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German LingQ Podcast 1.0, #39 Jolanda and Vera - The Gotthard-Basistunnel

#39 Jolanda and Vera - The Gotthard-Basistunnel

VERA: Hallo und willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist wieder Vera und Jolanda ist heute wieder bei mir. Hallo Jolanda. JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Ich weiß nicht, hast du es in den Nachrichten oder den Zeitungen verfolgt?

Am Gotthard ist der Durchbruch des neuen Basistunnels erfolgt. JOLANDA: Ja, das ist natürlich bei uns Tagesthema.

Du kannst dir vorstellen, die ganze Schweiz ist da in einer Euphorie. VERA: Ja, ich finde das ja auch total faszinierend.

Ich habe mir da vorher gar keine Gedanken gemacht und habe das jetzt bei uns in den Nachrichten gesehen und ich finde das ja wirklich unglaublich. JOLANDA: Ja, es ist ja wirklich 'ne Pionierleistung, was da diese Bergleute vollbracht haben.

Es ist wirklich beeindruckend und man hörte vorher … klar man hat immer mal was davon gehört, aber jetzt hat man auch noch so Hintergrundinformationen und sehr viel Emotionen wurden da verbreitet und auch gezeigt im Fernsehen. Es ist schon beeindruckend. VERA: Ja, vielleicht mal ganz kurz, was das ist.

Das ist ein neuer Tunnel, der dort erstellt wird und der ist … JOLANDA: … der längste, der längste der Welt!

VERA: … der längste der Welt!

57 … JOLANDA: Ja, ja.

Der ist nämlich 57 Kilometer lang. VERA: Das ist unglaublich, oder?

Das muss man sich vorstellen, wie lange man dann auch nachher braucht, um durch diesen Tunnel hindurch zu fahren. JOLANDA: Ja.

Ist nicht so geeignet für Leute, die Platzangst haben. VERA: Ja, das kann ich mir auch vorstellen.

Also das wird ja ein Eisenbahntunnel. JOLANDA: Ja.

Aber das geht noch ein paar Jahre. Im Moment ist erstmal der Durchbruch und das war natürlich mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Auch die Arbeitsverhältnisse. Das sind - wie tief? - ich glaube 2.400 Meter unter der Erde, ist dieser Tunnel, und da ist es natürlich unheimlich heiß, also bis zu 50 Grad und, ja, man kann auch nicht so gut vorausberechnen - klar man kann's berechnen, aber es ist immer wieder eine gewisse Unsicherheit, ob die berechneten Fakten dann auch wirklich so vorgefunden werden. VERA: Ja, ich habe gelesen, dass sie die Temperatur dann etwas heruntergekühlt haben auf 28 Grad, aber selbst das ist ja noch sehr heiß in Anbetracht der schweren körperlichen Arbeit, die die Arbeiter dort machen müssen.

JOLANDA: Ja, und immer ohne Tageslicht.

Also ich stelle mir das wirklich als Schwerstarbeit vor. VERA: Hm.

Und was ich auch interessant fand ist, dass das Bergleute aus allen möglichen Ländern waren. Also es waren natürlich auch Schweizer da, aber auch Österreicher, viele Deutsche, Italiener und Portugiesen. Und die haben dann alle zusammen dort unter der Erde gearbeitet und diesen Tunnel erstellt. JOLANDA: Ja, das sind natürlich Fachleute aus aller Welt.

Also von dem einen, der da eine ganz wichtige Person ist oder - ja, eigentlich immer noch ist, man kann nicht sagen 'war' - der wird natürlich jetzt mit seiner großen Maschine zum nächsten Tunnel fahren, wo er eingesetzt wird und wenn dieser Tunnel halt bei Gibraltar ist, dann fährt er dorthin und wenn das irgendwo in weiß-ich-nicht-wo ist. Der muss sich ja die Arbeit nach dem Berg aussuchen. VERA: Ja, ich habe gelesen, diese Tunnelbohrmaschine, die ist 400 Meter lang.

Das muss man sich mal vorstellen. Eine Maschine, die fast einen halben Kilometer lang ist. Das kann man sich gar nicht vorstellen. JOLANDA: Nein.

