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Grimms Märchen, Die drei Männlein im Walde

Die drei Männlein im Walde

Die drei Männlein im Walde

Es war ein Mann, dem starb seine Frau, und eine Frau, der starb ihr Mann; und der Mann hatte eine Tochter, und die Frau hatte auch eine Tochter. Die Mädchen waren miteinander bekannt und gingen zusammen spazieren und kamen hernach zu der Frau ins Haus. Da sprach sie zu des Mannes Tochter »hör, sag deinem Vater, ich wollt ihn heiraten, dann sollst du jeden Morgen dich in Milch waschen und Wein trinken, meine Tochter aber soll sich in Wasser waschen und Wasser trinken.« Das Mädchen ging nach Haus und erzählte seinem Vater, was die Frau gesagt hatte. Der Mann sprach »was soll ich tun? das Heiraten ist eine Freude und ist auch eine Qual.« Endlich, weil er keinen Entschluß fassen konnte, zog er seinen Stiefel aus und sagte »nimm diesen Stiefel, der hat in der Sohle ein Loch, geh damit auf den Boden, häng ihn an den großen Nagel und gieß dann Wasser hinein. Hält er das Wasser, so will ich wieder eine Frau nehmen, läufts aber durch, so will ich nicht.« Das Mädchen tat, wie ihm geheißen war: aber das Wasser zog das Loch zusammen, und der Stiefel ward voll bis obenhin. Es verkündete seinem Vater, wies ausgefallen war. Da stieg er selbst hinauf, und als er sah, daß es seine Richtigkeit hatte, ging er zu der Witwe und freite sie, und die Hochzeit ward gehalten. Am andern Morgen, als die beiden Mädchen sich aufmachten, da stand vor des Mannes Tochter Milch zum Waschen und Wein zum Trinken, vor der Frau Tochter aber stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken. Am zweiten Morgen stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken so gut vor des Mannes Tochter als vor der Frau Tochter. Und am dritten Morgen stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken vor des Mannes Tochter, und Milch zum Waschen 69 und Wein zum Trinken vor der Frau Tochter, und dabei bliebs. Die Frau ward ihrer Stieftochter spinnefeind und wußte nicht, wie sie es ihr von einem Tag zum andern schlimmer machen sollte. Auch war sie neidisch, weil ihre Stieftochter schön und lieblich war, ihre rechte Tochter aber häßlich und widerlich. Einmal im Winter, als es steinhart gefroren hatte und Berg und Tal vollgeschneit lag, machte die Frau ein Kleid von Papier, rief das Mädchen und sprach »da zieh das Kleid an, geh hinaus in den Wald und hol mir ein Körbchen voll Erdbeeren; ich habe Verlangen danach.« »Du lieber Gott,« sagte das Mädchen, »im Winter wachsen ja keine Erdbeeren, die Erde ist gefroren, und der Schnee hat auch alles zugedeckt. Und warum soll ich in dem Papierkleide gehen? es ist draußen so kalt, daß einem der Atem friert: da weht ja der Wind hindurch, und die Dornen reißen mirs vom Leib.« »Willst du mir noch widersprechen?« sagte die Stiefmutter, »mach daß du fortkommst, und laß dich nicht eher wieder sehen, als bis du das Körbchen voll Erdbeeren hast.« Dann gab sie ihm noch ein Stückchen hartes Brot und sprach »davon kannst du den Tag über essen,« und dachte »draußen wirds erfrieren und verhungern und mir nimmermehr wieder vor die Augen kommen.«

