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2021 Tagesschau, Sendung: tagesschau 25.01.2021 12:00 Uhr - Corona-Mutationen in Deutschland

Sendung: tagesschau 25.01.2021 12:00 Uhr - Corona-Mutationen in Deutschland

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Heute im Studio: Claus-Erich Boetzkes

Willkommen zur tagesschau.

Veränderte Varianten des Coronavirus aus Großbritannien,

Südafrika und Brasilien zirkulieren auch in Deutschland.

Sie gelten als besonders ansteckend

und werden über eine Sequenzierung nachgewiesen.

Die Verfahren sind relativ aufwändig noch nicht weit verbreitet.

Das Bundesgesundheitsministerium hat nun angeordnet,

dass Labore verstärkt nach diesen Mutationen suchen sollen:

Bei fünf Prozent der Positivproben.

Sie sind auf der Suche nach Mutationen des Coronavirus.

Viel Arbeit für das Team

des medizinischen Labordienstleisters Bioscientia in Ingelheim.

Bevor Bioinformatiker mit der Auswertung beginnen,

wird das Erbgut positiver Proben entschlüsselt.

Das dauert 30 Stunden.

Insgesamt beansprucht der Prozess mehrere Tage.

Sequenzierung ist aufwendig und teuer.

Wir hatten bis jetzt als Privatinstitut

keine echte Beauftragung.

Es war auch keine Vergütung festgelegt.

Nun erhalten Labore 220 Euro pro sequenzierter Probe

vom Gesundheitsministerium.

Mindestens 5 % aller positiven Corona-Proben bundesweit

sollen analysiert werden, so die Vorgabe der Politik.

Zuletzt gab es Kritik,

weil Deutschland bislang nicht systematisch nach Mutationen suche.

Ich denke nicht, dass wir zu spät starten.

Wir starten richtig, um zu schauen, dass es keine weiteren Probleme

mit dem Ansprechen auf den Impfstoff geben wird.

1500 Proben wöchentlich sollen bei Bioscientia analysiert werden.

Die Daten übermittelt das Labor an das RKI.

So soll sich ein klareres Bild ergeben,

wo in Deutschland welche Virus-Varianten auftreten.

Auf ihm ruhen große Hoffnungen.

Doch vorerst wird der Impfstoff von AstraZeneca in Europa knapp bleiben.

Die Lieferprobleme soll der britisch-schwedische Hersteller

heute vor dem zuständigen EU-Lenkungsausschuss erklären.

Ratspräsident Michel hatte gestern im Radio gesagt,

die EU behalte sich den Einsatz juristischer Mittel vor.

Vereinbart ist mit AstraZeneca

die Lieferung von bis zu 400 Mio. Dosen.

Ich spreche jetzt mit Michael Grytz in Brüssel.

AstraZeneca versorgt angeblich Großbritannien mit genug Dosen

und kürzt bei der EU.

Wie belastbar sind diese Vorwürfe?

Das ist offensichtlich so.

Ich habe am Wochenende mit einem Europa-Abgeordneten gesprochen.

Ein Unternehmensvertreter will es ihm bestätigt haben.

Diese Frage beschäftigt die EU.

Das Unternehmen

bezieht sich offensichtlich auf unterschiedliche Lieferketten.

Das will man nicht als Argument akzeptieren.

Man könne auch Dosen aus Großbritannien in die EU fliegen.

Man pocht darauf, dass das geschieht.

Man erwartet erste Antworten.

Wie groß ist die Verärgerung in der EU?

Sehr groß.

Es ist ein richtiges Beben.

Es gibt einen ganzen Fragenkatalog.

Vor allem will man wissen:

Bereits im Sommer hatte die EU- Kommission viel Geld vorbehalten.

AstraZeneca sollte im Vorhinein produzieren.

Man fragt sich, wo die Dosen sind.

Oder existieren sie überhaupt?

AstraZeneca muss Antworten liefern.

Da sind offene Fragen.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Ernst,

hält erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich.

Der "Rheinischen Post" sagte sie, bei entsprechender Infektionslage

sei etwa Wechselunterricht vor Ort und zu Hause denkbar.

