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Die Verwandlung, Die Verwandlung - Teil 2 (3)

Die Verwandlung - Teil 2 (3)

Gregor versteckte sich natürlich sofort unter dem Kanapee, aber er mußte bis zum Mittag warten, ehe die Schwester wiederkam, und sie schien viel unruhiger als sonst. Er erkannte daraus, daß ihr sein Anblick noch immer unerträglich war und ihr auch weiterhin unerträglich bleiben müsse, und daß sie sich wohl sehr überwinden mußte, vor dem Anblick auch nur der kleinen Partie seines Körpers nicht davonzulaufen, mit der er unter dem Kanapee hervorragte. Um ihr auch diesen Anblick zu ersparen, trug er eines Tages auf seinem Rücken – er brauchte zu dieser Arbeit vier Stunden – das Leintuch auf das Kanapee und ordnete es in einer solchen Weise an, daß er nun gänzlich verdeckt war, und daß die Schwester, selbst wenn sie sich bückte, ihn nicht sehen konnte. Wäre dieses Leintuch ihrer Meinung nach nicht nötig gewesen, dann hätte sie es ja entfernen können, denn daß es nicht zum Vergnügen Gregors gehören konnte, sich so ganz und gar abzusperren, war doch klar genug, aber sie ließ das Leintuch, so wie es war, und Gregor glaubte sogar einen dankbaren Blick erhascht zu haben, als er einmal mit dem Kopf vorsichtig das Leintuch ein wenig lüftete, um nachzusehen, wie die Schwester die neue Einrichtung aufnahm.

In den ersten vierzehn Tagen konnten es die Eltern nicht über sich bringen, zu ihm hereinzukommen, und er hörte oft, wie sie die jetzige Arbeit der Schwester völlig anerkannten, während sie sich bisher häufig über die Schwester geärgert hatten, weil sie ihnen als ein etwas nutzloses Mädchen erschienen war. Nun aber warteten oft beide, der Vater und die Mutter, vor Gregors Zimmer, während die Schwester dort aufräumte, und kaum war sie herausgekommen, mußte sie ganz genau erzählen, wie es in dem Zimmer aussah, was Gregor gegessen hatte, wie er sich diesmal benommen hatte, und ob vielleicht eine kleine Besserung zu bemerken war. Die Mutter übrigens wollte verhältnismäßig bald Gregor besuchen, aber der Vater und die Schwester hielten sie zuerst mit Vernunftgründen zurück, denen Gregor sehr aufmerksam zuhörte, und die er vollständig billigte. Später aber mußte man sie mit Gewalt zurückhalten, und wenn sie dann rief: »Laßt mich doch zu Gregor, er ist ja mein unglücklicher Sohn! Begreift ihr es denn nicht, daß ich zu ihm muß?«, dann dachte Gregor, daß es vielleicht doch gut wäre, wenn die Mutter hereinkäme, nicht jeden Tag natürlich, aber vielleicht einmal in der Woche; sie verstand doch alles viel besser als die Schwester, die trotz all ihrem Mute doch nur ein Kind war und im letzten Grunde vielleicht nur aus kindlichem Leichtsinn eine so schwere Aufgabe übernommen hatte.

