Thematisierung von Schrift und phonologischer Bewusstheit
Buchstaben und Schrift, das wissen wir inzwischen, sollten eigentlich in der
Kita schon eine Rolle spielen, sollten ihren Platz haben, sollten aber
spielerisch ihren Platz haben. Da sollte es nicht darum gehen, Kindern Lesen
und Schreiben beizubringen im schulischen Sinn, sondern Neugier zu
wecken, Freude am Umgang mit Büchern zu wecken,
vielleicht zu thematisieren, was kann man mit Schrift überhaupt machen, was ist die
Funktion von Schrift. Also ich kann euch das Buch nur vorlesen, weil da jemand was
geschrieben hat. Schau mal das ist ein Ordner?
Da steht Ka-ssie-ra,
genau. Und da ist ein Foto von dir, schau, ein ganz
tolles Foto von dir. Ja. Ja. Je mehr Schrift präsent ist im Alltag im Kitaalltag,
desto mehr Gelegenheiten gibt es eben auch für Kinder nachzufragen, neugierig
zu werden und Schrift zu entdecken. Genau, da können wir ja was drauf schreiben, auf
dein Bild. "Osterhase war zu Besuch."
Also die Kinder, ichsage mal in dem Alter Krippenalter,
können zwar noch nicht lesen und schreiben, aber es ist ja irgendwie ein
visueller Kontakt. Die Kinder nehmen die Buchstaben oder die Sachen wahr. In
unserer Einrichtung haben wir uns bewusst dafür entschieden, auch in den
Gruppen mit Kindern, die noch nicht lesen können, die Namen auf die Stühle zu
schreiben, da Kinder Schrift als Symbole auch erkennen. Ist das deiner? Schau mal
hinten drauf. Ist das deiner? Ja. Genau, das deiner.
Sie erkennen Schrift nicht wie wir Erwachsene, als fertige Konzepte für
bestimmte Inhalte, aber sie erkennen Buchstaben als Symbole. Sie erkennen
bestimmte Buchstabenkombination und können so schon ihren Namen erkennen.
Zwei Stühle habe ich noch zur Auswahl, welcher könnte deiner sein?
Das. Das denk ich auch, dass das deiner ist. Also, phonologische Bewusstheit umfasst
einen relativ großen Komplex, der in der deutschen Sprache sehr wichtig wird,
für das Lesen- und Schreibenlernen. In der deutschen Sprache schränke ich ein,
weil die deutsche Sprache hauptsächlich auf mehr oder weniger
Zuordnung von gesprochenen Lauten und Schriftzeichen beruht. Und man lernt
die Sprache eben nicht wie chinesische Schriftzeichen auswendig,
sondern man lernt quasi über die Lautwahrnehmung auch die Verschriftung.
Deswegen ist es ist die sogenannte phonologische Bewusstheit ein wichtiger
Lernprozess, bevor man ins Lesen und Schreiben gehen kann als Kind
Der neunte No-vem-ber. Prima. Neunte November. Ich muss erkennen wo sind Wortgrenzen,
wo sind Silbengrenzen, wie viele Silben hat überhaupt ein Wort,
ich muss Anlaute raushören können aus dem Sprachfluss oder eines Wortes, damit
ich hinterher auch in der Lage bin, diese einzelnen Bestandteile der
Schriftsprache wieder auf Papier zu bringen.