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Die Verwandlung, Die Verwandlung - Teil 2 (2)

Die Verwandlung - Teil 2 (2)

Während aber Gregor unmittelbar keine Neuigkeit erfahren konnte, erhorchte er manches aus den Nebenzimmern, und wo er nur einmal Stimmen hörte, lief er gleich zu der betreffenden Tür und drückte sich mit ganzem Leib an sie. Besonders in der ersten: Zeit gab es kein Gespräch, das nicht irgendwie, wenn auch nur im geheimen, von ihm handelte. Zwei Tage lang waren bei allen Mahlzeiten Beratungen darüber zu hören, wie man sich jetzt verhalten solle; aber auch zwischen den Mahlzeiten sprach man über das gleiche Thema, denn immer waren zumindest zwei Familienmitglieder zu Hause, da wohl niemand allein zu Hause bleiben wollte und man die Wohnung doch auf keinen Fall gänzlich verlassen konnte. Auch hatte das Dienstmädchen gleich am ersten Tag – es war nicht ganz klar, was und wieviel sie von dem Vorgefallenen wußte – kniefällig die Mutter gebeten, sie sofort zu entlassen, und als sie sich eine Viertelstunde danach verabschiedete, dankte sie für die Entlassung unter Tränen, wie für die größte Wohltat, die man ihr erwiesen hatte, und gab, ohne daß man es von ihr verlangte, einen fürchterlichen Schwur ab, niemandem auch nur das Geringste zu verraten.

Nun mußte die Schwester im Verein mit der Mutter auch kochen; allerdings machte das nicht viel Mühe, denn man aß fast nichts. Immer wieder hörte Gregor, wie der eine den anderen vergebens zum Essen aufforderte und keine andere Antwort bekam, als: »Danke, ich habe genug« oder etwas Ähnliches. Getrunken wurde vielleicht auch nichts. Öfters fragte die Schwester den Vater, ob er Bier haben wolle, und herzlich erbot sie sich, es selbst zu holen, und als der Vater schwieg, sagte sie, um ihm jedes Bedenken zu nehmen, sie könne auch die Hausmeisterin darum schicken, aber dann sagte der Vater schließlich ein großes »Nein«, und es wurde nicht mehr davon gesprochen.

Schon im Laufe des ersten Tages legte der Vater die ganzen Vermögensverhältnisse und Aussichten sowohl der Mutter, als auch der Schwester dar. Hie und da stand er vom Tische auf und holte aus seiner kleinen Wertheimkassa, die er aus dem vor fünf Jahren erfolgten Zusammenbruch seines Geschäftes gerettet hatte, irgendeinen Beleg oder irgendein Vormerkbuch. Man hörte, wie er das komplizierte Schloß aufsperrte und nach Entnahme des Gesuchten wieder verschloß. Diese Erklärungen des Vaters waren zum Teil das erste Erfreuliche, was Gregor seit seiner Gefangenschaft zu hören bekam. Er war der Meinung gewesen, daß dem Vater von jenem Geschäft her nicht das Geringste übriggeblieben war, zumindest hatte ihm der Vater nichts Gegenteiliges gesagt, und Gregor allerdings hatte ihn auch nicht darum gefragt. Gregors Sorge war damals nur gewesen, alles daranzusetzen, um die Familie das geschäftliche Unglück, das alle in eine vollständige Hoffnungslosigkeit gebracht hatte, möglichst rasch vergessen zu lassen. Und so hatte er damals mit ganz besonderem Feuer zu arbeiten angefangen und war fast über Nacht aus einem kleinen Kommis ein Reisender geworden, der natürlich ganz andere Möglichkeiten des Geldverdienens hatte, und dessen Arbeitserfolge sich sofort in Form der Provision zu Bargeld verwandelten, das der erstaunten und beglückten Familie zu Hause auf den Tisch gelegt werden konnte. Es waren schöne Zeiten gewesen, und niemals nachher hatten sie sich, wenigstens in diesem Glanze, wiederholt, trotzdem Gregor später so viel Geld verdiente, daß er den Aufwand der ganzen Familie zu tragen imstande war und auch trug. Man hatte sich eben daran gewöhnt, sowohl die Familie als auch Gregor, man nahm das Geld dankbar an, er lieferte es gern ab, aber eine besondere Wärme wollte sich nicht mehr ergeben. Nur die Schwester war Gregor doch noch nahe geblieben, und es war sein geheimer Plan, sie, die zum Unterschied von Gregor Musik sehr liebte und rührend Violine zu spielen verstand, nächstes Jahr, ohne Rücksicht auf die großen Kosten, die das verursachen mußte, und die man schon auf andere Weise hereinbringen würde, auf das Konservatorium zu schicken. Öfters während der kurzen Aufenthalte Gregors in der Stadt wurde in den Gesprächen mit der Schwester das Konservatorium erwähnt, aber immer nur als schöner Traum, an dessen Verwirklichung nicht zu denken war, und die Eltern hörten nicht einmal diese unschuldigen Erwähnungen gern; aber Gregor dachte sehr bestimmt daran und beabsichtigte, es am Weihnachtsabend feierlich zu erklären.