Der Wunsch Gregors, die Mutter zu sehen, ging bald in Erfüllung. Während des Tages wollte Gregor schon aus Rücksicht auf seine Eltern sich nicht beim Fenster zeigen, kriechen konnte er aber auf den paar Quadratmetern des Fußbodens auch nicht viel, das ruhige Liegen ertrug er schon während der Nacht schwer, das Essen machte ihm bald nicht mehr das geringste Vergnügen, und so nahm er zur Zerstreuung die Gewohnheit an, kreuz und quer über Wände und Plafond zu kriechen. Besonders oben auf der Decke hing er gern; es war ganz anders, als das Liegen auf dem Fußboden; man atmete freier; ein leichtes Schwingen ging durch den Körper; und in der fast glücklichen Zerstreutheit, in der sich Gregor dort oben befand, konnte es geschehen, daß er zu seiner eigenen Überraschung sich losließ und auf den Boden klatschte. Aber nun hatte er natürlich seinen Körper ganz anders in der Gewalt als früher und beschädigte sich selbst bei einem so großen Falle nicht. Die Schwester nun bemerkte sofort die neue Unterhaltung, die Gregor für sich gefunden hatte – er hinterließ ja auch beim Kriechen hie und da Spuren seines Klebstoffes –, und da setzte sie es sich in den Kopf, Gregor das Kriechen in größtem Ausmaße zu ermöglichen und die Möbel, die es verhinderten, also vor allem den Kasten und den Schreibtisch, wegzuschaffen. Nun war sie aber nicht imstande, dies allein zu tun; den Vater wagte sie nicht um Hilfe zu bitten; das Dienstmädchen hätte ihr ganz gewiß nicht geholfen, denn dieses etwa sechzehnjährige Mädchen harrte zwar tapfer seit Entlassung der früheren Köchin aus, hatte aber um die Vergünstigung gebeten, die Küche unaufhörlich versperrt halten zu dürfen und nur auf besonderen Anruf öffnen zu müssen; so blieb der Schwester also nichts übrig, als einmal in Abwesenheit des Vaters die Mutter zu holen. Mit Ausrufen erregter Freude kam die Mutter auch heran, verstummte aber an der Tür vor Gregors Zimmer. Zuerst sah natürlich die Schwester nach, ob alles im Zimmer in Ordnung war; dann erst ließ sie die Mutter eintreten. Gregor hatte in größter Eile das Leintuch noch tiefer und mehr in Falten gezogen, das Ganze sah wirklich nur wie ein zufällig über das Kanapee geworfenes Leintuch aus. Gregor unterließ auch diesmal, unter dem Leintuch zu spionieren; er verzichtete darauf, die Mutter schon diesmal zu sehen, und war nur froh, daß sie nun doch gekommen war. »Komm nur, man sieht ihn nicht«, sagte die Schwester, und offenbar führte sie die Mutter an der Hand. Gregor hörte nun, wie die zwei schwachen Frauen den immerhin schweren alten Kasten von seinem Platz rückten, und wie die Schwester immerfort den größten Teil der Arbeit für sich beanspruchte, ohne auf die Warnungen der Mutter zu hören, welche fürchtete, daß sie sich überanstrengen werde. Es dauerte sehr lange. Wohl nach schon viertelstündiger Arbeit sagte die Mutter, man solle den Kasten doch lieber hier lassen, denn erstens sei er zu schwer, sie würden vor Ankunft des Vaters nicht fertig werden und mit dem Kasten in der Mitte des Zimmers Gregor jeden Weg verrammeln, zweitens aber sei es doch gar nicht sicher, daß Gregor mit der Entfernung der Möbel ein Gefallen geschehe. Ihr scheine das Gegenteil der Fall zu sein; ihr bedrücke der Anblick der leeren Wand geradezu das Herz; und warum solle nicht auch Gregor diese Empfindung haben, da er doch an die Zimmermöbel längst gewöhnt sei und sich deshalb im leeren Zimmer verlassen fühlen werde. »Und ist es dann nicht so«, schloß die Mutter ganz leise, wie sie überhaupt fast flüsterte, als wolle sie vermeiden, daß Gregor, dessen genauen Aufenthalt sie ja nicht kannte, auch nur den Klang der Stimme höre, denn daß er die Worte nicht verstand, davon war sie überzeugt, »und ist es nicht so, als ob wir durch die Entfernung der Möbel zeigten, daß wir jede Hoffnung auf Besserung aufgeben und ihn rücksichtslos sich selbst überlassen? Ich glaube, es wäre das beste, wir suchen das Zimmer genau in dem Zustand zu erhalten, in dem es früher war, damit Gregor, wenn er wieder zu uns zurückkommt, alles unverändert findet und um so leichter die Zwischenzeit vergessen kann.«

Beim Anhören dieser Worte der Mutter erkannte Gregor, daß der Mangel jeder unmittelbaren menschlichen Ansprache, verbunden mit dem einförmigen Leben inmitten der Familie, im Laufe dieser zwei Monate seinen Verstand hatte verwirren müssen, denn anders konnte er es sich nicht erklären, daß er ernsthaft danach hatte verlangen können, daß sein Zimmer ausgeleert würde. Hatte er wirklich Lust, das warme, mit ererbten Möbeln gemütlich ausgestattete Zimmer in eine Höhle verwandeln zu lassen, in der er dann freilich nach allen Richtungen ungestört würde kriechen können, jedoch auch unter gleichzeitigem schnellen, gänzlichen Vergessen seiner menschlichen Vergangenheit? War er doch jetzt schon nahe daran, zu vergessen, und nur die seit langem nicht gehörte Stimme der Mutter hatte ihn aufgerüttelt. Nichts sollte entfernt werden; alles mußte bleiben; die guten Einwirkungen der Möbel auf seinen Zustand konnte er nicht entbehren; und wenn die Möbel ihn hinderten, das sinnlose Herumkriechen zu betreiben, so war es kein Schaden, sondern ein großer Vorteil.

