video von STRG_F.

Und eine weitere sehenswerte Biografie

könnt ihr euch hier anschauen.

Bis zur nächsten Inspiration,

der Biograph.

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