Solche in seinem gegenwärtigen Zustand ganz nutzlose Gedanken gingen ihm durch den Kopf, während er dort aufrecht an der Türe klebte und horchte. Manchmal konnte er vor allgemeiner Müdigkeit gar nicht mehr zuhören und ließ den Kopf nachlässig gegen die Tür schlagen, hielt ihn aber sofort wieder fest, denn selbst das kleine Geräusch, das er damit verursacht hatte, war nebenan gehört worden und hatte alle verstummen lassen. »Was er nur wieder treibt«, sagte der Vater nach einer Weile, offenbar zur Türe hingewendet, und dann erst wurde das unterbrochene Gespräch allmählich wieder aufgenommen.

Gregor erfuhr nun zur Genüge – denn der Vater pflegte sich in seinen Erklärungen öfters zu wiederholen, teils, weil er selbst sich mit diesen Dingen schon lange nicht beschäftigt hatte, teils auch, weil die Mutter nicht alles gleich beim erstenmal verstand –, daß trotz allen Unglücks ein allerdings ganz kleines Vermögen aus der alten Zeit noch vorhanden war, das die nicht angerührten Zinsen in der Zwischenzeit ein wenig hatten anwachsen lassen. Außerdem aber war das Geld, das Gregor allmonatlich nach Hause gebracht hatte – er selbst hatte nur ein paar Gulden für sich behalten –, nicht vollständig aufgebraucht worden und hatte sich zu einem kleinen Kapital angesammelt. Gregor, hinter seiner Türe, nickte eifrig, erfreut über diese unerwartete Vorsicht und Sparsamkeit. Eigentlich hätte er ja mit diesen überschüssigen Geldern die Schuld des Vaters gegenüber dem Chef weiter abgetragen haben können, und jener Tag, an dem er diesen Posten hätte loswerden können, wäre weit näher gewesen, aber jetzt war es zweifellos besser so, wie es der Vater eingerichtet hatte.

Nun genügte dieses Geld aber ganz und gar nicht, um die Familie etwa von den Zinsen leben zu lassen; es genügte vielleicht, um die Familie ein, höchstens zwei Jahre zu erhalten, mehr war es nicht. Es war also bloß eine Summe, die man eigentlich nicht angreifen durfte, und die für den Notfall zurückgelegt werden mußte; das Geld zum Leben aber mußte man verdienen. Nun war aber der Vater ein zwar gesunder, aber alter Mann, der schon fünf Jahre nichts gearbeitet hatte und sich jedenfalls nicht viel zutrauen durfte; er hatte in diesen fünf Jahren, welche die ersten Ferien seines mühevollen und doch erfolglosen Lebens waren, viel Fett angesetzt und war dadurch recht schwerfällig geworden. Und die alte Mutter sollte nun vielleicht Geld verdienen, die an Asthma litt, der eine Wanderung durch die Wohnung schon Anstrengung verursachte, und die jeden zweiten Tag in Atembeschwerden auf dem Sofa beim offenen Fenster verbrachte? Und die Schwester sollte Geld verdienen, die noch ein Kind war mit ihren siebzehn Jahren, und der ihre bisherige Lebensweise so sehr zu gönnen war, die daraus bestanden hatte, sich nett zu kleiden, lange zu schlafen, in der Wirtschaft mitzuhelfen, an ein paar bescheidenen Vergnügungen sich zu beteiligen und vor allem Violine zu spielen? Wenn die Rede auf diese Notwendigkeit des Geldverdienens kam, ließ zuerst immer Gregor die Türe los und warf sich auf das neben der Tür befindliche kühle Ledersofa, denn ihm war ganz heiß vor Beschämung und Trauer.

