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SG News, tagesschau 30.12.2021, 14:00 Uhr

tagesschau 30.12.2021, 14:00 Uhr

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Diese Sendung wurde vom NDR live untertitelt (30.12.2021)

Heute im Studio: Claus-Erich Boetzkes

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Wie die Corona-Lage in Deutschland aussieht,

ist in diesen Tagen schwer zu sagen.

Wegen des geringeren Testaufkommens unterschätze man leicht die Lage.

Der Deutsche Städtetag fordert deshalb auch

an den Feiertagen mehr Labor- und Testkapazitäten.

Der Blick in andere europäische Länder zeigt,

welcher Dynamik die Omikron-Variante hat.

Großbritannien meldet aktuell eine Inzidenz von 1342.

Die Inzidenz in Dänemark: 1737.

Die Zahlen in den europäischen Nachbarländern steigen stark.

Bei uns liegt die Inzidenz heute bei 207 - ein leichter Anstieg.

Wir sind insgesamt in unserem Verhalten

etwas disziplinierter als manche europäische Nachbarn.

Insbesondere bringen die Masken bei Omikron relativ viel.

Das macht Deutschland anders.

England und Dänemark hatten kaum Kontaktbeschränkungen.

Das ist bei uns in Deutschland anders.

Doch die Ruhe zwischen den Jahren trügt:

Weniger Tests über die Feiertage, langsame Meldeketten.

Die tatsächliche Inzidenz dürfte laut Gesundheitsminister

zwei- oder dreimal höher sein als die offiziellen Zahlen.

Das dürfte sich schon bald zeigen:

Denn die Schlangen vor den Testzentren werden wieder länger.

Allein in diesem Berliner Testzentrum

werden im Moment mehr als 1000 Tests pro Tag gemacht.

Wir stellen fest, dass es langsam kommt,

dass die Zahlen langsam steigen.

Ein realistisches Bild der Lage gibt es wohl erst Mitte Januar.

Doch der Trend ist klar:

Die Zahl der Omikron-Fälle steigt stark, vor allem in Norddeutschland.

Es ist durchaus möglich,

dass die Nähe zu den skandinavischen Ländern eine Rolle spielt.

Dass wir einen Transfer des Virus über die Grenze hinweg haben.

Ein Virus macht nicht Halt vor der Grenze.

Wie mit der neuen Lage umzugehen ist, will die Politik

beim nächsten Bund-Länder-Treffen am 7. Januar beraten.

Vor einem Jahr bejubelte der britische Premier Johnson

den Brexit-Vertrag mit der EU.

Er versprach seinem Land eine großartige Zukunft.

Inzwischen betrachten die Briten den EU-Austritt nüchterner.

Das vergangene Jahr hat die Folgen gezeigt.

Es fehlen Arbeitskräfte.

Unternehmen beklagen Handelshemmnisse und die Wirtschaft leidet.

Es war vor genau einem Jahr, als Johnson seinen Brexit-Deal

im Parlament endgültig und euphorisch verabschiedete.

Wir haben den Brexit durchgezogen.

Lasst uns nun diese Chance ergreifen.

Stattdessen aber folgt eine Krise der nächsten.

Das anfängliche Chaos an den Grenzen legt sich zwar bald,

weil keiner mehr kommt.

Die Folge davon aber:

Leere Supermarktregale, monatelang fehlen viele Zehntausend Lkw-Fahrer.

Bis heute haben mehr als 200.000 EU-Bürger Großbritannien verlassen.

Den entstandenen Arbeitskräftemangel spürt die britische Gastronomie.

Viele Restaurants haben nur noch tageweise geöffnet:

Es ist ein Desaster, und ich bin nicht die Einzige,

der es so geht.

Ich kenne niemand in dieser Branche,

der den Brexit noch für eine gute Idee hält.

Laut der unabhängigen Aufsichtsbehörde OBR

ist das britische Bruttoinlandsprodukt um 4 % gefallen.