VERA: Also ich kann's mir gar nicht vorstellen.

JOLANDA: Ich auch nicht.

VERA: Und ich find's ganz lustig, die haben sie ja Sissi genannt.

JOLANDA: Ja!

VERA: So einen niedlichen Namen, sage ich jetzt mal, für so eine große Maschine.

Und was ich auch überhaupt nicht verstehen kann ist, dass die das geschafft haben, genau an der richtigen Stelle zu bohren und das praktisch diese zwei Tunnelteile aufeinander getroffen sind. Dass die wirklich diesen Durchbruch so genau hinbekommen haben. Das sind ja 57 Kilometer Länge und dann wirklich von zwei Seiten an einem Punkt zusammenzutreffen, das finde ich also eine ganz tolle Leistung. JOLANDA: Ja.

Aber ich denke, da hat man heute einfach wirklich auch die Messgeräte und mit Laser und da ist die Technik schon so fortgeschritten, die können das wirklich sehr genau berechnen. VERA: Aber das fasziniert mich trotzdem immer wieder, …

JOLANDA: Na klar.

VERA: … wenn ich so etwas höre.

Das ist unglaublich. Und was mich auch fasziniert hat ist (richtig: sind) die Mengen, die die bewegt haben und zwar waren das 13 Millionen Kubikmeter Gestein oder 24 Millionen Tonnen und ich kann mir das ja gar nicht vorstellen und dann habe ich irgendwo gelesen, das wäre fünfmal die Cheopspyramide. JOLANDA: Wow!

Ja, das sind wirklich Mengen. VERA: Ja.

Das finde ich unglaublich. Und die bauen da dran seit 15 Jahren und rechnen damit, dass sie noch 7 Jahre brauchen. JOLANDA: Ja.

VERA: Was für ein Projekt!

JOLANDA: Es ist ein Riesenprojekt, ja.

Also was mich … VERA: Und warum hat die Schweiz dieses Projekt so vorangetrieben?

JOLANDA: Wirtschaftliche Gründe.

Dass wir wirklich eine Verbindung zwischen Nord-Süd haben, die dann wirklich auch genutzt werden kann, um große Mengen zu transportieren. Möglichst schnell. Um am Ball zu bleiben, sage ich mal. VERA: Ja, bis jetzt musste das ja alles über die Alpen transportiert werden.

Ich meine, es gab schon einen oder es gibt schon einen Gotthard-Tunnel, aber der ist natürlich wesentlich kürzer und man muss trotzdem noch viel durch die Berge fahren. JOLANDA: Ja und der jetzige Gotthard-Tunnel ist natürlich bekannt für die vielen Staus, die es dort gibt.

VERA: Also wahrscheinlich dient es dann auch dazu, den Verkehr dort zu reduzieren.

JOLANDA: Ja, ja.

Nochmals zurück zu diesem Tunnelbau. Etwas, das nichts mit Zahlen, sondern mit Emotionen und Glauben zu tun hat, hat mich sehr beeindruckt und zwar haben die bei jedem Eingang eine Statue der heiligen Barbara. Also so musste jeder Bergmann oder jede Bergfrau wirklich auch an dieser Statue vorbei und da ist ein unglaublicher …also es ist unglaublich, dieser Glaube, dieser Leute. Und in diesen Reportagen da beim Durchbruch wurde das auch wirklich gezeigt. Also da ist wirklich ein Vertrauen da und ich glaube auch eine Hoffnung und das gab den Leuten eine unbeschreibliche Stärke. VERA: Ja, ich glaube, man braucht vielleicht auch so einen Halt, wenn man so eine gefährliche Arbeit macht.

Weil das erfordert ja jeden Tag wieder neuen Mut in diesen Berg so tief hineinzugehen. JOLANDA: Ja, man ist ja völlig ausgeliefert.

Man kann nicht nur schnell einfach davonrennen. Man ist drinnen! Also, ja. VERA: Es gab wohl auch einmal eine Art Erdrutsch oder dass dort Gesteinsmassen heruntergekommen sind während des Baus …

JOLANDA: Ja.

VERA: … und da ist ja zum Glück gar niemand dabei verletzt worden.