Oft lag er dort die ganzen langen Nächte über, schlief keinen Augenblick und scharrte nur stundenlang auf dem Leder. Oder er scheute nicht die Mühe, einen Sessel zum Fenster zu schieben, dann die Fensterbrüstung hinaufzukriechen und, in den Sessel gestemmt, sich ans Fenster zu lehnen, offenbar nur in irgendeiner Erinnerung an das Befreiende, das früher für ihn darin gelegen war, aus dem Fenster zu schauen. Denn tatsächlich sah er von Tag zu Tag die auch nur ein wenig entfernten Dinge immer undeutlicher; das gegenüberliegende Krankenhaus, dessen nur allzu häufigen Anblick er früher verflucht hatte, bekam er überhaupt nicht mehr zu Gesicht, und wenn er nicht genau gewußt hätte, daß er in der stillen, aber völlig städtischen Charlottenstraße wohnte, hätte er glauben können, von seinem Fenster aus in eine Einöde zu schauen, in welcher der graue Himmel und die graue Erde ununterscheidbar sich vereinigten. Nur zweimal hatte die aufmerksame Schwester sehen müssen, daß der Sessel beim Fenster stand, als sie schon jedesmal, nachdem sie das Zimmer aufgeräumt hatte, den Sessel wieder genau zum Fenster hinschob, ja sogar von nun ab den inneren Fensterflügel offen ließ.

Hätte Gregor nur mit der Schwester sprechen und ihr für alles danken können, was sie für ihn machen mußte, er hätte ihre Dienste leichter ertragen; so aber litt er darunter. Die Schwester suchte freilich die Peinlichkeit des Ganzen möglichst zu verwischen, und je längere Zeit verging, desto besser gelang es ihr natürlich auch, aber auch Gregor durchschaute mit der Zeit alles viel genauer. Schon ihr Eintritt war für ihn schrecklich. Kaum war sie eingetreten, lief sie, ohne sich Zeit zu nehmen, die Türe zu schließen, so sehr sie sonst darauf achtete, jedem den Anblick von Gregors Zimmer zu ersparen, geradewegs zum Fenster und riß es, als ersticke sie fast, mit hastigen Händen auf, blieb auch, selbst wenn es noch so kalt war, ein Weilchen beim Fenster und atmete tief. Mit diesem Laufen und Lärmen erschreckte sie Gregor täglich zweimal; die ganze Zeit über zitterte er unter dem Kanapee und wußte doch sehr gut, daß sie ihn gewiß gerne damit verschont hätte, wenn es ihr nur möglich gewesen wäre, sich in einem Zimmer, in dem sich Gregor befand, bei geschlossenem Fenster aufzuhalten.

Einmal, es war wohl schon ein Monat seit Gregors Verwandlung vergangen, und es war doch schon für die Schwester kein besonderer Grund mehr, über Gregors Aussehen in Erstaunen zu geraten, kam sie ein wenig früher als sonst und traf Gregor noch an, wie er, unbeweglich und so recht zum Erschrecken aufgestellt, aus dem Fenster schaute. Es wäre für Gregor nicht unerwartet gewesen, wenn sie nicht eingetreten wäre, da er sie durch seine Stellung verhinderte, sofort das Fenster zu öffnen, aber sie trat nicht nur nicht ein, sie fuhr sogar zurück und schloß die Tür; ein Fremder hätte geradezu denken können, Gregor habe ihr aufgelauert und habe sie beißen wollen.


Die Verwandlung - Teil 2 (2)

Während aber Gregor unmittelbar keine Neuigkeit erfahren konnte, erhorchte er manches aus den Nebenzimmern, und wo er nur einmal Stimmen hörte, lief er gleich zu der betreffenden Tür und drückte sich mit ganzem Leib an sie. But while Gregor was unable to get any news immediately, he overheard some things in the next room, and wherever he heard voices only once, he ran straight to the door in question and pressed himself against it with all his body. Ma mentre Gregor non poteva sapere subito nessuna notizia, sentiva cose dalle stanze adiacenti e, ogni volta che sentiva delle voci, correva dritto alla porta in questione e vi si premeva tutto il corpo. Besonders in der ersten: Zeit gab es kein Gespräch, das nicht irgendwie, wenn auch nur im geheimen, von ihm handelte. Especially in the first: There was no conversation that wasn't about him in some way, even if only in secret. Especialmente en el primer período no hubo una sola conversación que no fuera sobre él de alguna manera, aunque solo fuera en secreto. Zwei Tage lang waren bei allen Mahlzeiten Beratungen darüber zu hören, wie man sich jetzt verhalten solle; aber auch zwischen den Mahlzeiten sprach man über das gleiche Thema, denn immer waren zumindest zwei Familienmitglieder zu Hause, da wohl niemand allein zu Hause bleiben wollte und man die Wohnung doch auf keinen Fall gänzlich verlassen konnte. For two days deliberations on what to do now were heard at all meals; But the same topic was also discussed between meals, because there were always at least two family members at home, since nobody wanted to stay at home alone and under no circumstances could one leave the apartment entirely. Auch hatte das Dienstmädchen gleich am ersten Tag – es war nicht ganz klar, was und wieviel sie von dem Vorgefallenen wußte – kniefällig die Mutter gebeten, sie sofort zu entlassen, und als sie sich eine Viertelstunde danach verabschiedete, dankte sie für die Entlassung unter Tränen, wie für die größte Wohltat, die man ihr erwiesen hatte, und gab, ohne daß man es von ihr verlangte, einen fürchterlichen Schwur ab, niemandem auch nur das Geringste zu verraten. On the very first day - it was not quite clear what and how much she knew about what had happened - the maid had asked her mother on her knees to dismiss her immediately, and when she said goodbye a quarter of an hour later she thanked her with tears for the dismissal as if for the greatest benefit she had been shown, and, without being asked to do so, made a dreadful vow not to reveal the slightest thing to anyone.

