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Denkpause Deutsch, Denkpause Herbst-Bonus-Folge: Wenn-dann-… – Κείμενο για ανάγνωση

Denkpause Deutsch, Denkpause Herbst-Bonus-Folge: Wenn-dann-Ausreden

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Denkpause Herbst-Bonus-Folge: Wenn-dann-Ausreden

Denkpause Herbst-Bonus-Folge:Wenn-dann-Ausreden

Heute: Wenn-dann-Sätze Kategorie 2

Ich sage dir jetzt ein paar Sätze und du kannst mir dann sagen, ob du so was auch zu dir manchmal selber sagst. Nummer 1: "Ja, ich würde gerne nach Mallorca reisen, aber ich bin zu dick." Nummer 2: "Ja, ich würde gerne ins Fitnessstudio gehen und ein bisschen meine Muskeln trainieren, aber ich habe noch zu wenig Muskeln. Die anderen gucken mich dann komisch an.

Ich muss erst mehr Muskeln aufbauen". Nummer 3: "Ja, ich würde gerne mehr Deutsch lernen, öfter Deutsch lernen, aber gerade ist der Umzug so stressig, ich habe gar keine Zeit. Wenn der Umzug vorbei ist, dann lerne ich auf jeden Fall viel mehr Deutsch". Nummer 4: "Ich würde gerne mein Singen verbessern, ich würde gerne auch häufiger singen, aber ja, gerade ist meine finanzielle Situation nicht so gut.

Ich habe nicht so viel Geld und... ich warte, bis ich mehr Geld habe und dann kann ich Gesangsstunden nehmen, dann kann ich meinen Singen verbessern". Solche Sätze beinhalten eine Wenn-Dann-Logik, also erst wenn ich eine bestimmte Sache gemacht oder erreicht habe, dann kann ich mir diese schöne Sache gönnen. Oder auch: Ja, wenn eben diese eine Sache erfüllt ist, dann kann ich das andere machen, was auch immer ich mir da definiere. Und heute möchte ich gerne mit euch darüber sprechen, was diese Sätze eigentlich mit uns machen, also was die eigentlich für einen Effekt auf uns haben.

Und wenn ihr in der Vergangenheit meinen Podcast gehört habt, dann wisst ihr, dass es bei diesen Sätzen zwei Kategorien gibt. Und heute sprechen wir über Kategorie Nummer zwei. Herzlich willkommen bei Denkpause, deinem Podcast für Deutschlerner auf mittlerem Level. Hier findest du fast jede Woche einen Beitrag zu einer Bandbreite an nützlichen Alltagsthemen.

Und, ganz wichtig: Ich spreche für dich immer natürlich, ungeskriptet und benutze Umgangssprache, wie man sie auch im Gespräch mit Freunden benutzen würde. Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß.

Wenn-dann-Sätze sind manchmal berechtigt

Hallo liebe Leute und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Denkpause. Und ja, wie ich im Intro schon gesagt hatte: Ich habe schon in der Vergangenheit eine Folge von Denkpause gemacht, in der ich über diese erste Kategorie von Wenn-dann-Sätzen geredet habe, also diese vier Beispiele, die ich im Intro eben genannt habe... Da fallen die Sätze nicht alle in eine Kategorie, sondern es sind verschiedene Kategorien. Ja, heute geht es um Kategorie zwei. Das sind eben diese Sätze wie "Ja, ich würde ja gerne mehr Deutsch lernen, aber gerade habe ich keine Zeit, weil der Umzug ist ja so stressig".

Und, ja, "Wenn der Umzug vorbei ist, dann lerne ich auf jeden Fall mehr Deutsch". Und, ja, Nummer zwei: "Ich würde gerne mein Singen verbessern, aber ich habe gerade nicht genug Geld. Also meine finanzielle Situation ist nicht gut. Deswegen kann ich es mir nicht leisten, Gesangsstunden zu nehmen.

Und wenn ich dann mehr Geld habe, dann kann ich mein Singen verbessern". Klingt ja eigentlich erst mal logisch, oder? Denn Umziehen braucht unglaublich viel Zeit und Deutsch-Lernen braucht auch Zeit. Und wenn man die ganze Zeit, die man hat, in den Umzug investiert, dann hat man natürlich keine Zeit mehr übrig, um Deutsch zu lernen.