Anfangs könne das

auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten.

Kein Bundesland solle auf ein anderes warten müssen,

sagte die SPD-Politikerin.

Sie halte es für richtig, dass die Länder ihre Spielräume nutzten.

Angesichts der Corona-Krise fordern 36 Gewerkschaften,

Sozialverbände und Initiativen Soforthilfen für Bedürftige.

Hartz-IV-Sätze und Altersgrundsicherung müssten auf

mindestens 600 Euro angehoben und Extra-Hilfen gezahlt werden.

Nur so könnten Ärmere die gestiegenen Lebenshaltungskosten noch tragen,

heißt es im Aufruf der Hilfswerke.

Auch Pausen für Mietzahlungen müssten erneuert werden.

Das Weltwirtschaftsforum im winterlichen Davos

ist ein Ort enger Kontakte zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Doch 2021 finden die Gespräche wegen Corona virtuell statt.

Die Pandemie und ihre Folgen sind das zentrale Thema.

Die Macher des Weltwirtschaftsforums

sprechen von einem entscheidenden Jahr für die Menschheit.

Kein Treffen wie sonst in Davos in den Schweizer Alpen.

Stattdessen eine digitale Konferenz des Weltwirtschaftsforums.

Mit der "Davos Agenda" will das Forum

die wirtschaftliche Erneuerung nach der Corona-Krise vorantreiben.

Damit das gelingt, müsse die Wirtschaft noch nachhaltiger,

fairer und sozialer werden, fordern die Veranstalter.

Der Schüssel ist, dass wir uns um die Menschen kümmern müssen,

die wegen Covid in ihrer Existenz bedroht sind.

Wir müssen genügend menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen für jeden,

wenn wir eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung schaffen wollen.

Die Pandemie drohe,

die soziale Ungleichheit in fast allen Ländern zu verschärfen.

So ein Bericht der Hilfsorganisation Oxfam.

Armut nehme weltweit zu, v.a. Frauen seien betroffen.

Frauen arbeiten überproportional in prekären Arbeitsverhältnissen.

Sie sind in der Pandemie

von Arbeitsplatz- und Einkommensverlust bedroht.

Es sind große Herausforderungen.

Eine Woche lang suchen Spitzen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft

und Gesellschaft nach Lösungen für den Weg aus der Corona-Krise.

Die Bilder haben am Wochenende Empörung ausgelöst:

Polizisten, die mit Knüppeln auf friedliche Demonstranten einprügeln.

In Moskau, in St. Petersburg, auch im fernen Sibirien.

Überall attackierten russische Sicherheitskräfte

Anhänger des Oppositionellen Nawalny, über 3500 wurden festgenommen.

Was dieses Vorgehen für den Umgang mit Russland bedeutet,

darüber beraten in Brüssel die Außenminister der EU.

Vor Beginn der Gespräche sagte Außenminister Maas:

Auch in Russland hat jeder das verfassungsmäßige Recht,

seine Meinung zu äußern und zu demonstrieren.

Rechtsstaatliche Prinzipien müssen auch dort gelten.

Dazu hat sich Russland immer verpflichtet.

Daher erwarten wir, dass die, die friedlich protestiert haben,

unverzüglich freigelassen werden.

In Brüssel ist Markus Preiß.

Der Ton der EU gegenüber Russland wird deutlich schärfer, oder?

Der Ton schon.

Die Frage ist nur, welche Taten folgen.

Gibt es weitere Einreisesperren?

Da ist man noch zurückhaltend.

Die EU kann nicht immer sofort reagieren.

Sie braucht eine Gesamtstrategie.

Eine Debatte darüber ist vorgesehen.

Auch im Fall Nawalny weiß man gar nicht,

wie die Sache ausgeht.

Er ist zunächst für 30 Tage in Haft.

Würde er freigelassen, könnte man wieder mal Kooperation reden.

Das russische Spezialschiff "Fortuna"

hat mit Arbeiten für den Weiterbau von Nord Stream 2 begonnen.

Hat die Pipeline noch eine Zukunft?

