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Sarah Maria Sander, Antisemitismus in einer Hochschule in Halle

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Studenten einer deutschen Hochschule hängen im Jahr 2026 Flugblätter auf, in denen gegen eine jüdische Gemeinde mobilisiert wird. Und ich frage mich an diesem Punkt: Wie weit sind wir in diesem Land eigentlich gekommen? Oder anders gefragt: Wie tief sind wir gesunken? Auf dem Campus der Burg Gebichenstein Kunsthochschule Halle wurden in den letzten Tagen Flugblätter aufgehängt, auf denen die Jüdische Gemeinde Halle als faschistische, rassistische und propagandistische Organisation markiert wird. Aber nicht nur das.

Es wird ihre Ausladung gefordert. Das Ende der Zusammenarbeit. Der Abbruch der Kooperation mit israelischen Universitäten. Besonders schockierend ist, dass das ausgerechnet an der Burg passiert, einer Hochschule, die in den vergangenen Jahren immer wieder mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert war. Die anonymen Verfasser beziehen sich darauf, dass die jüdische Gemeinde Halle im April 2026 ihre Türen für die Kunsthochschule geöffnet hatte.

Studenten der Burg sollten die Synagoge besuchen können. Es ging darum, jüdisches Leben kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen, in den Dialog zu treten, gerade nach allem, was im vergangenen Jahr an dieser Hochschule vorgefallen war. Es war ein Ausstrecken der Hand durch die Jüdische Gemeinde Halle in Zusammenarbeit mit dem Studierendenrat der Burg. Doch die Antwort darauf war für manche nicht etwa ein Gespräch, nicht demokratische Auseinandersetzung, sondern ein Aushang mit Diffamierungen und der Forderung nach Ausladung. In ihrem Text schreiben sie, Juden seien keine homogene Gruppe, nur um im nächsten Atemzug zu fordern, man solle lieber mit antizionistischen jüdischen Gruppen zusammenarbeiten.

Wer entscheidet eigentlich, welche Juden für deutsche Kunsthochschulen zumutbar sind? Wer gibt den anonymen Flugblattverfassern das Recht, einer jüdischen Gemeinde in Deutschland die Legitimität abzusprechen? Wer hat ihnen eingeredet, sie könnten jüdisches Leben nur dann akzeptieren, wenn es antizionistisch, israelfeindlich und politisch bequem auftritt? Was soll der nächste Schritt sein? Dass man irgendwann völlig ohne Scham fordert, nicht mehr mit Juden zu studieren?

Dass jüdische Einrichtungen keinen Zutritt mehr bekommen? Dass jüdische Studenten verschwinden sollen? Diese jungen Menschen sind die Zukunft dieses Landes. Und wenn schon heute an einer deutschen Hochschule eine jüdische Gemeinde als Problem dargestellt wird, dann müssen wir sehr genau hinschauen, was wir hier eigentlich heranwachsen lassen. Es geht um ein Klima, in dem junge Menschen offenbar glauben, es sei legitim, eine jüdische Gemeinde als rassistische, zionistische Struktur zu markieren.

Ein Klima, in dem der Besuch einer Synagoge nicht als Begegnung mit jüdischem Leben verstanden wird, sondern als politisches Verbrechen. Das ist die eigentliche Katastrophe, dass sie ihren Judenhass Antizionismus nennen, dass sie ihn Dekolonialismus nennen, dass sie ihn Widerstand nennen. Deutschland hat ein riesiges Problem mit einer jungen Generation, die aus der Geschichte gelernt haben will und doch wieder beginnt, jüdisches Leben als Störung zu empfinden. Denn wenn eine jüdische Gemeinde im Jahr 2026 an einer deutschen Kunsthochschule zur Zielscheibe wird, dann ist nicht nur diese Hochschule erklärungsbedürftig, dann ist dieses ganze Land erklärungsbedürftig.

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