Und genau das Gleiche mit dem Singen: Gesangsstunden kosten Geld. Und wenn du es dir finanziell nicht leisten kannst, Gesangsstunden zu nehmen, dann kannst du dein Singen nicht mit Gesangsstunden verbessern. Na ja, hier müssten wir sagen: Ja, okay, theoretisch brauchst du keine Gesangsstunden, denn es gibt auch kostenlose Tutorials und Videos und Strategien, mit denen du deinen Gesang verbessern kannst. Also du musst nicht unbedingt Geld ausgeben.

Sicherlich wäre es aber schon hilfreich.

Ist das nur eine Ausrede?

Also ich sage nicht generell, dass solche Sätze nicht manchmal sinnvoll sein können, denn wie gesagt: Es gibt ja Lebensphasen, wo man eben sehr viel zu tun hat oder wo man wirklich in einer schlechten finanziellen Lage ist. Das gibt es bestimmt. Und es gibt definitiv Phasen, besonders bei einem Umzug, wo ich nichts Neues beginnen würde. Es kann sein, dass es wirklich nicht möglich ist.

Aber ganz oft sind diese Sätze, auch wenn es vielleicht für dich nicht so erscheint, auch wenn es für dich sich anders anfühlt... das sind Ausreden. Und eine Ausrede ist etwas, was du dir selber sagst, weil du weißt: Das ist anstrengend, das braucht Zeit, das braucht Arbeit. Und damit du dir das nicht eingestehen musst, gibst du dir eine Ausrede. Du sagst: "Ja, ich habe keine Zeit".

Aber ob es eine Ausrede ist oder nicht, das merkt man natürlich erst, wenn man diese Sache kritisch betrachtet und wenn man ehrlich mit sich selber ist. Also wenn du wirklich ehrlich zu dir bist, dann wirst du wissen: Ist es eine Ausrede oder habe ich wirklich keine Zeit? Und ich kenne viele Leute, die mir immer sagen: "Ja, ich würde ja gerne das und das machen. Aber es geht jetzt gerade nicht, weil... Ja, und wenn dann diese Zeit vorbei ist, dann mache ich definitiv das, was ich machen möchte".

Und diese Leute sagen das so oft, und die sagen das zu sich selber und zu anderen Leuten, zu ihren Freunden, zu ihren Partnern, zu ihrer Familie, zu ihren Haustieren. Mal ist es der Umzug, dann ist es, dass sie sich gerade nicht so gut fühlen oder auf Arbeit ist ganz viel zu tun. Und jedes Mal gibt es einen anderen Grund, eine andere Ausrede, warum sie keine Zeit haben, Deutsch zu lernen oder eben das Singen zu verbessern oder mehr Sport zu machen.

Wie ein Tagebuch uns hilft, unsere Muster klar zu sehen

Was da vielleicht hilfreich sein kann, ist ein Tagebuch. Ich habe das selber schon erlebt. Ich habe mal meine alten Tagebücher gelesen und ich war total überrascht, denn ich habe gelesen, wie ich damals bestimmte Situationen wirklich wahrgenommen habe, also wie ich wirklich gefühlt habe. Wenn ich jetzt daran denke, denke ich: "Ja, so schlimm war es ja gar nicht", und wenn man aber das Tagebuch liest, dann liest man: "Oh, es war doch schlimmer, als ich gedacht hatte", weil das Gehirn unsere Erfahrungenretrospektiv anpasst.

Also nachdem etwas passiert ist - es ist in der Vergangenheit, und jetzt wo es eben in der Vergangenheit ist, passt das Gehirn das an. Und für uns ist das die Realität, weil wir es nicht mehr wissen, wie es wirklich war. Wir können ja nicht zurück in diese Situation gehen. Aber ja, wenn du Tagebuch geschrieben hast, dann kannst du schon zurück in diese Situation gehen.

Und ich habe damals mein Tagebuch gelesen und ich habe bei mir immer das gleiche Muster gesehen. Sagen wir mal, zum Beispiel: Ich wollte mein Telugu verbessern und ich habe aber immer gesagt: "Ah, jetzt geht es gerade nicht, weil ja, ich habe eben so viel zu tun" und dann habe ich eine neue Ausrede und eine neue Ausrede. Und vielleicht kommt es mir jetzt so vor, dass ich damals wirklich viel zu tun hatte. Aber genau, wenn ich im Tagebuch nachlese, merke ich: Ah, ich habe ständig eine andere Ausrede gehabt.

Und vielleicht kannst du auch deine Freunde fragen: "Gebe ich euch oft Ausreden, warum ich kein Telugu lernen kann?" und die sagen dir sicherlich: "Ja, und es ist jedes Mal eine andere Ausrede". Man selbst kann sich da betrügen, man erinnert sich anders daran, aber deine Freunde werden es definitiv wissen.

