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2020-7 Imported from YouTube, Berichtsheft in der Ausbildung 📒 – So führst du den Ausbildungsnachweis

Berichtsheft in der Ausbildung 📒 – So führst du den Ausbildungsnachweis

Um eine Sache kommst du als Azubi nicht herum: Du musst ein Berichtsheft führen. Zugegeben: Das ist

manchmal vielleicht ein bisschen nervig, aber es hilft dir auch bei deiner Abschlussprüfung!

Du bist am Anfang deiner Ausbildung oder schon mittendrin? Was es beim Berichtsheft alles so

zu beachten gibt, erfährst du in diesem Video. Und ein paar Tipps hab ich auch noch für dich!

Im Berichtsheft dokumentierst du, was du in deiner Ausbildung so machst und was du so lernst. Klingt

jetzt eigentlich nicht so dramatisch. Aber ich weiß, dass viele Auszubildende so ihre

Probleme damit haben, regelmäßig am Berichtsheft zu schreiben. Es gehört einfach nicht gerade zu

den Lieblingsbeschäftigungen im Azubi-Alltag. Aber du musst da durch – wie jeder andere

Auszubildende auch. Und mit unseren Tipps, Erklärungen und Beispielen ist's auch gar

nicht so schlimm. Hast du danach noch Fragen, stell sie uns einfach hier unterm Video oder auf

Instagram! Und bevor ich dir jetzt kurz und knackig 5 Facts rund ums Berichtsheft gebe:

Abonnier uns auf Instagram und YouTube, um keine News mehr rund um's Thema Ausbildung zu verpassen.

Aaaalso, erster Fact: Für jeden Azubi ist das Schreiben eines Berichtshefts vom Gesetz

her Pflicht. Du teilst dir diese „Bürde“ also mit Tausenden von anderen Azubis. Zweitens: Du

führst das Berichtsheft entweder handschriftlich auf Papier oder digital am Laptop. Oft kannst du

dir das aussuchen, manchmal wird das aber auch vom Betrieb vorgebeben. Aber dazu nachher mehr!

Und auch auf den dritten Fact geh ich später noch ausführlicher ein: Empfohlen werden nämlich Tages-

oder Wochen-Beschreibungen. Welche Variante man wählt, hängt auch oft vom Ausbildungsberuf ab.

Viertens und fünftens fass ich mal zusammen: Du kannst ein bisschen aufatmen,

das Berichtsheft wird nämlich nicht benotet. Aaaber: Ohne vollständiges Berichtsheft

wirst du nicht zur Abschlussprüfung zugelassen! Es ist also echt ziemlich,

ziemlich wichtig für eine erfolgreiche Ausbildung.

Ich erklär dir jetzt mal ausführlicher, was es mit dem Berichtsheft so auf sich

hat. Es wird übrigens auch Ausbildungsnachweis genannt. Du kannst es dir als eine Art Tagebuch

für Azubis vorstellen. Alles, was du während der Ausbildung so lernst und was du machst,

schreibst du hier auf. Dass du das machen musst, ist im sogenannten

Berufsbildungsgesetz und normalerweise auch in der Ausbildungsordnung deines Berufs festgelegt.

Okay, du führst also quasi Protokoll über deine Ausbildungszeit. Und warum

das Ganze? Natürlich geht's hier um eine rechtliche Geschichte:

Das Berichtsheft dient offiziell als Nachweis darüber, welche Inhalte dir

während der Ausbildung beigebracht wurden. So bleibt nachvollziehbar und überprüfbar,

was du gelernt hast – und was dir der Betrieb vielleicht nicht beigebracht hat. Ich hoffe mal

nicht, dass es irgendwann zu Streitigkeiten zwischen dir und deinem Ausbildungsbetrieb

kommt – aber wenn ja, kann dir ein gut geführtes Berichtsheft als wichtiger Beweis helfen.

Es hat aber auch ganz konkrete Vorteile für dich als Azubi. Und zwar kann es dir bei der

Vorbereitung auf deine Prüfungen helfen. Wenn du das Heft gewissenhaft führst und

regelmäßig daran schreibst, schaffst du dir ja den Lernstoff schon während der

Ausbildung drauf – quasi so nebenbei. Du reflektierst den Alltag im Betrieb

oder in der Berufsschule, ordnest ihn und fasst ihn zusammen. Und du wirst fit darin,

Arbeitsprozesse zu dokumentieren. Auch ein wichtiger Skill für jetzt und später!

Wie eben schon gesagt: Es gibt mehrere Varianten, das Berichtsheft zu schreiben. Welche du wählst,

solltest du auf jeden Fall am Anfang deiner Ausbildung mit deinem Chef oder deiner Chefin

absprechen. Vielleicht ist das auch schon im Ausbildungsvertrag festgelegt. Ganz klassisch

geht‘s mit Stift und Heft, bequemer ist es aber natürlich digital am Computer mit extra

Vorlagen oder einer Online-Software. Verlangt dein Chef das Heft in handschriftlicher Form,

stellt er dir normalerweise auch Vordrucke zum Ausfüllen bereit. Du kannst dir aber auch fertige

Hefte kaufen, in denen Tabellen, Felder für Unterschriften und so was schon vorgedruckt sind.