Nun war das Mädchen gehorsam, tat das Papierkleid an und ging mit dem Körbchen hinaus. Da war nichts als Schnee die Weite und Breite, und war kein grünes Hälmchen zu merken. Als es in den Wald kam, sah es ein kleines Häuschen, daraus guckten drei kleine Haulemännerchen. Es wünschte ihnen die Tageszeit und klopfte bescheidentlich an die Tür. Sie riefen herein, und es trat in die Stube und setzte sich auf die Bank am Ofen, da wollte es sich wärmen und sein Frühstück essen. Die Haulemännerchen sprachen »gib uns auch etwas davon.« »Gerne,« sprach es, teilte sein Stückchen Brot entzwei und gab ihnen die Hälfte. Sie fragten »was willst du zur Winterzeit in deinem dünnen Kleidchen hier im Wald?« »Ach,« antwortete es, »ich soll ein Körbchen voll Erdbeeren suchen und darf nicht eher nach Hause kommen, als bis ich es mitbringe.« Als 70 es sein Brot gegessen hatte, gaben sie ihm einen Besen und sprachen »kehre damit an der Hintertüre den Schnee weg.« Wie es aber draußen war, sprachen die drei Männerchen untereinander »was sollen wir ihm schenken, weil es so artig und gut ist und sein Brot mit uns geteilt hat?« Da sagte der erste »ich schenk ihm, daß es jeden Tag schöner wird.« Der zweite sprach »ich schenk ihm, daß Goldstücke ihm aus dem Mund fallen, sooft es ein Wort spricht.« Der dritte sprach »ich schenk ihm, daß ein König kommt und es zu seiner Gemahlin nimmt.« Das Mädchen aber tat, wie die Haulemännerchen gesagt hatten, kehrte mit dem Besen den Schnee hinter dem kleinen Hause weg, und was glaubt ihr wohl, daß es gefunden hat? lauter reife Erdbeeren, die ganz dunkelrot aus dem Schnee hervorkamen. Da raffte es in seiner Freude sein Körbchen voll, dankte den kleinen Männern, gab jedem die Hand und lief nach Haus, und wollte der Stiefmutter das Verlangte bringen. Wie es eintrat und »guten Abend« sagte, fiel ihm gleich ein Goldstück aus dem Mund. Darauf erzählte es, was ihm im Walde begegnet war, aber bei jedem Worte, das es sprach, fielen ihm die Goldstücke aus dem Mund, so daß bald die ganze Stube damit bedeckt ward. »Nun sehe einer den Übermut,« rief die Stiefschwester, »das Geld so hinzuwerfen,« aber heimlich war sie neidisch darüber und wollte auch hinaus in den Wald und Erdbeeren suchen. Die Mutter: »nein, mein liebes Töchterchen, es ist zu kalt, du könntest mir erfrieren.« Weil sie ihr aber keine Ruhe ließ, gab sie endlich nach, nähte ihm einen prächtigen Pelzrock, den es anziehen mußte, und gab ihm Butterbrot und Kuchen mit auf den Weg. Das Mädchen ging in den Wald und gerade auf das kleine Häuschen zu. Die drei kleinen Haulemänner guckten wieder, aber es grüßte sie nicht, und ohne sich nach ihnen umzusehen und ohne sie zu grüßen, stolperte es in die Stube hinein, setzte sich an den Ofen und fing an, sein Butterbrot und seinen Kuchen zu essen. »Gib uns etwas davon,« riefen die Kleinen, aber es antwortete »es schickt mir selber nicht, wie kann ich 71 andern noch davon abgeben?« Als es nun fertig war mit dem Essen, sprachen sie »da hast du einen Besen, kehr uns draußen vor der Hintertür rein.« »Ei, kehrt euch selber,« antwortete es, »ich bin eure Magd nicht.« Wie es sah, daß sie ihm nichts schenken wollten, ging es zur Türe hinaus. Da sprachen die kleinen Männer untereinander »was sollen wir ihm schenken, weil es so unartig ist und ein böses neidisches Herz hat, das niemand etwas gönnt?« Der erste sprach »ich schenk ihm, daß es jeden Tag häßlicher wird.« Der zweite sprach »ich schenk ihm, daß ihm bei jedem Wort, das es spricht, eine Kröte aus dem Munde springt.« Der dritte sprach »ich schenk ihm, daß es eines unglücklichen Todes stirbt.