Letzten Umfragen zufolge denken mittlerweile auch 60 % der Briten,

dass der Brexit ihnen eher geschadet hat.

Auch viele Befürworter.

Für das Land ist das nicht so gut, aber wir haben dafür gestimmt

und jetzt müssen wir das Beste draus machen.

So ist auch nach dem ersten schwierigen Jahr in Sachen Brexit

von der britischen Regierung vorerst keine Kursänderung zu erwarten.

In Afghanistan hat sich das Leben für viele Menschen

seit der Machtübernahme durch die Taliban geändert.

Das gilt vor allem für Frauen und in besonderem Maße für solche,

die als Richterin gearbeitet haben.

Mehrere Hundert von ihnen gab es.

Doch nun fürchten sie um ihre Sicherheit oder um ihr Leben.

Denn die Taliban ließen viele verurteilte Verbrecher frei.

Der deutsche Richterinnenbund fordert von der Bundesregierung,

den Frauen zu helfen.

Jahrelang arbeiteten diese Frauen als Richterinnen in Afghanistan.

Geholfen, in ihrer Heimat den Rechtsstaat aufrechtzuerhalten -

so gut es ging.

Und dabei auch Verbrecher verurteilt.

Als im August die Taliban an die Macht kamen,

wurden die Gefängnisse geöffnet.

Die Insassen wurden freigelassen und Kopfgeld auf Richterinnen ausgelobt.

Jetzt gelang sechs Richterinnen die Flucht nach Deutschland.

Wir haben unser Land verlassen.

Manchmal fühlen wir uns schuldig.

Aber wir hatten keine andere Wahl.

Wie mutig Frauen in Afghanistan für ihre Rechte kämpfen,

zeigen diese Demonstrationen unter Lebensgefahr.

Auch 80 Richterinnen sollen noch im Land sein.

Außenministerin Baerbock betont, sie wolle diejenigen aufnehmen,

die auf Listen des Auswärtigen Amts stehen.

Zumal, über 15.000 Menschen, denen wir zugesagt haben,

sie aufzunehmen, noch in Afghanistan sind.

Viele Frauen, die in Gerichten Urteile gesprochen haben,

können nicht nach Deutschland kommen.

Sie hatten es nicht auf deutsche Listen geschafft.

Unser Informationsstand ist, die Listen wurden im August geschlossen.

Wir sind uns aber sicher, dass nicht alle draufstehen.

Wegen der chaotischen Situation.

Und weitere Auskünfte haben wir nicht.

Juristinnen und Hilfsorganisationen fordern:

Die Bundesregierung müsse den Richterinnen,

die in Afghanistan unter Todesgefahr leben, bei der Flucht helfen.

In die Ukraine-Krise soll offenbar etwas Bewegung kommen.

Für heute Abend ist ein Telefongespräch

zwischen Russlands Präsident Putin und US-Präsident Biden geplant.

Die USA befürchten einen Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine

und drohen mit harten Sanktionen.

Russland fordert dagegen Sicherheitsgarantien -

etwa ein Ende der NATO-Osterweiterung.

Eine diplomatische Lösung sei möglich, hieß es von beiden Seiten.

In Südafrika nehmen die Menschen

Abschied vom verstorbenen Erzbischof Desmond Tutu.

Sein Leichnam wurde am Morgen in der Saint George's Cathedral

in Kapstadt aufgebahrt.

Am Abend zuvor war Tutu

mit einer interreligiösen Trauerfeier gewürdigt worden.

Er war am Sonntag im Alter von 90 Jahren verstorben.

Für sein Engagement gegen das Apartheid-Regime

wurde Tutu 1984 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Die Wetteraussichten:

Morgen im Norden meist bedeckt und am Nachmittag zeitweise Regen.

Sonst eine Mischung aus Sonne und Wolken,

im Süden zum Teil länger sonnig.

Weitere Nachrichten gibt es bei tagesschau24.

Wir sind um 15 Uhr wieder da.

Bis nachher.

Copyright Untertitel: NDR 2021

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