Aber die Schwester war leider anderer Meinung; sie hatte sich, allerdings nicht ganz unberechtigt, angewöhnt, bei Besprechung der Angelegenheiten Gregors als besonders Sachverständige gegenüber den Eltern aufzutreten, und so war auch jetzt der Rat der Mutter für die Schwester Grund genug, auf der Entfernung nicht nur des Kastens und des Schreibtisches, an die sie zuerst allein gedacht hatte, sondern auf der Entfernung sämtlicher Möbel, mit Ausnahme des unentbehrlichen Kanapees, zu bestehen. Es war natürlich nicht nur kindlicher Trotz und das in der letzten Zeit so unerwartet und schwer erworbene Selbstvertrauen, das sie zu dieser Forderung bestimmte; sie hatte doch auch tatsächlich beobachtet, daß Gregor viel Raum zum Kriechen brauchte, dagegen die Möbel, soweit man sehen konnte, nicht im geringsten benützte. Vielleicht aber spielte auch der schwärmerische Sinn der Mädchen ihres Alters mit, der bei jeder Gelegenheit seine Befriedigung sucht, und durch den Grete jetzt sich dazu verlocken ließ, die Lage Gregors noch schreckenerregender machen zu wollen, um dann noch mehr als bis jetzt für ihn leisten zu können. Denn in einen Raum, in dem Gregor ganz allein die leeren Wände beherrschte, würde wohl kein Mensch außer Grete jemals einzutreten sich getrauen.

Und so ließ sie sich von ihrem Entschlusse durch die Mutter nicht abbringen, die auch in diesem Zimmer vor lauter Unruhe unsicher schien, bald verstummte und der Schwester nach Kräften beim Hinausschaffen des Kastens half. Nun, den Kasten konnte Gregor im Notfall noch entbehren, aber schon der Schreibtisch mußte bleiben. Und kaum hatten die Frauen mit dem Kasten, an den sie sich ächzend drückten, das Zimmer verlassen, als Gregor den Kopf unter dem Kanapee hervorstieß, um zu sehen, wie er vorsichtig und möglichst rücksichtsvoll eingreifen könnte. Aber zum Unglück war es gerade die Mutter, welche zuerst zurückkehrte, während Grete im Nebenzimmer den Kasten umfangen hielt und ihn allein hin und her schwang, ohne ihn natürlich von der Stelle zu bringen. Die Mutter aber war Gregors Anblick nicht gewöhnt, er hätte sie krank machen können, und so eilte Gregor erschrocken im Rückwärtslauf bis an das andere Ende des Kanapees, konnte es aber nicht mehr verhindern, daß das Leintuch vorne ein wenig sich bewegte. Das genügte, um die Mutter aufmerksam zu machen. Sie stockte, stand einen Augenblick still und ging dann zu Grete zurück.