« Das Mädchen suchte draußen nach Erdbeeren, als es aber keine fand, ging es verdrießlich nach Haus. Und wie es den Mund auftat und seiner Mutter erzählen wollte, was ihm im Walde begegnet war, da sprang ihm bei jedem Wort eine Kröte aus dem Mund, so daß alle einen Abscheu vor ihm bekamen. Nun ärgerte sich die Stiefmutter noch viel mehr und dachte nur darauf, wie sie der Tochter des Mannes alles Herzeleid antun wollte, deren Schönheit doch alle Tage größer ward. Endlich nahm sie einen Kessel, setzte ihn zum Feuer und sott Garn darin. Als es gesotten war, hing sie es dem armen Mädchen auf die Schulter, und gab ihm eine Axt dazu, damit sollte es auf den gefrorenen Fluß gehen, ein Eisloch hauen und das Garn schlittern. Es war gehorsam, ging hin und hackte ein Loch in das Eis, und als es mitten im Hacken war, kam ein prächtiger Wagen hergefahren, worin der König saß. Der Wagen hielt still und der König fragte »mein Kind, wer bist du und was machst du da?« »Ich bin ein armes Mädchen und schlittere Garn.« Da fühlte der König Mitleiden, und als er sah, wie es so gar schön war, sprach er »willst du mit mir fahren?« »Ach ja, von Herzen gern,« antwortete es, denn es war froh, daß es der Mutter und Schwester aus den Augen kommen sollte. Also stieg es in den Wagen und fuhr mit dem König fort, und als sie auf sein Schloß gekommen waren, ward die Hoch- 72 zeit mit großer Pracht gefeiert, wie es die kleinen Männlein dem Mädchen geschenkt hatten. Über ein Jahr gebar die junge Königin einen Sohn, und als die Stiefmutter von dem großen Glücke gehört hatte, so kam sie mit ihrer Tochter in das Schloß und tat, als wollte sie einen Besuch machen. Als aber der König einmal hinausgegangen und sonst niemand zugegen war, packte das böse Weib die Königin am Kopf, und ihre Tochter packte sie an den Füßen, hoben sie aus dem Bett und warfen sie zum Fenster hinaus in den vorbeifließenden Strom. Darauf legte sich ihre häßliche Tochter ins Bett, und die Alte deckte sie zu bis über den Kopf. Als der König wieder zurückkam und mit seiner Frau sprechen wollte, rief die Alte »still, still, jetzt geht das nicht, sie liegt in starkem Schweiß, Ihr müßt sie heute ruhen lassen.« Der König dachte nichts Böses dabei und kam erst am andern Morgen wieder, und wie er mit seiner Frau sprach, und sie ihm Antwort gab, sprang bei jedem Wort eine Kröte hervor, während sonst ein Goldstück herausgefallen war. Da fragte er, was das wäre, aber die Alte sprach, das hätte sie von dem starken Schweiß gekriegt, und würde sich schon wieder verlieren. In der Nacht aber sah der Küchenjunge, wie eine Ente durch die Gosse geschwommen kam, die sprach »König, was machst du, schläfst du oder wachst du?« Und als er keine Antwort gab, sprach sie »was machen meine Gäste?« Da antwortete der Küchenjunge »sie schlafen feste!« Fragte sie weiter »was macht mein Kindelein?« Antwortete er »es schläft in der Wiege fein.« Da ging sie in der Königin Gestalt hinauf, gab ihm zu trinken, schüttelte ihm sein Bettchen, deckte es zu und schwamm als Ente wieder durch die Gosse fort. So kam sie zwei Nächte, in der dritten sprach sie zu dem Küchenjungen »geh und sage 73 dem König, daß er sein Schwert nimmt und auf der Schwelle dreimal über mir schwingt.« Da lief der Küchenjunge und sagte es dem König, der kam mit seinem Schwert und schwang es dreimal über dem Geist: und beim drittenmal stand seine Gemahlin vor ihm, frisch, lebendig und gesund, wie sie vorher gewesen war. Nun war der König in großer Freude, er hielt aber die Königin in einer Kammer verborgen bis auf den Sonntag, wo das Kind getauft werden sollte. Und als es getauft war, sprach er »was gehört einem Menschen, der den andern aus dem Bett trägt und ins Wasser wirft?« »Nichts Besseres,« antwortete die Alte, »als daß man den Bösewicht in ein Faß steckt, das mit Nägeln ausgeschlagen ist, und den Berg hinab ins Wasser rollt.« Da sagte der König »du hast dein Urteil gesprochen,« ließ ein solches Faß holen und die Alte mit ihrer Tochter hineinstecken, dann ward der Boden zugehämmert und das Faß bergab gekullert, bis es in den Fluß rollte.



