×

We use cookies to help make LingQ better. By visiting the site, you agree to our cookie policy.

New Year Sale Up to 50% off
image

yazovs stuff, Was wäre, wenn Deutschland den Ersten Weltkrieg gewonnen hätte?

Was wäre, wenn Deutschland den Ersten Weltkrieg gewonnen hätte?

Was wäre, wenn Adolf Hitler den II.Weltkrieg gewonnen hätte?

Zu dieser Frage hab ich vor einiger Zeit ein Video gemacht.

Ich muss sagen, die Aufmerksamkeit dafür hat mich umgehauen.

2 Mio.Klicks nach nur 4 Wochen, Tausende Kommentare

und jede Menge Themenvorschläge für neue Videos.

Ein Themenvorschlag, der häufig unter dem Video auftauchte, ist:

Was wäre, wenn Deutschland den I.Weltkrieg gewonnen hätte?

Eine Frage, bei der man sagt, kann man einfach beantworten,

aber so banal ist es doch nicht. Die Antworten variieren zwischen

"Die Welt wäre heute eine viel bessere"

und "Wir wären heute wahrscheinlich alle tot".

* Titelmusik *

Eine Sache ist klar: Geschichte verläuft so, wie sie eben verläuft.

Wenn man in der Zeit zurückblickt, kann man sehen,

so war es und nicht anders.

Alternativszenarien, Was-wäre-wenn-Szenarien

sind unter Historikern umstritten. Zurecht, aber wir sind nicht

in einer geschichts- wissenschaftlichen Vorlesung,

sondern können etwas kreativ sein.

Deswegen widmen wir uns dieser Frage, was wäre,

wenn Deutschland den I.Weltkrieg gewonnen hätte,

wohl wissend, dass man das auch kritisch sehen kann.

Wir spinnen einfach etwas rum und blicken 100 Jahre zurück.

In das Jahr 1918, genauer in das Frühjahr 1918.

Der Krieg tobt schon seit 4 Jahren, das Sterben hat kein Ende.

Da tut sich für Deutschland und seine Verbündeten Österreich-Ungarn,

das osmanische Reich und Bulgarien, die sog.Mittelmächte,

ein Lichtblick auf, denn Russland wird schwach.

In Russland bricht eine Revolution aus, Russland sucht den Frieden.

Dieser Frieden wird geschlossen mit den Mittelmächten.

So kann das deutsche Reich seine Kräfte verlagern,

aus dem Osten mehr in den Westen, v.a.nach Frankreich.

Das ist Realität, so war es. Aber jetzt kommt der fiktive Teil.

In Frankreich ist Deutschland extrem erfolgreich.

Deutschland schafft es, die westlichen Alliierten

Frankreich, Großbritannien und die USA zurückzudrängen

und schließlich auch vernichtend zu schlagen.

Es kommt zu Friedensverhandlungen,

wobei das Wort Verhandlungen eher falsch ist,

es kommt zu einem Friedensvertrag in Versailles.

Dort, wo der deutsche Kaiser 1871 ausgerufen wurde.

Dieser Friedensvertrag ist hart für die Verlierer.

V.a.für Frankreich.

Frankreich muss große Teile seiner Gebiete an Deutschland abgeben,

muss hohe Reparationsleistungen zahlen, genau wie Großbritannien,

das auch Patente abgeben muss. Auch die USA müssen einiges

an das Deutsche Reich und seine Verbündeten bezahlen.

Also ein Sieg auf ganzer Linie, ein Sechser im Lotto.

Das ist das fiktive Szenario.

Welche Auswirkungen dieses Szenario

auf das deutsche Kaiserreich gehabt hätte, schauen wir uns gleich an.

Jetzt gucken wir erst mal auf die internationale Karte.

Da stellen wir fest, das osmanische Reich,

das 1918 aufgelöst wurde, weil es zu den Kriegsverlierern gehörte,

würde vermutlich fortbestehen. D.h.Länder wie Irak oder Syrien,

die später aus dem osmanischen Reich hervorgingen,

würde es so heute nicht geben.

Palästina würde es nicht geben, Israel würde es wohl nicht geben.

Denn in der Realität hatten die Briten, die Engländer

nach dem I.Weltkrieg das Sagen über Palästina,

haben den Zionisten erlaubt, sich dort niederzulassen.

Ich hab darüber ein Video gemacht,

das findet ihr, wenn ihr auf das "i" klickt.

Aber in diesem Fall wäre es so,

dass die Osmanen weiter das Sagen gehabt hätten.

Die hätten den Zionisten wohl nicht erlaubt, sich dort niederzulassen.

Haben sie in der Vergangenheit auch nicht gemacht.

