image

Grimms Märchen, Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Ein Vater hatte zwei Söhne, davon war der älteste klug und gescheit, und wußte sich in alles wohl zu schicken, der jüngste aber war dumm, konnte nichts begreifen und lernen: und wenn ihn die Leute sahen, sprachen sie »mit dem wird der Vater noch seine Last haben!« Wenn nun etwas zu tun war, so mußte es der älteste allzeit ausrichten: hieß ihn aber der Vater noch spät oder gar in der Nacht etwas holen, und der Weg ging dabei über den Kirchhof oder sonst einen schaurigen Ort, so antwortete er wohl »ach nein, Vater, ich gehe nicht dahin, es gruselt mir! « denn er fürchtete sich. Oder, wenn abends beim Feuer Geschichten erzählt wurden, wobei einem die Haut schaudert, so sprachen die Zuhörer manchmal »ach, es gruselt mir!« Der jüngste saß in einer Ecke und hörte das mit an, und konnte nicht begreifen, was es heißen sollte. »Immer sagen sie: 24 es gruselt mir! es gruselt mir! mir gruselts nicht: das wird wohl eine Kunst sein, von der ich auch nichts verstehe.« Nun geschah es, daß der Vater einmal zu ihm sprach »hör du, in der Ecke dort, du wirst groß und stark, du mußt auch etwas lernen, womit du dein Brot verdienst. Siehst du, wie dein Bruder sich Mühe gibt, aber an dir ist Hopfen und Malz verloren.« »Ei, Vater,« antwortete er, »ich will gerne was lernen; ja, wenns anginge, so möchte ich lernen, daß mirs gruselte; davon verstehe ich noch gar nichts.« Der älteste lachte, als er das hörte, und dachte bei sich »du lieber Gott, was ist mein Bruder ein Dummbart, aus dem wird sein Lebtag nichts: was ein Häkchen werden will, muß sich beizeiten krümmen.« Der Vater seufzte und antwortete ihm »das Gruseln, das sollst du schon lernen, aber dein Brot wirst du damit nicht verdienen.«

Bald danach kam der Küster zum Besuch ins Haus, da klagte ihm der Vater seine Not und erzählte, wie sein jüngster Sohn in allen Dingen so schlecht beschlagen wäre, er wüßte nichts und lernte nichts. »Denkt Euch, als ich ihn fragte, womit er sein Brot verdienen wollte, hat er gar verlangt, das Gruseln zu lernen.« »Wenns weiter nichts ist,« antwortete der Küster, »das kann er bei mir lernen; tut ihn nur zu mir, ich werde ihn schon abhobeln.« Der Vater war es zufrieden, weil er dachte »der Junge wird doch ein wenig zugestutzt.« Der Küster nahm ihn also ins Haus, und er mußte die Glocke läuten. Nach ein paar Tagen weckte er ihn um Mitternacht, hieß ihn aufstehen, in den Kirchturm steigen und läuten. »Du sollst schon lernen, was Gruseln ist,« dachte er, ging heimlich voraus, und als der Junge oben war, und sich umdrehte und das Glockenseil fassen wollte, so sah er auf der Treppe, dem Schalloch gegenüber, eine weiße Gestalt stehen. »Wer da?« rief er, aber die Gestalt gab keine Antwort, regte und bewegte sich nicht. »Gib Antwort,« rief der Junge, »oder mache, daß du fortkommst, du hast hier in der Nacht nichts zu schaffen.« Der Küster aber blieb unbeweglich stehen, damit der Junge glauben sollte, es wäre ein Gespenst. Der Junge rief zum zweitenmal »was willst du 25 hier? sprich, wenn du ein ehrlicher Kerl bist, oder ich werfe dich die Treppe hinab.« Der Küster dachte »das wird so schlimm nicht gemeint sein,« gab keinen Laut von sich und stand, als wenn er von Stein wäre. Da rief ihn der Junge zum drittenmal an, und als das auch vergeblich war, nahm er einen Anlauf und stieß das Gespenst die Treppe hinab, daß es zehn Stufen hinabfiel und in einer Ecke liegen blieb. Darauf läutete er die Glocke, ging heim, legte sich, ohne ein Wort zu sagen, ins Bett und schlief fort. Die Küsterfrau wartete lange Zeit auf ihren Mann, aber er wollte nicht wiederkommen. Da ward ihr endlich angst, sie weckte den Jungen und fragte »weißt du nicht, wo mein Mann geblieben ist? er ist vor dir auf den Turm gestiegen.« »Nein,« antwortete der Junge, »aber da hat einer dem Schalloch gegenüber auf der Treppe gestanden, und weil er keine Antwort geben und auch nicht weggehen wollte, so habe ich ihn für einen Spitzbuben gehalten und hinuntergestoßen. Geht nur hin, so werdet Ihr sehen ob ers gewesen ist, es sollte mir leid tun.« Die Frau sprang fort und fand ihren Mann, der in einer Ecke lag und jammerte, und ein Bein gebrochen hatte. Sie trug ihn herab und eilte dann mit lautem Geschrei zu dem Vater des Jungen. »Euer Junge,« rief sie, »hat ein großes Unglück angerichtet, meinen Mann hat er die Treppe hinabgeworfen, daß er ein Bein gebrochen hat: schafft den Taugenichts aus unserm Haus.« Der Vater erschrak, kam herbeigelaufen und schalt den Jungen aus. »Was sind das für gottlose Streiche, die muß dir der Böse eingegeben haben.« »Vater,« antwortete er, »hört nur an, ich bin ganz unschuldig: er stand da in der Nacht wie einer, der Böses im Sinne hat. Ich wußte nicht, wers war, und hab ihn dreimal ermahnt, zu reden oder wegzugehen.« »Ach,« sprach der Vater, »mit dir erleb ich nur Unglück, geh mir aus den Augen, ich will dich nicht mehr ansehen.« »Ja, Vater, recht gerne, wartet nur, bis Tag ist, da will ich ausgehen und das Gruseln lernen, so versteh ich doch eine Kunst, die mich ernähren kann.« »Lerne, was du willst,« sprach der Vater, »mir ist alles einerlei. Da hast du fünfzig Taler, damit 26 geh in die weite Welt und sage keinem Menschen, wo du her bist und wer dein Vater ist, denn ich muß mich deiner schämen.« »Ja, Vater, wie Ihrs haben wollt, wenn Ihr nicht mehr verlangt, das kann ich leicht in acht behalten.« Als nun der Tag anbrach, steckte der Junge seine fünfzig Taler in die Tasche, ging hinaus auf die große Landstraße und sprach immer vor sich hin »wenn mirs nur gruselte! wenn mirs nur gruselte!« Da kam ein Mann heran, der hörte das Gespräch, das der Junge mit sich selber führte, und als sie ein Stück weiter waren, daß man den Galgen sehen konnte, sagte der Mann zu ihm »siehst du, dort ist der Baum, wo siebene mit des Seilers Tochter Hochzeit gehalten haben und jetzt das Fliegen lernen: setz dich darunter und warte, bis die Nacht kommt, so wirst du schon das Gruseln lernen.« »Wenn weiter nichts dazu gehört,« antwortete der Junge, »das ist leicht getan; lerne ich aber so geschwind das Gruseln, so sollst du meine fünfzig Taler haben, komm nur morgen früh wieder zu mir.« Da ging der Junge zu dem Galgen, setzte sich darunter und wartete, bis der Abend kam. Und weil ihn fror, machte er sich ein Feuer an: aber um Mitternacht ging der Wind so kalt, daß er trotz des Feuers nicht warm werden wollte. Und als der Wind die Gehenkten gegeneinander stieß, daß sie sich hinund herbewegten, so dachte er »du frierst unten bei dem Feuer, was mögen die da oben erst frieren und zappeln.