Wenn man die Gegebenheiten anguckt, dann schon.

Seit gestern wird wieder daran gebaut.

Aber in der EU wächst der Widerstand.

Viele der Länder sagen, das sei der Hebel,

um Russland unter Druck zu setzen.

Viele EU-Parlamentarier fordern ein Moratorium.

Man könne Russland so treffen.

Zur Börse.

Der Ifo-Geschäftsklima-Index ist unerwartet stark gesunken.

Die zweite Corona-Welle und die Impf-Probleme senken die Stimmung.

Bei den 9000 Managern sei Ernüchterung eingekehrt, heißt es.

Samir Ibrahim, wie wirkt sich das auf die Aktienkurse heute aus?

Man hatte damit gerechnet, dass es schlechter werden würde.

Diese Umfrage fand statt, als über den Lockdown diskutiert wurde.

Aber man wurde überrascht.

Der DAX startete nämlich im Plus.

Aber die Kurse gingen dann doch herunter.

Man fürchtet, dass es mit dem Impfen nicht vorankommt.

Man ist zurückhaltend.

Sie waren getrieben von Wut, aber auch von Hoffnung.

Ermutigt von Protesten in anderen Teilen der arabischen Welt

gingen heute vor zehn Jahren auch in Ägypten Menschen auf die Straßen:

Gegen Unterdrückung durch ihre damalige Führung.

V.a. auf dem Tahrir-Platz in Kairo wurden es immer mehr.

Präsident Mubarak trat schließlich zurück.

Geblieben ist vom Arabischen Frühling in Ägypten wenig.

Geschäftiges Treiben in Kairo heute morgen.

Keine Proteste, keine Ausschreitungen.

Seit Tagen ist am Tahrir-Platz die Polizeipräsenz enorm.

Die Anspannung greifbar.

Vor zehn Jahren entlädt sich die Wut gegen die Regierung.

Hunderttausende fordern Brot und Freiheit, riskieren ihr Leben.

Wir alle wollten Veränderungen.

Wir hatten die Diktatur satt und die schlimme Wirtschaftslage.

Drei Wochen später stürzt Langzeitherrscher Mubarak.

Bei den ersten freien Wahlen

siegen die islamistischen Muslimbrüder und Mohamed Mursi.

Die Politik des Präsidenten führt zu neuen Protesten

und einem Putsch durch General Sisi.

Der herrscht seither mit eiserner Hand, wie ein Ex-Abgeordneter sagt.

Die Ziele der Revolution sind nie verwirklicht worden,

wurden schnell als schlecht verurteilt.

Man sorgte dafür, dass sie schnell vergessen werden.

Tausende politische Gefangene leiden unter Folter und Repression,

wie Amnesty International berichtet.

Die Regierung bezeichnet das als Lügen.

Zum Jahrestag will sie Gefangene, die über 15 Jahre einsaßen,

auf Bewährung entlassen.

Bei der Präsidentenwahl in Portugal

ist der Amtsinhaber für fünf Jahre bestätigt worden.

Rebelo de Sousa erhielt 61 Prozent der Stimmen.

Er setzte sich klar gegen seine Herausforderer durch:

Die sozialistische Kandidatin Gomez und den Rechtspopulisten Ventura.

Sie bekamen jeweils etwa zwölf Prozent.

Es wird zunehmend winterlich in den kommenden Tagen.

Auch in tieferen Lagen kann es schneien.

Hier ist unsere Vorhersage, zunächst für heute Nachmittag.

Wolken dominieren, zeitweise Schnee, in tieferen Lagen Schneeregen.

Die größten Neuschneemengen

sind von Schwarzwald bis Allgäu zu erwarten.

In Hochlagen stürmische Böen.

Im Norden und Nordosten örtlich Schnee-, Graupel- oder Regenschauer.

In der Nacht am Alpenrand Schneefall.

Vom Nordwesten ziehen neue Schnee-, in tiefen Lagen auch Regenfälle auf.

Das war die Tagesschau um 12.

Um 13 Uhr kommt das Mittagsmagazin, darin die nächste Tagesschau.

Wir sehen uns um 14 Uhr wieder.

