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Youtube videos, DAS sollst du essen?

DAS sollst du essen?

Jeden Tag das Gleiche ist auf Dauer unerträglich.

Egal ob es um die Schule oder Arbeit geht,

um Fernsehen oder YouTube-Videos.

Wenn Abwechslung fehlt, stirbt die Begeisterung.

Bei Ernährung ist das genauso.

Jeden Tag das Gleiche nervt, egal wie lecker man es eigentlich findet.

Und so wie wir nicht jeden Tag das selbe essen wollen,

weil wir merken, dass es nicht gut für uns ist,

so wenig tut fehlende Abwechslung der Natur gut.

In den letzten Jahren geistert immer mal wieder ein Wort

durch die Berichterstattung über Nahrung:

Biodiversität.

Beziehungsweise, das Verschwinden eben dieser.

Gemeint ist damit ein simples Problem:

Unsere Nahrungsproduktion wird seit Jahrzehnten auf Effizienz optimiert,

auf schnelle Produktion möglichst großer Mengen,

die optisch ansprechend aufbereitet sind.

Egal ob Fleisch, Eier, Milch, Getreide oder Gemüse:

Alles soll in immer gleicher Qualität möglichst schnell verfügbar sein.

Und um das zu erreichen werden eben nicht alle

Sorten Tomaten, Bananen und Mais, die es gibt angebaut,

und nicht jede Art von Hühnern, Kühen und Schweinen gezüchtet,

sondern nur eine ganz kleine Auswahl, welche die genannten Ziele optimal erreicht.

Auf die beste Auswahl zu konzentrieren - das klingt doch gar nicht so schlecht?

Und natürlich ist es wichtig, in einer Welt in der es immer noch Hungerkatastrophen gibt,

Lebensmittel für alle zu produzieren.

Nur, durch diese Art zu produzieren entstehen ganz neue Probleme.

Einerseits geht uns natürlich geschmacklich etwas verloren,

wenn immer weniger Sorten und Arten gezüchtet werden.

Die Natur kennt hunderte verschiedener Bananen,

doch produziert werden im großen Stil nur eine Handvoll,

und von denen landen gerade mal eine oder zwei in den Supermärkten:

Die gelben Norm-Bananen, die immer gleich aussehen und schmecken.

Dabei gibt es auch rote, grüne, gestreifte oder fast blaue Sorten,

mit unterschiedlichen Formen.

Wer jemals im Urlaub eine probiert hat, weiß wie lecker und interessant sie sind.

Doch diese Vielfalt droht auszusterben,

weil sich die Industrie auf wenige Sorten eingestellt hat

und diese in endlosen Monokulturen anbaut.

Monokulturen sind Anbaumethoden, bei denen

jahrelang die immer gleichen Nutzpflanzen oder Nutztiere gehalten werden.

Die Bauern sparen so Zeit und Geld.

Aber es laugt auch die Böden aus, und führt zu Schädlingen und Krankheiten.

Die Folge ist, dass ganze Ernten vernichtet oder Tierbestände dezimiert werden.

Und genau das ist schon das nächste Problem:

Monokulturen könnten der Grund sein, dass die Banane

wie wir sie kennen, bald ausstirbt.

Kein Scherz!

Die Bananensorte Cavendish, die wir aus unseren Supermärkten kennen,

ist durch die Art wie sie gezüchtet wird, überall auf der Welt genetisch identisch.

Leider ist sie außerdem durch einen aggressiven Pilz bedroht

weil der sich in den Monokulturen ideal vermehren kann.

Auf den Philippinen, in China und Australien

ist der Anbau teilweise schon heute nicht mehr möglich.

Südamerika ist noch verschont, aber es ist absehbar, dass das nicht so bleiben wird.

Und ein Nachfolger der Cavendish ist nicht in Sicht.

Doch auch solange der Anbau noch funktionert, leidet die Umwelt enorm:

Riesige Landstriche, wie Regenwälder werden gerodet

und der Lebensraum vieler bedrohter Arten vernichtet

und letzlich auch der Klimawandel vorangetrieben.

Für eine einzige Sorte Bananen wird so viel aufs Spiel gesetzt.

Übrigens ist nicht nur die Banane ist betroffen:

Auch viele Getreidesorten, andere Früchte und Gemüse

werden in Monokulturen angebaut, wie Mais, Soja oder Tomaten.

Diese Lebensmittel landen schließlich auf unseren Tellern

und oft wissen wir nicht einmal, was wir da überhaupt essen,

denn die Industrie ist sehr gut darin, uns von den Inhaltsstoffen abzulenken.

Wusstet ihr, dass Mais in mehr als 70% aller Supermarkt-Lebensmitteln enthalten ist?

