×

Wir verwenden Cookies, um LingQ zu verbessern. Mit dem Besuch der Seite erklärst du dich einverstanden mit unseren Cookie-Richtlinien.

Kostenlose Registrierung
image

Gut zu wissen, Trend: Mehr als eine Diät? Abnehmen durch Intervallfasten | BR

Trend: Mehr als eine Diät? Abnehmen durch Intervallfasten | BR

Ich bin Lena und werde die nächsten vier Wochen intervallfasten.

Was das überhaupt ist, find ich jetzt raus.

Im Helmholtz Zentrum in München forschen Mediziner daran,

wie sich das Intervallfasten auf den Körper auswirkt.

Diese Form des Fastens liegt im Trend.

Prof. Stephan Herzig befasst sich schon länger damit.

Beim Intervallfasten wusste lange Zeit keiner genau,

was das ist, ob es was bringt.

Wir sind jetzt eigentlich so weit, dass wir sagen können,

dass dieses Intervallhungern oder -fasten

durchaus positive Effekte hat auf den Stoffwechsel

und auch auf das Risiko, bestimmte Erkrankungen zu bekommen.

Werde ich hungern?

- Am Anfang wahrscheinlich.

Aber unser Körper ist relativ gut darin, sich an veränderte Nahrungsverfügbarkeit anzupassen.

Jeder muss das machen, was in seinen Tagesablauf reinpasst.

Der Trick ist, glaub ich, dass man möglichst lang durchhält, ohne dass die Lebensqualität zu sehr leidet.

Tagsüber acht Stunden essen, dann 16 Stunden hungern.

Von den Fastenstunden kann man die meisten verschlafen

und dann einfach das Frühstück weglassen.

Lenas Ausgangsgewicht: 83 kg.

Wir wollen sehen: Fühlt sie sich nach vier Wochen fitter

und verliert sie sogar an Gewicht?

Lena darf dabei essen, was sie will.

Nur in den Fastenstunden muss sie verzichten.

Was muss ich die nächsten Wochen beachten?

Tipps, Tricks?

Da das Ganze ein begrenzter Zeitraum ist, keine Ausnahmen machen.

Man sollte daran denken, dass auch ein Kaffee mit Zucker oder Alkohol eine Ausnahme sein können, also wenn's geht drauf verzichten.

Was ich mir wünsche:

Ein bisschen abnehmen und aktiver und fitter werden.

Es könnte aber auch schwierig werden,

weil ich liebe Frühstücken und darauf zu verzichten ...

Wir werden sehen.

Es ist 6:33 Uhr und abgesehen davon, dass ich super müde bin,

mache ich trotzdem Sport, und ich habe Hunger.

Auch wenn's anfangs hart ist für Lena:

Ihr Körper hat in den Fastenstunden Zeit, aufzuräumen.

Das funktioniert so:

In unseren Zellen sammeln sich ständig überschüssige Stoffwechselprodukte, Zell-Abfall.

Der Körper hat dafür ein eigenes Recyclingprogramm, die Autophagie.

Der Zellmüll wird wiederverwertet oder ausgeschieden.

Das funktioniert besonders gut in Essenspausen.

Verlängern wir diese geregelt und in Maßen,

kann umso ergiebiger aufgeräumt werden, und das ist gesund.

Was ich jeden Abend mache, ist, den Timer stellen.

Dann weiß ich genau, wann ich wieder essen darf.

Wenn das Geräusch ertönt, das ist schon ein gutes Gefühl.

Das ist mies: Wir sitzen auf der Couch und der macht ein Eis auf

und ich darf's nicht mehr essen.

Unser Körper ist für Hungerperioden gerüstet.

Unsere Vorfahren waren z.B. auf der Jagd,

hatten ein Tier erlegt und ausgiebig gegessen.

Danach dauerte es manchmal Tage, bis sie wieder Jagdglück hatten.

Die längeren Essenspausen regen den Körper zur Mobilisierung von Reserven an.

Der Hunger ist für Lena inzwischen kein Problem mehr.

Essenszeit.

Auch Mäuse nahmen beim Intervallfasten ab.

Wissenschaftler ließen einige übergewichtige Nager intervallfasten.

In den Nicht-Fastenzeiten durften sie normal futtern.

Eine andere Gruppe dicker Test-Mäuse aß, wann sie wollte.

Das Ergebnis:

Die Fastenmäuse hatten weniger Leberfett, bekamen seltener Diabetes und nahmen ab.

Beim Menschen zeigen Studien ähnliche Ergebnisse.

Die gesundheitlichen Vorteile des Intervallfastens liegen darin begründet, dass wir Stoffwechselaspekte verbessern:

Blutzucker, Blutfette und Blutdruck sinken, man nimmt zum Teil auch ab.

Diese Komponenten sind Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen: Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, also Schlaganfall, Herzinfarkt, bis hin zu Krebs.

Man muss eine Sache über das Intervallfasten sagen:

Ich bin in letzter Zeit unfassbar früh wach von alleine

und das ist ganz schön,

mal nicht so gerädert morgens aufzuwachen.

Zurück am Helmholtz Zentrum.

Ein Monat ist vorbei und ich bin gespannt,

was das Ganze überhaupt gebracht hat.

Lena stellt sich zum ersten Mal seit Wochen auf die Waage.

Abgenommen, yes!

Wunderbar, gratuliere.

Ich freu mich.

Es war leichter, als ich dachte.

Ich war super wach und hatte keinen Heißhunger.

Ich glaub, ich mach das weiter.

Das passt zu dem, was man in kontrollierten Studien gesehen hat:

Dass es zu einer Gewichtsabnahme kommen kann.

Dass man sich einfach fitter fühlt, ein bisschen wacher.

Hungersignale lösen im Gehirn letztlich ein Suchverhalten aus.

Einerseits wird die körperliche Aktivität gesteigert,

weil man eben losrennen muss und Nahrung finden

und zum andern wird die Gedächtnisleistung gesteigert,

da man sich erinnern muss, wo man sie findet.

Das Ergebnis unseres Tests: 2,3 kg weniger und eine fitte Testerin.

Lenas Blutwerte sind unverändert im Normalbereich.

Eine Verbesserung ist hier nur bei längerem Fasten zu erwarten.

Positiv war, dass ich so viel wacher war, so viel aktiver.

Ich hab mich einfach gut gefühlt.

Ich glaub, das kann man sagen.

Fazit: Ein Ernährungstrend, der andere überdauern könnte.

Learn languages from TV shows, movies, news, articles and more! Try LingQ for FREE