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Die Verwandlung, Die Verwandlung - Teil 1 (3)

Die Verwandlung - Teil 1 (3)

Nun aber sehe ich hier Ihren unbegreiflichen Starrsinn und verliere ganz und gar jede Lust, mich auch nur im geringsten für Sie einzusetzen. Und Ihre Stellung ist durchaus nicht die festeste. Ich hatte ursprünglich die Absicht, Ihnen das alles unter vier Augen zu sagen, aber da Sie mich hier nutzlos meine Zeit versäumen lassen, weiß ich nicht, warum es nicht auch Ihre Herren Eltern erfahren sollen. Ihre Leistungen in der letzten Zeit waren also sehr unbefriedigend; es ist zwar nicht die Jahreszeit, um besondere Geschäfte zu machen, das erkennen wir an; aber eine Jahreszeit, um keine Geschäfte zu machen, gibt es überhaupt nicht, Herr Samsa, darf es nicht geben.« »Aber Herr Prokurist«, rief Gregor außer sich und vergaß in der Aufregung alles andere, »ich mache ja sofort, augenblicklich auf. Ein leichtes Unwohlsein, ein Schwindelanfall, haben mich verhindert aufzustehen. Ich liege noch jetzt im Bett. Jetzt bin ich aber schon wieder ganz frisch. Eben steige ich aus dem Bett. Nur einen kleinen Augenblick Geduld! Es geht noch nicht so gut, wie ich dachte. Es ist mir aber schon wohl. Wie das nur einen Menschen so überfallen kann! Noch gestern abend war mir ganz gut, meine Eltern wissen es ja, oder besser, schon gestern abend hatte ich eine kleine Vorahnung. Man hätte es mir ansehen müssen. Warum habe ich es nur im Geschäft nicht gemeldet! Aber man denkt eben immer, daß man die Krankheit ohne Zuhausebleiben überstehen wird. Herr Prokurist! Schonen Sie meine Eltern! Für alle die Vorwürfe, die Sie mir jetzt machen, ist ja kein Grund; man hat mir ja davon auch kein Wort gesagt. Sie haben vielleicht die letzten Aufträge, die ich geschickt habe, nicht gelesen. Übrigens, noch mit dem Achtuhrzug fahre ich auf die Reise, die paar Stunden Ruhe haben mich gekräftigt. Halten Sie sich nur nicht auf, Herr Prokurist; ich bin gleich selbst im Geschäft, und haben Sie die Güte, das zu sagen und mich dem Herrn Chef zu empfehlen!«

Und während Gregor dies alles hastig ausstieß und kaum wußte, was er sprach, hatte er sich leicht, wohl infolge der im Bett bereits erlangten Übung, dem Kasten genähert und versuchte nun, an ihm sich aufzurichten. Er wollte tatsächlich die Tür aufmachen, tatsächlich sich sehen lassen und mit dem Prokuristen sprechen; er war begierig zu erfahren, was die anderen, die jetzt so nach ihm verlangten, bei seinem Anblick sagen würden. Würden sie erschrecken, dann hatte Gregor keine Verantwortung mehr und konnte ruhig sein. Würden sie aber alles ruhig hinnehmen, dann hatte auch er keinen Grund sich aufzuregen, und konnte, wenn er sich beeilte, um acht Uhr tatsächlich auf dem Bahnhof sein. Zuerst glitt er nun einige Male von dem glatten Kasten ab, aber endlich gab er sich einen letzten Schwung und stand aufrecht da; auf die Schmerzen im Unterleib achtete er gar nicht mehr, so sehr sie auch brannten. Nun ließ er sich gegen die Rückenlehne eines nahen Stuhles fallen, an deren Rändern er sich mit seinen Beinchen festhielt. Damit hatte er aber auch die Herrschaft über sich erlangt und verstummte, denn nun konnte er den Prokuristen anhören.

