Beginn des Zweiten Weltkriegs | Geschichte Hitlers Blitzkrieg
.In diesem Video erklär ich euch, wie die erste Phase des Zweiten Weltkriegs verläuft.
Wie die deutsche Wehrmacht in kürzester Zeit
etliche Länder erobert,
aber schon bald an ihre Grenzen stößt, erfahrt ihr jetzt.
Gleich vorweg: Es ist keineswegs so,
dass die deutsche Wehrmacht einfach die tollste Armee ist
und deutsche Strategen und Kämpfer den anderen haushoch überlegen sind.
Frankreich ist zu der Zeit die stärkste Militärmacht Europas,
das Vereinigte Königreich beherrscht die Weltmeere
und auch die Rote Armee, das Heer der Sowjetunion,
ist riesig und z.T.modern ausgerüstet.
Die Deutschen dürfen dagegen nach dem Versailler Vertrag
"nur" eine Armee von 100.000 Mann
ohne Panzer und andere schwere Waffen besitzen.
Doch schon die demokratischen Regierungen der Weimarer Republik
entwickeln im Geheimen moderne Waffen und bereiten eine Aufrüstung vor.
Hitler reicht das bei weitem nicht aus.
Als er an die Macht kommt, befiehlt er, die Reichswehr,
die seit 1935 Wehrmacht heißt, konsequenter aufzurüsten.
In aller Offenheit führt er die Wehrpflicht ein.
Das Heer wird in 6 Jahren auf über 700.000 Mann aufgestockt.
Dieser Aufbau trägt dazu bei,
dass die Arbeitslosenzahl in Deutschland geringer wird.
Die Westmächte, Frankreich und das Vereinigte Königreich,
nehmen all das hin. So wird die Wehrmacht immer stärker.
Doch die Aufrüstung umfasst nicht alle militärischen Fähigkeiten.
D.h., dass etwa nur Flugzeuge für den Angriff gebaut werden
und keine für die Abwehr.
Und nur die Hälfte der Divisionen, also der militärischen Großverbände,
ist vollständig einsatzfähig. Das liegt vor allem daran,
dass Hitler ungeduldig ist und den von ihm lange ersehnten Krieg
früher als geplant vom Zaun bricht, fast 3 Jahre zu früh.
Eigentlich plante man für den Aufwuchs,
so sagt man das beim Militär, also man plante mehr Zeit ein.
Ein riesen Problem stellt die Versorgungslage dar.
Die Rohstoffe, die man für einen Krieg braucht,
reichen gerade mal für ein Jahr.
Das Ergebnis der Aufrüstung:
Die Erstschlagkraft der Wehrmacht ist enorm.
Die Durchhaltefähigkeit ist weniger gut,
v.a.auch, weil dazu die Wirtschaft stark sein muss.
Und die deutsche Wirtschaft ist damals nicht stark.
Stellt euch die Wehrmacht wie einen Boxer vor,
der die ersten zwei, drei Schläge mit vernichtender Kraft zuhaut.
Wenn er trifft, ist der Gegner ausgeknockt.
Aber wenn das nicht klappt, der Gegner sich wieder aufrappelt
und wenn der Kampf länger dauert, wird der Boxer immer schwächer.
Der Krieg beginnt mit dem Angriff auf Polen am 1.September 1939.
Beim Überfall auf Polen wird die Blitzkriegstrategie angewendet.
Das heißt: Hitler will Polen möglichst schnell
und mit größtmöglicher Kraft überrennen. Der Plan geht auf.
Die deutsche Luftwaffe schaltet die Flugplätze des Gegners aus.
Jetzt können deutsche Flugzeuge eigentlich ohne Gefahr
die polnischen Stellungen und Städte bombardieren.
Mit dem Feuerschutz aus der Luft können die Landstreitkräfte,
Panzer und Infanterie, also Soldaten zu Fuß, den Gegner erledigen.
Polen ist in 5 Wochen besiegt. Wieso Deutschland Polen besiegt?
Einmal, weil Frankreich und Großbritannien nicht,
wie eigentlich vertraglich versprochen, Polen zur Hilfe kommen.
Zum anderen, weil auch die Rote Armee in Polen einmarschiert
und die Gebiete erobert,
die im Hitler-Stalin-Pakt der UdSSR versprochen worden waren.
Dazu könnt ihr das Video ansehen, das ich unter dem "i" verlinkt hab.
Frankreich und Großbritannien halten erst einmal still.
Sie erklären zwar Deutschland den Krieg, aber greifen nicht an.
Wenn im Herbst 1939 Frankreich im Rheinland einmarschiert wäre,
hätte die Wehrmacht kaum etwas dagegen tun können.