Es gibt keine gute Zeit, es gibt nur Prioritäten

Ja, und man sagt oft,es gibt keine gute Zeit. Und ich würde dem wirklich zustimmen. Also, wenn man nach Ausreden sucht, dann gibt es immer irgendwas. Also, du willst was machen, aber du hast ja keine Zeit, zu viel zu tun, zu wenig Geld, gerade fühlt es sich nicht gut an.

Also, es gibt keine gute Zeit, um etwas zu machen. Man sagt auch immer, es gibt keine gute Zeit, um ein Kind zu haben, weil ja... Kinder machen immer viel Arbeit. Und es gibt ja, wenn wir ehrlich sind, keine Phase im Leben, wo wir sagen würden: "Oh, jetzt habe ich gar nichts zu tun, jetzt kann ich ein Kind bekommen". Das passiert nicht, wenn wir ganz ehrlich sind.

Es gibt keine gute Zeit. Ja, und jetzt schwingen wir mal ein bisschen um. Wir schauen uns jetzt diese Sache von einer anderen Perspektive an. Ich frage dich jetzt mal: Wenn du schon mal umgezogen bist in eine neue Wohnung, hast du dir zu dieser Zeit deine Zähne geputzt?

Hast du geschlafen? Hast du geduscht? Hast du dich jeden Tag neu angezogen? Wahrscheinlich schon.

Also, klar, Umzug ist stressig. Man hat keine Zeit, aber irgendwie hat man doch Zeit, um die wichtigsten Dinge zu machen. Also, du hast nie zu viel zu tun, um zu schlafen. Du hast nie zu viel zu tun, um deine Zähne zu putzen.

Das heißt, es ist einfach eine Frage der Prioritäten. Also: Wie wichtig ist es dir, was du tun möchtest? Und wenn es sehr wichtig ist, wie eben deine Zähne putzen, dann wirst du es immer schaffen, egal wie viel du zu tun hast. Eine Frage der Priorität.

Vielleicht meinen wir „Ich habe keine Energie“ statt „keine Zeit“

Was ich mir aber ehrlich gesagt schwer vorstellen könnte, ist: Wenn ich gerade eben umziehe und ich wüsste noch nicht, wie man Zähne putzt... Also, das ist jetzt ein komisches Beispiel, denn ich habe schon als Kind gelernt, wie man Zähne putzt und du wahrscheinlich auch. Aber stellen wir uns mal vor, Zähne putzen wäre ganz neu für mich. Ich wüsste nicht, wie das geht. Dann wäre es vielleicht wirklich schwierig, während der Umzugsphase auch noch zu lernen, wie man Zähne putzt.

Weil etwas Neues zu lernen, besonders eine neue Routine einzuführen, eine neueGewohnheit zu etablieren, das braucht Energie. Und vielleicht sagen wir uns immer: "Ich habe keine Zeit". Und wir meinen aber eigentlich: "Ich habe gerade keine Energie. Ich habe vielleicht keinen Platz im Kopf.

Ich habe keinen mentalen Raum dafür, etwas Neues zu lernen, weil ich gerade mit dem Umzug beschäftigt bin".

Wie man es schafft, dass Dinge weniger Energie brauchen

Und ich würde sagen: Alles, was du machen möchtest, wie eben Deutsch lernen, Telugu lernen, solche Sachen... Das sind alles längerfristige Dinge und die funktionieren am besten, wenn du sie jeden Tag machst. Also als eine Art Gewohnheit, Routine. Vielleicht zehn Minuten jeden Tag, 30 Minuten jeden Tag. Es ist aber wichtig, dass du es jeden Tag machst.

Ganz häufig sind diese Sachen, die wir uns eben wünschen, längerfristige Sachen, die am besten als Routine oder Gewohnheit funktionieren. Und es ist gut, solche Sachen neu einzuführen, also eine neue Gewohnheit aufzubauen, wenn man gerade ein bisschen mentalen Raum frei hat. Also vielleicht nicht während eines Umzuges, sondern wenn es nur "normal stressig" ist. Also, normales Leben, ja... Dann kannst du dieGewohnheit etablieren: Okay, ich lerne jeden Tag 30 Minuten Deutsch.