»Haben Sie auch nur ein Wort verstanden?« fragte der Prokurist die Eltern, »er macht sich doch wohl nicht einen Narren aus uns?« »Um Gottes willen«, rief die Mutter schon unter Weinen, »er ist vielleicht schwerkrank, und wir quälen ihn. Grete! Grete!« schrie sie dann. »Mutter?« rief die Schwester von der anderen Seite. Sie verständigten sich durch Gregors Zimmer. »Du mußt augenblicklich zum Arzt. Gregor ist krank. Rasch um den Arzt. Hast du Gregor jetzt reden hören?« »Das war eine Tierstimme«, sagte der Prokurist, auffallend leise gegenüber dem Schreien der Mutter. »Anna! Anna!« rief der Vater durch das Vorzimmer in die Küche und klatschte in die Hände, »sofort einen Schlosser holen!« Und schon liefen die zwei Mädchen mit rauschenden Röcken durch das Vorzimmer – wie hatte sich die Schwester denn so schnell angezogen? – und rissen die Wohnungstüre auf. Man hörte gar nicht die Türe zuschlagen; sie hatten sie wohl offen gelassen, wie es in Wohnungen zu sein pflegt, in denen ein großes Unglück geschehen ist.

Gregor war aber viel ruhiger geworden. Man verstand zwar also seine Worte nicht mehr, trotzdem sie ihm genug klar, klarer als früher, vorgekommen waren, vielleicht infolge der Gewöhnung des Ohres. Aber immerhin glaubte man nun schon daran, daß es mit ihm nicht ganz in Ordnung war, und war bereit, ihm zu helfen. Die Zuversicht und Sicherheit, mit welchen die ersten Anordnungen getroffen worden waren, taten ihm wohl. Er fühlte sich wieder einbezogen in den menschlichen Kreis und erhoffte von beiden, vom Arzt und vom Schlosser, ohne sie eigentlich genau zu scheiden, großartige und überraschende Leistungen. Um für die sich nähernden entscheidenden Besprechungen eine möglichst klare Stimme zu bekommen, hustete er ein wenig ab, allerdings bemüht, dies ganz gedämpft zu tun, da möglicherweise auch schon dieses Geräusch anders als menschlicher Husten klang, was er selbst zu entscheiden sich nicht mehr getraute. Im Nebenzimmer war es inzwischen ganz still geworden. Vielleicht saßen die Eltern mit dem Prokuristen beim Tisch und tuschelten, vielleicht lehnten alle an der Türe und horchten.

Gregor schob sich langsam mit dem Sessel zur Tür hin, ließ ihn dort los, warf sich gegen die Tür, hielt sich an ihr aufrecht – die Ballen seiner Beinchen hatten ein wenig Klebstoff – und ruhte sich dort einen Augenblick lang von der Anstrengung aus. Dann aber machte er sich daran, mit dem Mund den Schlüssel im Schloß umzudrehen. Es schien leider, daß er keine eigentlichen Zähne hatte, – womit sollte er gleich den Schlüssel fassen? – aber dafür waren die Kiefer freilich sehr stark; mit ihrer Hilfe brachte er auch wirklich den Schlüssel in Bewegung und achtete nicht darauf, daß er sich zweifellos irgendeinen Schaden zufügte, denn eine braune Flüssigkeit kam ihm aus dem Mund, floß über den Schlüssel und tropfte auf den Boden. »Hören Sie nur«, sagte der Prokurist im Nebenzimmer, »er dreht den Schlüssel um.« Das war für Gregor eine große Aufmunterung; aber alle hätten ihm zurufen sollen, auch der Vater und die Mutter: ›Frisch, Gregor‹, hätten sie rufen sollen, ›immer nur heran, fest an das Schloß heran!‹ Und in der Vorstellung, daß alle seine Bemühungen mit Spannung verfolgten, verbiß er sich mit allem, was er an Kraft aufbringen konnte, besinnungslos in den Schlüssel. Je nach dem Fortschreiten der Drehung des Schlüssels umtanzte er das Schloß; hielt sich jetzt nur noch mit dem Munde aufrecht, und je nach Bedarf hing er sich an den Schlüssel oder drückte ihn dann wieder nieder mit der ganzen Last seines Körpers. Der hellere Klang des endlich zurückschnappenden Schlosses erweckte Gregor förmlich. Aufatmend sagte er sich: ›Ich habe also den Schlosser nicht gebraucht‹, und legte den Kopf auf die Klinke, um die Türe gänzlich zu öffnen.