Nun mußte die Schwester im Verein mit der Mutter auch kochen; allerdings machte das nicht viel Mühe, denn man aß fast nichts. Now the sister had to cook with the mother too; however, it wasn't much trouble, because you hardly ate anything. Ahora la hermana tenía que cocinar junto con la madre; sin embargo, eso no causó muchos problemas, porque uno no comía casi nada. Immer wieder hörte Gregor, wie der eine den anderen vergebens zum Essen aufforderte und keine andere Antwort bekam, als: »Danke, ich habe genug« oder etwas Ähnliches. Again and again Gregor heard one of them asking the other to eat in vain and getting no other answer than: "Thank you, I've had enough" or something like that. Una y otra vez Gregor escuchó cómo uno le pedía a otro que comiera en vano y no obtenía otra respuesta que: "Gracias, ya tuve suficiente" o algo similar. Getrunken wurde vielleicht auch nichts. Perhaps nothing was drunk either. Forse neanche niente era ubriaco. Öfters fragte die Schwester den Vater, ob er Bier haben wolle, und herzlich erbot sie sich, es selbst zu holen, und als der Vater schwieg, sagte sie, um ihm jedes Bedenken zu nehmen, sie könne auch die Hausmeisterin darum schicken, aber dann sagte der Vater schließlich ein großes »Nein«, und es wurde nicht mehr davon gesprochen. The sister often asked the father if he wanted a beer, and she heartily offered to fetch it herself, and when the father was silent, she said, to relieve him of any doubts, that she could send the caretaker for it, too, but then the father finally said a big "no" and it was no longer spoken of.