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Die drei Männlein im Walde

Die drei Männlein im Walde The three little men in the woods

Es war ein Mann, dem starb seine Frau, und eine Frau, der starb ihr Mann; und der Mann hatte eine Tochter, und die Frau hatte auch eine Tochter. There was a man who died his wife, and a wife who died her husband; and the husband had a daughter, and the wife also had a daughter. Die Mädchen waren miteinander bekannt und gingen zusammen spazieren und kamen hernach zu der Frau ins Haus. The girls were acquainted with each other and went for a walk together and afterwards came to the woman's house. Da sprach sie zu des Mannes Tochter »hör, sag deinem Vater, ich wollt ihn heiraten, dann sollst du jeden Morgen dich in Milch waschen und Wein trinken, meine Tochter aber soll sich in Wasser waschen und Wasser trinken.« Das Mädchen ging nach Haus und erzählte seinem Vater, was die Frau gesagt hatte. Then she said to the man's daughter, "Listen, tell your father, I want to marry him, then every morning you should wash your milk and drink wine, but my daughter should wash in water and drink water." The girl went home and told his father what the wife had said. Der Mann sprach »was soll ich tun? The man said, "What should I do? das Heiraten ist eine Freude und ist auch eine Qual.« Endlich, weil er keinen Entschluß fassen konnte, zog er seinen Stiefel aus und sagte »nimm diesen Stiefel, der hat in der Sohle ein Loch, geh damit auf den Boden, häng ihn an den großen Nagel und gieß dann Wasser hinein. marrying is a joy and torture too. "At last, unable to make up his mind, he took off his boot and said," Take this boot, it has a hole in the sole, go down to the floor, hang it up the big nail and then poured water into it. Hält er das Wasser, so will ich wieder eine Frau nehmen, läufts aber durch, so will ich nicht.« Das Mädchen tat, wie ihm geheißen war: aber das Wasser zog das Loch zusammen, und der Stiefel ward voll bis obenhin. If he keeps the water, I'll take another woman, but I'll go through it. I will not. "The girl did as he was told: but the water closed the hole, and the boot was full to the top. Es verkündete seinem Vater, wies ausgefallen war. Da stieg er selbst hinauf, und als er sah, daß es seine Richtigkeit hatte, ging er zu der Witwe und freite sie, und die Hochzeit ward gehalten. Then he went up himself, and when he saw that it was right he went to the widow and delivered her, and the wedding was held. Am andern Morgen, als die beiden Mädchen sich aufmachten, da stand vor des Mannes Tochter Milch zum Waschen und Wein zum Trinken, vor der Frau Tochter aber stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken. The next morning, when the two girls set out, there was milk for washing and drinking wine in front of the man's daughter, but there was water for washing and water for drinking in front of the wife's daughter. Am zweiten Morgen stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken so gut vor des Mannes Tochter als vor der Frau Tochter. On the second morning there was water for washing and water for drinking so well in front of the husband's daughter as in front of the wife's daughter. Und am dritten Morgen stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken vor des Mannes Tochter, und Milch zum Waschen 69 und Wein zum Trinken vor der Frau Tochter, und dabei bliebs. And on the third morning there was water for washing, and water for drinking, in front of the husband's daughter, and milk for washing, and wine for drinking in front of the wife's daughter, and it remained. Die Frau ward ihrer Stieftochter spinnefeind und wußte nicht, wie sie es ihr von einem Tag zum andern schlimmer machen sollte. The woman was mad at her stepdaughter, and did not know how to make her worse from one day to the next. Auch war sie neidisch, weil ihre Stieftochter schön und lieblich war, ihre rechte Tochter aber häßlich und widerlich. She was also jealous because her stepdaughter was beautiful and lovely, but her right daughter was ugly and disgusting. Einmal im Winter, als es steinhart gefroren hatte und Berg und Tal vollgeschneit lag, machte die Frau ein Kleid von Papier, rief das Mädchen und sprach »da zieh das Kleid an, geh hinaus in den Wald und hol mir ein Körbchen voll Erdbeeren; ich habe Verlangen danach.