« Und weil er mitleidig war, legte er die Leiter an, stieg hinauf, knüpfte einen nach dem andern los, und holte sie alle siebene herab. Darauf schürte er das Feuer, blies es an und setzte sie ringsherum, daß sie sich wärmen sollten. Aber sie saßen da und regten sich nicht, und das Feuer ergriff ihre Kleider. Da sprach er »nehmt euch in acht, sonst häng ich euch wieder hinauf.« Die Toten aber hörten nicht, schwiegen und ließen ihre Lumpen fortbrennen. Da ward er bös und sprach »wenn ihr nicht achtgeben wollt, so kann ich euch nicht helfen, ich will nicht mit euch verbrennen,« und hing sie nach der Reihe wieder hinauf. Nun setzte er sich zu seinem Feuer und schlief ein, und am andern Morgen, da kam der Mann zu ihm, wollte die fünfzig 27 Taler haben und sprach »nun, weißt du, was Gruseln ist?« »Nein,« antwortete er, »woher sollte ichs wissen? die da droben haben das Maul nicht aufgetan und waren so dumm, daß sie die paar alten Lappen, die sie am Leibe haben, brennen ließen.« Da sah der Mann, daß er die fünfzig Taler heute nicht davontragen würde, ging fort und sprach »so einer ist mir noch nicht vorgekommen.« Der Junge ging auch seines Wegs und fing wieder an vor sich hin zu reden »ach, wenn mirs nur gruselte! ach, wenn mirs nur gruselte!« Das hörte ein Fuhrmann, der hinter ihm herschritt, und fragte »wer bist du?« »Ich weiß nicht,« antwortete der Junge. Der Fuhrmann fragte weiter »wo bist du her?« »Ich weiß nicht.« »Wer ist dein Vater?« »Das darf ich nicht sagen.« »Was brummst du beständig in den Bart hinein?« »Ei,« antwortete der Junge, »ich wollte, daß mirs gruselte, aber niemand kann michs lehren.« »Laß dein dummes Geschwätz,« sprach der Fuhrmann, »komm, geh mit mir, ich will sehen, daß ich dich unterbringe.« Der Junge ging mit dem Fuhrmann, und abends gelangten sie zu einem Wirtshaus, wo sie übernachten wollten. Da sprach er beim Eintritt in die Stube wieder ganz laut »wenn mirs nur gruselte! wenn mirs nur gruselte!« Der Wirt, der das hörte, lachte und sprach »wenn dich danach lüstet, dazu sollte hier wohl Gelegenheit sein.« »Ach schweig stille,« sprach die Wirtsfrau, »so mancher Vorwitzige hat schon sein Leben eingebüßt, es wäre Jammer und Schade um die schönen Augen, wenn die das Tageslicht nicht wieder sehen sollten.« Der Junge aber sagte »wenns noch so schwer wäre, ich wills einmal lernen, deshalb bin ich ja ausgezogen.« Er ließ dem Wirt auch keine Ruhe, bis dieser erzählte, nicht weit davon stände ein verwünschtes Schloß, wo einer wohl lernen könnte, was Gruseln wäre, wenn er nur drei Nächte darin wachen wollte. Der König hätte dem, ders wagen sollte, seine Tochter zur Frau versprochen, und die wäre die schönste Jungfrau, welche die Sonne beschien: in dem Schlosse steckten auch große Schätze, von bösen Geistern bewacht, die würden dann frei und könnten einen Armen reich genug 28 machen. Schon viele wären wohl hinein-, aber noch keiner wieder herausgekommen. Da ging der Junge am andern Morgen vor den König und sprach »wenns erlaubt wäre, so wollte ich wohl drei Nächte in dem verwünschten Schlosse wachen.« Der König sah ihn an, und weil er ihm gefiel, sprach er »du darfst dir noch dreierlei ausbitten, aber es müssen leblose Dinge sein, und das darfst du mit ins Schloß nehmen.« Da antwortete er »so bitt ich um ein Feuer, eine Drehbank und eine Schnitzbank mit dem Messer.« Der König ließ ihm das alles bei Tage in das Schloß tragen. Als es Nacht werden wollte, ging der Junge hinauf, machte sich in einer Kammer ein helles Feuer an, stellte die Schnitzbank mit dem Messer daneben und setzte sich auf die Drehbank. »Ach, wenn mirs nur gruselte!« sprach er, »aber hier werde ichs auch nicht lernen.« Gegen Mitternacht wollte er sich sein Feuer einmal aufschüren: wie er so hineinblies, da schries plötzlich aus einer Ecke »au, miau! was uns friert!« »Ihr Narren,« rief er, »was schreit ihr? wenn euch friert, kommt, setzt euch ans Feuer und wärmt euch.« Und wie er das gesagt hatte, kamen zwei große schwarze Katzen in einem gewaltigen Sprunge herbei, setzten sich ihm zu beiden Seiten und sahen ihn mit ihren feurigen Augen ganz wild an. Über ein Weilchen, als sie sich gewärmt hatten, sprachen sie »Kamerad, wollen wir eins in der Karte spielen?« »Warum nicht?« antwortete er, »aber zeigt einmal eure Pfoten her.« Da streckten sie die Krallen aus. »Ei,« sagte er, »was habt ihr lange Nägel! wartet, die muß ich euch erst abschneiden.« Damit packte er sie beim Kragen, hob sie auf die Schnitzbank und schraubte ihnen die Pfoten fest. »Euch habe ich auf die Finger gesehen,« sprach er, »da vergeht mir die Lust zum Kartenspiel,« schlug sie tot und warf sie hinaus ins Wasser. Als er aber die zwei zur Ruhe gebracht hatte und sich wieder zu seinem Feuer setzen wollte, da kamen aus allen Ecken und Enden schwarze Katzen und schwarze Hunde an glühenden Ketten, immer mehr und mehr, daß er sich nicht mehr bergen konnte: die schrieen greulich, traten ihm auf sein Feuer, zerrten es auseinander und 29 wollten es ausmachen. Das sah er ein Weilchen ruhig mit an, als es ihm aber zu arg ward, faßte er sein Schnitzmesser und rief »fort mit dir, du Gesindel«, und haute auf sie los. Ein Teil sprang weg, die andern schlug er tot und warf sie hinaus in den Teich. Als er wiedergekommen war, blies er aus den Funken sein Feuer frisch an und wärmte sich. Und als er so saß, wollten ihm die Augen nicht länger offen bleiben, und er bekam Lust zu schlafen. Da blickte er um sich und sah in der Ecke ein großes Bett, »das ist mir eben recht,« sprach er und legte sich hinein. Als er aber die Augen zutun wollte, so fing das Bett von selbst an zu fahren, und fuhr im ganzen Schloß herum. »Recht so,« sprach er, »nur besser zu.« Da rollte das Bett fort, als wären sechs Pferde vorgespannt, über Schwellen und Treppen auf und ab: auf einmal hopp hopp! warf es um, das unterste zu oberst, daß es wie ein Berg auf ihm lag. Aber er schleuderte Decken und Kissen in die Höhe, stieg heraus und sagte »nun mag fahren, wer Lust hat,« legte sich an sein Feuer und schlief, bis es Tag war. Am Morgen kam der König, und als er ihn da auf der Erde liegen sah, meinte er, die Gespenster hätten ihn umgebracht, und er wäre tot. Da sprach er »es ist doch schade um den schönen Menschen.« Das hörte der Junge, richtete sich auf und sprach »so weit ists noch nicht!« Da verwunderte sich der König, freute sich aber und fragte, wie es ihm gegangen wäre. »Recht gut,« antwortete er, »eine Nacht wäre herum, die zwei andern werden auch herumgehen.