Schon im Laufe des ersten Tages legte der Vater die ganzen Vermögensverhältnisse und Aussichten sowohl der Mutter, als auch der Schwester dar. Already in the course of the first day the father explained the whole financial situation and prospects of both the mother and the sister. Hie und da stand er vom Tische auf und holte aus seiner kleinen Wertheimkassa, die er aus dem vor fünf Jahren erfolgten Zusammenbruch seines Geschäftes gerettet hatte, irgendeinen Beleg oder irgendein Vormerkbuch. Every now and then he would get up from the table and fetch some kind of receipt or note book from his little cash register, which he had saved from the collapse of his business five years ago. De vez en cuando se levantaba de la mesa y sacaba algún recibo o algún tipo de libreta de su pequeña caja registradora, que había salvado del colapso de su negocio cinco años antes. Di tanto in tanto si alzava da tavola e prendeva una ricevuta o una specie di taccuino dal suo piccolo registratore di cassa, che aveva salvato dal crollo della sua attività cinque anni prima. Man hörte, wie er das komplizierte Schloß aufsperrte und nach Entnahme des Gesuchten wieder verschloß. You could hear him unlocking the complicated lock and locking it again after taking out what he was looking for. Podías escucharlo abrir la cerradura complicada y volver a cerrarla después de tomar lo que estaba buscando. Potevi sentirlo sbloccare il complicato lucchetto e chiuderlo di nuovo dopo aver preso quello che stava cercando. Diese Erklärungen des Vaters waren zum Teil das erste Erfreuliche, was Gregor seit seiner Gefangenschaft zu hören bekam. These statements by the father were in part the first pleasant things Gregor had to hear since his imprisonment. Er war der Meinung gewesen, daß dem Vater von jenem Geschäft her nicht das Geringste übriggeblieben war, zumindest hatte ihm der Vater nichts Gegenteiliges gesagt, und Gregor allerdings hatte ihn auch nicht darum gefragt. He had been of the opinion that the father had nothing left of that business, at least his father hadn't told him otherwise, and Gregor hadn't asked him either. Había sido de la opinión de que a su padre no le había quedado nada de ese asunto, al menos su padre no le había dicho nada en contrario, y ciertamente Gregor tampoco le había preguntado al respecto. Gregors Sorge war damals nur gewesen, alles daranzusetzen, um die Familie das geschäftliche Unglück, das alle in eine vollständige Hoffnungslosigkeit gebracht hatte, möglichst rasch vergessen zu lassen. At the time, Gregor's only worry was to do everything possible to make the family forget as quickly as possible the business misfortune that had brought everyone into complete hopelessness. Und so hatte er damals mit ganz besonderem Feuer zu arbeiten angefangen und war fast über Nacht aus einem kleinen Kommis ein Reisender geworden, der natürlich ganz andere Möglichkeiten des Geldverdienens hatte, und dessen Arbeitserfolge sich sofort in Form der Provision zu Bargeld verwandelten, das der erstaunten und beglückten Familie zu Hause auf den Tisch gelegt werden konnte. And so he had started to work with a very special passion and had turned from a small clerk into a traveler almost overnight, who of course had completely different ways of making money, and whose work successes immediately turned into cash in the form of commission, which astonished him and happy family could be put on the table at home. Es waren schöne Zeiten gewesen, und niemals nachher hatten sie sich, wenigstens in diesem Glanze, wiederholt, trotzdem Gregor später so viel Geld verdiente, daß er den Aufwand der ganzen Familie zu tragen imstande war und auch trug. They had been good times, and never afterwards had they been repeated, at least in this splendor, despite the fact that Gregor later earned so much money that he was and was able to bear the expense of the whole family. Había habido buenos tiempos, y nunca se habían repetido, al menos en este esplendor, aunque Gregor ganó tanto dinero que pudo y aún puede hacer frente a los gastos de toda la familia. Man hatte sich eben daran gewöhnt, sowohl die Familie als auch Gregor, man nahm das Geld dankbar an, er lieferte es gern ab, aber eine besondere Wärme wollte sich nicht mehr ergeben. You had just got used to it, both the family and Gregor, you accepted the money gratefully, he was happy to deliver it, but there was no longer any special warmth. Uno acababa de acostumbrarse, tanto la familia como Gregor, aceptaron agradecidos el dinero, él se lo entregó felizmente, pero ya no había ningún calor especial. Nur die Schwester war Gregor doch noch nahe geblieben, und es war sein geheimer Plan, sie, die zum Unterschied von Gregor Musik sehr liebte und rührend Violine zu spielen verstand, nächstes Jahr, ohne Rücksicht auf die großen Kosten, die das verursachen mußte, und die man schon auf andere Weise hereinbringen würde, auf das Konservatorium zu schicken. Only his sister had stayed close to Gregor after all, and it was his secret plan to have her, who, unlike Gregor, loved music very much and knew how to play the violin, next year, regardless of the great costs that would have to cause, and that would be brought in in some other way to be sent to the Conservatory. Solo su hermana permaneció cerca de Gregor, y era su plan secreto tenerla, quien, a diferencia de Gregor, amaba mucho la música y sabía tocar el violín conmovedoramente, el próximo año, sin importar el gran gasto que tendría que causar, y cuál traería de otra manera, para enviar al conservatorio. Öfters während der kurzen Aufenthalte Gregors in der Stadt wurde in den Gesprächen mit der Schwester das Konservatorium erwähnt, aber immer nur als schöner Traum, an dessen Verwirklichung nicht zu denken war, und die Eltern hörten nicht einmal diese unschuldigen Erwähnungen gern; aber Gregor dachte sehr bestimmt daran und beabsichtigte, es am Weihnachtsabend feierlich zu erklären. During Gregor's short stays in the city, the Conservatory was mentioned in conversations with his sister, but always only as a beautiful dream that could not be realized, and the parents did not even like to hear these innocent mentions; but Gregor thought of it very firmly and intended to declare it solemnly on Christmas Eve.

Solche in seinem gegenwärtigen Zustand ganz nutzlose Gedanken gingen ihm durch den Kopf, während er dort aufrecht an der Türe klebte und horchte. Such thoughts, which were completely useless in his present condition, went through his head while he was there, glued to the door, and listened. Manchmal konnte er vor allgemeiner Müdigkeit gar nicht mehr zuhören und ließ den Kopf nachlässig gegen die Tür schlagen, hielt ihn aber sofort wieder fest, denn selbst das kleine Geräusch, das er damit verursacht hatte, war nebenan gehört worden und hatte alle verstummen lassen. Sometimes he could not listen at all because of the general tiredness and let his head bang carelessly against the door, but immediately held it tight again, because even the small noise he had made with it had been heard next door and had silenced everyone. »Was er nur wieder treibt«, sagte der Vater nach einer Weile, offenbar zur Türe hingewendet, und dann erst wurde das unterbrochene Gespräch allmählich wieder aufgenommen. "Whatever he's doing again," said his father after a while, evidently turning to the door, and only then was the interrupted conversation gradually resumed. —Otra vez en qué anda —dijo Padre al cabo de un rato, volviéndose evidentemente hacia la puerta, y sólo entonces se reanudó gradualmente la conversación interrumpida.