Es sind zwar, glaube ich, acht Arbeiter insgesamt in dieser Zeit ums Leben gekommen, aber das waren eigentlich ganz alltägliche Unfälle, wie sie beim Rangieren mit Maschinen oder LKWs halt passieren und also nicht ungewöhnlich viel, also man hatte wirklich dann den Schutz dieser Schutzpatronin, hat man das Gefühl. JOLANDA: Ja.

Ja.

Und was mich so beeindruckt hat, das sind ja Männer und auch die stehen zu ihren Gefühlen und man hat auch Tränen gesehen und … ja, einfach so die Verbindung von steinhart und die Weichheit der Gefühle. Also das war bei diesen Bildern so nah beieinander. VERA: Ja, man muss sich ja auch vorstellen, man arbeitet so viele Jahre an diesem Projekt und das ist ja ein richtiger Meilenstein jetzt, dass man das geschafft hat, diesen Durchbruch.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also ich kann mir schon vorstellen, wenn man so lange an einem Projekt arbeitet, dass einem das auch wirklich am Herzen dann auch liegt, dass es fertig wird und dass es voran geht.

Ja, das kann ich gut verstehen. JOLANDA: Ja.

Dann war auch noch die Köchin. Also die Bergleute, die wohnen dann ja auch dort in der Umgebung und gehen in die Kantine und diese Frau - also klar mit Hilfen, aber sie ist die Hauptverantwortliche - die kocht täglich für 300 Leute. Und jetzt an diesem Fest hat die für - ich glaube - Neunhundert oder Tausend, musste die ein Mittagessen zubereiten. Und ich glaube diese Frau ist so ein Angelpunkt oder so die "Mutter" für - Anführungszeichen - oder Ansprechpartnerin für Viele, die da gearbeitet haben. VERA: Es ist für mich unvorstellbar, für so viele Leute zu kochen.

Ich habe, glaube ich, mal für 50 Leute gekocht und das war schon ein Wahnsinns-Unterfangen, also da muss man auch, glaube ich, sehr viel von Logistik verstehen, um dass dann hinzubekommen. JOLANDA: Ja.

VERA: Das muss ja auch alles rechtzeitig fertig sein.

JOLANDA: Ja.

Und was mich so beeindruckt hat, ihr Mann, der arbeitet auch im Berg und dann … also wenn das ja dann fertig ist, dann haben ja die dort keine Arbeit mehr, oder, und da hat sie einfach so gesagt: "Ja, dann gehe ich einfach mit meinem Mann mit, egal wohin er … wohin es ihn verschlägt." Und das, das finde ich so schön. Eine Frau, die wirklich sagt, ja, ich gehe mit meinem Mann hin, wo halt seine Arbeitsstelle ist. Wo wieder der nächste Berg ist, den man aushöhlen muss. VERA: Ja, wenn man das kann von seinem Beruf her, dann ist das natürlich eine tolle Sache.

Das ist ja nicht immer so einfach. Man möchte ja selber vielleicht auch weiterarbeiten. Aber … JOLANDA: Ja, gut.

Da ist natürlich das Team. Also er arbeitet unten im Berg und sie kocht für die Leute. Also das geht. VERA: Das passt.

JOLANDA: Das passt!

Ja!

VERA: Ja, schön.

Jolanda, ich denke, an dieser Stelle haben wir soviel Information gegeben, das reicht. Oder hast du noch einen Punkt, den du unbedingt noch anbringen wolltest? JOLANDA: Nee, ich glaube … ich glaube, das ist für den Moment genug und wenn uns mal was wieder einfällt, können wir es ja später nochmals besprechen.

VERA: Genau.

Die 10 Minuten gehen immer so schnell rum. JOLANDA: Genau.

VERA: Und es soll nicht immer so extrem lange werden, denke ich.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Also es war wieder ein interessantes Thema, denke ich und hoffe ich.

Also wir freuen uns auch, wenn unsere Zuhörer uns sagen, ob's ihnen gefallen hat oder wenn sie uns vielleicht sagen, was sie mal interessieren würde und …ja, dann danke Jolanda für das Gespräch. JOLANDA: Ja, ich danke dir!

Bis zum nächsten Mal! VERA: Bis zum nächsten Mal.