« »Du lieber Gott,« sagte das Mädchen, »im Winter wachsen ja keine Erdbeeren, die Erde ist gefroren, und der Schnee hat auch alles zugedeckt. Once in winter, when it had frozen rock hard, and the mountain and valley were snowed, the woman made a dress of paper, called the girl, and said, "Put on the dress, go out into the forest and get me a basket full of strawberries; I long for it. "" Dear God, "said the girl," in winter there are no strawberries, the earth is frozen, and the snow has covered everything. Und warum soll ich in dem Papierkleide gehen? And why should I go in the paper dress? es ist draußen so kalt, daß einem der Atem friert: da weht ja der Wind hindurch, und die Dornen reißen mirs vom Leib.« »Willst du mir noch widersprechen?« sagte die Stiefmutter, »mach daß du fortkommst, und laß dich nicht eher wieder sehen, als bis du das Körbchen voll Erdbeeren hast.« Dann gab sie ihm noch ein Stückchen hartes Brot und sprach »davon kannst du den Tag über essen,« und dachte »draußen wirds erfrieren und verhungern und mir nimmermehr wieder vor die Augen kommen.« it's so cold outside that your breath freezes: the wind blows through it, and the thorns tear me away. "" Are you still going to contradict me? "said the stepmother," make you get away, and do not let yourself go See you sooner than you have the basket full of strawberries. "Then she gave him another piece of hard bread and said," You can eat all day, "and thought," It's going to freeze and starve and never come back to my eyes come."

Nun war das Mädchen gehorsam, tat das Papierkleid an und ging mit dem Körbchen hinaus. Now the girl was obedient, did the paper dress and went out with the basket. Da war nichts als Schnee die Weite und Breite, und war kein grünes Hälmchen zu merken. There was nothing but snow the breadth and breadth, and there was no green wood to notice. Als es in den Wald kam, sah es ein kleines Häuschen, daraus guckten drei kleine Haulemännerchen. When it came into the forest, it saw a small house, from which looked three small hound little men. Es wünschte ihnen die Tageszeit und klopfte bescheidentlich an die Tür. Wished them the time of day and knocked lightly on the door. Sie riefen herein, und es trat in die Stube und setzte sich auf die Bank am Ofen, da wollte es sich wärmen und sein Frühstück essen. They called in and they entered the room and sat down on the bench by the stove to warm themselves and have their breakfast. Die Haulemännerchen sprachen »gib uns auch etwas davon.« »Gerne,« sprach es, teilte sein Stückchen Brot entzwei und gab ihnen die Hälfte. The little hunks said, "Give us some of that, too." "Gladly," said it, dividing his piece of bread in half and giving them half. Sie fragten »was willst du zur Winterzeit in deinem dünnen Kleidchen hier im Wald?« »Ach,« antwortete es, »ich soll ein Körbchen voll Erdbeeren suchen und darf nicht eher nach Hause kommen, als bis ich es mitbringe.« Als 70 es sein Brot gegessen hatte, gaben sie ihm einen Besen und sprachen »kehre damit an der Hintertüre den Schnee weg.« Wie es aber draußen war, sprachen die drei Männerchen untereinander »was sollen wir ihm schenken, weil es so artig und gut ist und sein Brot mit uns geteilt hat?« Da sagte der erste »ich schenk ihm, daß es jeden Tag schöner wird.« Der zweite sprach »ich schenk ihm, daß Goldstücke ihm aus dem Mund fallen, sooft es ein Wort spricht.« Der dritte sprach »ich schenk ihm, daß ein König kommt und es zu seiner Gemahlin nimmt.