Albert Speer im Nürnberger Prozess (Schlusswort)
Am 31.
August, dem 260.
Verhandlungstag, dürfen alle Angeklagten ein kurzes Schlusswort halten, das dem Gericht
nicht vorgelegt werden musste.
Herr Präsident, meine Herren Richter!
Hitler und der Zusammenbruch seines Systems haben eine ungeheure Leidenszeit über das
deutsche Volk gebracht.
Die nutzlose Fortsetzung dieses Krieges und die unnötigen Zerstörungen erschweren den
Wiederaufbau.
Entbehrungen und Elend sind über das deutsche Volk gekommen.
Es wird nach diesem Prozess Hitler als den erwiesenen Urheber seines Unglücks verachten
und verdammen.
Die Welt aber wird aus dem Geschehenen lernen, die Diktatur als Staatsform nicht nur zu hassen,
sondern zu fürchten.
[...] Was bedeutet mein eigenes Schicksal nach allem,
was geschieht und bei einem solch hohen Ziel?
Das deutsche Volk hat in früheren Jahrhunderten viel zu dem Aufbau menschliche Kultur beigetragen.
Es hat diese Beiträge oft in Zeiten geliefert, in denen es genauso ohnmächtig und hilflos
war wie heute.
Wertvolle Menschen lassen sich nicht zur Verzweiflung treiben.
[...] Ein Volk aber, das an seine Zukunft glaubt,
wird nicht untergehen.
Gott schütze Deutschland und die abendländische Kultur!