Da er die Türe auf diese Weise öffnen mußte, war sie eigentlich schon recht weit geöffnet, und er selbst noch nicht zu sehen. Er mußte sich erst langsam um den einen Türflügel herumdrehen, und zwar sehr vorsichtig, wenn er nicht gerade vor dem Eintritt ins Zimmer plump auf den Rücken fallen wollte. Er war noch mit jener schwierigen Bewegung beschäftigt und hatte nicht Zeit, auf anderes zu achten, da hörte er schon den Prokuristen ein lautes »Oh!« ausstoßen – es klang, wie wenn der Wind saust – und nun sah er ihn auch, wie er, der der Nächste an der Türe war, die Hand gegen den offenen Mund drückte und langsam zurückwich, als vertreibe ihn eine unsichtbare, gleichmäßig fortwirkende Kraft. Die Mutter – sie stand hier trotz der Anwesenheit des Prokuristen mit von der Nacht her noch aufgelösten, hoch sich sträubenden Haaren – sah zuerst mit gefalteten Händen den Vater an, ging dann zwei Schritte zu Gregor hin und fiel inmitten ihrer rings um sie herum sich ausbreitenden Röcke nieder, das Gesicht ganz unauffindbar zu ihrer Brust gesenkt. Der Vater ballte mit feindseligem Ausdruck die Faust, als wolle er Gregor in sein Zimmer zurückstoßen, sah sich dann unsicher im Wohnzimmer um, beschattete dann mit den Händen die Augen und weinte, daß sich seine mächtige Brust schüttelte.

Gregor trat nun gar nicht in das Zimmer, sondern lehnte sich von innen an den festgeriegelten Türflügel, so daß sein Leib nur zur Hälfte und darüber der seitlich geneigte Kopf zu sehen war, mit dem er zu den anderen hinüberlugte. Es war inzwischen viel heller geworden; klar stand auf der anderen Straßenseite ein Ausschnitt des gegenüberliegenden, endlosen, grauschwarzen Hauses – es war ein Krankenhaus – mit seinen hart die Front durchbrechenden regelmäßigen Fenstern; der Regen fiel noch nieder, aber nur mit großen, einzeln sichtbaren und förmlich auch einzelnweise auf die Erde hinuntergeworfenen Tropfen. Das Frühstücksgeschirr stand in überreicher Zahl auf dem Tisch, denn für den Vater war das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages, die er bei der Lektüre verschiedener Zeitungen stundenlang hinzog. Gerade an der gegenüberliegenden Wand hing eine Photographie Gregors aus seiner Militärzeit, die ihn als Leutnant darstellte, wie er, die Hand am Degen, sorglos lächelnd, Respekt für seine Haltung und Uniform verlangte. Die Tür zum Vorzimmer war geöffnet, und man sah, da auch die Wohnungstür offen war, auf den Vorplatz der Wohnung hinaus und auf den Beginn der abwärts führenden Treppe.


Die Verwandlung - Teil 1 (3)