Bis dahin.

Copyright Untertitel: NDR 2021


Sendung: tagesschau 25.01.2021 12:00 Uhr - Corona-Mutationen in Deutschland

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Heute im Studio: Claus-Erich Boetzkes

Willkommen zur tagesschau.

Veränderte Varianten des Coronavirus aus Großbritannien,

Südafrika und Brasilien zirkulieren auch in Deutschland.

Sie gelten als besonders ansteckend

und werden über eine Sequenzierung nachgewiesen.

Die Verfahren sind relativ aufwändig noch nicht weit verbreitet.

Das Bundesgesundheitsministerium hat nun angeordnet,

dass Labore verstärkt nach diesen Mutationen suchen sollen:

Bei fünf Prozent der Positivproben.

Sie sind auf der Suche nach Mutationen des Coronavirus.

Viel Arbeit für das Team

des medizinischen Labordienstleisters Bioscientia in Ingelheim.

Bevor Bioinformatiker mit der Auswertung beginnen,

wird das Erbgut positiver Proben entschlüsselt.

Das dauert 30 Stunden.

Insgesamt beansprucht der Prozess mehrere Tage.

Sequenzierung ist aufwendig und teuer.

Wir hatten bis jetzt als Privatinstitut

keine echte Beauftragung.

Es war auch keine Vergütung festgelegt.

Nun erhalten Labore 220 Euro pro sequenzierter Probe

vom Gesundheitsministerium.

Mindestens 5 % aller positiven Corona-Proben bundesweit

sollen analysiert werden, so die Vorgabe der Politik.

Zuletzt gab es Kritik,

weil Deutschland bislang nicht systematisch nach Mutationen suche.

Ich denke nicht, dass wir zu spät starten.

Wir starten richtig, um zu schauen, dass es keine weiteren Probleme

mit dem Ansprechen auf den Impfstoff geben wird.

1500 Proben wöchentlich sollen bei Bioscientia analysiert werden.

Die Daten übermittelt das Labor an das RKI.

So soll sich ein klareres Bild ergeben,

wo in Deutschland welche Virus-Varianten auftreten.

Auf ihm ruhen große Hoffnungen.

Doch vorerst wird der Impfstoff von AstraZeneca in Europa knapp bleiben.

Die Lieferprobleme soll der britisch-schwedische Hersteller

heute vor dem zuständigen EU-Lenkungsausschuss erklären.

Ratspräsident Michel hatte gestern im Radio gesagt,

die EU behalte sich den Einsatz juristischer Mittel vor.

Vereinbart ist mit AstraZeneca

die Lieferung von bis zu 400 Mio. Dosen.

Ich spreche jetzt mit Michael Grytz in Brüssel.

AstraZeneca versorgt angeblich Großbritannien mit genug Dosen

und kürzt bei der EU.

Wie belastbar sind diese Vorwürfe?

Das ist offensichtlich so.

Ich habe am Wochenende mit einem Europa-Abgeordneten gesprochen.

Ein Unternehmensvertreter will es ihm bestätigt haben.

Diese Frage beschäftigt die EU.

Das Unternehmen

bezieht sich offensichtlich auf unterschiedliche Lieferketten.

Das will man nicht als Argument akzeptieren.

Man könne auch Dosen aus Großbritannien in die EU fliegen.

Man pocht darauf, dass das geschieht.

Man erwartet erste Antworten.

Wie groß ist die Verärgerung in der EU?

Sehr groß.

Es ist ein richtiges Beben.

Es gibt einen ganzen Fragenkatalog.

Vor allem will man wissen:

Bereits im Sommer hatte die EU- Kommission viel Geld vorbehalten.

AstraZeneca sollte im Vorhinein produzieren.

Man fragt sich, wo die Dosen sind.

Oder existieren sie überhaupt?

AstraZeneca muss Antworten liefern.

Da sind offene Fragen.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Ernst,

hält erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich.

Der "Rheinischen Post" sagte sie, bei entsprechender Infektionslage

sei etwa Wechselunterricht vor Ort und zu Hause denkbar.

Anfangs könne das

auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten.

