Merkur | Einfach Erklärt (2019)
Was ist eigentlich der Merkur?
Das erklären wir heute einfach und in zwei Minuten.
Merkur, der kleinste Planet des Sonnensystems mit einem Durchmesser von nicht einmal 5000
km ist sogar kleiner als der Jupitermond Ganymed und der Saturnmond Titan.
Merkur ist nach den römischen Götterboten benannt, weil auch er sich sehr schnell bewegt.
Und das liegt an seiner Distanz zur Sonne – Merkur umkreist den Stern in einem mittleren
Abstand von etwa 58.000.000 Kilometern, dementsprechend schnell muss er sich bewegen.
Ein Umlauf um die Sonne benötigt gerade einmal 88 Tage und macht so das Merkurjahr zum kürzesten
des Sonnensystems.
Ein Merkurtag allerdings ist verglichen mit unserem sehr lang.
Astronomen hatten lange angenommen, die Rotation des Merkur müsse sich durch Gezeitenkräfte
mit der Sonne synchronisiert haben.
Merkur würde dann der Sonne – genau wie der Mond der Erde – stets die gleiche Seite
zuwenden.
Im 20.
Jahrhundert allerdings fand man heraus, dass Merkur zwar synchronisiert rotiert, aber in
einem 2/3 Verhältnis.
Ein Merkurtag ist etwas über 58 Erdtage lang – exakt zwei Drittel seines Jahres.
Der Orbit des Merkur weist noch eine weitere Besonderheit auf.
Die elliptische Bahn des Merkur ist nicht strikt elliptisch, sondern beschreibt – wenn
man mehrere Umläufe betrachtet – die Form einer Rosette.
Der sonnennächste Punkt des Merkur – das Perihel – wandert jedes Jahr etwas weiter.
Astronomen wussten früh um diese Besonderheit, welche auf gravitative Einflüsse anderer
Planeten zurückzuführen war.
Sie konnten sie so auch mithilfe der Newtonschen Gesetze fast vollständig berechnen – aber
eben nur fast.
Was Newton versagt blieb, gelang erst Albert Einstein.
Seine Allgemeine Relativitätstheorie vermochte die Bahn des Merkur präzise zu berechnen.
Dies bedeutete einen Durchbruch für Einstein noch bevor man die Relativitätstheorie schließlich
auch experimentell nachweisen konnte.
Wie sieht es auf Merkur aus?
Wie auch die Erde ist Merkur ein terrestrischer bzw.
Gesteinsplanet mit drei Hauptschichten.
Kern, Mantel und Kruste.
Im Unterschied zur Erde aber ist der Eisen-Nickel-Kern des Merkur gigantisch - er etwa macht vermutlich
70% seines Radius und mehr als 70% seiner Masse aus.
Im Vergleich dazu kommt der Erdkern auf lediglich 38% der Gesamtmasse unseres Planeten.
Durch die langsame und noch nicht abgeschlossenes Abkühlung seines Eisenkerns zog sich auch
die Kruste des Merkurs langsam zusammen.
Er schrumpfte – die Narben dieses Prozesses können wir heute als so genannte Rupes – teils
mehrere hundert Kilometer lange Steilstufen auf der Oberfläche.
Wo wir gerade bei der Oberfläche sind – diese ist mit tiefen und teils großen Kratern geradezu
übersäht.
Einschläge auf dem Merkur sind nämlich besonders heftig, was vor allem an der hohen Geschwindigkeit
des Planeten liegt.
Diese erreicht knapp 50 Kilometer pro Sekunde aufgrund der Nähe zur Sonne.
Die Nähe zur Sonne ist es auch, die für die hohen Temperaturen auf der Tagseite des
Merkur sorgt.
Dort klettern diese auf bis zu 427°C.
Auf der Nachtseite hingegen fallen sie bis auf -173° ab.
Dennoch – und vielleicht überraschend – ist Merkur nicht der heißeste Planet unseres
Sonnensystems.
Dieser Titel gebührt der Venus, obwohl diese viel weiter draußen im All ihre Bahnen zieht.