« Als er zum Wirt kam, da machte der große Augen. »Ich dachte nicht,« sprach er, »daß ich dich wieder lebendig sehen würde; hast du nun gelernt, was Gruseln ist?« »Nein,« sagte er, »es ist alles vergeblich: wenn mirs nur einer sagen könnte!« Die zweite Nacht ging er abermals hinauf ins alte Schloß, setzte sich zum Feuer und fing sein altes Lied wieder an »wenn mirs nur gruselte!« Wie Mitternacht herankam, ließ sich ein Lärm und Gepolter hören, erst sachte, dann immer stärker, dann wars ein bißchen still, endlich kam mit lautem Geschrei ein halber Mensch den Schornstein herab und fiel 30 vor ihm hin. »Heda!« rief er, »noch ein halber gehört dazu, das ist zu wenig.« Da ging der Lärm von frischem an, es tobte und heulte, und fiel die andere Hälfte auch herab. »Wart,« sprach er, »ich will dir erst das Feuer ein wenig anblasen.« Wie er das getan hatte und sich wieder umsah, da waren die beiden Stücke zusammengefahren, und saß da ein greulicher Mann auf seinem Platz. »So haben wir nicht gewettet,« sprach der Junge, »die Bank ist mein.« Der Mann wollte ihn wegdrängen, aber der Junge ließ sichs nicht gefallen, schob ihn mit Gewalt weg und setzte sich wieder auf seinen Platz. Da fielen noch mehr Männer herab, einer nach dem andern, die holten neun Totenbeine und zwei Totenköpfe, setzten auf und spielten Kegel. Der Junge bekam auch Lust und fragte »hört ihr, kann ich mit sein?« »Ja, wenn du Geld hast.« »Geld genug,« antwortete er, »aber eure Kugeln sind nicht recht rund.« Da nahm er die Totenköpfe, setzte sie in die Drehbank und drehte sie rund. »So, jetzt werden sie besser schüppeln,« sprach er »heida! nun gehts lustig!« Er spielte mit und verlor etwas von seinem Geld, als es aber zwölf schlug, war alles vor seinen Augen verschwunden. Er legte sich nieder und schlief ruhig ein. Am andern Morgen kam der König und wollte sich erkundigen. »Wie ist dirs diesmal ergangen?« fragte er. »Ich habe gekegelt,« antwortete er, »und ein paar Heller verloren.« »Hat dir denn nicht gegruselt?« »Ei was,« sprach er, »lustig hab ich mich gemacht. Wenn ich nur wüßte, was Gruseln wäre!« In der dritten Nacht setzte er sich wieder auf seine Bank und sprach ganz verdrießlich »wenn es mir nur gruselte!« Als es spät ward, kamen sechs große Männer und brachten eine Totenlade hereingetragen. Da sprach er »ha ha, das ist gewiß mein Vetterchen, das erst vor ein paar Tagen gestorben ist,« winkte mit dem Finger und rief »komm Vetterchen, komm!« Sie stellten den Sarg auf die Erde, er aber ging hinzu und nahm den Deckel ab: da lag ein toter Mann darin. Er fühlte ihm ans Gesicht, aber es war kalt wie Eis. »Wart,« sprach er, »ich will dich ein bißchen wärmen,« ging ans Feuer, wärmte seine Hand und legte sie ihm aufs Gesicht, aber der Tote blieb 31 kalt. Nun nahm er ihn heraus, setzte sich ans Feuer und legte ihn auf seinen Schoß, und rieb ihm die Arme, damit das Blut wieder in Bewegung kommen sollte. Als auch das nichts helfen wollte, fiel ihm ein »wenn zwei zusammen im Bett liegen, so wärmen sie sich,« brachte ihn ins Bett, deckte ihn zu und legte sich neben ihn. Über ein Weilchen ward auch der Tote warm und fing an sich zu regen. Da sprach der Junge »siehst du, Vetterchen, hätt ich dich nicht gewärmt!« Der Tote aber hub an und rief »jetzt will ich dich erwürgen.« »Was,« sagte er, »ist das mein Dank? gleich sollst du wieder in deinen Sarg,« hub ihn auf, warf ihn hinein und machte den Deckel zu; da kamen die sechs Männer, und trugen ihn wieder fort. »Es will mir nicht gruseln,« sagte er, »hier lerne ichs mein Lebtag nicht.« Da trat ein Mann herein, der war größer als alle andere, und sah fürchterlich aus; er war aber alt und hatte einen langen weißen Bart. »O du Wicht,« rief er, »nun sollst du bald lernen, was Gruseln ist, denn du sollst sterben.« »Nicht so schnell,« antwortete der Junge, »soll ich sterben, so muß ich auch dabei sein.« »Dich will ich schon packen,« sprach der Unhold. »Sachte, sachte, mach dich nicht so breit; so stark wie du bin ich auch, und wohl noch stärker.« »Das wollen wir sehn,« sprach der Alte, »bist du stärker als ich, so will ich dich gehn lassen; komm, wir wollens versuchen.« Da führte er ihn durch dunkle Gänge zu einem Schmiedefeuer, nahm eine Axt und schlug den einen Amboß mit einem Schlag in die Erde. »Das kann ich noch besser,« sprach der Junge und ging zu dem andern Amboß: der Alte stellte sich neben hin und wollte zusehen, und sein weißer Bart hing herab. Da faßte der Junge die Axt, spaltete den Amboß auf einen Hieb und klemmte den Bart des Alten mit hinein. »Nun hab ich dich,« sprach der Junge, »jetzt ist das Sterben an dir.« Dann faßte er eine Eisenstange und schlug auf den Alten los, bis er wimmerte und bat, er möchte aufhören, er wollte ihm große Reichtümer geben. Der Junge zog die Axt raus, und ließ ihn los. Der Alte führte ihn wieder ins Schloß zurück und zeigte ihm in einem Keller 32 drei Kasten voll Gold. »Davon,« sprach er, »ist ein Teil den Armen, der andere dem König, der dritte dein.« Indem schlug es zwölfe, und der Geist verschwand, also daß der Junge im Finstern stand. »Ich werde mir doch heraushelfen können,« sprach er, tappte herum, fand den Weg in die Kammer und schlief dort bei seinem Feuer ein. Am andern Morgen kam der König und sagte »nun wirst du gelernt haben, was Gruseln ist?« »Nein,« antwortete er, »was ists nur? mein toter Vetter war da, und ein bärtiger Mann ist gekommen, der hat mir da unten viel Geld gezeigt, aber was Gruseln ist, hat mir keiner gesagt.« Da sprach der König »du hast das Schloß erlöst und sollst meine Tochter heiraten.« »Das ist all recht gut,« antwortete er, »aber ich weiß noch immer nicht, was Gruseln ist.« Da ward das Gold heraufgebracht und die Hochzeit gefeiert, aber der junge König, so lieb er seine Gemahlin hatte und so vergnügt er war, sagte doch immer »wenn mir nur gruselte, wenn mir nur gruselte.« Das verdroß sie endlich. Ihr Kammermädchen sprach »ich will Hilfe schaffen, das Gruseln soll er schon lernen.« Sie ging hinaus zum Bach, der durch den Garten floß, und ließ sich einen ganzen Eimer voll Gründlinge holen. Nachts, als der junge König schlief, mußte seine Gemahlin ihm die Decke wegziehen und den Eimer voll kalt Wasser mit den Gründlingen über ihn herschütten, daß die kleinen Fische um ihn herumzappelten. Da wachte er auf und rief »ach was gruselt mir, was gruselt mir, liebe Frau! Ja, nun weiß ich, was Gruseln ist.«



Want to learn a language?