In Joghurt, Eis, Ketchup, Käse,

als Bindemittel in Suppen und Soßen,

in Erdnussbutter und Marmelade,

in Säften und Softdrinks, in Süßstoffen

und sogar in schmerzstillenden Medikamenten, wie Ibuprofen.

Mais ist auch noch eines der wichtigsten Futtermittel

für Hühner, Schweine, Kühe und sogar Fische!

Was bei uns als Steak oder Hühnerbrust auf dem Teller landet…

war letztlich einmal Mais.

So vielseitig der Mais auch scheint, die endlos riesigen Monokulturen,

in denen er angebaut wird, gefährden die Biodiversität.

Das Verschwinden von Arten und die Verbreitung von Schädlingen und Krankheiten

können die Folgen sein, und dann sind auch wir Menschen betroffen:

Rindfleisch aus der Produktion mit Mais als Futtermittel,

hat eine höhere Wahrscheinlichkeit mit gefährlichen E.Coli- Bakterien

verseucht zu sein als bei grasgefütterten Rindern.

Trotzdem bleibt Mais die verbreitetste Fütterungsmethode.

Als Verbraucher sollen wir uns nach dem Willen der Industrie

mit diesen Details ohnehin nicht bekümmern.

Damit wir weiterhin brav einkaufen, wird mit unseren Erwartungen gespielt:

Das fröhliche Huhn auf der Verpackung ist genauso Fantasie,

wie der urige Landbetrieb auf dem Produktlogo.

Traditionell ist hier nur die Massenschlachtung am Fließband,

und das Huhn ist immer gleich:

Selbe Größe, 25% Brustfleisch, schnell zu züchten und billig.

Man nennt sie “Hybridhühner”, und sie werden gezielt

aus bestimmten Rassen gezüchtet, um maximal Eier oder Fleisch zu produzieren.

Sie wachsen ein vielfaches schneller und verbrauchen deutlich weniger Futter

als ihre Artgenossen, um noch fetter zu werden.

Dabei sind die Körper der hochgezüchtete Tiere den Belastungen gar nicht gewachsen:

Viele brechen unter ihrem eigenen Gewicht zusammen

oder erliegen dem Stress im rammelvollen Stall.

Die häufigen Infektionen werden vorsorglich mit Antibiotika behandelt,

welche wiederum in unsere Nahrungskette gelangen und Allergien

und Antibiotika-Resistenzen hervorufen.

Die Zucht von Hybridhühnern ist auch deshalb problematisch,

weil sie mit 95% den Geflügelmarkt dominieren,

aber gleichzeitig zu wenig genetische Vielfalt haben, um sich vor Krankheiten zu schützen.

Nach ursprünglichen Hühnerrassen, die das Problem durch Kreuzungen lösen könnten

gibt es kaum noch Nachfrage.

Darum werden viele von ihnen in den nächsten Jahrzehnten aussterben.

Ähnliches gilt übrigens auch für andere Nutztiere, wie Schweine und Rinder.

Der Massenmarkt will vor allem drei Dinge:

Viel, billig und schnell.

Und die Massentierhaltung füllt diese Lücke.

Dabei stellt sich die Frage:

Wieso wird Fleisch durch die Politik subventioniert,

obwohl es in der Produktion viel aufwändiger ist, als Obst und Gemüse?

Und wieso bestimmen von mehr als 30.000 essbaren Pflanzen,

die es auf dem Planeten gibt, nur 30 die Nahrungsmittelproduktion?

Die Antwort ist: Weil unsere Nachfrage bestimmt, was woanders angebaut wird.

Wenn wir unsere Ernährungsgewohnheiten ändern, ändert sich auch die Nahrungsmittelindustrie.

Was können wir also tun, um zu helfen?

Bei der Wahl des Supermarkts kann es anfangen:

Kauft doch mal als Alternative im Biomarkt ein oder besucht einen Wochenmarkt.

Bevorzugt saisonale und lokale Produkte.

Wieso muss es die Erdbeere im Winter sein oder der Apfel aus Neuseeland?

Legt euch einen Garten an - selbst wenn es nur ein Kräutergarten auf dem Balkon ist.

Fragt in eurem Supermarkt nach alternativen Sorten.

Esst weniger Fleisch.

Erkundigt euch, welche Marken für Biodiversität

und umweltverträgliche Anbaumethoden stehen, und meidet Umweltsünder.

Habt ihr weitere Tipps? Und was denkt ihr über das Thema?

Schreibts in die Kommentare!

Mehr Infos gibt's unter www.keineinheitsbrei.de

Außerdem haben noch weitere Leute Videos zum Thema gemacht.

Die könnt ihr euch jetzt hier anschauen.

Das war's und bis zum nächsten Mal.

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