Solche Hefte brauchst du nicht, wenn du das Berichtsheft digital, also am Computer führst.

Das geht mit Word, Open Office oder einem anderen Schreibprogramm. Dein Vorgesetzter,

der es regelmäßig kontrolliert, kann es sogar digital unterschreiben. Vorlagen fürs digitale

Berichtheft findest du im Internet – ich empfehle dir auf jeden Fall zuverlässige

Quellen wie die Internetseiten der IHK. Es gibt inzwischen auch spezielle Online-Berichtshefte.

Der große Vorteil dabei ist, dass deine Daten nicht verloren gehen können,

weil sie online gespeichert werden. Aber auch hier kommt es ganz darauf an,

ob dein Chef cool damit ist und das noch recht neue Online-Berichtsheft unterstützt.

Du musst übrigens auf keinen Fall alles im Fließtext schreiben! Vielleicht beruhigt

dich das ja etwas. Es reicht total, wenn du die Berichte in Stichpunkten oder in

knappen Sätzen schreibst. Und mach das am besten in der Vergangenheitsform. Du

beschreibst ja Dinge, die schon stattgefunden haben. Looogisch!

Noch ein paar Basics: Auf jeder Seite deines Berichtshefts sollte dein Name,

das Ausbildungsjahr und der Berichtszeitraum stehen. Wenn du täglich Berichte schreibst,

kommt da also der Tag hin, den du beschreibst. Entscheidest du dich für die Wochen-Variante,

gib an, um welche Kalenderwoche es sich handelt. Diese ganzen Infos hier und noch weitere kriegst

du übrigens auch in unserem Ratgeber auf Ausbildung.de. Ich verlink ihn dir hinterm i!

So viel zur Form. Jetzt geht's ums Eingemachte, den Inhalt deines Berichtshefts! Denk an das

Tagebuch – beschreib kurz und knapp, was du so im Betrieb gemacht hast. Hast du vielleicht gelernt,

ein neues Computerprogramm zu bedienen oder dabei geholfen eine Heizung zu montieren?

Oder du bist werdende Bankkaufrau und hast einen Kunden am Telefon beraten?

So was kommt alles ins Berichtsheft! Auch Schulungen im Betrieb solltest du

reinschreiben und immer notieren, wie lange die Tätigkeiten ganz grob gedauert haben,

also in Stunden. Besonders ausführlich muss das alles echt nicht sein.

Als Kfz-Mechatroniker könnte die Beschreibung der Tätigkeiten an einem Tag zum Beispiel so lauten:

„Leuchtmittel an Fahrzeug ausgetauscht. Lichttest durchgeführt. Scheinwerfer

eingestellt. Verstopften Rußpartikelfilter gereinigt. Bremsbeläge erneuert. Werkstatt

aufgeräumt.“ Du siehst also: Das geht im Prinzip ganz fix!

Die Inhalte aus dem Berufsschul-Unterricht kommen auch ins Berichtheft. Und auch hier

musst du echt nicht ins Detail gehen. Es reicht, die Themen aufzuzählen,

die ihr durchgekaut habt. Du musst also keine Sachverhalte erklären. Hier geht‘s nicht ums

„Wie“ sondern ums „Was“. Wie zum Beispiel ein Motor funktioniert oder wie man eine

Wunde versorgt – so was wird erst in deinen Prüfungen abgefragt. Na klar, am Anfang musst

du erstmal ein Gefühl dafür bekommen, wie ausführlich deine Eintragungen sein sollen.

Eine DIN-A-4-Seite pro Woche ist ein ganz guter Richtwert, an dem du dich orientieren kannst.

Also, ich fass mal den Zwischenstand zusammen: In dein Berichtsheft kommen kurze Berichte über

deine Tätigkeiten im Betrieb und den Lernstoff in der Berufsschule.

Du brauchst auch ein Deckblatt und eine Kopie deiner Ausbildungsordnung. Ach ja,

auch ganz wichtig: Dokumentier auch betriebliche Weiterbildungen und hol

dir da auch immer direkt ne Unterschrift ab. Uuund: Notier in deinem Berichtsheft,

wenn du mal krank warst oder Urlaub hattest. Wichtig ist auch, dass du die Ausbildungsnachweise

unterschreibst. Wenn du noch keine 18 bist, machen das deine Eltern oder Erziehungsberechtigten.