Kein Bundesland solle auf ein anderes warten müssen,

sagte die SPD-Politikerin.

Sie halte es für richtig, dass die Länder ihre Spielräume nutzten.

Angesichts der Corona-Krise fordern 36 Gewerkschaften,

Sozialverbände und Initiativen Soforthilfen für Bedürftige.

Hartz-IV-Sätze und Altersgrundsicherung müssten auf

mindestens 600 Euro angehoben und Extra-Hilfen gezahlt werden.

Nur so könnten Ärmere die gestiegenen Lebenshaltungskosten noch tragen,

heißt es im Aufruf der Hilfswerke.

Auch Pausen für Mietzahlungen müssten erneuert werden.

Das Weltwirtschaftsforum im winterlichen Davos

ist ein Ort enger Kontakte zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Doch 2021 finden die Gespräche wegen Corona virtuell statt.

Die Pandemie und ihre Folgen sind das zentrale Thema.

Die Macher des Weltwirtschaftsforums

sprechen von einem entscheidenden Jahr für die Menschheit.

Kein Treffen wie sonst in Davos in den Schweizer Alpen.

Stattdessen eine digitale Konferenz des Weltwirtschaftsforums.

Mit der "Davos Agenda" will das Forum

die wirtschaftliche Erneuerung nach der Corona-Krise vorantreiben.

Damit das gelingt, müsse die Wirtschaft noch nachhaltiger,

fairer und sozialer werden, fordern die Veranstalter.

Der Schüssel ist, dass wir uns um die Menschen kümmern müssen,

die wegen Covid in ihrer Existenz bedroht sind.

Wir müssen genügend menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen für jeden,

wenn wir eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung schaffen wollen.

Die Pandemie drohe,

die soziale Ungleichheit in fast allen Ländern zu verschärfen.

So ein Bericht der Hilfsorganisation Oxfam.

Armut nehme weltweit zu, v.a. Frauen seien betroffen.

Frauen arbeiten überproportional in prekären Arbeitsverhältnissen.

Sie sind in der Pandemie

von Arbeitsplatz- und Einkommensverlust bedroht.

Es sind große Herausforderungen.

Eine Woche lang suchen Spitzen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft

und Gesellschaft nach Lösungen für den Weg aus der Corona-Krise.

Die Bilder haben am Wochenende Empörung ausgelöst:

Polizisten, die mit Knüppeln auf friedliche Demonstranten einprügeln.

In Moskau, in St. Petersburg, auch im fernen Sibirien.

Überall attackierten russische Sicherheitskräfte

Anhänger des Oppositionellen Nawalny, über 3500 wurden festgenommen.

Was dieses Vorgehen für den Umgang mit Russland bedeutet,

darüber beraten in Brüssel die Außenminister der EU.

Vor Beginn der Gespräche sagte Außenminister Maas:

Auch in Russland hat jeder das verfassungsmäßige Recht,

seine Meinung zu äußern und zu demonstrieren.

Rechtsstaatliche Prinzipien müssen auch dort gelten.

Dazu hat sich Russland immer verpflichtet.

Daher erwarten wir, dass die, die friedlich protestiert haben,

unverzüglich freigelassen werden.

In Brüssel ist Markus Preiß.

Der Ton der EU gegenüber Russland wird deutlich schärfer, oder?

Der Ton schon.

Die Frage ist nur, welche Taten folgen.

Gibt es weitere Einreisesperren?

Da ist man noch zurückhaltend.

Die EU kann nicht immer sofort reagieren.

Sie braucht eine Gesamtstrategie.

Eine Debatte darüber ist vorgesehen.

Auch im Fall Nawalny weiß man gar nicht,

wie die Sache ausgeht.

Er ist zunächst für 30 Tage in Haft.

Würde er freigelassen, könnte man wieder mal Kooperation reden.

Das russische Spezialschiff "Fortuna"

hat mit Arbeiten für den Weiterbau von Nord Stream 2 begonnen.

Hat die Pipeline noch eine Zukunft?

Wenn man die Gegebenheiten anguckt, dann schon.

Seit gestern wird wieder daran gebaut.