Die Verwandlung - Teil 2 (3)

Gregor versteckte sich natürlich sofort unter dem Kanapee, aber er mußte bis zum Mittag warten, ehe die Schwester wiederkam, und sie schien viel unruhiger als sonst. Gregor hid himself under the couch at once, of course, but he had to wait until noon before his sister came back, and she seemed much more restless than usual. Por supuesto, Gregor se escondió de inmediato debajo del sofá, pero tuvo que esperar hasta el mediodía antes de que volviera la enfermera, que parecía mucho más inquieta que de costumbre. Er erkannte daraus, daß ihr sein Anblick noch immer unerträglich war und ihr auch weiterhin unerträglich bleiben müsse, und daß sie sich wohl sehr überwinden mußte, vor dem Anblick auch nur der kleinen Partie seines Körpers nicht davonzulaufen, mit der er unter dem Kanapee hervorragte. From this he realized that the sight of him was still unbearable to her and must continue to be unbearable, and that she must have had to overcome herself not to run away from the sight of even the small part of his body with which he protruded from under the sofa. A partir de esto, se dio cuenta de que ella todavía encontraba insoportable verlo y que debía continuar encontrándolo insoportable, y que ella debió haber tenido que esforzarse para no huir de la vista de incluso la pequeña parte de su cuerpo que sobresalía. debajo del sofá. Um ihr auch diesen Anblick zu ersparen, trug er eines Tages auf seinem Rücken – er brauchte zu dieser Arbeit vier Stunden – das Leintuch auf das Kanapee und ordnete es in einer solchen Weise an, daß er nun gänzlich verdeckt war, und daß die Schwester, selbst wenn sie sich bückte, ihn nicht sehen konnte. To spare her this sight, too, one day he carried the sheet on his back - it took him four hours to do this work - and arranged it in such a way that it was now completely covered, and that the nurse, even when she bent down, she couldn't see him. Wäre dieses Leintuch ihrer Meinung nach nicht nötig gewesen, dann hätte sie es ja entfernen können, denn daß es nicht zum Vergnügen Gregors gehören konnte, sich so ganz und gar abzusperren, war doch klar genug, aber sie ließ das Leintuch, so wie es war, und Gregor glaubte sogar einen dankbaren Blick erhascht zu haben, als er einmal mit dem Kopf vorsichtig das Leintuch ein wenig lüftete, um nachzusehen, wie die Schwester die neue Einrichtung aufnahm. If, in her opinion, this sheet had not been necessary, then she could have removed it, because it was clear enough that Gregor's pleasure in locking himself off completely was clear enough, but she left the sheet as it was and Gregor even thought he had caught a grateful look when he once carefully lifted the sheet a little with his head to see how the nurse was taking on the new furnishings. Si la sábana no hubiera sido necesaria en su opinión, entonces podría haberla quitado, porque estaba bastante claro que no podía ser el placer de Gregor encerrarse tan completamente, pero dejó la sábana como estaba, y Gregor incluso pensó que había captado una mirada de agradecimiento cuando levantó con cuidado la sábana un poco con la cabeza para ver cómo la hermana estaba asimilando el nuevo arreglo.

In den ersten vierzehn Tagen konnten es die Eltern nicht über sich bringen, zu ihm hereinzukommen, und er hörte oft, wie sie die jetzige Arbeit der Schwester völlig anerkannten, während sie sich bisher häufig über die Schwester geärgert hatten, weil sie ihnen als ein etwas nutzloses Mädchen erschienen war. For the first fortnight his parents couldn't bring themselves to come in and he often heard them fully appreciate the sister's current work, whereas up to now they had often been annoyed with the sister because she was something to them useless girl had appeared. Nun aber warteten oft beide, der Vater und die Mutter, vor Gregors Zimmer, während die Schwester dort aufräumte, und kaum war sie herausgekommen, mußte sie ganz genau erzählen, wie es in dem Zimmer aussah, was Gregor gegessen hatte, wie er sich diesmal benommen hatte, und ob vielleicht eine kleine Besserung zu bemerken war. But now both father and mother often waited in front of Gregor's room while his sister was tidying up there, and no sooner had she come out than she had to tell exactly what it looked like in the room, what Gregor had eaten, how he felt this time and whether there was perhaps a slight improvement. Die Mutter übrigens wollte verhältnismäßig bald Gregor besuchen, aber der Vater und die Schwester hielten sie zuerst mit Vernunftgründen zurück, denen Gregor sehr aufmerksam zuhörte, und die er vollständig billigte. Incidentally, the mother wanted to visit Gregor relatively soon, but the father and sister at first held them back with reasons of reason, to which Gregor listened very carefully and which he fully approved. La madre, por cierto, quería visitar a Gregor relativamente pronto, pero el padre y la hermana la detuvieron al principio con razones, que Gregor escuchó con mucha atención y que aprobó plenamente. Später aber mußte man sie mit Gewalt zurückhalten, und wenn sie dann rief: »Laßt mich doch zu Gregor, er ist ja mein unglücklicher Sohn! Later, however, they had to hold her back by force, and when she called out: "Let me see Gregor, he's my unhappy son! Begreift ihr es denn nicht, daß ich zu ihm muß?«, dann dachte Gregor, daß es vielleicht doch gut wäre, wenn die Mutter hereinkäme, nicht jeden Tag natürlich, aber vielleicht einmal in der Woche; sie verstand doch alles viel besser als die Schwester, die trotz all ihrem Mute doch nur ein Kind war und im letzten Grunde vielleicht nur aus kindlichem Leichtsinn eine so schwere Aufgabe übernommen hatte. Don't you understand that I have to see him? 'Then Gregor thought that it might be good if mother came in, not every day of course, but maybe once a week; she understood everything much better than her sister, who in spite of all her courage was only a child and, in the end, perhaps only out of childish recklessness had taken on such a difficult task. ¿No entiendes que tengo que ir a él?” Entonces Gregor pensó que sería bueno que mamá viniera, no todos los días, por supuesto, pero tal vez una vez a la semana; ella lo entendía todo mucho mejor que su hermana, quien, a pesar de todo su coraje, era solo una niña y, en última instancia, tal vez solo había asumido una tarea tan difícil por un descuido infantil.