Das osmanische Großreich würde also weiter bestehen

mit seinen vielen verschiedenen Völkern.

Das hätte wohl auf Dauer großes Konfliktpotenzial gehabt

und es wäre eine Frage gewesen, ob man dieses Reich

hätte zusammenhalten können. Das weiß natürlich niemand,

aber zuerst wäre es so weitergegangen wie bisher.

Interessant ist, dass der radikale Islam wohl kaum

Möglichkeiten gehabt hätte, sich auf Dauer zu etablieren.

Denn der Westen als Feind im Nahen Osten hätte gefehlt.

Nicht gefehlt hätte Österreich-Ungarn.

In der Realität zerschlagen worden nach dem I.Weltkrieg.

So hätte es weiter fortbestanden.

Jugoslawien hätte es wohl so nie gegeben,

die Balkankriege auch nicht.

Aber Konflikte wären wohl auch hier vorprogrammiert gewesen.

Großbritannien hätte seine Kolonien auf Dauer nicht halten können.

Indien wäre wohl verloren gegangen, das Imperium wäre geschrumpft.

Die USA hätten gesagt, wir halten uns zurück.

Die Einmischung in Europa ging schief,

das machen wir so schnell nicht wieder.

Man hätte sich eher auf den eigenen Kontinent konzentriert.

Die Ordnungsmacht, die die USA nach dem I.Weltkrieg,

v.a.nach dem II.Weltkrieg wurden, wären sie so nie gewesen.

Auch eine andere Großmacht hätte sich anders entwickelt:

Die Sowjetunion hätte starke Konkurrenz gehabt,

und zwar das große deutsche Kaiserreich,

das mächtige deutsche Kaiserreich, das nach Osten ausgedehnt wurde.

Da hätte es auf Dauer sicher auch Konflikte gegeben.

Konflikte wären auch vorprogrammiert gewesen

mit einem anderen großen Reich, nämlich mit Japan.

Japan war zu Beginn des 20.Jahrhunderts sehr stark,

hat später auch China z.T.besetzt.

Japan hätte sich ungestört ausbreiten können und wäre auf Dauer

gefährlich für Deutschland und seine Verbündeten geworden.

D.h., einige der negativen Folgen, die der I.Weltkrieg hatte,

willkürliche Grenzziehungen, Gebietsabtretungen,

Unterdrückung von Minderheiten und vieles mehr,

hätte es so wohl nicht gegeben.

Auf der anderen Seite hätte es Großmächte gegeben,

die in starker Konkurrenz zueinander gestanden hätten.

Auf Dauer hätte es da großes Konfliktpotenzial gegeben.

Konfliktpotenzial, für das man eine Lösung nicht gehabt hätte,

nämlich den Völkerbund.

Der hat sich als Konsequenz aus dem I.Weltkrieg gegründet,

weil man gesagt hat, wir wollen künftig Probleme diplomatisch lösen.

Hat mit Blick auf den II.Weltkrieg nicht so gut geklappt,

aber danach gab es die Vereinten Nationen, die es bis heute gibt.

Ob es die heute dann auch geben würde, ist die große Frage.

Total spekulativ, genau wie die Frage,

hätte es irgendwann einen II.Weltkrieg gegeben?

Es gibt Forscher, die gehen davon aus, dass die atomare Aufrüstung

auch so eingesetzt hätte wie in der Realität.

Und dass es irgendwann zu einem großen Knall gekommen wäre

und heute wäre wohl die komplette Erde kaputt.

Oder nicht, man hätte vielleicht diplomatische Lösungen gefunden

und alles wäre gut.

Aber ihr merkt schon, man weiß es einfach nicht.

Da sind wir bei einem Problem dieser Alternativgeschichte:

Man kann es so sagen, man kann es so sagen,

keiner weiß, wie es wirklich gewesen wäre.

Aber wie wäre es für Deutschland?

Da kann man schon präzisere Aussagen treffen.

In der Realität war es so:

Deutschland hat den I.Weltkrieg verloren,

hat im Friedensvertrag von Versailles

die Alleinschuld an diesem Krieg bekommen,

musste Reparationszahlungen leisten. Es kam zu einer Revolution,

aus der sich eine Demokratie entwickelte,

die Demokratie der Weimarer Republik.

In unserem fiktiven Szenario wäre es wohl anders gelaufen.

Der Kriegsgewinn hätte die Monarchie,

den deutschen Kaiser ordentlich gestärkt.

V.a.aber das Militär.

Ohne die Generäle hätte der Kaiser auf Dauer nicht regieren können.

Das wäre ein Problem geworden.

Evtl.hätte es eine Militärdiktatur in Deutschland gegeben.

Vielleicht hätte sich aus der Militärdiktatur

auf Dauer eine Demokratie entwickelt, vielleicht auch nicht.