Das A und O beim Berichtsheftschreiben ist definitiv, es regelmäßig zu tun. Also,

zumindest einmal in der Woche. Zwischendurch solltest du noch Notizen machen. Beginne auf

gar keinen Fall erst am Ende der Ausbildung damit, so machst du dir echt das Leben

unnötig schwer. Schon nach ein paar Wochen verblassen deine Erinnerungen schon. Dann

würde es dir schwerfallen, dir den genauen Tagesablauf wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Ich empfehl dir, Tages- oder Wochenberichte zu machen. Bei der Tagesvariante fasst du pro

Bericht einen Tag zusammen, beim Wochenbericht umfasst ein Bericht die Tätigkeiten einer ganzen

Woche. Wählst du Tagesberichte, wirst du mit der Zeit nicht länger als fünf bis

zehn Minuten pro Eintrag brauchen. Plan für einen Wochenbericht 20 bis 30 Minuten ein.

Welche Berichtsheft-Varianten die Azubis wählen, hängt übrigens oft vom Ausbildungsberuf ab. Bei

gewerblich-technischen Berufen, also zum Beispiel bei Ausbildungen im Handwerk,

wird das Heft oft täglich geführt. Auszubildende im kaufmännischen

Bereich wählen meistens die wöchentliche Variante. Ah und eine wichtige Sache noch:

Das Schreiben des Berichtshefts fällt unter Arbeitszeit! Heißt, du darfst es

während der Arbeitszeit im Betrieb schreiben und musst dich nicht zu Hause noch dransetzen.

Nicht nur du als Auszubildender hast rechtlich festgelegte Pflichten. Es ist die Aufgabe deines

Ausbilders oder deiner Ausbilderin, dein Berichtsheft regelmäßig zu checken. Hab

ich ja eben schon gesagt. Am besten legst du ihm deine Aufzeichnungen einmal in der Woche

vor. Dein Vorgesetzter prüft dann, ob alles richtig und vollständig ist und setzt seine

Unterschrift drunter. Keine Sorge: Schreibst du dein Berichtsheft am PC, musst du das jetzt nicht

extra jedes Mal ausdrucken. Digitale Signaturen sind nämlich auch okay. Der Ausbilder muss also

nicht zwingend händisch unterschreiben, wenn er zugestimmt hat, dass das für ihn so okay ist.

Aber Achtung: Fordert am Ende der Prüfungsausschuss ein gedrucktes Exemplar,

musst du deine ganzen Unterlagen doch noch ausdrucken. Aber das erfährst du

dann schon rechtzeitig. Also: Mach mit deinem Ausbilder am besten eine feste Routine aus,

wann du ihm das Berichtsheft immer vorlegst. Mindestens einmal im Monat sollte er das auf

jeden Fall machen, erinner‘ ihn ruhig dran, wenn er's nicht so auf dem Schirm

hat. Im besten Fall gibt er dir nämlich noch Tipps, was du besser machen kannst.

Ich geh nochmal kurz auf eine spezielle Form vom Berichtsheft ein. Manche Betriebe verlangen von

ihren Azubis nämlich noch sogenannte Fachberichte. In so einem Fachbericht geht es dann nur um eine

bestimmte Wissenseinheit – und zwar viel mehr im Detail als im Berichtsheft. So ein Bericht

ist meist ein bis zwei Seiten lang. Das Thema kann sich der Auszubildende entweder selbst aussuchen

oder es ist vorgegeben. Damit du eine Vorstellung bekommst: Ein SHK-Azubi beschreibt zum Beispiel,

wie man einen Spülkasten installiert. Oder eine angehende Medizinische Fachangestellte

schreibt auf, welche Hygiene-Bestimmungen in der Praxis gelten und wie man die einhält.

Ich fass jetzt nochmal meine Top-5-Tipps fürs Berichtsheft zusammen: Erstens: Mach

dir täglich Notizen. Das geht easy zwischendurch auf der Arbeit am Handy oder mit nem Notizbuch,

das immer an deinem Arbeitsplatz liegt. Zweitens: Verwende im Berichtsheft ruhig

Fotos und Skizzen. Das veranschaulicht alles mehr und sorgt für ein bisschen Abwechslung.

Mein dritter Tipp ist für Schreibfaule: Stichpunktartige Texte sind total okay.

Und viertens: Schieb das Berichtsheft auf gar keinen Fall bis zum Ende deiner

Ausbildung auf. Das erspart dir am Ende SO viel Arbeit! Tipp Nummer 5:

Tausch dich mit anderen Auszubildenden aus. In der Berufsschule macht ihr alle

das Gleiche. Wenn du mal im Unterricht nicht so gut aufgepasst hast, hat jemand

anderes vielleicht die Themen für dich. Und geteiltes Leid ist immer halbes Leid, oder?

So, das war's mit unserem Video zum Berichtsheft! Hast du noch Fragen, Anregungen, ist dir ein

Fehler aufgefallen oder sonst was – schreib's in die Kommentare! Und besuch uns auf Ausbildung.de.

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