Learn from this text and thousands like it on LingQ.

  • A vast library of audio lessons, all with matching text
  • Revolutionary learning tools
  • A global, interactive learning community.

Language learning online @ LingQ

Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen Fairy tale of one who set out to learn to fear

Ein Vater hatte zwei Söhne, davon war der älteste klug und gescheit, und wußte sich in alles wohl zu schicken, der jüngste aber war dumm, konnte nichts begreifen und lernen: und wenn ihn die Leute sahen, sprachen sie »mit dem wird der Vater noch seine Last haben!« Wenn nun etwas zu tun war, so mußte es der älteste allzeit ausrichten: hieß ihn aber der Vater noch spät oder gar in der Nacht etwas holen, und der Weg ging dabei über den Kirchhof oder sonst einen schaurigen Ort, so antwortete er wohl »ach nein, Vater, ich gehe nicht dahin, es gruselt mir! A father had two sons, the eldest of whom was clever and clever, and knew how to be well in everything. The youngest, however, was stupid, could understand nothing and learn: and when people saw him, they said, "With them will the father still have his burden! "If there was anything to be done, the eldest had to do it at all times: but did his father call him late at night, or even at night, and the path passed through the churchyard or otherwise a ghastly place, he replied, "Oh no, Father, I'm not going there, it's scary!" for he was afraid. « denn er fürchtete sich. Or, when stories were told by the fire in the evening, and one's skin shuddered, the audience sometimes said, "Oh, it's scary!" The youngest was sitting in a corner listening to it and could not understand what it meant , Oder, wenn abends beim Feuer Geschichten erzählt wurden, wobei einem die Haut schaudert, so sprachen die Zuhörer manchmal »ach, es gruselt mir!« Der jüngste saß in einer Ecke und hörte das mit an, und konnte nicht begreifen, was es heißen sollte. »Immer sagen sie: 24 es gruselt mir! es gruselt mir! mir gruselts nicht: das wird wohl eine Kunst sein, von der ich auch nichts verstehe.« Nun geschah es, daß der Vater einmal zu ihm sprach »hör du, in der Ecke dort, du wirst groß und stark, du mußt auch etwas lernen, womit du dein Brot verdienst. I do not shudder: that will probably be an art of which I understand nothing. "Now it happened that the father once spoke to him," Listen, in the corner there, you will grow big and strong, you also have to learn something with which you deserve your bread. Siehst du, wie dein Bruder sich Mühe gibt, aber an dir ist Hopfen und Malz verloren.« »Ei, Vater,« antwortete er, »ich will gerne was lernen; ja, wenns anginge, so möchte ich lernen, daß mirs gruselte; davon verstehe ich noch gar nichts.« Der älteste lachte, als er das hörte, und dachte bei sich »du lieber Gott, was ist mein Bruder ein Dummbart, aus dem wird sein Lebtag nichts: was ein Häkchen werden will, muß sich beizeiten krümmen.« Der Vater seufzte und antwortete ihm »das Gruseln, das sollst du schon lernen, aber dein Brot wirst du damit nicht verdienen.« See how your brother makes an effort, but hops and malt are lost in you. "" Oh, father, "he answered," I want to learn something; yes, if it were, I would like to learn that I was scared; I do not understand anything about that yet. "The eldest laughed when he heard that, and thought to himself," Dear God, what is my brother's dumbbeard, out of which his life becomes nothing? What needs to become a check mark has to curve in time .. "The father sighed and answered," The shuddering, you shall learn, but you will not earn your bread with it. "

Bald danach kam der Küster zum Besuch ins Haus, da klagte ihm der Vater seine Not und erzählte, wie sein jüngster Sohn in allen Dingen so schlecht beschlagen wäre, er wüßte nichts und lernte nichts. Soon after, the sexton came to visit the house, when the father complained to him of his plight and told how his youngest son in all things would be so badly fogged, he knew nothing and learned nothing. »Denkt Euch, als ich ihn fragte, womit er sein Brot verdienen wollte, hat er gar verlangt, das Gruseln zu lernen.« »Wenns weiter nichts ist,« antwortete der Küster, »das kann er bei mir lernen; tut ihn nur zu mir, ich werde ihn schon abhobeln.« Der Vater war es zufrieden, weil er dachte »der Junge wird doch ein wenig zugestutzt.« Der Küster nahm ihn also ins Haus, und er mußte die Glocke läuten. "Remember, when I asked him what he wanted to earn his bread with, he even asked to learn the scary." "If it's nothing," replied the sexton, "he can learn that from me; just do it to me, I'll plan it off. "The father was pleased because he thought," The boy's going to be a little truncated. "So the sexton took him into the house and he had to ring the bell. Nach ein paar Tagen weckte er ihn um Mitternacht, hieß ihn aufstehen, in den Kirchturm steigen und läuten. After a few days, he woke him at midnight, told him to get up, climb into the church tower, and ring. »Du sollst schon lernen, was Gruseln ist,« dachte er, ging heimlich voraus, und als der Junge oben war, und sich umdrehte und das Glockenseil fassen wollte, so sah er auf der Treppe, dem Schalloch gegenüber, eine weiße Gestalt stehen. "Thou shalt learn what scary is," he thought, secretly preceded, and when the boy was upstairs, and turned to take the bell rope, he saw a white figure standing on the staircase opposite the soundhole. »Wer da?« rief er, aber die Gestalt gab keine Antwort, regte und bewegte sich nicht. »Gib Antwort,« rief der Junge, »oder mache, daß du fortkommst, du hast hier in der Nacht nichts zu schaffen.« Der Küster aber blieb unbeweglich stehen, damit der Junge glauben sollte, es wäre ein Gespenst. Der Junge rief zum zweitenmal »was willst du 25 hier? sprich, wenn du ein ehrlicher Kerl bist, oder ich werfe dich die Treppe hinab.« Der Küster dachte »das wird so schlimm nicht gemeint sein,« gab keinen Laut von sich und stand, als wenn er von Stein wäre. Say, if you're an honest fellow, or I'll throw you down the stairs. "The sexton thought," It will not mean that bad, "did not make a sound and stood as if he were of stone. Da rief ihn der Junge zum drittenmal an, und als das auch vergeblich war, nahm er einen Anlauf und stieß das Gespenst die Treppe hinab, daß es zehn Stufen hinabfiel und in einer Ecke liegen blieb. Then the boy called him a third time, and when that was futile, he took a start and pushed the ghost down the stairs so that it fell down ten steps and remained in a corner. Darauf läutete er die Glocke, ging heim, legte sich, ohne ein Wort zu sagen, ins Bett und schlief fort. Then he rang the bell, went home, went to bed without saying a word, and went to sleep. Die Küsterfrau wartete lange Zeit auf ihren Mann, aber er wollte nicht wiederkommen. Da ward ihr endlich angst, sie weckte den Jungen und fragte »weißt du nicht, wo mein Mann geblieben ist? At last she was terrified, she woke the boy and asked, "Do not you know where my husband stayed? er ist vor dir auf den Turm gestiegen.