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Dinge Erklärt – Kurzgesagt, Aliens unter dem Eis - Leben auf Einzelgängerplaneten

Intermediate 2 German lesson to practice reading

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Aliens unter dem Eis - Leben auf Einzelgängerplaneten

Einzelgängerplaneten sind Planeten,

die allein durch das Universum ziehen.

Sie sind in den finsteren Weiten zwischen den Sternen zu Hause.

Dort fliegen sie durch eisige Kälte und ewige Schwärze,

wo kein Licht je ihre Oberfläche erreicht.

Keine Jahreszeiten, keine Tage oder Nächte

zeigen hier den Lauf der Zeit an.

Trotzdem könnten Einzelgängerplaneten

außerirdisches Leben durch die ganze Galaxie tragen.

Wie geht das und wie wird ein Planet überhaupt zum Einzelgänger?

*Intro*

Als Einzelgängerplaneten werden unterschiedliche Dinge bezeichnet.

Z.B. subbraune Zwerge, Gasriesen, die sich bilden,

wenn Gaswolken kollabieren.

Sie sind quasi die langweiligen kleinen Brüder von braunen Zwergen.

Versagersterne sozusagen.

Aber genug davon.

Viel interessantere Einzelgänger sind terrestrische Planeten.

Sie ähneln der Erde,

wurden aber aus ihrem Planetensystem geschleudert.

Junge Sternensysteme sind gefährliche Orte:

Protoplaneten kämpfen um die vorhandene Masse

und verleiben sich davon so viel wie möglich ein.

In diesem Machtkampf kollidieren sie oder kommen sich gefährlich nahe.

Nähert sich der Orbit eines sehr massereichen Planeten dem Stern,

kann das kleinere Planeten aus dem System werfen.

Doch selbst wenn ein Planet die Geburt übersteht,

ist er noch lange nicht in Sicherheit.

Vorbeifliegende Sterne oder Schwarze Löcher

können ein Sternensystem jederzeit auseinanderreißen.

Theoretisch könnten bis zur Hälfte aller fertig geformten Planeten

zu Einzelgängern werden.

Die Wissenschaft ist sich über die Zahl nicht einig,

aber wahrscheinlich gibt es alleine in der Milchstraße

mindestens ein paar Milliarden Einzelgängerplaneten.

Die meisten Einzelgänger teilen ein trauriges Schicksal.

Sie entfernen sich immer mehr von ihrem Stern,

und ihre Oberfläche kühlt auf den absoluten Nullpunkt

von -273.15 °C ab.

Gibt es Meere, gefrieren sie und werden hart wie Stein.

Die Atmosphäre sinkt zur Oberfläche,

und mit der Zeit gefriert auch sie.

Aber auf so einem eiskalten, finsteren Wüstenplaneten

könnte es tatsächlich Leben geben.

Stellen wir uns einen Planeten mit der gleichen Masse

und Zusammensetzung wie der Erde vor.

Jetzt setzen wir ihn als Einzelgänger ins tiefste All.

Was könnte da noch leben?

Soweit wir wissen, gibt es eine Zutat,

die für jegliches Leben unverzichtbar ist:

Wasser in flüssiger Form.

Wasser ist so wichtig, weil Wärmeenergie darin

relativ leicht Materie zugeführt werden kann.

Das setzt spannende chemische Reaktionen in Gang.

Leben zum Beispiel.

Unser Planet braucht also genug Wärmeenergie,

damit wenigstens ein Teil der Meere nicht gefriert.

Dummerweise bezieht die Erde etwa 99,97 % ihrer Energie

von der Sonne.

Unsere Einzelgängererde müsste also mit den übrigen 0,03 % auskommen.

Die stammen hauptsächlich vom heißen Erdkern.

Der Erdkern ist eine riesige Metallkugel,

etwa so heiß wie die Sonnenoberfläche.

Darum herum liegt der äußere Kern, der aus flüssigen Metallen besteht,

die ganz langsam erstarren.

Dabei wird Wärme abgegeben.

Solange dieser Prozess läuft, bleibt der Planet geologisch aktiv.

Die Bewegung von festem und flüssigem Material

transportiert Energie zur Oberfläche,

die dort als Erdwärme ankommt.

Jeder Planetenkern wird irgendwann auskühlen.

Das dauert aber Milliarden von Jahren.