Also Text und Audio gibt's natürlich dann wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf www.LingQ.com und dort kann man dann auch die Kommentarfunktion nutzen und uns sagen, wie es angekommen ist, oder was man sich so wünscht. Dann bis zum nächsten Mal.


#39 Jolanda and Vera - The Gotthard-Basistunnel #39 Jolanda and Vera - The Gotthard Base Tunnel #39 Jolanda y Vera - El túnel de base del Gotardo شماره 39 جولاندا و ورا - تونل پایه گوتارد #39 Jolanda and Vera - Le tunnel de base du Saint-Gothard #39 Jolanda e Vera - La galleria di base del Gottardo #39 Jolanda en Vera - De Gotthard-basistunnel #39 Jolanda i Vera - Tunel Gottharda #39 Jolanda e Vera - O túnel de base do Gotardo #39 Иоланда и Вера - Готардский базовый тоннель #39 Jolanda och Vera - Gotthardbasens tunnel #39 Jolanda ve Vera - Gotthard Base Tüneli #39 Йоланда і Віра - Тунель бази Готард

VERA: Hallo und willkommen zum deutschen Podcast von LingQ. VERA: Hello and welcome to the German podcast of LingQ.

Hier ist wieder Vera und Jolanda ist heute wieder bei mir. İşte yine Vera ve Jolanda bugün benimle birlikte. Hallo Jolanda. JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Ich weiß nicht, hast du es in den Nachrichten oder den Zeitungen verfolgt? VERA: I do not know, did you follow it in the news or the papers? VERA: Bilmiyorum, haberlerden ya da gazetelerden takip ettiniz mi?

Am Gotthard ist der Durchbruch des neuen Basistunnels erfolgt. At the Gotthard the breakthrough of the new base tunnel has taken place. Gotthard'daki yeni temel tünelinin açılışı tamamlanmıştır. JOLANDA: Ja, das ist natürlich bei uns Tagesthema. JOLANDA: Yes, of course that's the topic of the day for us. JOLANDA: Evet, tabii ki bizim için günün konusu bu.

Du kannst dir vorstellen, die ganze Schweiz ist da in einer Euphorie. You can imagine that the whole of Switzerland is in a state of euphoria. Tüm İsviçre'nin coşku içinde olduğunu tahmin edebilirsiniz. VERA: Ja, ich finde das ja auch total faszinierend.

Ich habe mir da vorher gar keine Gedanken gemacht und habe das jetzt bei uns in den Nachrichten gesehen und ich finde das ja wirklich unglaublich. I didn't even think about it before and have now seen it on the news and I think it's really unbelievable. Je n'y avais même pas pensé auparavant, je l'ai vu aux nouvelles et je trouve ça vraiment incroyable. JOLANDA: Ja, es ist ja wirklich 'ne Pionierleistung, was da diese Bergleute vollbracht haben. JOLANDA: Yes, what these miners have achieved is really a pioneering achievement. JOLANDA: Oui, c'est vraiment un exploit novateur, ce que ces mineurs ont fait.

Es ist wirklich beeindruckend und man hörte vorher … klar man hat immer mal was davon gehört, aber jetzt hat man auch noch so Hintergrundinformationen und sehr viel Emotionen wurden da verbreitet und auch gezeigt im Fernsehen. It's really impressive and you heard beforehand ... of course you always heard something about it, but now you also have background information and a lot of emotions were spread there and also shown on television. Es ist schon beeindruckend. It's impressive. VERA: Ja, vielleicht mal ganz kurz, was das ist. VERA: Yes, maybe just briefly what that is.

Das ist ein neuer Tunnel, der dort erstellt wird und der ist … This is a new tunnel that is being created there and that is ... JOLANDA: … der längste, der längste der Welt!

VERA: … der längste der Welt!

57 … 57 ... JOLANDA: Ja, ja.

Der ist nämlich 57 Kilometer lang. It is 57 kilometers long. VERA: Das ist unglaublich, oder? VERA: That's incredible, isn't it?

Das muss man sich vorstellen, wie lange man dann auch nachher braucht, um durch diesen Tunnel hindurch zu fahren. You have to imagine how long it will take afterwards to drive through this tunnel. JOLANDA: Ja.