Aber nach dem Ersten Weltkrieg
bauen die Franzosen einen gigantischen Abwehrwall,
die Maginot-Linie, die von Luxemburg bis zur Schweiz reicht.
Hinter dieser undurchdringbaren Abwehrwand wollen sie abwarten,
bis die Wehrmacht erschöpft ist
und dann den Krieg für sich entscheiden.
Zwar sind die Franzosen sehr stark aufgerüstet,
doch sie scheuen den direkten Kampf gegen die Wehrmacht.
Auch die Briten lassen sich Zeit,
ihre Truppen in Europa in Stellung zu bringen.
Hitler wiederum will einen Zwei-Fronten-Krieg
auf jeden Fall vermeiden. Er will zuerst Polen im Osten einnehmen
und dann erst Frankreich im Westen angreifen.
So kommt es zum "Sitzkrieg".
Die Gegner decken sich gegenseitig mit Propagandamaterial ein,
aber das war es erstmal.
Stattdessen geht der Zweite Weltkrieg im Norden weiter.
Dänemark und Norwegen sind neutral.
Aber die Deutschen erkennen, dass es gefährlich wäre,
wenn Großbritannien die norwegischen Häfen kontrollieren würde.
Zudem kann die Wehrmacht ihr Nachschubwege für den Krieg
im Osten sichern, wenn sie den Norden einnimmt.
Deswegen überfällt die Wehrmacht am 9.04.1940 Dänemark und Norwegen.
Norwegen wehrt sich aber
mit der Unterstützung von Briten und Franzosen.
Kurz darauf beginnt Hitler den Westfeldzug gegen Frankreich,
Belgien, die Niederlande und Großbritannien.
Also müssen die alliierten Truppen aus Norwegen abrücken,
um ihre eigenen Länder zu verteidigen.
Norwegen muss sich der Wehrmacht ergeben.
Ein glücklicher Sieg für Hitler,
beinahe hätten die Deutschen im Norden verloren.
Am 10. Mai 1940 beginnt der Angriff auf Frankreich.
Im Ersten Weltkrieg marschierte die deutsche Armee
gemäß dem Schlieffen-Plan durch das neutrale Belgien.
Dieses Mal unterstützt Hitler einen Plan,
den die meisten seiner Generäle ablehnen.
Er will nördlich von der Maginot-Linie,
dem französischen Abwehrwall, angreifen.
Mitten durch die Ardennen, durch ein Waldgebiet,
das sich wahrlich nicht für einen Truppenaufmarsch eignet.
Dabei produziert die Wehrmacht einen gigantischen Verkehrsstau:
40.000 Panzer und motorisierte Truppen
schlängeln sich durch Täler in den Ardennen.
Französische Aufklärungsflieger sehen zwar den Stau,
aber sie verstehen nicht, was da passiert.
Die Operation Sichelschnitt, so heißt der Tarnname des Angriffs, gelingt.
Die deutschen und die alliierten Kräfte sind etwa gleichstark.
Aber die deutschen Truppen benutzen wieder die Blitzkrieg-Taktik.
Sie preschen vor, treiben einen Keil zwischen die gegnerischen Linien
und schneiden sie auseinander.
Holland und Belgien werden schnell besiegt,
hunderttausende britische und französische Soldaten
werden bei Dünkirchen eingekesselt. Statt diese Truppen zu vernichten,
lässt Hitler am 24. Mai seine Armee anhalten.
Es gibt viele Theorien, wieso. Fakt ist: Wir wissen es nicht.
Deswegen lese ich nicht in der Kristallkugel,
sondern sage euch gleich, was am Ende rauskommt:
200.000 britische und 120.000 französische Soldaten
entkommen über das Meer nach England.
Das "Wunder von Dünkirchen" trägt definitiv dazu bei,
dass Großbritannien durchhält
und Nazideutschland am Ende den Krieg verliert.
Doch noch ist es nicht soweit.
Zuerst schwenken die Wehrmachtstruppen nach Süden.
Frankreich muss am 22.Juni 1940 einen Waffenstillstand unterzeichnen.
Hitler inszeniert das im Wald von Compiegne, also den Ort,
an dem nach dem Ersten Weltkrieg die Deutschen kapitulieren mussten.
Die "Schmach von Versailles" ist getilgt,
so stellt es die deutsche Propaganda dar.
Hitler marschiert in Paris ein.
Nach 6 Wochen Blitzkrieg ist Frankreich,
die stärkste Militärmacht des Kontinents, besiegt.
Der Norden wird besetzt,
im Süden darf eine Marionetten- regierung vorerst weiterregieren.
Eine Marionettenregierung ist eine Regierung,
die von einer anderen Macht geführt wird, wie eine Marionette eben.
Hitler ist auf dem Höhepunkt seiner Macht und seines Ansehens
in Deutschland. Im Sommer 1940 liegt ihm das Land zu Füßen.