Nun aber sehe ich hier Ihren unbegreiflichen Starrsinn und verliere ganz und gar jede Lust, mich auch nur im geringsten für Sie einzusetzen. But now I see your incomprehensible stubbornness and completely lose any desire to do anything for you. Pero ahora veo aquí tu incomprensible terquedad y pierdo todas las ganas de hacer algo por ti. Und Ihre Stellung ist durchaus nicht die festeste. And your position is by no means the most stable. Ich hatte ursprünglich die Absicht, Ihnen das alles unter vier Augen zu sagen, aber da Sie mich hier nutzlos meine Zeit versäumen lassen, weiß ich nicht, warum es nicht auch Ihre Herren Eltern erfahren sollen. I originally intended to tell you all this in private, but since you are wasting my time here, I don't know why your parents shouldn't find out too. Ihre Leistungen in der letzten Zeit waren also sehr unbefriedigend; es ist zwar nicht die Jahreszeit, um besondere Geschäfte zu machen, das erkennen wir an; aber eine Jahreszeit, um keine Geschäfte zu machen, gibt es überhaupt nicht, Herr Samsa, darf es nicht geben.« »Aber Herr Prokurist«, rief Gregor außer sich und vergaß in der Aufregung alles andere, »ich mache ja sofort, augenblicklich auf. So your recent achievements have been very unsatisfactory; It is not the time of year to do special business, we acknowledge that; But there is no time of year when you don't do business, Herr Samsa, there mustn't be. "" But Herr Prokurist, "cried Gregor, beside himself, forgetting everything else in the excitement," I'll open up immediately, instantly . Ein leichtes Unwohlsein, ein Schwindelanfall, haben mich verhindert aufzustehen. A slight discomfort, a dizzy spell, prevented me from getting up. Una ligera sensación de incomodidad, un ataque de mareo me impidió levantarme. Ich liege noch jetzt im Bett. I'm still in bed now. Jetzt bin ich aber schon wieder ganz frisch. But now I'm fresh again. Eben steige ich aus dem Bett. I'm just getting out of bed. Nur einen kleinen Augenblick Geduld! Just be patient for a moment! ¡Sólo un poco de paciencia! Es geht noch nicht so gut, wie ich dachte. It's not going as well as I thought. Es ist mir aber schon wohl. But I'm fine. Wie das nur einen Menschen so überfallen kann! How that can only attack a person like that! ¡Cómo puede abrumar eso a una persona así! Noch gestern abend war mir ganz gut, meine Eltern wissen es ja, oder besser, schon gestern abend hatte ich eine kleine Vorahnung. Yesterday evening I was fine, my parents know it, or rather, I had a little premonition last night. Man hätte es mir ansehen müssen. You should have seen it at me. Deberías haberme mirado. Warum habe ich es nur im Geschäft nicht gemeldet! Why didn't I report it to the store! ¡Por qué no lo informé a la tienda! Aber man denkt eben immer, daß man die Krankheit ohne Zuhausebleiben überstehen wird. But you always think that you will get through the illness without staying home. Herr Prokurist! Schonen Sie meine Eltern! Take care of my parents! Für alle die Vorwürfe, die Sie mir jetzt machen, ist ja kein Grund; man hat mir ja davon auch kein Wort gesagt. There is no reason for all of the reproaches you are now making against me; I wasn't told a word about it either. Sie haben vielleicht die letzten Aufträge, die ich geschickt habe, nicht gelesen. You may not have read the last few orders I sent. Übrigens, noch mit dem Achtuhrzug fahre ich auf die Reise, die paar Stunden Ruhe haben mich gekräftigt. By the way, I'm still taking the eight o'clock train on the journey, the few hours of rest have strengthened me. Por cierto, me voy de viaje con el tren de las ocho, las pocas horas de descanso me han fortalecido. Halten Sie sich nur nicht auf, Herr Prokurist; ich bin gleich selbst im Geschäft, und haben Sie die Güte, das zu sagen und mich dem Herrn Chef zu empfehlen!« Just don't bother, Mr. Prokurist; I'll be in the business in a moment, and you’ll be kind enough to say that and recommend myself to the boss! " Simplemente no se demore, Herr Gerente General; ¡Pronto estaré en el negocio y tengo la bondad de decirlo y recomendarme al jefe!"

