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Die Frage, Gebetshaus statt Büro ein Leben für Gott | Wann wird Glaube zu extrem? Folge 2/5

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Gebetshaus statt Büro ein Leben für Gott | Wann wird Glaube zu extrem? Folge 2/5

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich irgendwo anders

so 'ne tiefe Liebe erfahre, wie in dieser Beziehung mit Jesus.

Ich bin Christ, also zumindest auf dem Papier.

Wann ich das letzte Mal gebetet habe,

das kann ich wirklich nicht sagen. Das wird sich aber heute ändern.

Denn heute bin ich im Gebetshaus in Augsburg

und hier wird rund um die Uhr gebetet.

Ich frage mich, warum machen die das.

Und ist es nicht ein bisschen zu extrem?

Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2018)

Hi. - Hallo. - Ich bin Frank. - Hi, ich bin Silas.

Herzlich willkommen.

Sieht nicht aus wie 'ne Kirche, 'ne?

Auf den 1. Blick vielleicht nicht.

Was machst du hier genau im Gebetshaus?

Genau, ich bin hier vollzeitlicher Mitarbeiter im Gebetshaus.

Und da bin ich in der Woche 25 Stunden quasi zum Beten eingeteilt.

Es ist echt richtig viel Zeit einfach, 25 Stunden.

Wie läuft das mit der Bezahlung?

Ich hab 'ne Gruppe von Leuten, die mich unterstützen, die sagen:

Hey Silas, was du hier machst, im Gebetshaus, finden wir so gut,

dass wir das monatlich unterstützen wollen.

Und das ist quasi dann mein Einkommen.

Was konkret verändert das Gebet den für dich?

Ich würd sagen, mein Leben hat sich massiv verändert.

Genauso sehe ich aber auch, wenn wir bei Themen in die Fürbitte gehen,

dass da wirklich auch Dinge konkret passieren.

In unserem Land und auf der ganzen Welt.

Also Dinge, für die du mal gebetet hast,

die haben sich tatsächlich verändert.

Und du glaubst wirklich, dass das daran lag,

dass du es formuliert hast?

Unter anderem ja. - Hmhmh!

Ja, jetzt bin ich echt gespannt, wie es da oben aussieht.

Vielleicht können wir einfach direkt hochgehen, oder? - Super, gerne.

Das hier ist... - Das ist hier unser Planer für die ganze Woche.

Von 0 bis 23:00 Uhr.

Und da steht dann drauf, zu welcher Tages- und Nachtzeit,

abends und morgens quasi, was stattfindet - in diesem Raum.

Was passiert jetzt gerade drinnen?

Genau jetzt gerade ist devotional Lobpreis... heißt das bei uns.

D.h., sie spielt 'nen Instrument und singt dazu.

Da bist du einfach eingeladen, mitzusingen.

Ansonsten, was ich dir auch sehr empfehlen kann, auch 'nen super Tipp,

was ich auch sehr gerne mache,

wir haben hier ums Eck direkt Bibeln stehen.

Du schlägst zum Beispiel einfach mal Psalm 23 auf, oder so.

Das ist einfach ein sehr bekannter Psalm.

Und fängst einfach an, den zu lesen.

Boah, ich merk gerade, wie fremd mir das geworden ist.

Ich glaube, ich muss es einfach mal ausprobieren.

Auf jeden Fall, du bist herzlich willkommen das alles auszuprobieren.

(Gitarre und Gesang)

Dass hier jeder so was anderes macht,

das bin ich gar nicht gewöhnt von Gottesdiensten.

Die eine tanzt, der nächste läuft, der nächste kniet,

wieder andere lesen.

Jetzt werde ich wirklich einfach mal versuchen, mich drauf einzulassen

und mal so zu spüren, was das mit mir macht.

"Der Herr ist mein Hirte, mir wird an nichts mangeln.

Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillem Wasser.

Und ich kehre zurück ins Haus des Herrn, für immer".

(Gitarre und Gesang)

Was ist eigentlich mit euch? Wann habt ihr das letzte Mal gebetet?

Schreibt mir das mal bitte in die Kommentare.

Es ist schon ein bewegendes Gefühl, hier zu sein.

Das kann ich schon voll nachvollziehen.

Das gemeinschaftliche Singen, dieses...

immer wieder der gleiche Text.

Dass man sich dabei gut entspannen kann, zu sich selbst kommen kann.

(Gitarre und Gesang)

Ach wenn ich's ziemlich krass finde,

dass hier gerade alle so voller Inbrunst Gott anbeten...

Das kann ich gar nicht so verstehen.

Ich kann auch nicht so richtig nachvollziehen,

wie Silas wirklich glaubt, dass das hier was verändern kann.

Dass das die Welt 'nen Stück besser macht, wenn sie ununterbrochen beten.