Ist nicht so geeignet für Leute, die Platzangst haben. Not so suitable for people who are claustrophobic. VERA: Ja, das kann ich mir auch vorstellen. VERA: Yes, I can also imagine that.

Also das wird ja ein Eisenbahntunnel. So this is going to be a railway tunnel. JOLANDA: Ja.

Aber das geht noch ein paar Jahre. But that will go on for a few more years. Im Moment ist erstmal der Durchbruch und das war natürlich mit vielen Schwierigkeiten verbunden. At the moment there is the breakthrough and of course that was associated with many difficulties. Auch die Arbeitsverhältnisse. Also the employment relationships. Das sind - wie tief? These are - how deep? - ich glaube 2.400 Meter unter der Erde, ist dieser Tunnel, und da ist es natürlich unheimlich heiß, also bis zu 50 Grad und, ja, man kann auch nicht so gut vorausberechnen - klar man kann’s berechnen, aber es ist immer wieder eine gewisse Unsicherheit, ob die berechneten Fakten dann auch wirklich so vorgefunden werden. - I think this tunnel is 2,400 meters underground, and of course it's incredibly hot there, up to 50 degrees and, yes, you can't calculate that well - of course you can calculate it, but it's always a certain amount Uncertainty as to whether the calculated facts will actually be found that way. VERA: Ja, ich habe gelesen, dass sie die Temperatur dann etwas heruntergekühlt haben auf 28 Grad, aber selbst das ist ja noch sehr heiß in Anbetracht der schweren körperlichen Arbeit, die die Arbeiter dort machen müssen. VERA: Yes, I read that they then lowered the temperature a bit to 28 degrees, but even that is still very hot considering the heavy physical work that the workers have to do there. VERA: Oui, j'ai lu qu'ils refroidissaient un peu la température à 28 degrés, mais même s'il fait encore très chaud étant donné le travail physique difficile que les ouvriers doivent faire là-bas.

JOLANDA: Ja, und immer ohne Tageslicht. JOLANDA: Yes, and always without daylight.

Also ich stelle mir das wirklich als Schwerstarbeit vor. So I really imagine that as hard work. VERA: Hm.

Und was ich auch interessant fand ist, dass das Bergleute aus allen möglichen Ländern waren. And what I also found interesting is that they were miners from all sorts of countries. Also es waren natürlich auch Schweizer da, aber auch Österreicher, viele Deutsche, Italiener und Portugiesen. Und die haben dann alle zusammen dort unter der Erde gearbeitet und diesen Tunnel erstellt. And then they all worked together there underground and built this tunnel. JOLANDA: Ja, das sind natürlich Fachleute aus aller Welt. JOLANDA: Yes, of course they are experts from all over the world.

Also von dem einen, der da eine ganz wichtige Person ist oder - ja, eigentlich immer noch ist, man kann nicht sagen 'war' - der wird natürlich jetzt mit seiner großen Maschine zum nächsten Tunnel fahren, wo er eingesetzt wird und wenn dieser Tunnel halt bei Gibraltar ist, dann fährt er dorthin und wenn das irgendwo in weiß-ich-nicht-wo ist. So from the one who is a very important person there or - yes, actually still is, you can't say 'was' - he will of course now drive his big machine to the next tunnel, where it will be used and when this tunnel stop at Gibraltar, then he goes there and if it's somewhere in-I-don't-know-where. Der muss sich ja die Arbeit nach dem Berg aussuchen. He has to choose his work after the mountain. VERA: Ja, ich habe gelesen, diese Tunnelbohrmaschine, die ist 400 Meter lang. VERA: Yes, I've read this tunnel boring machine, it's 400 meters long.

Das muss man sich mal vorstellen. You have to imagine this. Eine Maschine, die fast einen halben Kilometer lang ist. A machine that is almost half a kilometer long. Das kann man sich gar nicht vorstellen. You can't even imagine that. JOLANDA: Nein.

VERA: Also ich kann’s mir gar nicht vorstellen. VERA: Well, I can't even imagine.

JOLANDA: Ich auch nicht. JOLANDA: Me neither.

VERA: Und ich find’s ganz lustig, die haben sie ja Sissi genannt. VERA: And I think it's really funny, they called them Sissi.