« »Nein,« antwortete der Junge, »aber da hat einer dem Schalloch gegenüber auf der Treppe gestanden, und weil er keine Antwort geben und auch nicht weggehen wollte, so habe ich ihn für einen Spitzbuben gehalten und hinuntergestoßen. he climbed the tower in front of you. "" No, "answered the boy," but there was one standing on the staircase opposite the soundhole, and because he did not want to answer and did not want to go away, I think he's a rogue held and knocked down. Geht nur hin, so werdet Ihr sehen ob ers gewesen ist, es sollte mir leid tun.« Die Frau sprang fort und fand ihren Mann, der in einer Ecke lag und jammerte, und ein Bein gebrochen hatte. Go ahead, you'll see if he's been, I'm sorry. "The woman sprang away to find her husband, who was lying in a corner wailing and breaking his leg. Sie trug ihn herab und eilte dann mit lautem Geschrei zu dem Vater des Jungen. She carried him down and then hurried to the boy's father with a loud shout. »Euer Junge,« rief sie, »hat ein großes Unglück angerichtet, meinen Mann hat er die Treppe hinabgeworfen, daß er ein Bein gebrochen hat: schafft den Taugenichts aus unserm Haus.« Der Vater erschrak, kam herbeigelaufen und schalt den Jungen aus. »Was sind das für gottlose Streiche, die muß dir der Böse eingegeben haben.« »Vater,« antwortete er, »hört nur an, ich bin ganz unschuldig: er stand da in der Nacht wie einer, der Böses im Sinne hat. "What kind of godless pranks that evil must have given you." "Father," he answered, "just listen, I'm quite innocent: he stood there in the night like someone with evil in mind. Ich wußte nicht, wers war, und hab ihn dreimal ermahnt, zu reden oder wegzugehen.« »Ach,« sprach der Vater, »mit dir erleb ich nur Unglück, geh mir aus den Augen, ich will dich nicht mehr ansehen.« »Ja, Vater, recht gerne, wartet nur, bis Tag ist, da will ich ausgehen und das Gruseln lernen, so versteh ich doch eine Kunst, die mich ernähren kann.« »Lerne, was du willst,« sprach der Vater, »mir ist alles einerlei. I did not know who it was and warned him three times to speak or go away. "" Oh, "said the father," I only experience misfortune with you, I do not want to look at you. " Yes, father, I'm glad to wait until daylight, I want to go out and learn the scary, so I understand an art that can feed me. "" Learn what you want, "said the father," me everything is the same. Da hast du fünfzig Taler, damit 26 geh in die weite Welt und sage keinem Menschen, wo du her bist und wer dein Vater ist, denn ich muß mich deiner schämen.« »Ja, Vater, wie Ihrs haben wollt, wenn Ihr nicht mehr verlangt, das kann ich leicht in acht behalten.« Als nun der Tag anbrach, steckte der Junge seine fünfzig Taler in die Tasche, ging hinaus auf die große Landstraße und sprach immer vor sich hin »wenn mirs nur gruselte! There you have fifty talers, so that you can go into the wide world and tell no one where you are from and who your father is, for I must be ashamed of you. "" Yes, father, as you wish, if you No more demanding, I can easily keep that in mind. "When the day dawned, the boy put his fifty talers in his pocket, went out onto the main road, and always talked to himself," if only I was scared! " wenn mirs nur gruselte!« Da kam ein Mann heran, der hörte das Gespräch, das der Junge mit sich selber führte, und als sie ein Stück weiter waren, daß man den Galgen sehen konnte, sagte der Mann zu ihm »siehst du, dort ist der Baum, wo siebene mit des Seilers Tochter Hochzeit gehalten haben und jetzt das Fliegen lernen: setz dich darunter und warte, bis die Nacht kommt, so wirst du schon das Gruseln lernen.« »Wenn weiter nichts dazu gehört,« antwortete der Junge, »das ist leicht getan; lerne ich aber so geschwind das Gruseln, so sollst du meine fünfzig Taler haben, komm nur morgen früh wieder zu mir.« Da ging der Junge zu dem Galgen, setzte sich darunter und wartete, bis der Abend kam. if only I was scared! "Then a man approached, he heard the conversation that the boy led with himself, and when they were a little farther away, so that the gallows could be seen, the man said to him," You see, there is the tree where Severe's daughter was married to the daughter's daughter and now learn to fly: sit down underneath and wait until night comes, you'll learn the scary. "" If nothing else, "the boy answered "That's easy enough; but if I learn the scare so quickly, you shall have my fifty talers, come to me tomorrow morning. "Then the boy went to the gallows, sat down, and waited until the evening came. Und weil ihn fror, machte er sich ein Feuer an: aber um Mitternacht ging der Wind so kalt, daß er trotz des Feuers nicht warm werden wollte. Und als der Wind die Gehenkten gegeneinander stieß, daß sie sich hinund herbewegten, so dachte er »du frierst unten bei dem Feuer, was mögen die da oben erst frieren und zappeln.« Und weil er mitleidig war, legte er die Leiter an, stieg hinauf, knüpfte einen nach dem andern los, und holte sie alle siebene herab. And when the wind bumped the hanged men, they thought, "You are cold by the fire, what are they up there freezing and wriggling about?" And because he was compassionate, he put on the ladder and got out up, untying one by one, and bringing them down all seven. Darauf schürte er das Feuer, blies es an und setzte sie ringsherum, daß sie sich wärmen sollten. Aber sie saßen da und regten sich nicht, und das Feuer ergriff ihre Kleider. Da sprach er »nehmt euch in acht, sonst häng ich euch wieder hinauf.« Die Toten aber hörten nicht, schwiegen und ließen ihre Lumpen fortbrennen. Then he said, "Be careful, or I'll hang you up again." But the dead did not hear, kept silent, and let their rags burn. Da ward er bös und sprach »wenn ihr nicht achtgeben wollt, so kann ich euch nicht helfen, ich will nicht mit euch verbrennen,« und hing sie nach der Reihe wieder hinauf. Then he became angry and said, "If you do not want to be careful, I can not help you, I do not want to burn with you," and hung her up again after the row. Nun setzte er sich zu seinem Feuer und schlief ein, und am andern Morgen, da kam der Mann zu ihm, wollte die fünfzig 27 Taler haben und sprach »nun, weißt du, was Gruseln ist?« »Nein,« antwortete er, »woher sollte ichs wissen? Now he sat down to his fire and fell asleep, and the next morning the man came to him, wanted to have the fifty twenty-seven talers, and said, "Well, do you know what scary is?" "No," he replied, " How should I know? die da droben haben das Maul nicht aufgetan und waren so dumm, daß sie die paar alten Lappen, die sie am Leibe haben, brennen ließen.« Da sah der Mann, daß er die fünfzig Taler heute nicht davontragen würde, ging fort und sprach »so einer ist mir noch nicht vorgekommen.« Der Junge ging auch seines Wegs und fing wieder an vor sich hin zu reden »ach, wenn mirs nur gruselte! those up there did not open their mouths and were so stupid that they burned the few old rags they had on their bodies. "Then the man saw that he would not carry the fifty talers today, went away, and spoke." I have not seen one like that before. "The boy went his own way and began to talk to himself again." Oh, if only I was scared! ach, wenn mirs nur gruselte!« Das hörte ein Fuhrmann, der hinter ihm herschritt, und fragte »wer bist du?