Der Wunsch Gregors, die Mutter zu sehen, ging bald in Erfüllung. Gregor's wish to see his mother soon came true. El deseo de Gregor de ver a su madre pronto se hizo realidad. Während des Tages wollte Gregor schon aus Rücksicht auf seine Eltern sich nicht beim Fenster zeigen, kriechen konnte er aber auf den paar Quadratmetern des Fußbodens auch nicht viel, das ruhige Liegen ertrug er schon während der Nacht schwer, das Essen machte ihm bald nicht mehr das geringste Vergnügen, und so nahm er zur Zerstreuung die Gewohnheit an, kreuz und quer über Wände und Plafond zu kriechen. During the day, out of consideration for his parents, Gregor did not want to show himself at the window, but he could not crawl much on the few square meters of the floor, he already endured lying quietly during the night, and eating soon no longer bothered him the slightest pleasure, and so he took on the habit of crawling across walls and ceilings for diversion. Durante el día, Gregor no quería asomarse a la ventana por consideración a sus padres, pero tampoco podía gatear mucho en los pocos metros cuadrados de suelo, le resultaba difícil acostarse tranquilamente durante la noche, y comer pronto dejó de molestarle y menos placer, así que por diversión adoptó la costumbre de gatear por las paredes y el techo. Besonders oben auf der Decke hing er gern; es war ganz anders, als das Liegen auf dem Fußboden; man atmete freier; ein leichtes Schwingen ging durch den Körper; und in der fast glücklichen Zerstreutheit, in der sich Gregor dort oben befand, konnte es geschehen, daß er zu seiner eigenen Überraschung sich losließ und auf den Boden klatschte. He especially liked to hang up on the ceiling; it was very different from lying on the floor; one breathed more freely; a slight swing went through the body; and in the almost happy absent-mindedness in which Gregor found himself up there, it could happen, to his own surprise, that he let himself go and clapped the floor. Aber nun hatte er natürlich seinen Körper ganz anders in der Gewalt als früher und beschädigte sich selbst bei einem so großen Falle nicht. But now, of course, he had completely different control of his body than before and did not damage himself in such a big trap. Pero ahora, por supuesto, tenía un agarre en su cuerpo bastante diferente que antes y no se lastimó ni siquiera en una caída tan grande. Die Schwester nun bemerkte sofort die neue Unterhaltung, die Gregor für sich gefunden hatte – er hinterließ ja auch beim Kriechen hie und da Spuren seines Klebstoffes –, und da setzte sie es sich in den Kopf, Gregor das Kriechen in größtem Ausmaße zu ermöglichen und die Möbel, die es verhinderten, also vor allem den Kasten und den Schreibtisch, wegzuschaffen. The sister immediately noticed the new conversation Gregor had found for himself - he also left traces of his glue here and there while crawling - and then she got it into her head to enable Gregor to crawl to the greatest possible extent and that Furniture that prevented moving away, especially the box and the desk. Nun war sie aber nicht imstande, dies allein zu tun; den Vater wagte sie nicht um Hilfe zu bitten; das Dienstmädchen hätte ihr ganz gewiß nicht geholfen, denn dieses etwa sechzehnjährige Mädchen harrte zwar tapfer seit Entlassung der früheren Köchin aus, hatte aber um die Vergünstigung gebeten, die Küche unaufhörlich versperrt halten zu dürfen und nur auf besonderen Anruf öffnen zu müssen; so blieb der Schwester also nichts übrig, als einmal in Abwesenheit des Vaters die Mutter zu holen. But now she was unable to do this on her own; she dared not ask her father for help; the maid would certainly not have helped her, because although this girl of about sixteen had bravely endured since the previous cook's dismissal, she had asked for the privilege of being able to keep the kitchen locked incessantly and only having to open it on special phone call; so the sister had no choice but to fetch