JOLANDA: Ja!

VERA: So einen niedlichen Namen, sage ich jetzt mal, für so eine große Maschine.

Und was ich auch überhaupt nicht verstehen kann ist, dass die das geschafft haben, genau an der richtigen Stelle zu bohren und das praktisch diese zwei Tunnelteile aufeinander getroffen sind. And what I also can not understand at all is that they managed to drill exactly in the right place and that practically these two tunnel parts met each other. Dass die wirklich diesen Durchbruch so genau hinbekommen haben. That they really managed that breakthrough so well. Das sind ja 57 Kilometer Länge und dann wirklich von zwei Seiten an einem Punkt zusammenzutreffen, das finde ich also eine ganz tolle Leistung. That's 57 kilometers in length and then really meeting from two sides at one point, so I think that's a really great achievement. JOLANDA: Ja.

Aber ich denke, da hat man heute einfach wirklich auch die Messgeräte und mit Laser und da ist die Technik schon so fortgeschritten, die können das wirklich sehr genau berechnen. But I think that today you just really have the measuring devices and with lasers and the technology is already so advanced that they can really calculate it very precisely. VERA: Aber das fasziniert mich trotzdem immer wieder, … VERA: But that still fascinates me again and again ...

JOLANDA: Na klar.

VERA: … wenn ich so etwas höre. VERA: ... when I hear something like that.

Das ist unglaublich. Und was mich auch fasziniert hat ist (richtig: sind) die Mengen, die die bewegt haben und zwar waren das 13 Millionen Kubikmeter Gestein oder 24 Millionen Tonnen und ich kann mir das ja gar nicht vorstellen und dann habe ich irgendwo gelesen, das wäre fünfmal die Cheopspyramide. And what also fascinated me is (right: are) the quantities that they moved and that was 13 million cubic meters of rock or 24 million tons and I can't even imagine that and then I read somewhere that would be five times the Great Pyramid of Cheops. JOLANDA: Wow!

Ja, das sind wirklich Mengen. Yes, these are really quantities. VERA: Ja.

Das finde ich unglaublich. I think that's incredible. Und die bauen da dran seit 15 Jahren und rechnen damit, dass sie noch 7 Jahre brauchen. And they have been building it for 15 years and expect it to take another 7 years. JOLANDA: Ja.

VERA: Was für ein Projekt!

JOLANDA: Es ist ein Riesenprojekt, ja.

Also was mich … So what about me ... VERA: Und warum hat die Schweiz dieses Projekt so vorangetrieben? VERA: And why did Switzerland push this project forward?

JOLANDA: Wirtschaftliche Gründe. JOLANDA: Economic reasons.

Dass wir wirklich eine Verbindung zwischen Nord-Süd haben, die dann wirklich auch genutzt werden kann, um große Mengen zu transportieren. That we really have a connection between north and south, which can then really also be used to transport large quantities. Möglichst schnell. As fast as possible. Um am Ball zu bleiben, sage ich mal. To stay on the ball, I say. VERA: Ja, bis jetzt musste das ja alles über die Alpen transportiert werden. VERA: Yes, until now everything had to be transported across the Alps.

Ich meine, es gab schon einen oder es gibt schon einen Gotthard-Tunnel, aber der ist natürlich wesentlich kürzer und man muss trotzdem noch viel durch die Berge fahren. I mean, there was already one or there is already a Gotthard tunnel, but of course it is much shorter and you still have to drive a lot through the mountains. JOLANDA: Ja und der jetzige Gotthard-Tunnel ist natürlich bekannt für die vielen Staus, die es dort gibt. JOLANDA: Yes and the current Gotthard Tunnel is of course known for the many traffic jams that exist there.

VERA: Also wahrscheinlich dient es dann auch dazu, den Verkehr dort zu reduzieren. VERA: So it will probably also serve to reduce traffic there.

JOLANDA: Ja, ja.