« Das Mädchen aber tat, wie die Haulemännerchen gesagt hatten, kehrte mit dem Besen den Schnee hinter dem kleinen Hause weg, und was glaubt ihr wohl, daß es gefunden hat? They asked, "What do you want in winter in your skinny dress here in the forest?" "Oh," answered it, "I should look for a basket full of strawberries and not come home until I bring it home." Having eaten his bread, they gave him a broom and said, "Turn the snow away at the back door." But as it was outside, the three men talked among themselves, "What shall we give him, because he is so good and good, and his The first one said, "I give it to be more beautiful every day." The second said, "I'll give him gold pieces that fall out of his mouth whenever a word speaks." The third spoke "I'll give him a king to come and take him to his wife." But the girl, as the hunksmen had said, swept away the snow behind the little house with her broom, and what do you think she has found? ? lauter reife Erdbeeren, die ganz dunkelrot aus dem Schnee hervorkamen. lush ripe strawberries that came out of the snow in a dark red color. Da raffte es in seiner Freude sein Körbchen voll, dankte den kleinen Männern, gab jedem die Hand und lief nach Haus, und wollte der Stiefmutter das Verlangte bringen. Then, in his joy, he gathered his little basket full, thanked the little men, shook hands with everyone, and ran home, wanting to bring the stepmother what she wanted. Wie es eintrat und »guten Abend« sagte, fiel ihm gleich ein Goldstück aus dem Mund. As it came in and said, "Good evening," a piece of gold fell out of his mouth. Darauf erzählte es, was ihm im Walde begegnet war, aber bei jedem Worte, das es sprach, fielen ihm die Goldstücke aus dem Mund, so daß bald die ganze Stube damit bedeckt ward. »Nun sehe einer den Übermut,« rief die Stiefschwester, »das Geld so hinzuwerfen,« aber heimlich war sie neidisch darüber und wollte auch hinaus in den Wald und Erdbeeren suchen. "Now, let's see the arrogance," cried the step-sister, "to throw the money like that," but secretly she was jealous of it and wanted to look out into the woods and strawberries. Die Mutter: »nein, mein liebes Töchterchen, es ist zu kalt, du könntest mir erfrieren.« Weil sie ihr aber keine Ruhe ließ, gab sie endlich nach, nähte ihm einen prächtigen Pelzrock, den es anziehen mußte, und gab ihm Butterbrot und Kuchen mit auf den Weg. The mother: "No, my darling little daughter, it is too cold, you could freeze me." But because she did not leave her alone, she finally gave in, sewed him a sumptuous fur coat that she had to wear, and gave him bread and butter Cake with on the way. Das Mädchen ging in den Wald und gerade auf das kleine Häuschen zu. Die drei kleinen Haulemänner guckten wieder, aber es grüßte sie nicht, und ohne sich nach ihnen umzusehen und ohne sie zu grüßen, stolperte es in die Stube hinein, setzte sich an den Ofen und fing an, sein Butterbrot und seinen Kuchen zu essen. The three little haulmen looked again, but they did not greet them, and without looking back and without greeting them, stumbled into the room and sat down at the stove, eating his sandwich and cake. »Gib uns etwas davon,« riefen die Kleinen, aber es antwortete »es schickt mir selber nicht, wie kann ich 71 andern noch davon abgeben?« Als es nun fertig war mit dem Essen, sprachen sie »da hast du einen Besen, kehr uns draußen vor der Hintertür rein.« »Ei, kehrt euch selber,« antwortete es, »ich bin eure Magd nicht.« Wie es sah, daß sie ihm nichts schenken wollten, ging es zur Türe hinaus. "Give us some of it," cried the little ones, but it answered, "It does not send me, how can I give it to 71 others?" When it was finished with the meal, they said, "There you have a broom, sweetheart "Come on, turn yourself," she replied, "I'm not your maid." As it happened they did not want to give him anything, she went out the door. Da sprachen die kleinen Männer untereinander »was sollen wir ihm schenken, weil es so unartig ist und ein böses neidisches Herz hat, das niemand etwas gönnt?« Der erste sprach »ich schenk ihm, daß es jeden Tag häßlicher wird.« Der zweite sprach »ich schenk ihm, daß ihm bei jedem Wort, das es spricht, eine Kröte aus dem Munde springt.« Der dritte sprach »ich schenk ihm, daß es eines unglücklichen Todes stirbt.