Vermutlich ist es so, wenn man auf andere Monarchien blickt,

die den Beginn des 20.Jhdts. überlebt haben in Europa,

dann sieht man, die Monarchie hat immer weniger Macht gehabt.

Heute gibt es noch Könige, in Spanien oder in Großbritannien,

aber die haben eher symbolische Macht. So wäre das heute wohl auch.

Die Frage ist nur, gäbe es heute eine Militärregierung

oder eine Regierung, die vom Militär geprägt ist?

Oder wäre es eine demokratische Regierung? Möglich ist beides.

Bei einem anderen Bereich muss man nicht so viel spekulieren.

Nämlich bei der Wirtschaft.

Durch einen Kriegsgewinn hätte Deutschland gut kassiert.

Das wäre auch der Bevölkerung zugute gekommen:

weniger Arbeitslose, größerer Wohlstand.

Das hätte auch weniger Nährboden für extreme Meinungen gegeben.

Die Nationalsozialisten, die v.a.auf den "Schandvertrag",

wie sie es genannt haben, von Versailles gebaut haben

und auf die hohe Arbeitslosigkeit, die schlechte wirtschaftliche Lage

vieler Menschen, die hätten kaum eine Chance gehabt.

Es hätte keinen "Schandvertrag" gegeben,

sondern einen guten Vertrag von Versailles.

Es hätte auch wenig Arbeitslosigkeit gegeben.

Adolf Hitler wäre heute wohl kaum jemandem bekannt.

Aber das hätte nicht bedeutet, dass Rassismus, Diskriminierung

und Antisemitismus innerhalb des deutschen Kaiserreichs

nicht stattgefunden hätten, im Gegenteil.

Es gab schon zur Jahrhundertwende viel Antisemitismus in Deutschland.

Ich hab darüber ein Video gemacht,

findet ihr oben, wenn ihr auf das "i" klickt.

Der hätte sich wohl fortgesetzt, in welche Richtung auch immer.

Klar ist natürlich, eine Vernichtung der Juden,

wie es sie unter den Nazis gab, hätte so wohl nicht stattgefunden.

Zumindest nicht in Deutschland.

Aber die Juden wären weiter Spielball der Mächte gewesen.

Sie hätten keinen eigenen Staat

und richtig gut würde es ihnen nicht gehen.

Gut aber wäre das für die Wissenschaft gewesen,

für die Kultur, denn die Nazis haben später dafür gesorgt,

dass viele jüdische, aber auch politisch andersdenkende Menschen

das Land verlassen mussten. Das wäre so nicht gekommen.

Deutschland wäre weiter führend in der Wissenschaft gewesen.

Albert Einstein hätte in Deutschland weiter gelebt,

Marlene Dietrich, Felix Bloch, viele andere.

Das hätte dafür gesorgt, dass Deutschland der wichtigste

Wissenschaftsstandort der Welt gewesen wäre.

Die erste Weltraumrakete, vermutlich hätte sie aus Deutschland gestammt.

Der erste Mann auf dem Mond wäre wohl auch ein Deutscher.

Und die erste Atombombe? Wohl auch "made in Germany".

Klar ist dabei, Deutschland wäre eine Weltmacht geworden,

Deutsch wäre Weltsprache. Das aber in einem Klima,

das viele nicht als freundlich empfinden würden.

Geprägt vom Militär, vom militärischen Drill.

Auch Frauenrechte hätten sich wohl anders entwickelt.

Die Wirtschaft wäre gut gelaufen.

Gesellschaftlich und politisch hätte es wohl anders ausgesehen.

Auch hier merkt ihr, man könnte ewig weitermachen.

Man wird es nie genau wissen.

Ich finde, das macht den Reiz solcher Gedankenspiele aus.

Vielleicht habt ihr ganz andere Ansichten dazu.

Schreibt es gerne in die Kommentare.

Einige meiner Quellen, ich hab mir nicht alles

an den Haaren herbeigezogen, findet ihr in der Infobox.

Was ich in dem Zusammenhang euch empfehlen würde, ist dieses Video.

Da geht es um das Thema Reichsbürger und Verschwörungstheorien.

Die Reichsbürger glauben, dass das deutsche Kaiserreich von damals

heute offiziell noch existiert. Nicht, weil Deutschland

den Krieg gewonnen hat, sondern aus anderen Gründen.

Spannendes Thema, sollte man sich mit befassen. Klickt da mal drauf.

Vielen Dank für's Zuschauen hier, vielen Dank für's Zuschauen hier

und bis zum nächsten Mal.

Untertitel: ARD Text im Auftrag von funk (2018)

Learn languages from TV shows, movies, news, articles and more! Try LingQ for FREE