Und während Gregor dies alles hastig ausstieß und kaum wußte, was er sprach, hatte er sich leicht, wohl infolge der im Bett bereits erlangten Übung, dem Kasten genähert und versuchte nun, an ihm sich aufzurichten. And while Gregor hastily expelled all this and hardly knew what he was talking about, he had easily approached the box, probably as a result of the practice he had already acquired in bed, and was now trying to get up on it. Y mientras Gregor decía todo esto apresuradamente y sin apenas saber lo que decía, se había acercado un poco a la caja, probablemente como resultado de la práctica que ya había adquirido en la cama, y ahora estaba tratando de sentarse en ella. Er wollte tatsächlich die Tür aufmachen, tatsächlich sich sehen lassen und mit dem Prokuristen sprechen; er war begierig zu erfahren, was die anderen, die jetzt so nach ihm verlangten, bei seinem Anblick sagen würden. He actually wanted to open the door, actually to be seen, and to speak to the manager; he was eager to know what the others who wanted him now would say when he saw him. De hecho, quería abrir la puerta, aparecer y hablar con el gerente general; estaba ansioso por saber qué dirían los otros que ahora lo deseaban tanto al verlo. Würden sie erschrecken, dann hatte Gregor keine Verantwortung mehr und konnte ruhig sein. If they were frightened, Gregor no longer had any responsibility and could be calm. Würden sie aber alles ruhig hinnehmen, dann hatte auch er keinen Grund sich aufzuregen, und konnte, wenn er sich beeilte, um acht Uhr tatsächlich auf dem Bahnhof sein. But if they were to take everything calmly, then he had no reason to be upset either, and if he hurried he could actually be at the station by eight o'clock. Zuerst glitt er nun einige Male von dem glatten Kasten ab, aber endlich gab er sich einen letzten Schwung und stand aufrecht da; auf die Schmerzen im Unterleib achtete er gar nicht mehr, so sehr sie auch brannten. At first it slipped a few times from the smooth box, but at last it gave itself one last swing and stood upright; he paid no more attention to the pain in his abdomen, no matter how much it burned. Al principio se resbaló de la caja lisa unas cuantas veces, pero al final se dio un último golpe y se puso de pie; ya no le prestaba atención al dolor de su abdomen, por mucho que le ardiera. Nun ließ er sich gegen die Rückenlehne eines nahen Stuhles fallen, an deren Rändern er sich mit seinen Beinchen festhielt. Now he let himself fall against the back of a nearby chair, the edges of which he held onto with his little legs. Ahora se dejó caer contra el respaldo de una silla cercana, agarrándose a los bordes con sus patitas. Damit hatte er aber auch die Herrschaft über sich erlangt und verstummte, denn nun konnte er den Prokuristen anhören. With that he had gained control over himself and fell silent, because now he could listen to the chief clerk. Pero con eso también había ganado control sobre sí mismo y se quedó en silencio, porque ahora podía escuchar al gerente general.

»Haben Sie auch nur ein Wort verstanden?« fragte der Prokurist die Eltern, »er macht sich doch wohl nicht einen Narren aus uns?« »Um Gottes willen«, rief die Mutter schon unter Weinen, »er ist vielleicht schwerkrank, und wir quälen ihn. "Did you understand a single word?" Asked the chief clerk, "I suppose he's not making a fool of us?" torment him. Grete! Grete! Grete!« schrie sie dann. »Mutter?« rief die Schwester von der anderen Seite. Sie verständigten sich durch Gregors Zimmer. »Du mußt augenblicklich zum Arzt. Gregor ist krank. Rasch um den Arzt. Hast du Gregor jetzt reden hören?« »Das war eine Tierstimme«, sagte der Prokurist, auffallend leise gegenüber dem Schreien der Mutter. Have you heard Gregor speak now? ”“ That was an animal's voice, ”said the chief clerk, remarkably quiet in relation to the mother's screams. »Anna! Anna!« rief der Vater durch das Vorzimmer in die Küche und klatschte in die Hände, »sofort einen Schlosser holen!« Und schon liefen die zwei Mädchen mit rauschenden Röcken durch das Vorzimmer – wie hatte sich die Schwester denn so schnell angezogen? Anna! "Called the father through the anteroom into the kitchen and clapped his hands," get a locksmith right away! "And then the two girls with rustling skirts were running through the anteroom - how had the sister got dressed so quickly? – und rissen die Wohnungstüre auf. - and tore open the apartment door. Man hörte gar nicht die Türe zuschlagen; sie hatten sie wohl offen gelassen, wie es in Wohnungen zu sein pflegt, in denen ein großes Unglück geschehen ist. You couldn't hear the door slamming; they had probably left it open, as it usually is in apartments in which a great misfortune has occurred.