Nochmals zurück zu diesem Tunnelbau. Back to this tunnel construction again. Etwas, das nichts mit Zahlen, sondern mit Emotionen und Glauben zu tun hat, hat mich sehr beeindruckt und zwar haben die bei jedem Eingang eine Statue der heiligen Barbara. Something that has nothing to do with numbers, but with emotions and beliefs has impressed me very much, and they have a statue of St. Barbara at each entrance. Also so musste jeder Bergmann oder jede Bergfrau wirklich auch an dieser Statue vorbei und da ist ein unglaublicher …also es ist unglaublich, dieser Glaube, dieser Leute. So every miner or miner really had to pass this statue and there is an unbelievable ... so it's unbelievable, this belief, these people. Und in diesen Reportagen da beim Durchbruch wurde das auch wirklich gezeigt. And that was really shown in these reports at the breakthrough. Also da ist wirklich ein Vertrauen da und ich glaube auch eine Hoffnung und das gab den Leuten eine unbeschreibliche Stärke. So there is really a trust there and I also believe a hope and that gave the people an indescribable strength. VERA: Ja, ich glaube, man braucht vielleicht auch so einen Halt, wenn man so eine gefährliche Arbeit macht. VERA: Yeah, I think you might need such a hold if you do such a dangerous job.

Weil das erfordert ja jeden Tag wieder neuen Mut in diesen Berg so tief hineinzugehen. Because that requires new courage to go deep into this mountain every day. JOLANDA: Ja, man ist ja völlig ausgeliefert. JOLANDA: Yes, you are completely at the mercy.

Man kann nicht nur schnell einfach davonrennen. You can't just run away quickly. Man ist drinnen! One is inside! Also, ja. VERA: Es gab wohl auch einmal eine Art Erdrutsch oder dass dort Gesteinsmassen heruntergekommen sind während des Baus … VERA: There was probably a kind of landslide once, or that masses of rock fell down there during the construction ...

JOLANDA: Ja.

VERA: … und da ist ja zum Glück gar niemand dabei verletzt worden. VERA: ... and luckily no one was injured.

Es sind zwar, glaube ich, acht Arbeiter insgesamt in dieser Zeit ums Leben gekommen, aber das waren eigentlich ganz alltägliche Unfälle, wie sie beim Rangieren mit Maschinen oder LKWs halt passieren und also nicht ungewöhnlich viel, also man hatte wirklich dann den Schutz dieser Schutzpatronin, hat man das Gefühl. I believe that eight workers in total died during this time, but these were actually quite everyday accidents, like those that happen when maneuvering machines or trucks, and so not an unusual number, so you really had the protection of this patroness , you have the feeling. JOLANDA: Ja.

Ja.

Und was mich so beeindruckt hat, das sind ja Männer und auch die stehen zu ihren Gefühlen und man hat auch Tränen gesehen und … ja, einfach so die Verbindung von steinhart und die Weichheit der Gefühle. And what impressed me so much are men and they also stand by their feelings and you saw tears and ... yes, just the connection between rock hard and the softness of feelings. Also das war bei diesen Bildern so nah beieinander. So that was so close together in these pictures. VERA: Ja, man muss sich ja auch vorstellen, man arbeitet so viele Jahre an diesem Projekt und das ist ja ein richtiger Meilenstein jetzt, dass man das geschafft hat, diesen Durchbruch. VERA: Yes, you have to imagine that you have been working on this project for so many years and that is a real milestone now that you have made it, this breakthrough.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also ich kann mir schon vorstellen, wenn man so lange an einem Projekt arbeitet, dass einem das auch wirklich am Herzen dann auch liegt, dass es fertig wird und dass es voran geht. VERA: Well, I can already imagine that if you have been working on a project for so long that it is really important to you, that it will be finished and that it will move forward.

Ja, das kann ich gut verstehen. JOLANDA: Ja.

Dann war auch noch die Köchin. Then there was the cook. Also die Bergleute, die wohnen dann ja auch dort in der Umgebung und gehen in die Kantine und diese Frau - also klar mit Hilfen, aber sie ist die Hauptverantwortliche - die kocht täglich für 300 Leute. So the miners, they also live there in the area and go to the canteen and this woman - with help, of course, but she's the main person in charge - she cooks for 300 people a day. Und jetzt an diesem Fest hat die für - ich glaube - Neunhundert oder Tausend, musste die ein Mittagessen zubereiten. And now at this feast she has for - I think - nine hundred or a thousand, she had to prepare lunch. Und ich glaube diese Frau ist so ein Angelpunkt oder so die "Mutter" für - Anführungszeichen - oder Ansprechpartnerin für Viele, die da gearbeitet haben. And I think this woman is such a pivot or the "mother" for - quotation marks - or contact person for many who have worked there. VERA: Es ist für mich unvorstellbar, für so viele Leute zu kochen. VERA: It is unimaginable for me to cook for so many people.