Genug Zeit also, damit Leben wachsen und gedeihen kann.

In einem anderen Szenario

frieren die Meere des erdähnlichen Planeten gar nicht zu.

Besteht die Atmosphäre des Planeten nämlich aus Wasserstoff

unter sehr hohem Druck, gefriert das Gas nicht

und hält genug der entweichenden Wärme fest,

dass die Meeresoberfläche offen bleibt.

Auch Monde können für Wärme sorgen.

Hat ein Einzelgängerplanet einen oder mehr Monde,

die groß genug sind,

könnte deren Gezeitenkraft zusätzliche Energie bringen.

Diese Kraft drückt und streckt den Planeten jeden Tag ein bisschen,

wie wenn du Teig knetest.

Das hält ihn warm.

Am wahrscheinlichsten ist Leben aber auf einem Planeten

mit sogen. subglazialen Meeren,

die unter einer kilometerdicken Eisschicht liegen.

Das ist gar nicht so absurd:

Solche Planeten gibt es mehrere in unserem Sonnensystem.

Aber wie soll denn auf dem finsteren, eiskalten Meeresgrund

irgendetwas überleben?

Auf der Erde bilden sich in vulkanisch aktiven Gebieten

am tiefsten Meeresgrund hydrothermale Quellen,

sogen. Schwarze Raucher.

Sie stoßen eine Wolke aus schwarzem Material und heißem Wasser aus,

die für eine Versorgung mit Mineralien aus dem Erdmantel sorgt.

Bakterien fressen diese Mineralien

und produzieren organisches Material, was Schalentiere,

Muscheln, Schnecken, Fische, Oktopusse

und bis zu 2 m lange Röhrenwürmer anlockt.

Aber hydrothermale Quellen bieten nicht nur Lebensraum

für die verschiedensten Lebewesen.

Sie könnten auch der Ort sein, an dem vor Milliarden Jahren

das Leben auf der Erde seinen Anfang genommen hat.

Solche Quellen oder vulkanische Aktivität,

könnten auch in den dunklen Meeren von Einzelgängerplaneten

Ursprung unvorstellbarer, komplexer Ökosysteme sein.

Einen Vorteil haben diese Meere: Die Umgebung ist extrem stabil.

Die dicke Eisschicht bewahrt sie vor allen möglichen Katastrophen.

Solange der Kern Energie liefert, bleibt alles ziemlich beim Alten.

Die wahrscheinlichsten Lebensformen sind Bakterien

und andere Mikroorganismen.

Mit der Zeit könnten aber auch andere

außerirdische Tiere entstehen, die die kleineren Lebewesen fressen.

In dieser Umgebung könnte sich sogar intelligentes Leben entwickeln.

Wenn ja, dann existiert es in einer ziemlich merkwürdigen Welt:

Oben eine unüberwindbare steinharte Eiswand, unten felsiger Grund.

Ohne Pflanzen, die Sternenenergie speichern, gibt es kein Holz,

kein Öl und keine Kohle.

Und selbst wenn, auf dem Meeresgrund lässt sich auf dann nicht

wirklich das Feuer entdecken.

Ohne diese Energie werden Metalle womöglich nie

zu etwas Brauchbarem geschmiedet.

Unsere intelligenten außerirdischen Freunde

brechen vielleicht niemals durch die Eisdecke.

Dann erkennen sie auch nie,

dass es da draußen überhaupt etwas anderes gibt als ihre kleine Welt.

Millionen Generationen könnten in diesen schwarzen Meeren leben

und sterben, ohne jemals von dem riesigen Universum

über dem Eis zu erfahren.

Bis der Kern ihres Planeten abgekühlt ist

und alles Leben verschwindet.

Frieren die Meere vollständig zu,

bleiben die Überreste von Kulturen und Ökosystem

für immer in ihrem eisigen Grab gefangen.

Wenn man so darüber nachdenkt,

denkt man vielleicht besser nicht darüber nach.

Allein die Vorstellung ist verstörend, aber auch aufregend.

Möglicherweise wimmelt es im Universum von Leben,

gefangen auf Planeten, von denen es nicht weg kann.

Solche Welten könnten hin und wieder auch unser Sonnensystem passieren.

Wer weiß, in der Zukunft reisen wir vielleicht sogar

zu so einer Eiswelt, um Hallo zu sagen.

Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2020)

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