Gregor war aber viel ruhiger geworden. But Gregor had become much calmer. Man verstand zwar also seine Worte nicht mehr, trotzdem sie ihm genug klar, klarer als früher, vorgekommen waren, vielleicht infolge der Gewöhnung des Ohres. One no longer understood his words, although they had seemed clear enough to him, clearer than before, perhaps as a result of the ear's getting used to. Es verdad que uno ya no entendía sus palabras, aunque le parecían bastante claras, más claras que antes, tal vez por la costumbre del oído. Aber immerhin glaubte man nun schon daran, daß es mit ihm nicht ganz in Ordnung war, und war bereit, ihm zu helfen. But at least one now believed that it was not quite all right with him and was ready to help him. Die Zuversicht und Sicherheit, mit welchen die ersten Anordnungen getroffen worden waren, taten ihm wohl. The confidence and certainty with which the first arrangements had been made did him good. La confianza y certeza con que se habían hecho los primeros arreglos le hicieron bien. Er fühlte sich wieder einbezogen in den menschlichen Kreis und erhoffte von beiden, vom Arzt und vom Schlosser, ohne sie eigentlich genau zu scheiden, großartige und überraschende Leistungen. He felt himself included in the human circle again and hoped from both, the doctor and the locksmith, without actually dividing them exactly, great and surprising achievements. Se sintió nuevamente incluido en el círculo humano y esperaba grandes y sorprendentes logros de ambos, el médico y el cerrajero, sin llegar a separarlos exactamente. Um für die sich nähernden entscheidenden Besprechungen eine möglichst klare Stimme zu bekommen, hustete er ein wenig ab, allerdings bemüht, dies ganz gedämpft zu tun, da möglicherweise auch schon dieses Geräusch anders als menschlicher Husten klang, was er selbst zu entscheiden sich nicht mehr getraute. In order to get as clear a voice as possible for the approaching crucial discussions, he coughed a little, but tried to do this in a muffled manner, since this sound might already sounded different to a human cough, which he no longer dared to make up for himself . Con el fin de sacar una voz lo más clara posible para las discusiones decisivas que se avecinaban, tosió un poco, pero trató de hacerlo muy amortiguado, ya que posiblemente este sonido también sonaba diferente a la tos humana, que ya no se atrevía a decidir por sí mismo. Im Nebenzimmer war es inzwischen ganz still geworden. Vielleicht saßen die Eltern mit dem Prokuristen beim Tisch und tuschelten, vielleicht lehnten alle an der Türe und horchten.

Gregor schob sich langsam mit dem Sessel zur Tür hin, ließ ihn dort los, warf sich gegen die Tür, hielt sich an ihr aufrecht – die Ballen seiner Beinchen hatten ein wenig Klebstoff – und ruhte sich dort einen Augenblick lang von der Anstrengung aus. Gregor slowly pushed himself towards the door with the chair, let go of it there, threw himself against the door, held himself up against it - the balls of his legs had a little glue on them - and rested there for a moment from the exertion. Gregor empujó lentamente su silla hacia la puerta, la soltó allí, se arrojó contra la puerta, se apoyó contra ella -las almohadillas de sus piernitas tenían un poco de pegamento- y se quedó allí un momento de esfuerzo. Dann aber machte er sich daran, mit dem Mund den Schlüssel im Schloß umzudrehen. But then he set about turning the key in the lock with his mouth. Es schien leider, daß er keine eigentlichen Zähne hatte, – womit sollte er gleich den Schlüssel fassen? Unfortunately it seemed that he had no real teeth - what should he use to grasp the key? Desafortunadamente, parecía que no tenía dientes reales, ¿qué se suponía que debía usar para sostener la llave? – aber dafür waren die Kiefer freilich sehr stark; mit ihrer Hilfe brachte er auch wirklich den Schlüssel in Bewegung und achtete nicht darauf, daß er sich zweifellos irgendeinen Schaden zufügte, denn eine braune Flüssigkeit kam ihm aus dem Mund, floß über den Schlüssel und tropfte auf den Boden. - but the jaws were of course very strong; with her help he really set the key in motion and did not pay attention to the fact that it was undoubtedly doing himself some kind of damage, for a brown liquid came out of his mouth, flowed over the key and dripped onto the floor. »Hören Sie nur«, sagte der Prokurist im Nebenzimmer, »er dreht den Schlüssel um.« Das war für Gregor eine große Aufmunterung; aber alle hätten ihm zurufen sollen, auch der Vater und die Mutter: ›Frisch, Gregor‹, hätten sie rufen sollen, ›immer nur heran, fest an das Schloß heran!‹ Und in der Vorstellung, daß alle seine Bemühungen mit Spannung verfolgten, verbiß er sich mit allem, was er an Kraft aufbringen konnte, besinnungslos in den Schlüssel. "Just listen," said the chief clerk in the next room, "he's turning the key." That was a great encouragement for Gregor; but everyone should have called out to him, including his father and mother: 'Fresh, Gregor,' they should have called, 'just come close, keep close to the castle!' he bit into the key with all he could muster, senseless. “Escuche”, dijo el gerente en la habitación de al lado, “él gira la llave.” Eso fue un gran estímulo para Gregor; pero todos deberían haberlo llamado, incluidos su padre y su madre: "Fresco, Gregor", deberían haberlo gritado, "¡sigue adelante, cerca del castillo!" E imaginando que todos seguían sus esfuerzos con entusiasmo, él mordió la llave sin sentido con toda la fuerza que pudo reunir. Je nach dem Fortschreiten der Drehung des Schlüssels umtanzte er das Schloß; hielt sich jetzt nur noch mit dem Munde aufrecht, und je nach Bedarf hing er sich an den Schlüssel oder drückte ihn dann wieder nieder mit der ganzen Last seines Körpers. As the turn of the key progressed, he danced around the lock; Now only held himself upright with his mouth, and as needed he hung on the key or then pressed it down again with the whole weight of his body. A medida que avanzaba el giro de la llave, bailó alrededor de la cerradura; ahora se sostenía solo con la boca y, según la necesidad, colgaba la llave o la volvía a presionar con todo el peso de su cuerpo. Der hellere Klang des endlich zurückschnappenden Schlosses erweckte Gregor förmlich. Gregor was literally awakened by the lighter sound of the lock finally snapping back. El sonido más brillante de la cerradura al abrirse finalmente despertó a Gregor. Aufatmend sagte er sich: ›Ich habe also den Schlosser nicht gebraucht‹, und legte den Kopf auf die Klinke, um die Türe gänzlich zu öffnen. With a sigh of relief, he said to himself: 'So I didn't need the locksmith,' and put his head on the handle to open the door completely.