Gregor erfuhr nun zur Genüge – denn der Vater pflegte sich in seinen Erklärungen öfters zu wiederholen, teils, weil er selbst sich mit diesen Dingen schon lange nicht beschäftigt hatte, teils auch, weil die Mutter nicht alles gleich beim erstenmal verstand –, daß trotz allen Unglücks ein allerdings ganz kleines Vermögen aus der alten Zeit noch vorhanden war, das die nicht angerührten Zinsen in der Zwischenzeit ein wenig hatten anwachsen lassen. Gregor now found out enough - for his father used to repeat himself often in his explanations, partly because he had not dealt with these things for a long time, partly because his mother did not understand everything the first time - that despite everything Unfortunately, a very small fortune from the old days was still available, which the unaffected interest had in the meantime increased a little. Gregor ahora aprendió lo suficiente, ya que el padre solía repetirse a sí mismo a menudo en sus explicaciones, en parte porque no se había ocupado de estas cosas durante mucho tiempo, en parte porque la madre no entendió todo la primera vez, que a pesar de todo, lamentablemente, todavía existía una pequeña fortuna de los viejos tiempos, que el interés intacto había permitido crecer un poco mientras tanto. Außerdem aber war das Geld, das Gregor allmonatlich nach Hause gebracht hatte – er selbst hatte nur ein paar Gulden für sich behalten –, nicht vollständig aufgebraucht worden und hatte sich zu einem kleinen Kapital angesammelt. In addition, however, the money that Gregor had brought home every month - he himself had only kept a few guilders for himself - had not been completely used up and had accumulated into a small capital. Gregor, hinter seiner Türe, nickte eifrig, erfreut über diese unerwartete Vorsicht und Sparsamkeit. Gregor, behind his door, nodded eagerly, pleased with this unexpected caution and thrift. Eigentlich hätte er ja mit diesen überschüssigen Geldern die Schuld des Vaters gegenüber dem Chef weiter abgetragen haben können, und jener Tag, an dem er diesen Posten hätte loswerden können, wäre weit näher gewesen, aber jetzt war es zweifellos besser so, wie es der Vater eingerichtet hatte. Actually, with this excess money, he could have continued to pay off his father's debt to the boss, and the day when he could have gotten rid of this post would have been much closer, but now it was undoubtedly better the way his father was had set up. En realidad, podría haber saldado la deuda de su padre con el jefe con este dinero excedente, y el día en que podría haberse deshecho de este puesto hubiera estado mucho más cerca, pero ahora sin duda era mejor la forma en que su padre se había establecido. .

Nun genügte dieses Geld aber ganz und gar nicht, um die Familie etwa von den Zinsen leben zu lassen; es genügte vielleicht, um die Familie ein, höchstens zwei Jahre zu erhalten, mehr war es nicht. Now this money was by no means enough to let the family live on the interest; Perhaps it was enough to keep the family going for a year or two at the most, it was no more. Sin embargo, este dinero no fue suficiente para permitir que la familia viviera de los intereses; podría haber sido suficiente para mantener a la familia durante uno o dos años como máximo, no era mucho más. Es war also bloß eine Summe, die man eigentlich nicht angreifen durfte, und die für den Notfall zurückgelegt werden mußte; das Geld zum Leben aber mußte man verdienen. So it was just a sum that was not supposed to be attacked and which had to be put aside for emergencies; but the money to live had to be earned. Así que era solo una suma que realmente no deberías tocar y que tenía que reservarse para emergencias; pero uno tenía que ganar el dinero para vivir. Nun war aber der Vater ein zwar gesunder, aber alter Mann, der schon fünf Jahre nichts gearbeitet hatte und sich jedenfalls nicht viel zutrauen durfte; er hatte in diesen fünf Jahren, welche die ersten Ferien seines mühevollen und doch erfolglosen Lebens waren, viel Fett angesetzt und war dadurch recht schwerfällig geworden. But now the father was a healthy but old man who hadn't worked for five years and in any case could not trust himself very much; he had put on a lot of fat in those five years, which were the first vacation of his troubled and yet unsuccessful life, and had become quite clumsy as a result. Pero ahora el padre era un hombre sano pero anciano que no trabajaba desde hacía cinco años y en todo caso no se atrevía a hacer mucho; había engordado mucho y se había vuelto algo torpe en estos cinco años, que fueron las primeras vacaciones de su vida laboriosa y sin embargo infructuosa. Und die alte Mutter sollte nun vielleicht Geld verdienen, die an Asthma litt, der eine Wanderung durch die Wohnung schon Anstrengung verursachte, und die jeden zweiten Tag in Atembeschwerden auf dem Sofa beim offenen Fenster verbrachte? And the old mother should now perhaps earn some money, who suffered from asthma, which a hike through the apartment was already a strain, and who spent every other day with difficulty breathing on the sofa by the open window? Und die Schwester sollte Geld verdienen, die noch ein Kind war mit ihren siebzehn Jahren, und der ihre bisherige Lebensweise so sehr zu gönnen war, die daraus bestanden hatte, sich nett zu kleiden, lange zu schlafen, in der Wirtschaft mitzuhelfen, an ein paar bescheidenen Vergnügungen sich zu beteiligen und vor allem Violine zu spielen? And the sister was supposed to earn money, who was still a child at the age of seventeen and which had to be indulged so much in her previous way of life, which had consisted of dressing nicely, sleeping late, helping out in the house, on a few humble pleasures to participate and especially to play the violin? Wenn die Rede auf diese Notwendigkeit des Geldverdienens kam, ließ zuerst immer Gregor die Türe los und warf sich auf das neben der Tür befindliche kühle Ledersofa, denn ihm war ganz heiß vor Beschämung und Trauer. Whenever people talked about the need to earn money, Gregor always let go of the door first and threw himself on the cool leather sofa next to the door, because he was very hot with shame and sadness. Cada vez que se discutía la necesidad de ganar dinero, Gregor era el primero en soltar la puerta y se tiraba en el fresco sofá de cuero junto a la puerta, porque estaba ardiendo de vergüenza y dolor.