« Das Mädchen suchte draußen nach Erdbeeren, als es aber keine fand, ging es verdrießlich nach Haus. Then the little men said to each other, "What shall we give him, because it is so naughty and has a bad, envious heart that nobody begrudges?" The first said, "I give him that it gets uglier every day." The second spoke "I'll give him a toad that jumps out of his mouth with every word it says." The third said, "I'll give him an unfortunate death." The girl was looking for strawberries outside, but none found, it went morosely home. Und wie es den Mund auftat und seiner Mutter erzählen wollte, was ihm im Walde begegnet war, da sprang ihm bei jedem Wort eine Kröte aus dem Mund, so daß alle einen Abscheu vor ihm bekamen. And as he opened his mouth and wanted to tell his mother what had happened to him in the forest, a toad jumped out of his mouth with every word, so that everyone got a disgust from him. Nun ärgerte sich die Stiefmutter noch viel mehr und dachte nur darauf, wie sie der Tochter des Mannes alles Herzeleid antun wollte, deren Schönheit doch alle Tage größer ward. Now the stepmother was even more annoyed, thinking only of how she wished to do to the daughter of the man all the heartache, whose beauty was getting bigger every day. Endlich nahm sie einen Kessel, setzte ihn zum Feuer und sott Garn darin. At last she took a cauldron, set it to the fire, and put some yarn in it. Als es gesotten war, hing sie es dem armen Mädchen auf die Schulter, und gab ihm eine Axt dazu, damit sollte es auf den gefrorenen Fluß gehen, ein Eisloch hauen und das Garn schlittern. When it was boiled, she hung it on the poor girl's shoulder, and gave him an ax, so that it should go on the frozen river, slash an ice-hole and slither the yarn. Es war gehorsam, ging hin und hackte ein Loch in das Eis, und als es mitten im Hacken war, kam ein prächtiger Wagen hergefahren, worin der König saß. It was obedient, went and hacked a hole in the ice, and when it was in the middle of the hoe, came a magnificent car drove in which sat the king. Der Wagen hielt still und der König fragte »mein Kind, wer bist du und was machst du da?« »Ich bin ein armes Mädchen und schlittere Garn.« Da fühlte der König Mitleiden, und als er sah, wie es so gar schön war, sprach er »willst du mit mir fahren?« »Ach ja, von Herzen gern,« antwortete es, denn es war froh, daß es der Mutter und Schwester aus den Augen kommen sollte. The car stopped and the king asked, "My child, who are you and what are you doing there?" "I am a poor girl and a slippery yarn." Then the king felt pity and when he saw how beautiful it was he said, "do you want to go with me?" "Oh yes, with all my heart," answered it, for it was glad that the mother and sister should be watching. Also stieg es in den Wagen und fuhr mit dem König fort, und als sie auf sein Schloß gekommen waren, ward die Hoch- 72 zeit mit großer Pracht gefeiert, wie es die kleinen Männlein dem Mädchen geschenkt hatten. So she got into the carriage and went on with the king, and when they had come to his castle, the high season was celebrated with great splendor, as the little men had given to the girl. Über ein Jahr gebar die junge Königin einen Sohn, und als die Stiefmutter von dem großen Glücke gehört hatte, so kam sie mit ihrer Tochter in das Schloß und tat, als wollte sie einen Besuch machen. For more than a year the young queen gave birth to a son, and when the stepmother had heard of her great fortune, she came with her daughter to the castle and pretended to make a visit. Als aber der König einmal hinausgegangen und sonst niemand zugegen war, packte das böse Weib die Königin am Kopf, und ihre Tochter packte sie an den Füßen, hoben sie aus dem Bett und warfen sie zum Fenster hinaus in den vorbeifließenden Strom. But when the king once went out and no one else was present, the wicked woman seized the queen by the head, and her daughter seized her by the feet, lifted her out of bed, and threw her out of the window into the passing stream. Darauf legte sich ihre häßliche Tochter ins Bett, und die Alte deckte sie zu bis über den Kopf. Then her ugly daughter lay down in bed, and the old woman covered her up to her head. Als der König wieder zurückkam und mit seiner Frau sprechen wollte, rief die Alte »still, still, jetzt geht das nicht, sie liegt in starkem Schweiß, Ihr müßt sie heute ruhen lassen.