Da er die Türe auf diese Weise öffnen mußte, war sie eigentlich schon recht weit geöffnet, und er selbst noch nicht zu sehen. Since he had to open the door in this way, it was actually already quite wide open and he himself could not yet be seen. Como tenía que abrir la puerta de esta manera, en realidad estaba bastante abierta y él mismo aún no podía ser visto. Er mußte sich erst langsam um den einen Türflügel herumdrehen, und zwar sehr vorsichtig, wenn er nicht gerade vor dem Eintritt ins Zimmer plump auf den Rücken fallen wollte. He had to turn slowly around one of the doors, and very carefully if he didn't want to fall on his back before entering the room. Primero tuvo que girar lentamente alrededor de una de las puertas, y con mucho cuidado, no fuera a caer torpemente de espaldas justo antes de entrar en la habitación. Er war noch mit jener schwierigen Bewegung beschäftigt und hatte nicht Zeit, auf anderes zu achten, da hörte er schon den Prokuristen ein lautes »Oh!« ausstoßen – es klang, wie wenn der Wind saust – und nun sah er ihn auch, wie er, der der Nächste an der Türe war, die Hand gegen den offenen Mund drückte und langsam zurückwich, als vertreibe ihn eine unsichtbare, gleichmäßig fortwirkende Kraft. He was still busy with that difficult movement and didn't have time to pay attention to anything else when he heard the chief clerk utter a loud "Oh!" - it sounded like the wind was blowing - and now he saw him, too who was next to the door, pressed his hand to his open mouth and slowly backed away, as if an invisible, steady force was driving him away. Die Mutter – sie stand hier trotz der Anwesenheit des Prokuristen mit von der Nacht her noch aufgelösten, hoch sich sträubenden Haaren – sah zuerst mit gefalteten Händen den Vater an, ging dann zwei Schritte zu Gregor hin und fiel inmitten ihrer rings um sie herum sich ausbreitenden Röcke nieder, das Gesicht ganz unauffindbar zu ihrer Brust gesenkt. The mother - she was standing here despite the presence of the chief clerk, with her hair still loosened from the night and standing on end - first looked at the father with clasped hands, then took two steps to Gregor and fell in the midst of her spreading around her Skirts down, her face lowered to her chest, completely undetectable. La madre -a pesar de la presencia del director general, estaba allí de pie con el pelo todavía suelto y de punta- primero miró al padre con las manos cruzadas, luego dio dos pasos hacia Gregor y cayó en medio de ella extendiéndose a su alrededor. Las faldas bajadas, la cara totalmente irrastreable bajada hasta el pecho. Der Vater ballte mit feindseligem Ausdruck die Faust, als wolle er Gregor in sein Zimmer zurückstoßen, sah sich dann unsicher im Wohnzimmer um, beschattete dann mit den Händen die Augen und weinte, daß sich seine mächtige Brust schüttelte. The father clenched his fist with a hostile expression, as if he wanted to push Gregor back into his room, then looked around the living room uncertainly, then shaded his eyes with his hands and wept so that his mighty chest shook. El padre apretó el puño con expresión hostil, como si quisiera empujar a Gregor de vuelta a su habitación, luego miró indeciso a su alrededor en la sala de estar, luego se cubrió los ojos con las manos y lloró hasta que su poderoso pecho se estremeció.