Ich habe, glaube ich, mal für 50 Leute gekocht und das war schon ein Wahnsinns-Unterfangen, also da muss man auch, glaube ich, sehr viel von Logistik verstehen, um dass dann hinzubekommen. I think I once cooked for 50 people and that was an amazing undertaking, so I think you have to understand a lot about logistics in order to get it done. JOLANDA: Ja.

VERA: Das muss ja auch alles rechtzeitig fertig sein. VERA: Everything has to be ready in time.

JOLANDA: Ja.

Und was mich so beeindruckt hat, ihr Mann, der arbeitet auch im Berg und dann … also wenn das ja dann fertig ist, dann haben ja die dort keine Arbeit mehr, oder, und da hat sie einfach so gesagt: "Ja, dann gehe ich einfach mit meinem Mann mit, egal wohin er … wohin es ihn verschlägt." And what impressed me so much, her husband, he also works in the mountain and then ... so when that’s done, then they’ll have no more work there, or, and then she just said: "Yes, go then I just go with my husband, no matter where he ... wherever he goes. " Und das, das finde ich so schön. Eine Frau, die wirklich sagt, ja, ich gehe mit meinem Mann hin, wo halt seine Arbeitsstelle ist. A woman who really says, yes, I'll go with my husband wherever his job is. Wo wieder der nächste Berg ist, den man aushöhlen muss. Where the next mountain is again to be hollowed out. VERA: Ja, wenn man das kann von seinem Beruf her, dann ist das natürlich eine tolle Sache. VERA: Yes, if you can do that from your job, then of course it's a great thing.

Das ist ja nicht immer so einfach. It's not always that easy. Man möchte ja selber vielleicht auch weiterarbeiten. You might want to continue working yourself. Aber … JOLANDA: Ja, gut.

Da ist natürlich das Team. There is of course the team. Also er arbeitet unten im Berg und sie kocht für die Leute. So he works down in the mountain and she cooks for the people. Also das geht. So that works. VERA: Das passt. VERA: That fits.

JOLANDA: Das passt!

Ja!

VERA: Ja, schön.

Jolanda, ich denke, an dieser Stelle haben wir soviel Information gegeben, das reicht. Jolanda, I think we have given so much information at this point, that's enough. Oder hast du noch einen Punkt, den du unbedingt noch anbringen wolltest? Or do you have another point that you really wanted to add? JOLANDA: Nee, ich glaube … ich glaube, das ist für den Moment genug und wenn uns mal was wieder einfällt, können wir es ja später nochmals besprechen. JOLANDA: No, I think ... I think that's enough for the moment and if we think of something again, we can discuss it again later.

VERA: Genau.

Die 10 Minuten gehen immer so schnell rum. The 10 minutes always go around so quickly. JOLANDA: Genau.

VERA: Und es soll nicht immer so extrem lange werden, denke ich. VERA: And it shouldn't always be that long, I think.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Also es war wieder ein interessantes Thema, denke ich und hoffe ich.

Also wir freuen uns auch, wenn unsere Zuhörer uns sagen, ob’s ihnen gefallen hat oder wenn sie uns vielleicht sagen, was sie mal interessieren würde und …ja, dann danke Jolanda für das Gespräch. JOLANDA: Ja, ich danke dir!

Bis zum nächsten Mal! VERA: Bis zum nächsten Mal.

Also Text und Audio gibt’s natürlich dann wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf www.LingQ.com und dort kann man dann auch die Kommentarfunktion nutzen und uns sagen, wie es angekommen ist, oder was man sich so wünscht. So of course there is text and audio in LingQ's German library, as always, at www.LingQ.com and there you can also use the comment function and tell us how it was received or what you want. Dann bis zum nächsten Mal.