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Video lessons from YouTube, 30 Jahre Mauerfall - Gabriele Haubold

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30 Jahre Mauerfall - Gabriele Haubold

Diese Ost-West-Diskussion wird es in meinen Augen noch eine Weile geben, wenn man nicht aufeinander

zugeht, wenn man nicht auch die Geschichte des Anderen anerkennt, akzeptiert und sich überhaupt mit

dieser Geschichte beschäftigt.

Wenn ich etwas gelernt habe in diesem Haus, bei dieser Stadtplanung, dann ist es miteinander zu

kommunizieren und nicht wegrennen und denken, was man selber weiß, ist das Richtige.

Eisenhüttenstadt war ja zur Entstehungszeit ein Versprechen in die Zukunft. Eine neue Stadt für

neue Menschen.

Eisenhüttenstadt wurde ja 1950 in Verbindung mit dem Werk gebaut. Die Stadt war auf Wachstum

ausgelegt, 1989 waren es 50.000.

Wenn man alte Fotos anguckt aus der Zeit, dann sieht man wie grau die Stadt war und erschrickt

eigentlich, dass man das zur damaligen Zeit so hingenommen hat. Die Stadt hatte eigentlich ihren

Glanz der 50er Jahre schon verloren.

Der Mauerfall begann für mich mit dem Zettel von Herrn Schabowski und den Nachrichten.

Daraus ergaben sich eigentlich blanke Fragen.

Nach der Wende war die Atmosphäre in Eisenhüttenstadt so ein bisschen zweigeteilt.

Diese Veränderungen in den 90er Jahren, die waren teilweise so krass, dass wenn ich jetzt darüber

nachdenke, staune ich, wie wir und da sage ich bewusst wir, die bewältigt haben.

Im Nachgang stelle ich immer wieder fest, es war die beste Zeit, weil sie sehr euphorisch, voller

Erwartungen war, auf der einen Seite und auf der anderen Seite, denke ich manchmal, man kann ja

eigentlich nur zwei oder vier Stunden geschlafen haben, weil wie wollte man das alles bewältigen,

was da auf einen niederprasselte.

Die Leute waren natürlich euphorisch, die Leute waren in einer Aufbruchsstimmung, auf der einen Seite

Vor allem die jungen Leute haben die Stadt verlassen, wegen der neuen Möglichkeiten. Auf der

anderen Seite aber die Ungewissheit mit dem Eisenhüttenkombinat-Ost. Diese Stadt hat in den 90er

Jahren, sehr leidvoll, die Privatisierung des Werkes über mehrere Etappen mitmachen müssen. Die

Solidarität war damals unheimlich groß, obwohl auch klar war, dass man die Privatisierung des

Werkes nicht schafft, ohne Leute entlassen zu müssen.

Trotzdem sind natürlich die Leute gegangen, weil sie gesagt haben: Ich habe hier vielleicht keine

Zukunft und da muss ich sagen, dass kann man den Leuten nicht übel nehmen, dass sie dann gesagt

haben, ok, woanders werden wir gebraucht und da gehen wir jetzt hin.

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