Gregor trat nun gar nicht in das Zimmer, sondern lehnte sich von innen an den festgeriegelten Türflügel, so daß sein Leib nur zur Hälfte und darüber der seitlich geneigte Kopf zu sehen war, mit dem er zu den anderen hinüberlugte. Gregor did not step into the room at all, but leaned from the inside against the bolted door wing so that only half of his body could be seen, and above it the head tilted sideways, with which he peered at the others. Gregor ni siquiera entró en la habitación, sino que se apoyó contra la puerta cerrada con cerrojo desde el interior, de modo que solo se veía la mitad de su cuerpo, y por encima de eso, su cabeza estaba inclinada hacia un lado, con lo que miraba a los demás. Es war inzwischen viel heller geworden; klar stand auf der anderen Straßenseite ein Ausschnitt des gegenüberliegenden, endlosen, grauschwarzen Hauses – es war ein Krankenhaus – mit seinen hart die Front durchbrechenden regelmäßigen Fenstern; der Regen fiel noch nieder, aber nur mit großen, einzeln sichtbaren und förmlich auch einzelnweise auf die Erde hinuntergeworfenen Tropfen. It had gotten a lot lighter now; Clearly on the other side of the street was a section of the endless gray-black house opposite - it was a hospital - with its regular windows that pierced the front; the rain was still falling, but only with large, individually visible and literally also individually thrown drops onto the earth. Se había vuelto mucho más claro ahora; claramente al otro lado de la calle había una sección de la casa gris negruzca, infinita, opuesta - era un hospital - con sus ventanas regulares rompiendo con fuerza en el frente; la lluvia seguía cayendo, pero solo en gotas grandes, visibles individualmente, que literalmente fueron arrojadas al suelo una por una. Das Frühstücksgeschirr stand in überreicher Zahl auf dem Tisch, denn für den Vater war das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages, die er bei der Lektüre verschiedener Zeitungen stundenlang hinzog. The breakfast dishes were in abundance on the table, because for the father breakfast was the most important meal of the day, which he dragged on for hours reading various newspapers. Gerade an der gegenüberliegenden Wand hing eine Photographie Gregors aus seiner Militärzeit, die ihn als Leutnant darstellte, wie er, die Hand am Degen, sorglos lächelnd, Respekt für seine Haltung und Uniform verlangte. On the opposite wall there was a photograph of Gregor from his military service, depicting him as a lieutenant, with his hand on his sword, smiling carelessly and demanding respect for his posture and uniform. Justo en la pared opuesta colgaba una fotografía de Gregor de su época militar, que lo mostraba como teniente, con la mano en la espada, sonriendo despreocupadamente, exigiendo respeto por su porte y uniforme. Die Tür zum Vorzimmer war geöffnet, und man sah, da auch die Wohnungstür offen war, auf den Vorplatz der Wohnung hinaus und auf den Beginn der abwärts führenden Treppe. The door to the anteroom was open and, since the door to the apartment was also open, one could see out into the forecourt of the apartment and at the beginning of the staircase leading downwards. La puerta de la antecámara estaba abierta y, dado que la puerta del apartamento también estaba abierta, se podía ver el patio delantero del apartamento y el comienzo de las escaleras que bajaban.