« »Ich weiß nicht,« antwortete der Junge. Oh, if only I was scared! "A coachman, who was walking behind him, heard this and asked," Who are you? "" I do not know, "replied the boy. Der Fuhrmann fragte weiter »wo bist du her?« »Ich weiß nicht.« »Wer ist dein Vater?« »Das darf ich nicht sagen.« »Was brummst du beständig in den Bart hinein?« »Ei,« antwortete der Junge, »ich wollte, daß mirs gruselte, aber niemand kann michs lehren.« »Laß dein dummes Geschwätz,« sprach der Fuhrmann, »komm, geh mit mir, ich will sehen, daß ich dich unterbringe.« Der Junge ging mit dem Fuhrmann, und abends gelangten sie zu einem Wirtshaus, wo sie übernachten wollten. The carter continued to ask, "Where are you from?" "I do not know." "Who is your father?" "I can not say that." "What are you constantly muttering in your beard?" "Oh," said the boy "I wanted it to scare me, but no one can teach me." "Stop your stupid talk," said the carter, "come on, go with me, I want to see that I can accommodate you." The boy went with the carter , and in the evening they came to a tavern where they wanted to spend the night. Da sprach er beim Eintritt in die Stube wieder ganz laut »wenn mirs nur gruselte! When he entered the room he spoke quite loudly, "if only I was shaking!" wenn mirs nur gruselte!« Der Wirt, der das hörte, lachte und sprach »wenn dich danach lüstet, dazu sollte hier wohl Gelegenheit sein.« »Ach schweig stille,« sprach die Wirtsfrau, »so mancher Vorwitzige hat schon sein Leben eingebüßt, es wäre Jammer und Schade um die schönen Augen, wenn die das Tageslicht nicht wieder sehen sollten.« Der Junge aber sagte »wenns noch so schwer wäre, ich wills einmal lernen, deshalb bin ich ja ausgezogen.« Er ließ dem Wirt auch keine Ruhe, bis dieser erzählte, nicht weit davon stände ein verwünschtes Schloß, wo einer wohl lernen könnte, was Gruseln wäre, wenn er nur drei Nächte darin wachen wollte. if only I was scared! "The innkeeper, who heard this, laughed and said," If you feel like it, there should be an opportunity here. "" Oh, shut up, "said the hostess," many a cheeky person has already lost his life, It would be a shame and a pity for the beautiful eyes if they did not see the light of day again. "But the boy said," If it were so difficult, I want to learn, that's why I moved out. "He did not let the innkeeper rest either until the latter said that not far away there was a cursed castle, where one might well learn what scary things would be if he only wished to keep watch in it for three nights. Der König hätte dem, ders wagen sollte, seine Tochter zur Frau versprochen, und die wäre die schönste Jungfrau, welche die Sonne beschien: in dem Schlosse steckten auch große Schätze, von bösen Geistern bewacht, die würden dann frei und könnten einen Armen reich genug 28 machen. The king would have promised his daughter to the man who dared, and she would be the fairest maiden to shine the sun: there were also great treasures in the castle, guarded by evil spirits, who would then be free and could make a poor rich enough 28 do. Schon viele wären wohl hinein-, aber noch keiner wieder herausgekommen. Many would have entered, but no one had come out yet. Da ging der Junge am andern Morgen vor den König und sprach »wenns erlaubt wäre, so wollte ich wohl drei Nächte in dem verwünschten Schlosse wachen.« Der König sah ihn an, und weil er ihm gefiel, sprach er »du darfst dir noch dreierlei ausbitten, aber es müssen leblose Dinge sein, und das darfst du mit ins Schloß nehmen.« Da antwortete er »so bitt ich um ein Feuer, eine Drehbank und eine Schnitzbank mit dem Messer.« Der König ließ ihm das alles bei Tage in das Schloß tragen. Then the boy went to the king the next morning and said, "If it were permitted, I wished to watch three nights in the cursed castle." The king looked at him, and because he liked him, he said, "You may do three things but they must be lifeless things, and you may take them with you to the castle. "Then he answered," I ask for a fire, a lathe, and a carving with a knife. "The king let him have it all by day Carry lock. Als es Nacht werden wollte, ging der Junge hinauf, machte sich in einer Kammer ein helles Feuer an, stellte die Schnitzbank mit dem Messer daneben und setzte sich auf die Drehbank. »Ach, wenn mirs nur gruselte!« sprach er, »aber hier werde ichs auch nicht lernen.« Gegen Mitternacht wollte er sich sein Feuer einmal aufschüren: wie er so hineinblies, da schries plötzlich aus einer Ecke »au, miau! "Oh, if only it scared me!" He said, "but I will not learn here either." Around midnight he wanted to open his fire. How he blew it in, suddenly yelled out of a corner, "Hey, meow! was uns friert!« »Ihr Narren,« rief er, »was schreit ihr? what freezes us! "" You fools, "he cried," what are you yelling? wenn euch friert, kommt, setzt euch ans Feuer und wärmt euch.« Und wie er das gesagt hatte, kamen zwei große schwarze Katzen in einem gewaltigen Sprunge herbei, setzten sich ihm zu beiden Seiten und sahen ihn mit ihren feurigen Augen ganz wild an. if you feel cold, come and sit by the fire and warm yourself. "And as he said that, two big black cats came in one leap, sitting on either side of him, looking wildly at him with their fiery eyes. Über ein Weilchen, als sie sich gewärmt hatten, sprachen sie »Kamerad, wollen wir eins in der Karte spielen?« »Warum nicht?« antwortete er, »aber zeigt einmal eure Pfoten her.« Da streckten sie die Krallen aus. For a while, as they warmed themselves, they said, "Comrade, shall we play one on the map?" "Why not?" He replied, "but show your paws once." They reached out their claws. »Ei,« sagte er, »was habt ihr lange Nägel! wartet, die muß ich euch erst abschneiden.« Damit packte er sie beim Kragen, hob sie auf die Schnitzbank und schraubte ihnen die Pfoten fest. wait, I'll have to cut you off first. "He grabbed her by the collar, lifted her onto the carving bench, and clasped her paws. »Euch habe ich auf die Finger gesehen,« sprach er, »da vergeht mir die Lust zum Kartenspiel,« schlug sie tot und warf sie hinaus ins Wasser. "I've seen you on my fingers," he said. "Then I lose the desire to play cards," she struck dead and threw her out into the water. Als er aber die zwei zur Ruhe gebracht hatte und sich wieder zu seinem Feuer setzen wollte, da kamen aus allen Ecken und Enden schwarze Katzen und schwarze Hunde an glühenden Ketten, immer mehr und mehr, daß er sich nicht mehr bergen konnte: die schrieen greulich, traten ihm auf sein Feuer, zerrten es auseinander und 29 wollten es ausmachen. But when he had brought the two to rest and wanted to sit down again to his fire, black cats and black dogs came from all corners and ends of glowing chains, more and more, that he could not recover: they cried horribly They kicked his fire, tore it apart, and decided to turn it off. Das sah er ein Weilchen ruhig mit an, als es ihm aber zu arg ward, faßte er sein Schnitzmesser und rief »fort mit dir, du Gesindel«, und haute auf sie los. He looked at it quietly for a while, but when it was too much for him, he took his carving knife and called out "you, you rabble," and attacked her. Ein Teil sprang weg, die andern schlug er tot und warf sie hinaus in den Teich. One part jumped away, the others he struck dead and threw them out into the pond. Als er wiedergekommen war, blies er aus den Funken sein Feuer frisch an und wärmte sich. When he returned, he blew his fire fresh from the sparks and warmed himself. Und als er so saß, wollten ihm die Augen nicht länger offen bleiben, und er bekam Lust zu schlafen. And as he sat there, his eyes would not stay open any longer, and he felt like sleeping. Da blickte er um sich und sah in der Ecke ein großes Bett, »das ist mir eben recht,« sprach er und legte sich hinein. Then he looked around and saw in the corner a big bed, "that's just fine with me," he said and lay down in it. Als er aber die Augen zutun wollte, so fing das Bett von selbst an zu fahren, und fuhr im ganzen Schloß herum. But when he wanted to open his eyes, the bed began to drive itself, and drove around the whole castle. »Recht so,« sprach er, »nur besser zu.