Kommunismus, Sozialismus und Bolschewismus | Geschichte
. In diesem Video erkläre ich euch, was unter den Begriffen Kommunismus, Sozialismus
und Bolschewismus zu verstehen ist.
Ihr habt euch das gewünscht, deshalb mache ich das auch.
Alles, was ihr dazu wissen müsst, kommt jetzt.
Der Kommunismus ist eine Idealvorstellung
von der menschlichen Gesellschaft.
Das lateinische Wort communis bedeutet, gemeinsam.
Der Kommunismus möchte, dass all die Dinge, die man braucht,
um etwas zu produzieren, allen Menschen gemeinsam gehören.
Der Acker und der Pflug und der Ackergaul,
das Getreide, das geerntet wird,
ebenso wie die Sense, mit der man das Getreide schneidet.
Früher war das zumindest so.
Die Fabrik, in der Autos hergestellt werden.
Die Bergwerke, aus denen man das Erz für Stahl holt.
Die Häuser, in denen man lebt, usw.
Das, was hergestellt wird, wird gerecht verteilt.
Solche Ansätze gab es praktisch, solange es Menschen gab.
Meistens waren die Güter recht unterschiedlich verteilt.
Mit der Industrialisierung konnte so viel produziert werden,
wie noch nie in der Geschichte der Menschheit.
Aber noch immer profitierten einige davon mehr als andere.
Karl Marx und Friedrich Engels fordern deshalb in ihrem Buch
"Das Kommunistische Manifest",
die Errungenschaften des technischen Fortschritts
allen zukommen zu lassen.
Dazu soll das Privateigentum abgeschafft werden.
Alle Menschen sollen gleichberechtigt über die Produktionsmittel verfügen.
Und das, was produziert wird, soll allen gleichermaßen nützen.
Jeder soll nach seinen Fähigkeiten arbeiten.
Und nach seinen Bedürfnissen vom Vorhandenen nehmen.
Karl Marx arbeitet eine wissenschaftliche Lehre aus,
die nach ihm benannt wird. Marxismus.
Wladimir Iljitsch Lenin
entwickelt die Ideen von Marx und Engels weiter.
Er ist der Anführer der russischen Oktoberrevolution.
Er sorgt dafür, dass in Russland Staat und Gesellschaft
entsprechend den marxistischen Ideen umgebaut werden.
Ziel ist es, eine kommunistische Gesellschaft aufzubauen.
Aber wie kommt man da hin?
Marx hat das ganz genau ausgearbeitet.
Er sagt, dass sich die Entwicklung der Gesellschaft
in Umbrüchen vollzieht.
Man nennt diese Lehre Historischer Materialismus.
Am Anfang, also bei den Steinzeitmenschen,
besteht eine ganz urtümliche Form von Kommunismus.
Aber schon damals bilden sich herrschende Klassen heraus.
Die die anderen ausbeuten.
Dann kommt die Sklavenhaltergesellschaft.
Bis diese zu Grunde geht.
Und bis sich die Feudalgesellschaft des Mittelalters entwickelt.
Da beuten Adlige die Bauern aus.
Darauf folgt die kapitalistische Gesellschaft.
In der die Lohnarbeiter ausgebeutet werden.
Wenn die kapitalistische Gesellschaft in einer Revolution untergeht,
dann entsteht der Sozialismus.
Der Sozialismus ist nach Marx die Vorstufe zum Kommunismus.
Im Sozialismus gibt es zum Beispiel
kein Privateigentum an Produktionsmitteln mehr.
D.h., der Staat plant zentral, was produziert wird.
Damit soll verhindert werden, dass es wieder zu Ungleichheiten kommt.
Die gesellschaftliche und materielle Situation
der Arbeiter soll verbessert werden.
Auf der anderen Seite soll es keine Kapitalisten mehr geben,
die allein von den Einkünften aus ihrem Besitz leben.
Also nicht arbeiten.
Es gibt im Sozialismus zwar noch keine
ganz und gar klassenlose Gesellschaft.
Aber immerhin werden Konflikte jetzt demokratisch ausgetragen.
