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WIE WIR SPRACHEN LERNEN, Welche sprachliche Fehler begegnen… – Text to read

WIE WIR SPRACHEN LERNEN, Welche sprachliche Fehler begegnen Dir im Internet?

Intermediate 2 German lesson to practice reading

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Welche sprachliche Fehler begegnen Dir im Internet?

[Welche sprachliche Fehler begegnen Dir im Internet? ](https://de.quora.com/Welcher-sprachliche-Fehler-begegnet-Dir-am-h%C3%A4ufigsten-im-Internet)

(nach Andreas Mehne)

In allen mir bekannten Sprachen ohne Ausnahme sind das Flüchtigkeitsfehler.

Falsche Kasusbeugungen dominieren auf Deutsch, und inkorrekte Verbflexionen auf Französisch, weil diese ja keine in sich falschen orthografischen Fehler der betreffenden Wörter darstellen, die der Autokorrektur-Algorithmus je nach Einstellung ersetzt oder markiert.

Stattdessen handelt es sich um Morphologievarianten, deren Falschheit oder Richtigkeit sich aus einem syntaktischen Kontext ergibt, den allerdings Korrekturalgorithmen anscheinend nur schwer nachvollziehen können. Die morphologischen Unterschiede sind ihrerseits oft subtil genug, um dem Schreibenden bei der kleinsten Unachtsamkeit durch die Lappen zu gehen — mir selbst möglicherweise auch.

Dies ist keineswegs auf soziale Medien beschränkt. Selbst in Teilen der seriösen deutschsprachigen Online-Presse scheint man sich trotz stetig wachsender Anteile des „paywall content“ die Kosten einer Korrekturlesung zu sparen, die in Printmedien noch gang und gäbe zu sein scheint.

Recht zehenkrümmende Verbalflexionsfehler fallen mir vor allem im kanadischen Französisch auf. In gefühlt neun von zehn Fällen kann ich mit verlässlicher Trefferquote frankophone Landsleute beispielsweise in einem Kommentarfeed ertappen, und zwar stets durch schlechte Konjugation.

Die Leute schreiben offenbar nach Gehör, unfähig oder unwillig, bei den häufigen frz. Morphologie-Homophonen wie [-e] zwischen -er, -ez, -é, -ée und dergleichen zu unterscheiden, mit äußerst holprigen Resultaten.

Englischsprechern vor allem in Nordamerika geht es übrigens ähnlich, was die oftmals völlige Willkür der Verwendung their, there, they're, there's und theirs — Homophone [ðɛə˞] bzw. [ðɛə˞z] — sowie you're und your [jɔ˞] sowie its und it's etc. angeht. Abgesehen von den im Englischen ohnehin großzügiger verteilen Deppen-Apostroph-Möglichkeiten gibt es noch die stets populäre und daher konstante Verschlampung von affect und effect.

Der Zusammenhang mit dem Internet ist allerdings bei all diesen Dingen ein anderer, als sich vermuten lässt, denn mit Digitalisierung hat dies mit Ausnahme der Autokorrektur und deren Limitierungen viel weniger zu tun als mit der nahezu exponentiell gestiegenen Häufigkeit, mit der wir durch digitale Medien schriftlichen Äußerungen anderer Leute begegnen, und mit der Schnelligkeit bzw. Unmittelbarkeit ihrer Verbreitung.

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