« Da rollte das Bett fort, als wären sechs Pferde vorgespannt, über Schwellen und Treppen auf und ab: auf einmal hopp hopp! "That's right," he said. "Only better." Then the bed rolled away, as if six horses had been harnessed, up and down the thresholds and the stairs: suddenly hopp! warf es um, das unterste zu oberst, daß es wie ein Berg auf ihm lag. tossing it over the bottom, it was like a mountain on top of him. Aber er schleuderte Decken und Kissen in die Höhe, stieg heraus und sagte »nun mag fahren, wer Lust hat,« legte sich an sein Feuer und schlief, bis es Tag war. But he threw up blankets and pillows, got out, and said, "Now let's go who wants to," lay down by his fire and slept until it was daylight. Am Morgen kam der König, und als er ihn da auf der Erde liegen sah, meinte er, die Gespenster hätten ihn umgebracht, und er wäre tot. In the morning the king came, and when he saw him lying there on earth, he said that the ghosts had killed him and he was dead. Da sprach er »es ist doch schade um den schönen Menschen.« Das hörte der Junge, richtete sich auf und sprach »so weit ists noch nicht!« Da verwunderte sich der König, freute sich aber und fragte, wie es ihm gegangen wäre. Then he said, "It is a pity about the beautiful man." The boy heard this, straightened up, and said, "So far is not yet!" Then the king was astonished, but was glad and asked how he had felt. »Recht gut,« antwortete er, »eine Nacht wäre herum, die zwei andern werden auch herumgehen.« Als er zum Wirt kam, da machte der große Augen. "All right," he replied. "One night would be over, and the other two will go around." When he came to the landlord, he opened his eyes. »Ich dachte nicht,« sprach er, »daß ich dich wieder lebendig sehen würde; hast du nun gelernt, was Gruseln ist?« »Nein,« sagte er, »es ist alles vergeblich: wenn mirs nur einer sagen könnte!« Die zweite Nacht ging er abermals hinauf ins alte Schloß, setzte sich zum Feuer und fing sein altes Lied wieder an »wenn mirs nur gruselte!« Wie Mitternacht herankam, ließ sich ein Lärm und Gepolter hören, erst sachte, dann immer stärker, dann wars ein bißchen still, endlich kam mit lautem Geschrei ein halber Mensch den Schornstein herab und fiel 30 vor ihm hin. "I did not think," he said, "that I would see you alive again; Have you now learned what scary is? "" No, "he said," it is all in vain, if only one could tell me! "The second night he went up again to the old castle, sat down beside the fire, and caught his old one Song again "if only I was scared!" As midnight approached, there was a noise and a clattering, first soft, then more and more, then it was a little quiet, finally came with a loud shout half a man down the chimney and fell to him. »Heda!« rief er, »noch ein halber gehört dazu, das ist zu wenig.« Da ging der Lärm von frischem an, es tobte und heulte, und fiel die andere Hälfte auch herab. "Heda!" He exclaimed, "there is too little to be done for half, that's too little." Then the noise rose from fresh, it raged and howled, and the other half fell down too. »Wart,« sprach er, »ich will dir erst das Feuer ein wenig anblasen.« Wie er das getan hatte und sich wieder umsah, da waren die beiden Stücke zusammengefahren, und saß da ein greulicher Mann auf seinem Platz. "Wait," he said. "First I want to blow the fire on you a little." As he had done that and looked around again, the two pieces had come together, and there sat a horrible man in his place. »So haben wir nicht gewettet,« sprach der Junge, »die Bank ist mein.« Der Mann wollte ihn wegdrängen, aber der Junge ließ sichs nicht gefallen, schob ihn mit Gewalt weg und setzte sich wieder auf seinen Platz. "So we did not bet," said the boy, "the bank is mine." The man tried to push him away, but the boy did not like it, pushed him away with force, and sat back down in his seat. Da fielen noch mehr Männer herab, einer nach dem andern, die holten neun Totenbeine und zwei Totenköpfe, setzten auf und spielten Kegel. Then more men came down, one after another, bringing nine dead legs and two skulls, setting themselves up and playing cones. Der Junge bekam auch Lust und fragte »hört ihr, kann ich mit sein?« »Ja, wenn du Geld hast.« »Geld genug,« antwortete er, »aber eure Kugeln sind nicht recht rund.« Da nahm er die Totenköpfe, setzte sie in die Drehbank und drehte sie rund. The boy also felt like asking, "Can you hear, can I go with you?" "Yes, if you have money." "Money enough," he answered, "but your bullets are not quite round." Then he took the skulls, put her in the lathe and turned her around. »So, jetzt werden sie besser schüppeln,« sprach er »heida! "Well, now they'll do better," he said. "Hey! nun gehts lustig!« Er spielte mit und verlor etwas von seinem Geld, als es aber zwölf schlug, war alles vor seinen Augen verschwunden. now it's funny! "He played with and lost some of his money, but when it struck twelve, everything was gone before his eyes. Er legte sich nieder und schlief ruhig ein. He lay down and fell asleep calmly. Am andern Morgen kam der König und wollte sich erkundigen. The next morning the king came and wanted to inquire. »Wie ist dirs diesmal ergangen?« fragte er. »Ich habe gekegelt,« antwortete er, »und ein paar Heller verloren.« »Hat dir denn nicht gegruselt?« »Ei was,« sprach er, »lustig hab ich mich gemacht. "I've been tipping," he answered, "and lost a few Heller." "Did not scare you?" "Oh, well," he said, "I was funny. Wenn ich nur wüßte, was Gruseln wäre!« In der dritten Nacht setzte er sich wieder auf seine Bank und sprach ganz verdrießlich »wenn es mir nur gruselte!« Als es spät ward, kamen sechs große Männer und brachten eine Totenlade hereingetragen. If only I knew what scary things were! "On the third night he sat down on his bench again and spoke quite morosely," If only I was scared! "When it was getting late, six great men came and brought in a messenger. Da sprach er »ha ha, das ist gewiß mein Vetterchen, das erst vor ein paar Tagen gestorben ist,« winkte mit dem Finger und rief »komm Vetterchen, komm!