her mother once when her father was absent. Ahora no podía hacer esto sola; no se atrevía a pedir ayuda a su padre; la criada ciertamente no la habría ayudado, ya que esta niña de unos dieciséis años, aunque valientemente perseverante desde que el cocinero anterior fue despedido, había pedido el privilegio de poder mantener la cocina cerrada con llave en todo momento y solo poder abrirla. en llamada especial; así que la hermana no tuvo más remedio que ir a buscar a su madre cuando su padre no estaba. Mit Ausrufen erregter Freude kam die Mutter auch heran, verstummte aber an der Tür vor Gregors Zimmer. Mother came up with exclaims of excited joy, but fell silent at the door to Gregor's room. La madre también se acercó con exclamaciones de excitada alegría, pero se calló en la puerta frente a la habitación de Gregor. Zuerst sah natürlich die Schwester nach, ob alles im Zimmer in Ordnung war; dann erst ließ sie die Mutter eintreten. First of all, of course, the nurse checked whether everything was in order in the room; only then did she let her mother in. Gregor hatte in größter Eile das Leintuch noch tiefer und mehr in Falten gezogen, das Ganze sah wirklich nur wie ein zufällig über das Kanapee geworfenes Leintuch aus. In a great hurry, Gregor had pulled the sheet deeper and more into folds, the whole thing really looked like a sheet that was accidentally thrown over the sofa. Con mucha prisa, Gregor había tirado de la sábana aún más y más en los pliegues, todo parecía realmente una sábana que había sido tirada accidentalmente sobre el sofá. Gregor unterließ auch diesmal, unter dem Leintuch zu spionieren; er verzichtete darauf, die Mutter schon diesmal zu sehen, und war nur froh, daß sie nun doch gekommen war. This time too Gregor refrained from spying under the sheet; he refrained from seeing his mother this time and was just glad that she had come after all. »Komm nur, man sieht ihn nicht«, sagte die Schwester, und offenbar führte sie die Mutter an der Hand. "Come on, you can't see him," said the nurse, and evidently she was leading her mother by the hand. Gregor hörte nun, wie die zwei schwachen Frauen den immerhin schweren alten Kasten von seinem Platz rückten, und wie die Schwester immerfort den größten Teil der Arbeit für sich beanspruchte, ohne auf die Warnungen der Mutter zu hören, welche fürchtete, daß sie sich überanstrengen werde. Gregor now heard the two weak women pulling the heavy old box from its place, and how the sister kept doing most of the work for herself without listening to the mother's warnings, who feared that she would overtax herself . Es dauerte sehr lange. It took a long time. Wohl nach schon viertelstündiger Arbeit sagte die Mutter, man solle den Kasten doch lieber hier lassen, denn erstens sei er zu schwer, sie würden vor Ankunft des Vaters nicht fertig werden und mit dem Kasten in der Mitte des Zimmers Gregor jeden Weg verrammeln, zweitens aber sei es doch gar nicht sicher, daß Gregor mit der Entfernung der Möbel ein Gefallen geschehe. Probably after fifteen minutes of work my mother said it should be better to leave the box here, because firstly it was too heavy, they would not be finished before the father's arrival and would block every way with the box in the middle of Gregor's room, but secondly it wasn't at all certain that removing the furniture would be doing Gregor a favor. Ihr scheine das Gegenteil der Fall zu sein; ihr bedrücke der Anblick der leeren Wand geradezu das Herz; und warum solle nicht auch Gregor diese Empfindung haben, da er doch an die Zimmermöbel längst gewöhnt sei und sich deshalb im leeren Zimmer verlassen fühlen werde. You seem to be doing the opposite; the sight of the empty wall almost depresses her heart; and why shouldn't Gregor have this feeling too, since he has long been used to the room furniture and will therefore feel abandoned in the empty room. Lo contrario parece ser el caso de ella; la vista de la pared