Wow.

Es war so'n bisschen befremdlich, weil ich's nicht kenne,

die Art und Weise wieder jeder für sich so in seinem Gebet versinkt.

Gott ist auch 'ne Person, die ich kennenlernen kann,

und wenn ich jetzt halt das einmal im Jahr mache,

ist es logisch, dass es sich irgendwie komisch anfühlt.

Wenn ich jetzt mit Romina nur einmal im Jahr sprechen würde,

würde sich das auch sehr komisch anfühlen.

So, wenn ich jetzt mit ihr jede Woche mehrfach spreche, oder intensiver,

stundenlang, oder mal einen ganzen Abend lang,

dann ist es total normal und natürlich.

Ich hab letzte Woche einen Tag lang den Ramadan mal mitgefastet.

Den einen Monat finde ich schon relativ extrem,

sich so Gott quasi zu ergeben, wenn man so will.

Und das aber für sein ganzes Leben zu machen, oder jetzt fürs ganze Jahr,

das finde ich krass.

Für mich ehrlich gesagt,

fühlt sich das inzwischen gar nicht mehr so radikal an.

Für mich ist es irgendwie schon ganz normal.

Ich bete halt 4 Stunden am Tag und liebe das.

Und finde das total sinnvoll und total wertvoll.

Ihr wohnt noch nicht zusammen?

Nee, wir haben das bewusst so entschieden.

Wir ziehen zusammen, wenn wir dann verheiratet sind. - Mhmh.

Mal so offen gefragt: wie ist das mit Sex vor der Ehe?

Für uns ist das ein hoher Wert zu sagen, dass wir erst dann Sex haben,

wenn wir verheiratet sind.

Du kannst es immer haben und mit ein paar Klicks kannst du dir

irgendwas anschauen und keine Ahnung, was da alles möglich ist.

Wir haben voll diesen Wert erkannt.

Wir sagen boah nee, wir sagen genau das Gegenteil als Christen.

Wir sagen Sexualität ist so was wunderbares, sowas heiliges,

sowas schönes, sowas faszinierendes.

Für mich ist Sexualität sowas wertvolles,

dass ich das nur einer Person in meinem Leben schenken möchte.

Empfindet ihr denn manchmal sowas, überspitzt gesagt,

wie Mitleid für Leute, die das anders sehen,

die eben vielleicht noch nicht den richtigen Weg irgendwie gehen,

eurer Meinung nach?

Es ist schon 'nen Versäumnis, wenn man diesen Gott nicht kennt.

Mir geht's manchmal ein bisschen so, wenn ich das vergleiche mal,

aus meinem alten Beruf, wenn ich jetzt in der Bank

z.B. ein Superangebot hätte, also 'ne Superverzinsung

von 'nem Sparkonto, oder sowas...

Das normalste von der Welt wäre ja,

ich würde zu meinen Freunden und meiner Familie gehen und sagen:

Hey Freunde, ich hab da ein Superangebot für euch.

Ich hab's geprüft, das ist wirklich komplett gut,

da ist kein Haken dabei, oder so. Ich würde es Leuten empfehlen.

Und so würde ich sagen, so ähnlich geht's mir mit Gott.

Ich erlebe Gott und ich erlebe ihn als einfach unfassbar gut,

als faszinierend, als superschön.

Und als mein Leben komplett verändernd,

aus schwierigen Situationen, Herausforderungen, Lebenssituationen,

die ich hatte. So geht's mir so'n bisschen damit.

Ich versuche ja so für mich herauszufinden,

ab wann ist Glaube für mich zu extrem.

Und ich hab das Gefühl, Glaube ist dann zu extrem,

wenn es 'nen zu krassen Raum einnimmt in 'nem Leben.

Und ich finde bei euch nimmt das einfach 'nen sehr krassen Raum ein.

In eurem Leben.

Also ihr richtet euch ja komplett nach Gott.

Alles steht und fällt mit diesem einen Punkt:

Glaubst du, dass Gott diese Person ist, die 100 % gut ist

und 100 % das Beste für dich will?

Und wenn da jetzt nicht 'nen volles Ja drauf ist,

dann macht unser ganzes Leben keinen Sinn.

In deinen Augen oder in den Augen von ganz vielen Personen.

Aber wenn du in diesem Punkt übereinstimmt,

dann macht unser Leben extrem viel Sinn.

Mein ganzes Leben fällt wie 'nen Kartenhaus zusammen,

wenn dieser Punkt irgendwie falsch wäre.

Ich glaube aber, dass er richtig ist.

Letzte Woche hab ich einen Tag beim Ramadan mit gefastet,

das war sauanstrengend.

Wenn ihr das noch nicht gesehen habt, dann klickt hier.

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