Braune Zwerge - Einfach erklärt (2018)
Was sind eigentlich braune Zwerge?
Diese recht unbekannten Objekte stellen eine Zwischenform zwischen Planet und Stern dar.
Sterne definieren sich dadurch, dass sie in ihrem Kern aufgrund des dort herrschenden
gewaltigen Drucks und hoher Temperaturen Wasserstoff zu Helium fusionieren – die resultierende
Energie lässt sie hell im sichtbaren Spektrum strahlen.
Ein brauner Zwerg aber verfügt nicht über genug Masse für stellare Fusion, ist aber
erheblich massereicher als ein Planet wie Jupiter.
Sobald ein Objekt bei seiner Entstehung aus einer Gaswolke mehr als 13 Jupitermassen ansammelt,
kann es Deuterium, ein Wasserstoffisotop, fusionieren.
Mit etwa 75 Jupitermassen schließlich beginnt echte Fusion von Wasserstoff 1 – und damit
wird ein Stern geboren.
Braune Zwerge verfügen also über 13 bis 75 Jupitermassen und sind gleichzeitig nicht
wesentlich größer als der Gasriese, aber erheblich dichter.
Die meisten braunen Zwerge, von denen man mehrere hundert Milliarden in unserer Galaxie
vermutet, leuchten nur schwach oder gar nicht im sichtbaren Teil des Spektrums – dafür
sind sie schlicht zu kalt.
Die Deuteriumfusion im Inneren von braunen Zwergen reicht nicht aus, um wesentlich zu
ihrer Energiebilanz beizutragen.
Schon am Ende ihrer Entstehungsphase beginnen braune Zwerge daher, abzukühlen.
Könnte man einen von ihnen direkt sehen, dann wäre seine Farbe vermutlich lila.
Warum lila?
Grund dafür sind Moleküle wie Methan oder Wasser, welche sich recht oft in den Atmosphären
von Braunen Zwergen befinden und Teile des Lichtspektrums absorbieren.
Im Infrarotbereich hingegen kann man sie deutlich ausmachen.
So gelang es, mit dem WISE Teleskop der NASA, mittlerweile 1000e braune Zwerge zu entdecken.
Zwei davon übrigens direkt in unserer Nachbarschaft – die beiden braunen Zwerge des Doppelsystems
Luhmann 16 sind lediglich 6,6 Lichtjahre von uns entfernt und damit das uns zweitnächste
Sternensystem.