« Sie stellten den Sarg auf die Erde, er aber ging hinzu und nahm den Deckel ab: da lag ein toter Mann darin. Then he said, "Ha ha, that is certainly my little cousin who died just a few days ago," waved his finger and shouted, "Come on, come on!" They put the coffin on the ground, but he went and took it the lid off: there was a dead man in it. Er fühlte ihm ans Gesicht, aber es war kalt wie Eis. He felt his face, but it was cold as ice. »Wart,« sprach er, »ich will dich ein bißchen wärmen,« ging ans Feuer, wärmte seine Hand und legte sie ihm aufs Gesicht, aber der Tote blieb 31 kalt. "Wait," he said, "I want to warm you a little," went to the fire, warmed his hand and laid it on his face, but the dead man remained cold. Nun nahm er ihn heraus, setzte sich ans Feuer und legte ihn auf seinen Schoß, und rieb ihm die Arme, damit das Blut wieder in Bewegung kommen sollte. Now he took it out, sat down by the fire and laid it on his lap, rubbing his arms to get the blood moving again. Als auch das nichts helfen wollte, fiel ihm ein »wenn zwei zusammen im Bett liegen, so wärmen sie sich,« brachte ihn ins Bett, deckte ihn zu und legte sich neben ihn. When that did not help, he remembered, "If two lie together in bed, they are warm," and put him to bed, covered him, and lay down beside him. Über ein Weilchen ward auch der Tote warm und fing an sich zu regen. For a while, the dead man also became warm and began to stir. Da sprach der Junge »siehst du, Vetterchen, hätt ich dich nicht gewärmt!« Der Tote aber hub an und rief »jetzt will ich dich erwürgen.« »Was,« sagte er, »ist das mein Dank? Then the boy said, "You see, my little cousin, I would not have warmed you!" But the dead man began, shouting, "Now I will strangle you." "What," said he, "is that my thanks? gleich sollst du wieder in deinen Sarg,« hub ihn auf, warf ihn hinein und machte den Deckel zu; da kamen die sechs Männer, und trugen ihn wieder fort. immediately you shall return to your coffin, "lift it up, throw it in, and close the lid; Then came the six men, and carried him away again. »Es will mir nicht gruseln,« sagte er, »hier lerne ichs mein Lebtag nicht.« Da trat ein Mann herein, der war größer als alle andere, und sah fürchterlich aus; er war aber alt und hatte einen langen weißen Bart. "It does not scare me," he said. "Here I do not learn my life." Then a man came in, who was taller than anyone, and looked terrible; but he was old and had a long white beard. »O du Wicht,« rief er, »nun sollst du bald lernen, was Gruseln ist, denn du sollst sterben.« »Nicht so schnell,« antwortete der Junge, »soll ich sterben, so muß ich auch dabei sein.« »Dich will ich schon packen,« sprach der Unhold. "Oh, you gnome," he cried, "now you shall soon learn what scary is, for you shall die." "Not so fast," answered the boy, "if I die, I must be there too." I'll grab you, "said the fiend. »Sachte, sachte, mach dich nicht so breit; so stark wie du bin ich auch, und wohl noch stärker.« »Das wollen wir sehn,« sprach der Alte, »bist du stärker als ich, so will ich dich gehn lassen; komm, wir wollens versuchen.« Da führte er ihn durch dunkle Gänge zu einem Schmiedefeuer, nahm eine Axt und schlug den einen Amboß mit einem Schlag in die Erde. "Easy, gently, do not make yourself so broad; as strong as you are me, and perhaps even stronger. "" Let us see that, "said the old man," if you are stronger than I, I will let you go; Come on, let's try. "Then he led him through dark corridors to a smithy, took an ax, and struck one anvil in the ground. »Das kann ich noch besser,« sprach der Junge und ging zu dem andern Amboß: der Alte stellte sich neben hin und wollte zusehen, und sein weißer Bart hing herab. "I can do even better," said the boy, and went to the other anvil: the old man stood beside him and wanted to watch, and his white beard hung down. Da faßte der Junge die Axt, spaltete den Amboß auf einen Hieb und klemmte den Bart des Alten mit hinein. Then the boy seized the ax, split the anvil at a blow, and put in the old man's beard. »Nun hab ich dich,« sprach der Junge, »jetzt ist das Sterben an dir.« Dann faßte er eine Eisenstange und schlug auf den Alten los, bis er wimmerte und bat, er möchte aufhören, er wollte ihm große Reichtümer geben. "Now I have you," said the boy, "now is the dying of you." Then he grasped an iron bar and struck the old man until he whimpered and begged him to stop, he wanted to give him great riches. Der Junge zog die Axt raus, und ließ ihn los. Der Alte führte ihn wieder ins Schloß zurück und zeigte ihm in einem Keller 32 drei Kasten voll Gold. »Davon,« sprach er, »ist ein Teil den Armen, der andere dem König, der dritte dein.« Indem schlug es zwölfe, und der Geist verschwand, also daß der Junge im Finstern stand. "Of this," said he, "one part is to the poor, the other to the king, the third to yours." At that it struck twelve, and the spirit vanished, so that the boy stood in the dark. »Ich werde mir doch heraushelfen können,« sprach er, tappte herum, fand den Weg in die Kammer und schlief dort bei seinem Feuer ein. "I'll be able to help myself out," he said, groping about, finding his way into the chamber, falling asleep by his fire. Am andern Morgen kam der König und sagte »nun wirst du gelernt haben, was Gruseln ist?« »Nein,« antwortete er, »was ists nur? The next morning the king came and said, "Now you will have learned what scary is?" "No," he replied, "what is it? mein toter Vetter war da, und ein bärtiger Mann ist gekommen, der hat mir da unten viel Geld gezeigt, aber was Gruseln ist, hat mir keiner gesagt.« Da sprach der König »du hast das Schloß erlöst und sollst meine Tochter heiraten.« »Das ist all recht gut,« antwortete er, »aber ich weiß noch immer nicht, was Gruseln ist.« Da ward das Gold heraufgebracht und die Hochzeit gefeiert, aber der junge König, so lieb er seine Gemahlin hatte und so vergnügt er war, sagte doch immer »wenn mir nur gruselte, wenn mir nur gruselte.« Das verdroß sie endlich. my dead cousin was there, and a bearded man came, he showed me a lot of money down there, but no one told me what scary things. "Then the king said," You have redeemed the castle, and you shall marry my daughter. " "That is all very well," he replied, "but I still do not know what scary is." Then the gold was brought up and the wedding celebrated, but the young king, dear as he had his wife, was so happy 'Always said' if only I was scared, if only I was scared. 'That finally annoyed her. Ihr Kammermädchen sprach »ich will Hilfe schaffen, das Gruseln soll er schon lernen.« Sie ging hinaus zum Bach, der durch den Garten floß, und ließ sich einen ganzen Eimer voll Gründlinge holen. Her chambermaid said, "I want help, and he's supposed to learn the shudder." She went out to the brook that flowed through the garden and fetched a bucket full of greens. Nachts, als der junge König schlief, mußte seine Gemahlin ihm die Decke wegziehen und den Eimer voll kalt Wasser mit den Gründlingen über ihn herschütten, daß die kleinen Fische um ihn herumzappelten. At night, when the young king slept, his wife had to pull the blanket from him and pour the bucket full of cold water with the gudgeons over him, so that the little fish fidgeted around him. Da wachte er auf und rief »ach was gruselt mir, was gruselt mir, liebe Frau! Then he woke up and shouted, "Oh, what a shudder, what a shudder, dear lady! Ja, nun weiß ich, was Gruseln ist.«

×

We use cookies to help make LingQ better. By visiting the site, you agree to our cookie policy.