Oft lag er dort die ganzen langen Nächte über, schlief keinen Augenblick und scharrte nur stundenlang auf dem Leder. Often he lay there all long nights, never slept for a moment and only pawed on the leather for hours. Oder er scheute nicht die Mühe, einen Sessel zum Fenster zu schieben, dann die Fensterbrüstung hinaufzukriechen und, in den Sessel gestemmt, sich ans Fenster zu lehnen, offenbar nur in irgendeiner Erinnerung an das Befreiende, das früher für ihn darin gelegen war, aus dem Fenster zu schauen. Or he did not shy away from the effort of pushing an armchair to the window, then crawling up the window parapet and, propped up in the armchair, leaning against the window, evidently only in some memory of the liberation that was formerly in it for him, from the To look window. O no rehuyó empujar una silla hacia la ventana, luego trepar por el alféizar de la ventana y, apoyándose en la silla, apoyándose contra la ventana, evidentemente solo en algún recuerdo de la cosa liberadora que solía estar allí para él. , fuera de la ventana para mirar. Denn tatsächlich sah er von Tag zu Tag die auch nur ein wenig entfernten Dinge immer undeutlicher; das gegenüberliegende Krankenhaus, dessen nur allzu häufigen Anblick er früher verflucht hatte, bekam er überhaupt nicht mehr zu Gesicht, und wenn er nicht genau gewußt hätte, daß er in der stillen, aber völlig städtischen Charlottenstraße wohnte, hätte er glauben können, von seinem Fenster aus in eine Einöde zu schauen, in welcher der graue Himmel und die graue Erde ununterscheidbar sich vereinigten. For in fact he saw things that were even a little distant from day to day more and more indistinctly; The hospital opposite, the all too frequent sight of which he had cursed earlier, he could no longer see at all, and if he had not known for sure that he lived in the quiet but completely urban Charlottenstrasse, he would have believed it was from his window to look out into a wasteland in which the gray sky and the gray earth indistinguishably unite. Porque, de hecho, veía cosas que estaban sólo un poco distantes día a día más y más indistintamente; nunca llegó a ver el hospital de enfrente, que había maldecido con demasiada frecuencia para ver, y si no hubiera sabido con certeza que vivía en la tranquila pero completamente urbana Charlottenstrasse, podría haber pensado que era desde su ventana mirando hacia afuera. un páramo donde el cielo gris y la tierra gris se fusionaron indistinguiblemente. Nur zweimal hatte die aufmerksame Schwester sehen müssen, daß der Sessel beim Fenster stand, als sie schon jedesmal, nachdem sie das Zimmer aufgeräumt hatte, den Sessel wieder genau zum Fenster hinschob, ja sogar von nun ab den inneren Fensterflügel offen ließ. The attentive nurse only had to see that the armchair was by the window twice, when she pushed the armchair back to the window every time after she had tidied up the room, and from now on even left the inner casement open. Sólo en dos ocasiones la atenta enfermera tuvo que ver que el sillón estaba junto a la ventana, cuando cada vez después de haber ordenado la habitación empujó el sillón hacia la ventana, dejando incluso abierta la ventana interior a partir de ese momento.