« Der König dachte nichts Böses dabei und kam erst am andern Morgen wieder, und wie er mit seiner Frau sprach, und sie ihm Antwort gab, sprang bei jedem Wort eine Kröte hervor, während sonst ein Goldstück herausgefallen war. When the king came back and wanted to talk to his wife, the old woman cried out "Silently, silently, that's not possible now. She is in heavy sweat. You must let her rest today." The king did not think anything wrong and only arrived at the other Tomorrow, and as he spoke with his wife, and she gave him an answer, a toad jumped out at every word, while otherwise a piece of gold had fallen out. Da fragte er, was das wäre, aber die Alte sprach, das hätte sie von dem starken Schweiß gekriegt, und würde sich schon wieder verlieren. Then he asked what that was, but the old woman said that she had gotten off the heavy sweat, and would lose herself again. In der Nacht aber sah der Küchenjunge, wie eine Ente durch die Gosse geschwommen kam, die sprach »König, was machst du, schläfst du oder wachst du?« Und als er keine Antwort gab, sprach sie »was machen meine Gäste?« Da antwortete der Küchenjunge »sie schlafen feste!« Fragte sie weiter »was macht mein Kindelein?« Antwortete er »es schläft in der Wiege fein.« Da ging sie in der Königin Gestalt hinauf, gab ihm zu trinken, schüttelte ihm sein Bettchen, deckte es zu und schwamm als Ente wieder durch die Gosse fort. At night, however, the kitchen boy saw a duck swim through the gutter, saying, "King, what are you doing, are you sleeping or are you awake?" And when he did not answer, she said, "What are my guests doing?" answered the kitchen boy, "they sleep fast!" she asked further, "what is my child doing?" he replied, "it sleeps fine in the cradle." Then she went up in the queen's form, gave him a drink, shook his little bed, and covered him closed it and swam back through the gutter as a duck. So kam sie zwei Nächte, in der dritten sprach sie zu dem Küchenjungen »geh und sage 73 dem König, daß er sein Schwert nimmt und auf der Schwelle dreimal über mir schwingt.« Da lief der Küchenjunge und sagte es dem König, der kam mit seinem Schwert und schwang es dreimal über dem Geist: und beim drittenmal stand seine Gemahlin vor ihm, frisch, lebendig und gesund, wie sie vorher gewesen war. So she came two nights, in the third she said to the kitchen boy, "Tell the king that he takes his sword and swings over it three times on the threshold." Then the kitchen boy ran and told the king, who came with him his sword and swung it three times over the spirit: and the third time his wife stood before him, fresh, alive and healthy, as she had been before. Nun war der König in großer Freude, er hielt aber die Königin in einer Kammer verborgen bis auf den Sonntag, wo das Kind getauft werden sollte. Now the king was in great joy, but he kept the queen hidden in a chamber until Sunday, when the child was to be baptized. Und als es getauft war, sprach er »was gehört einem Menschen, der den andern aus dem Bett trägt und ins Wasser wirft?« »Nichts Besseres,« antwortete die Alte, »als daß man den Bösewicht in ein Faß steckt, das mit Nägeln ausgeschlagen ist, und den Berg hinab ins Wasser rollt.« Da sagte der König »du hast dein Urteil gesprochen,« ließ ein solches Faß holen und die Alte mit ihrer Tochter hineinstecken, dann ward der Boden zugehämmert und das Faß bergab gekullert, bis es in den Fluß rollte. And when it was baptized, he said, "What belongs to a man who takes the other out of bed and throws it into the water?" "Nothing better," replied the old woman, "than to put the villain in a casket with nails The king said, "Thou hast pronounced your verdict," had such a barrel fetched, and put the old woman with her daughter in it, then the ground was hammered, and the barrel was rolled downhill, until it fell rolled into the river.

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