vacía oprime su corazón; y ¿por qué Gregorio no iba a tener también este sentimiento, ya que él estaba acostumbrado a los muebles de la habitación desde hace mucho tiempo y por lo tanto se sentiría abandonado en la habitación vacía? »Und ist es dann nicht so«, schloß die Mutter ganz leise, wie sie überhaupt fast flüsterte, als wolle sie vermeiden, daß Gregor, dessen genauen Aufenthalt sie ja nicht kannte, auch nur den Klang der Stimme höre, denn daß er die Worte nicht verstand, davon war sie überzeugt, »und ist es nicht so, als ob wir durch die Entfernung der Möbel zeigten, daß wir jede Hoffnung auf Besserung aufgeben und ihn rücksichtslos sich selbst überlassen? "And that's not how it is then," concluded the mother very softly, almost whispering, as if she wanted to avoid Gregor, whose exact whereabouts she did not know, from hearing the sound of the voice, rather than hearing the words did not understand, she was convinced, 'and is it not as if by removing the furniture we were showing that we are giving up all hope of recovery and ruthlessly leaving him to his own devices? —Y no es así —concluyó la madre en voz muy baja, casi en un susurro, como si quisiera evitar que Gregor, cuyo paradero exacto ella no sabía, ni siquiera escuchara el sonido de la voz, porque él no lo sabía. Escuchó las palabras, no entendía, estaba segura, '¿y no es como si al quitar los muebles demostráramos que perdiéramos toda esperanza de recuperación y lo dejáramos sin piedad a su suerte? Ich glaube, es wäre das beste, wir suchen das Zimmer genau in dem Zustand zu erhalten, in dem es früher war, damit Gregor, wenn er wieder zu uns zurückkommt, alles unverändert findet und um so leichter die Zwischenzeit vergessen kann.« I think it would be best if we try to keep the room exactly as it used to be, so that Gregor, when he comes back to us, finds everything unchanged and the easier it is to forget the time in between. "

Beim Anhören dieser Worte der Mutter erkannte Gregor, daß der Mangel jeder unmittelbaren menschlichen Ansprache, verbunden mit dem einförmigen Leben inmitten der Familie, im Laufe dieser zwei Monate seinen Verstand hatte verwirren müssen, denn anders konnte er es sich nicht erklären, daß er ernsthaft danach hatte verlangen können, daß sein Zimmer ausgeleert würde. On listening to these words of his mother, Gregor realized that the lack of any direct human address, combined with the monotonous life in the midst of the family, had in the course of these two months confused his mind, for otherwise he could not explain it to himself that he was serious about it could have asked for his room to be emptied. Hatte er wirklich Lust, das warme, mit ererbten Möbeln gemütlich ausgestattete Zimmer in eine Höhle verwandeln zu lassen, in der er dann freilich nach allen Richtungen ungestört würde kriechen können, jedoch auch unter gleichzeitigem schnellen, gänzlichen Vergessen seiner menschlichen Vergangenheit? Did he really feel like having the warm room, comfortably furnished with inherited furniture, transformed into a cave, in which he could of course crawl undisturbed in all directions, but also while at the same time quickly and completely forgetting his human past? War er doch jetzt schon nahe daran, zu vergessen, und nur die seit langem nicht gehörte Stimme der Mutter hatte ihn aufgerüttelt. He was now on the verge of forgetting, and only the mother's voice, which he had not heard for a long time, had roused him. Nichts sollte entfernt werden; alles mußte bleiben; die guten Einwirkungen der Möbel auf seinen Zustand konnte er nicht entbehren; und wenn die Möbel ihn hinderten, das sinnlose Herumkriechen zu betreiben, so war es kein Schaden, sondern ein großer Vorteil. Nothing should be removed; everything had to stay; He could not do without the good effects the furniture had on his condition; and if the furniture prevented him from crawling around senselessly, it was no harm, but a great advantage.