Hätte Gregor nur mit der Schwester sprechen und ihr für alles danken können, was sie für ihn machen mußte, er hätte ihre Dienste leichter ertragen; so aber litt er darunter. If Gregor could only have spoken to his sister and thanked her for everything she had to do for him, he would have endured her services more easily; but as it was, he suffered from it. Si Gregor hubiera podido hablar con su hermana y agradecerle todo lo que tenía que hacer por él, habría soportado más fácilmente sus servicios; pero sufrió como estaba. Die Schwester suchte freilich die Peinlichkeit des Ganzen möglichst zu verwischen, und je längere Zeit verging, desto besser gelang es ihr natürlich auch, aber auch Gregor durchschaute mit der Zeit alles viel genauer. The sister tried to blur the embarrassment of the whole thing as much as possible, and the longer the time passed, the better she succeeded, of course, but Gregor also got through everything much more precisely over time. Schon ihr Eintritt war für ihn schrecklich. Just entering was terrible for him. Incluso su entrada fue terrible para él. Kaum war sie eingetreten, lief sie, ohne sich Zeit zu nehmen, die Türe zu schließen, so sehr sie sonst darauf achtete, jedem den Anblick von Gregors Zimmer zu ersparen, geradewegs zum Fenster und riß es, als ersticke sie fast, mit hastigen Händen auf, blieb auch, selbst wenn es noch so kalt war, ein Weilchen beim Fenster und atmete tief. No sooner had she entered than she ran straight to the window, without taking the time to close the door, no matter how much she was careful to spare anyone the sight of Gregor's room, and tore it with hasty hands, as if she were almost suffocating up, stayed by the window for a while, even if it was so cold, and breathed deeply. Tan pronto como entró, corrió directamente a la ventana, sin tomarse el tiempo de cerrar la puerta, por mucho cuidado que tuviera habitualmente para evitar que todos vieran la habitación de Gregor, y la abrió de un tirón con manos apresuradas, como si estuviera a punto de asfixiarse, se quedó un rato junto a la ventana, sin importar el frío que hiciera, y respiró hondo. Mit diesem Laufen und Lärmen erschreckte sie Gregor täglich zweimal; die ganze Zeit über zitterte er unter dem Kanapee und wußte doch sehr gut, daß sie ihn gewiß gerne damit verschont hätte, wenn es ihr nur möglich gewesen wäre, sich in einem Zimmer, in dem sich Gregor befand, bei geschlossenem Fenster aufzuhalten. With this running and noise, she frightened Gregor twice a day; the whole time he was trembling under the sofa and knew very well that she would certainly have gladly spared him that, if only she had been able to stay in a room where Gregor was with the window closed. Dos veces al día asustaba a Gregorio con este correr y hacer ruido; todo el tiempo estuvo temblando debajo del sofá y, sin embargo, sabía muy bien que ella lo habría perdonado con mucho gusto si hubiera podido estar en una habitación donde Gregor estaba con la ventana cerrada.

Einmal, es war wohl schon ein Monat seit Gregors Verwandlung vergangen, und es war doch schon für die Schwester kein besonderer Grund mehr, über Gregors Aussehen in Erstaunen zu geraten, kam sie ein wenig früher als sonst und traf Gregor noch an, wie er, unbeweglich und so recht zum Erschrecken aufgestellt, aus dem Fenster schaute. Once, it was probably already a month since Gregor's metamorphosis, and it was no longer a special reason for the sister to be astonished by Gregor's appearance, she came a little earlier than usual and still met Gregor, like him, immobile and so set up to frighten, looked out the window. Una vez, probablemente había pasado un mes desde la transformación de Gregor, y ya no había ninguna razón en particular para que mi hermana se sorprendiera por la apariencia de Gregor, llegó un poco antes de lo habitual y encontró a Gregor, como él, inmóvil y tan aterradoramente , mirando por la ventana. Es wäre für Gregor nicht unerwartet gewesen, wenn sie nicht eingetreten wäre, da er sie durch seine Stellung verhinderte, sofort das Fenster zu öffnen, aber sie trat nicht nur nicht ein, sie fuhr sogar zurück und schloß die Tür; ein Fremder hätte geradezu denken können, Gregor habe ihr aufgelauert und habe sie beißen wollen. It would not have been unexpected for Gregor if she had not entered, since his position prevented her from opening the window at once, but she not only did not enter, she even retreated and closed the door; a stranger might have thought that Gregor had been lying in wait for her and wanted to bite her. No habría sido inesperado para Gregor si ella no hubiera entrado, ya que su posición le impedía abrir la ventana inmediatamente, pero no sólo no entró, sino que incluso se echó hacia atrás y cerró la puerta; un extraño podría haber pensado que Gregor la había tendido una emboscada y quería morderla. Non sarebbe stato inaspettato per Gregor se non fosse entrata, poiché la sua posizione le impediva di aprire subito la finestra, ma non solo non è entrata, si è anche tirata indietro e ha chiuso la porta; uno sconosciuto avrebbe potuto pensare che Gregor le avesse teso un'imboscata e volesse morderla.