Hitler gilt als "größter Feldherr aller Zeiten", kurz GröFaZ.
Und er plant seinen nächsten Angriff: Er will Großbritannien erobern.
Schnell wird aber klar, dass ein Landmanöver mit Landstreitkräften
nicht zu schaffen ist. Hitler schwenkt also um
und befiehlt der Luftwaffe, England niederzubomben.
Mit unzähligen Bombenangriffen auf militärische Ziele wie Kasernen,
Flottenstützpunkte oder Militärflughäfen
oder auf Städte wie London
will Hitler die Briten zur Kapitulation zwingen.
Aber die Briten halten durch
und die britischen Luftstreitkräfte besiegen die deutschen.
Es ist vielleicht keine Niederlage, aber es wird klar:
Deutschland kann Großbritannien nicht besiegen.
So hofft Hitler, ein schneller Sieg gegen die Sowjetunion
könnte die Briten doch noch zu Verhandlungen zwingen.
Bevor der geplante Vernichtungskrieg im Osten losgehen kann,
muss die Wehrmacht auf dem Balkan und in Nordafrika kämpfen.
Schuld daran trägt Hitlers Verbündeter,
der italienische Diktator Benito Mussolini,
der für Italien Ägypten und Griechenland erobern will.
Es stellt sich schnell heraus,
dass die italienischen Truppen dazu nicht in der Lage sind.
Um die rumänischen Ölquellen und die Flanke im Südosten zu sichern,
greift Hitlers Wehrmacht ein.
Deutsche Streitkräfte attackieren Anfang April 1941
Jugoslawien und Griechenland. Der Krieg ist kurz und heftig.
Wie in Polen kommt es zu Gräueltaten.
Zivilisten werden ermordet, Dörfer zerstört.
Nach dem verlustreichen Sieg schwelt ein jahrelanger Partisanenkrieg,
der beiden Seiten hohe Opfer abfordert.
Das bedeutet, dass sich die Einheimischen bewaffnen
und aus dem Hinterhalt immer wieder die deutschen Soldaten angreifen
oder Brücken sprengen z.B.
Die Wehrmacht reagiert äußerst brutal und ermordet zur Vergeltung
sogar Frauen und Kinder aus einem Dorf,
aus dem die Partisanen ihrer Meinung nach stammen.
In Nordafrika führt 1941 der deutsche General Erwin Rommel
einen Kampf gegen die Briten. Mal gewinnen seine Truppen,
mal siegt der Gegner, es geht hin und her.
Die deutsche Propaganda verkauft Rommel als "Wüstenfuchs".
Sicher ist er ein flexibler Befehlshaber.
Aber es kommt im Jahr 1941 in Nordafrika zu einem Patt.
Also: In der ersten Phase des Zweiten Weltkriegs
hat die Wehrmacht riesige Gebiete in Europa erobert
und viele Gegner bezwungen.
Ich sagte am Anfang, dass die deutsche Armee
keineswegs die stärkste oder größte Armee der Welt war.
Wie passt das jetzt zusammen?
Dass die Deutschen bis Mitte 1941 so erfolgreich sind,
liegt zum einen an den Gegnern. Einige sind einfach unterlegen,
da sie viel weniger Soldaten aufbieten können
oder schlechter ausgerüstet sind. Andere, besonders Frankreich,
machen strategische Fehler, die sich fürchterlich auswirken.
Aber auch Nazideutschland macht militärische Fehler.
Der Vormarsch der Wehrmacht in Frankreich verläuft chaotisch
und Hitlers Halt-Befehl ist militärisch unklug.
Am Beispiel Englands kann man sehen,
dass die Wehrmacht nur begrenzte Möglichkeiten hat.
Die Luftschlacht gegen die Briten geht eindeutig verloren.
Zudem sind britische Streitkräfte
technisch weiter entwickelt als die deutschen.
Sie können etwa den deutschen Funkverkehr entschlüsseln.
Obwohl die deutschen ihre Nachrichten natürlich verschlüsselt übermitteln,
können die Briten die Kommunikation innerhalb der Wehrmacht abhören
und das Wissen zu ihrem Vorteil nutzen.
Die Erfolge blenden Hitler und sogar die meisten Generäle.
Das wird sich für sie bitter rächen,
denn die Sowjetunion ist nicht das leichte Opfer, das man erwartet.
Dieser zweite Teil des Zweiten Weltkriegs
trägt einen ganz anderen Charakter als die ersten Monate.
Davon mehr in einem anderen Video. Wenn ihr Infos haben wollt
zum Zweiten Weltkrieg oder zum Nationalsozialismus,
schaut euch auf dem Kanal um.
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Untertitel: ARD Text im Auftrag von funk (2018)