Aber die Schwester war leider anderer Meinung; sie hatte sich, allerdings nicht ganz unberechtigt, angewöhnt, bei Besprechung der Angelegenheiten Gregors als besonders Sachverständige gegenüber den Eltern aufzutreten, und so war auch jetzt der Rat der Mutter für die Schwester Grund genug, auf der Entfernung nicht nur des Kastens und des Schreibtisches, an die sie zuerst allein gedacht hatte, sondern auf der Entfernung sämtlicher Möbel, mit Ausnahme des unentbehrlichen Kanapees, zu bestehen. But unfortunately the sister disagreed; she had got into the habit, although not entirely without justification, of appearing as a special expert to the parents when discussing Gregor's affairs, and so the mother's advice was reason enough for the sister to remove not only the box and the desk, which she had thought of alone at first, but to insist on the removal of all furniture, with the exception of the indispensable sofa. Es war natürlich nicht nur kindlicher Trotz und das in der letzten Zeit so unerwartet und schwer erworbene Selbstvertrauen, das sie zu dieser Forderung bestimmte; sie hatte doch auch tatsächlich beobachtet, daß Gregor viel Raum zum Kriechen brauchte, dagegen die Möbel, soweit man sehen konnte, nicht im geringsten benützte. Of course, it was not just childlike defiance and the self-confidence that had been so unexpectedly and difficultly acquired of late that determined this demand; she had actually observed that Gregor needed a lot of space to crawl through, but made no use of the furniture, as far as one could see. Vielleicht aber spielte auch der schwärmerische Sinn der Mädchen ihres Alters mit, der bei jeder Gelegenheit seine Befriedigung sucht, und durch den Grete jetzt sich dazu verlocken ließ, die Lage Gregors noch schreckenerregender machen zu wollen, um dann noch mehr als bis jetzt für ihn leisten zu können. Perhaps, however, the enthusiasm of the girls of her age also played a role, seeking satisfaction at every opportunity, and through which Grete was now lured into wanting to make Gregor's situation even more terrifying and then doing even more for him than she has until now to be able to. Denn in einen Raum, in dem Gregor ganz allein die leeren Wände beherrschte, würde wohl kein Mensch außer Grete jemals einzutreten sich getrauen. Because in a room in which Gregor dominated the empty walls by himself, no one except Grete would ever dare to enter.

Und so ließ sie sich von ihrem Entschlusse durch die Mutter nicht abbringen, die auch in diesem Zimmer vor lauter Unruhe unsicher schien, bald verstummte und der Schwester nach Kräften beim Hinausschaffen des Kastens half. And so she did not allow her mother to dissuade her from her decision, who also seemed unsure of the restlessness in this room, soon fell silent and did her best to help the sister out with the box. Nun, den Kasten konnte Gregor im Notfall noch entbehren, aber schon der Schreibtisch mußte bleiben. Well, Gregor could still do without the box in an emergency, but the desk had to remain. Und kaum hatten die Frauen mit dem Kasten, an den sie sich ächzend drückten, das Zimmer verlassen, als Gregor den Kopf unter dem Kanapee hervorstieß, um zu sehen, wie er vorsichtig und möglichst rücksichtsvoll eingreifen könnte. And no sooner had the women left the room with the box they pressed against, groaning, than Gregor thrust his head out from under the sofa to see how he could intervene carefully and as considerately as possible. Aber zum Unglück war es gerade die Mutter, welche zuerst zurückkehrte, während Grete im Nebenzimmer den Kasten umfangen hielt und ihn allein hin und her schwang, ohne ihn natürlich von der Stelle zu bringen. But unfortunately it was the mother who came back first, while Grete in the next room was holding the box and swinging it back and forth on her own, without, of course, moving it. Die Mutter aber war Gregors Anblick nicht gewöhnt, er hätte sie krank machen können, und so eilte Gregor erschrocken im Rückwärtslauf bis an das andere Ende des Kanapees, konnte es aber nicht mehr verhindern, daß das Leintuch vorne ein wenig sich bewegte. But his mother was not used to the sight of Gregor, it could have made her sick, and so Gregor hurried backwards to the other end of the sofa, but could no longer prevent the sheet from moving a little at the front. Das genügte, um die Mutter aufmerksam zu machen. That was enough to draw the mother's attention. Sie stockte, stand einen Augenblick still und ging dann zu Grete zurück. She paused, stood still for a moment, and then went back to Grete.