Nach der reinen Lehre wandelt sich der Sozialismus
international zum Kommunismus.
Die Staaten lösen sich auf, weil es sie nicht mehr braucht.
Die Menschen kämpfen auch nicht mehr miteinander.
Sie teilen solidarisch alles.
Jeder bringt das ein, was er leisten kann.
Und darf das nehmen, was er braucht.
Fertig. Paradies auf Erden.
Hier kommt jetzt wieder Lenin ins Spiel.
Denn man kann auf die nach Marx naturgesetzliche Entwicklung
zum Kommunismus warten, das ist aber nicht so schön.
Denn dazu muss man lange warten.
Ich sage jetzt mal ein bisschen flapsig,
Lenin und seine politischen Freunde haben wenig Geduld.
Anfang des 20. Jahrhunderts
ist Russland eine absolutistische Monarchie.
In der der Zar regiert.
Die politische Opposition
ist vor der zaristischen Polizei ins Ausland geflohen.
Auch die Anhänger von Marx und Engels.
Im Jahr 1903 kommt es unter den Mitgliedern
der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands
zum Streit.
Alle wollen zwar den Kommunismus in Russland haben,
aber wie schafft man das?
Russland ist ein sehr rückständiges Land.
Extrem von der Landwirtschaft geprägt.
Zum Teil noch mit feudalistischen Strukturen aus dem Mittelalter.
Aber Marx hat gelehrt, dass vor Sozialismus und Kommunismus
der Kapitalismus entstehen und zu Grunde gehen muss.
Muss es deshalb in Russland
erst einmal eine bürgerliche Revolution geben?
Damit der Absolutismus fällt?
Eine kapitalistische Gesellschaft mit Industrieproletariat
entstehen kann?
Oder kann man diese Entwicklungsstufe überspringen?
Und gleich in den Sozialismus gelangen?
Genau das wollen Lenin und seine Anhänger.
Es wird abgestimmt, und tatsächlich setzen die sich durch.
Sie nennen sich ab sofort Bolschewiki.
D.h. Mehrheitler.
Eben weil sie die Mehrheit bei der Abstimmung haben.
Die Minderheitler, die Menschewiki,
die gehen den sozialdemokratischen Weg.
Streben eine parlamentarische Demokratie an.
Die Bolschewiki baut Lenin zu einer Kaderpartei aus.
Also eine Partei von besonders geschulten und ausgebildeten Kräften,
von Berufsrevolutionären.
Sie leben für die Revolution in Russland.
Die im Jahr 1917 dann auch gelingt.
Lenin ist klar,
dass er den Sozialismus nur mit Gewalt durchsetzen kann.
Deshalb arbeitet er mit Terror.
Und diese Terrorherrschaft erreicht unter Stalin ihren Höhepunkt.
Mio. Menschen sterben für die Idee einer klassenlosen Gesellschaft.
Der real existierende Sozialismus ist auch in der DDR
weit von dem Idealbild entfernt,
das Marx und Engels vielleicht einmal hatten.
Auch in der DDR wird durch die Staatssicherheit Terror ausgeübt.
Die Bürger werden von ihrer Führung sogar hinter der Mauer eingesperrt.
Heute ist der Kommunismus als politische Idee,
aber auch als Lehre nicht mehr wirklich bedeutend.
Noch mal kurz zusammengefasst.
Der Kommunismus ist eine Vorstellung und politische Ideologie
von einer klassenlosen Gesellschaft.
Der Sozialismus ist die Vorstufe zum Kommunismus,
in der der Staat Wirtschaft und Gesellschaft zentral lenkt.
Der Bolschewismus ist die radikalere Weiterentwicklung der Ideen
vom Marxismus zum Marxismus-Leninismus.
So, das war eine ganz kurze Begriffserklärung.
Wenn ihr euch für andere historische Ereignisse interessiert,
dann auf jeden Fall noch hier auf dem Kanal bleiben.
Es gibt jede Menge andere Videos, schaut euch einfach mal um.
Wenn ihr Fragen habt, einfach rein damit in die Kommentare.
Danke euch fürs Zuschauen.
Und bis zum nächsten Mal.