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Youtube videos, Warum es Youtube nächstes Jahr nicht mehr gibt

Warum es Youtube nächstes Jahr nicht mehr gibt

Susan Wojcicki, die Chefin von Youtube

veröffentlicht alle 3 Monate einen Brief an die Youtube Community.

Dort schreibt sie über Neuigkeiten, Erfolge,

aber auch über Probleme, die Youtube bedrohen.

Vor einigen Tagen erschien ihr neuester offener Brief

an alle Youtuber und Youtube Zuschauer.

Dieser beginnt mit dem Fakt, dass sich auf Youtube

im vergangen Jahr die Zahl der Kanäle

mit mehr als 1 Millionen Abonnenten fast verdoppelt hat.

"Ihr schreibt Geschichte und verändert die Art und Weise, wie Videos geguckt werden",

schrieb Wojcicki noch erfreut.

Doch dann nimmt der Brief eine recht düstere Wendung,

denn Youtube wird schon bald nicht mehr so sein wie es zuvor war.

In einigen Monaten werden fast alle Kanäle, die wir kennen, lieben und immer wieder gucken, gelöscht werden.

Egal wie groß und beliebt, niemand wird übrig bleiben.

Bis auf einige Kanäle von sehr großen Firmen, aber warum?

Youtube's Geschäfftsmodell funktioniert besser denn je.

Mehr Menschen als je zuvor haben zugang zur Website

und eigentlich ist alles perfekt.

Warum soll sich das jetzt ändern?

Der Grund ist ein neues Gesetz der Europäischen Union.

Das Aktuell noch verfasst wird und in einigen Monaten höchst Wahrscheinlich in Kraft tritt.

Der Artikel 13 dieses Gesetzes sieht vor, dass in Zukunft alle Webseiten,

auf denen Nutzer Bilder, Texte, Musik, Fotos oder Videos hochladen können,

für diese Inhalte haftbar gemacht werden.

Das Bedeutet zum Beispiel, wenn ihr ein Video auf eurem Instagram postet,

dass im Hintergrund ein urgeberrechtlich geschütztes Lied hat

und der Musiker, der das Lied gemacht hat, das mitbekommt,

könnte dieser nun nicht mehr euch auf Schadensersatz verklagen,

sondern müsste stattdessen Instagram selber verklagen.

Oder wenn ihr ein Text aus einem Buch auf tumblr teilt

und der Verfasser damit nicht einverstanden ist,

kann er nun die Website tumblr verklagen.

Die Folge davon wäre, dass Facebook, Youtube und alle anderen großen Webseiten,

auf denen Nutzer Inhalte hochladen können,

täglich hunderttausende Klagen erhalten würden.

Die Strafzahlung könnten insgesamt in die Milliarden gehen

und dieses Risiko werden große Webseiten wie Youtube gar nicht erst eingehen.

Sie könnten zwar sogenannte Uploadfilter nutzen,

wie Youtube das eigentlich auch schon macht

und so viele gröbere Urheberrechtsverletzung im Vorhinein verhindern,

doch den Filter den Youtube nutzt, ist bereits der beste der Welt,

kostete über 60 Millionen Dollar zu entwickeln

und trotzdem erkennt er viele Urheberrechtsvergehen überhaupt nicht.

Und so wird sich Youtube die Frage stellen, warum überhaupt noch Kanäle erlauben, die man nicht Kontrollieren kann.

Kanäle die von einzelnen Personen betrieben werden,

Kanäle die Youtube Motto Broadcast Yourself einmal wirklich ernst nahmen

und sich selbst zum Fernsehsender machten.

Und so plant Youtube einfach alle europäischen Kanäle,

die nicht zu einem großen Medienkonzern gehören, zu löschen.

Das bedeutet, du kannst nicht mehr dein Lieblingscomedy Youtuber sehen,

auch deine Lieblings Youtuber für Schminke und Mode,

für Vlogs aus dem täglichen Leben

für sowas, für sowas und selbst für gaming und Let's Play's werden gelöscht.

Und wenn alle diese Youtuber weg sind, du dich irgendwann damit abgefunden hast und dich wieder auf deinen Alltag,

auf deine Arbeit, dein Studium oder deine Schule konzentrierst,

wirst du feststellen, dass das Video, was du für dein Geschichtsunterricht brauchst,

nicht mehr da ist.

Das die Vorlesung die du verpasst hast, nicht mehr auf Youtube zu sehen sein wird,

alle wichtigen Tutorials, alle Videos, die du brauchst um dich weiterzubilden,

vielleicht um Sprachen zu lernen oder neue Fähigkeiten zu erlangen,

oder einfach nur weil dich etwas sehr interessiert.

Alle diese Videos werden auch weg sein.

Die einzigen Videos aus Ländern der EU, die du sehen kannst,

sind von Fernsehsendern, von großen Zeitungen und anderen Medienanstalten.

Youtube wird nur noch eine Mediathek sein,

auf der die neuesten Clips von Berlin Tag & Nacht, Highlights des Supertalents oder Videos der Bildzeitung zu sehen sind.

Alles was wir konsumieren werden, wird wieder von Profies gemacht und genau da liegt das Problem.

Denn bevor es Youtube und das Internet gab,

konnten Menschen nicht einfach so ihre eigene Meinung in der Öffentlichkeit verbreiten.

Erst das Internet und Seiten wie Twitter und Youtube ermöglichten es,

dass jeder einzelne einer größeren Masse von Menschen sagen kann, was ihm nicht passt.

Auch in der Politik.

Wenn wir wieder dahin zurück gehen, dann wird Meinung, wie früher, nur von einzelnen Mächtigen gemacht.

Dann wird es schwer Probleme anzusprechen.

Auch wenn Dinge wie Fake News, in der Vergangenheit immer wieder für Probleme sorgten,

So gibt es kein größeres Problem als seine Meinung nicht mehr sagen zu können.

Wen wir das nicht mehr können, dann wurde uns unsere Freiheit genommen.

Aber was können wir dagegen tun, als einfache Nutzer, die keinem Konzern, keiner Zeitung oder irgend einer großen Partei angehören?

Es gibt tatsächlich noch Möglichkeiten diesen Verlust unserer Freiheit zu verhindern.

Und dafür müsst ihr die Freiheit Nutzen, die ihr Aktuell noch habt.

Schreibt auf Twitter, Facebook oder unter euren Bildern auf Instagram,

unter dem Hashtag #saveyourinternet, warum ihr gegen den Artikel 13 seid.

Erklärt den Abgeordneten per Email, die häufig nicht einmal Wissen,

welche Konsequenzen der Artikel für das moderne Internet haben wird,

dass ein Uploadfilter niemals so gut funktionieren würde,

dass er alle Urheberrechtsverletzungen erkennt

und das Plattformen daraufhin dann dass hochladen von sämtlichen Videos verbieten würden.

Unterzeichnet die Petition, die wir euch in der Beschreibung verlinkt haben

und gerne könnt ihr dieses Video teilen,

damit noch mehr Menschen auf das Problem aufmerksam werden.

Es gibt noch eine Hürde für das Gesetz, eine Finale Wahl im EU Konkress im Frühjahr 2019.

Wir haben also noch die Möglichkeit, Abgeordnete zu überzeugen, dagegen zu stimmen.

Wir sind die jüngere Generation, die mit Internet und Sozialen Netzwerken groß wurde.

Die Freiheit und veränderung, die das Internet brachte, darf nicht Verboten werden.

In diesem Sinne, viel Erfolg und auf eine Zukunft, in der wir weiterhin sagen dürfen, was wir wollen.

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