Aber in der EU wächst der Widerstand.

Viele der Länder sagen, das sei der Hebel,

um Russland unter Druck zu setzen.

Viele EU-Parlamentarier fordern ein Moratorium.

Man könne Russland so treffen.

Zur Börse.

Der Ifo-Geschäftsklima-Index ist unerwartet stark gesunken.

Die zweite Corona-Welle und die Impf-Probleme senken die Stimmung.

Bei den 9000 Managern sei Ernüchterung eingekehrt, heißt es.

Samir Ibrahim, wie wirkt sich das auf die Aktienkurse heute aus?

Man hatte damit gerechnet, dass es schlechter werden würde.

Diese Umfrage fand statt, als über den Lockdown diskutiert wurde.

Aber man wurde überrascht.

Der DAX startete nämlich im Plus.

Aber die Kurse gingen dann doch herunter.

Man fürchtet, dass es mit dem Impfen nicht vorankommt.

Man ist zurückhaltend.

Sie waren getrieben von Wut, aber auch von Hoffnung.

Ermutigt von Protesten in anderen Teilen der arabischen Welt

gingen heute vor zehn Jahren auch in Ägypten Menschen auf die Straßen:

Gegen Unterdrückung durch ihre damalige Führung.

V.a. auf dem Tahrir-Platz in Kairo wurden es immer mehr.

Präsident Mubarak trat schließlich zurück.

Geblieben ist vom Arabischen Frühling in Ägypten wenig.

Geschäftiges Treiben in Kairo heute morgen.

Keine Proteste, keine Ausschreitungen.

Seit Tagen ist am Tahrir-Platz die Polizeipräsenz enorm.

Die Anspannung greifbar.

Vor zehn Jahren entlädt sich die Wut gegen die Regierung.

Hunderttausende fordern Brot und Freiheit, riskieren ihr Leben.

Wir alle wollten Veränderungen.

Wir hatten die Diktatur satt und die schlimme Wirtschaftslage.

Drei Wochen später stürzt Langzeitherrscher Mubarak.

Bei den ersten freien Wahlen

siegen die islamistischen Muslimbrüder und Mohamed Mursi.

Die Politik des Präsidenten führt zu neuen Protesten

und einem Putsch durch General Sisi.

Der herrscht seither mit eiserner Hand, wie ein Ex-Abgeordneter sagt.

Die Ziele der Revolution sind nie verwirklicht worden,

wurden schnell als schlecht verurteilt.

Man sorgte dafür, dass sie schnell vergessen werden.

Tausende politische Gefangene leiden unter Folter und Repression,

wie Amnesty International berichtet.

Die Regierung bezeichnet das als Lügen.

Zum Jahrestag will sie Gefangene, die über 15 Jahre einsaßen,

auf Bewährung entlassen.

Bei der Präsidentenwahl in Portugal

ist der Amtsinhaber für fünf Jahre bestätigt worden.

Rebelo de Sousa erhielt 61 Prozent der Stimmen.

Er setzte sich klar gegen seine Herausforderer durch:

Die sozialistische Kandidatin Gomez und den Rechtspopulisten Ventura.

Sie bekamen jeweils etwa zwölf Prozent.

Es wird zunehmend winterlich in den kommenden Tagen.

Auch in tieferen Lagen kann es schneien.

Hier ist unsere Vorhersage, zunächst für heute Nachmittag.

Wolken dominieren, zeitweise Schnee, in tieferen Lagen Schneeregen.

Die größten Neuschneemengen

sind von Schwarzwald bis Allgäu zu erwarten.

In Hochlagen stürmische Böen.

Im Norden und Nordosten örtlich Schnee-, Graupel- oder Regenschauer.

In der Nacht am Alpenrand Schneefall.

Vom Nordwesten ziehen neue Schnee-, in tiefen Lagen auch Regenfälle auf.

Das war die Tagesschau um 12.

Um 13 Uhr kommt das Mittagsmagazin, darin die nächste Tagesschau.

Wir sehen uns um 14 Uhr wieder.

Bis dahin.

Copyright Untertitel: NDR 2021