Und sobald du einmal diese Gewohnheit hast, dann kannst du es wahrscheinlich auch während eines Umzugs oder während solcher Zeiten durchhalten. Und wenn dir diese neue Gewohnheit sehr wichtig ist, also das Deutsch-Lernen, kannst du ihr Priorität geben und dann kannst du, wenn es eine hohe Prioritätsstufe hat, wie eben dein Zähne-Putzen, kannst du es während des Umzugs auch schaffen. Natürlich kannst du jetzt nicht jeder Sache in deinem Leben hohe Priorität geben, denn du kannst nicht alles schaffen... Aber, ja, eine Sache, die dir wirklich sehr wichtig ist, die kannst du auf jeden Fall weiterhin schaffen. Das ist jetzt ein Tipp mit diesen Gewohnheiten.

Für einige Probleme: hier klappts nur mit Prioritäten

Das funktioniert nur für dieses eine Beispiel, für das Beispiel mit dem "Ich kann mir Gesangstunden nicht leisten" funktioniert das mit der Routine nicht wirklich. Aber hier gilt trotzdem, was ich euch über Prioritäten gesagt habe. Also wenn es dir wirklich super wichtig ist, Singen zu lernen, dein Singen zu verbessern, dann kannst du entweder ein bisschen Geld dafür ausgeben, auch wenn du vielleicht nicht so viel Geld hast - einfach weil es dir so wichtig ist, gibst du eben ein bisschen aus. Oder du investierst Energie, um kostenlose Ressourcen zu finden und einfach weiterhin zu üben. Also wenn es dir wirklich wichtig ist, dann kannst du es trotzdem machen.

Wenn du mal gar nichts zu tun hättest…

Ja und ganz zuletzt wollte ich euch nochmal sagen - Wenn wir wieder zurück zu diesem Beispiel gehen mit "Ich würde gerne mein Deutsch verbessern, aber es ist gerade so stressig". Das ist vielleicht das Beispiel, was für euch relevanter ist von diesen beiden Beispielen. Und ich wollte nochmal sagen: Wenn wir ganz ehrlich sind, gibt es ja eigentlich keine Zeit im Leben, wo es nicht stressig ist. Also es ist ja immer irgendwas.

Es gibt ja nie... Wenn ihr mal überlegt: Okay jetzt ziehe ich gerade um. Okay, und wenn der Umzug zu Ende ist? Das Leben passiert ja weiterhin, also du lebst weiter. Das Leben ist so, dass immer irgendwas passiert.

Also die ruhige Zeit, wo gar nichts passiert, die gibt es nicht, wenn wir ganz ehrlich mit uns sind. Und wenn wir noch ehrlicher mit uns sind: Selbst wenn es diese ruhige Zeit geben würde... Stell dir vor, du hast wirklich mal gar nichts zu tun. Es gibt keinen Streit, du bist nicht krank, du hast kein großes Projekt bei deinem Chef. Würdest du in dieser Phase dann Deutsch lernen?

Ich vermute, wenn es ist wie bei mir, und meinen Sachen, mein Telugu-Lernen - ich kann ja nur von mir sprechen. Wenn es eine Phase gäbe, wo ich gar nichts zu tun hätte, zum Beispiel mein Urlaub, dann würde ich wahrscheinlich sagen: "Ah, jetzt passt es nicht, jetzt möchte ich mich mal entspannen, jetzt möchte ich mal gar nichts machen". Also wenn wir ehrlich sind, gibt es wirklich einfach keine gute Zeit. Es ist nie passend, es ist immer eine Frage der Priorität.

Wie wichtig ist es dir wirklich, um aufzuhören, diese Ausreden zu suchen?

Deine Meinung

Das war jetzt vielleicht eine brutale Folge. Ich kenne es wie gesagt von mir auch. Ich finde auch diese Ausreden. Kennt ihr das?

Wenn ja, was ist eure kreativste Ausrede gewesen? Schreibt ihr ein Tagebuch und lest ihr manchmal retrospektiv dieses Tagebuch? Und habt dann neue Einsichten, also ihr merkt: "Ich erinnere mich ganz anders daran"? Aber im Tagebuch steht es so.

Was ist eure Technik, um wirklich mit dem anzufangen, was ihr machen wollt? Welches Ziel wollt ihr im Moment am meisten erreichen und ihr erfindet immer wieder Ausreden, um es eben nicht machen zu müssen? Ja, ich hoffe, euch hat die heutige Folge gefallen und ich freue mich auf eure Kommentare und eure Meinungen. Und wir sehen uns wie immer beim nächsten Mal wieder.

Bis dahin, tschüss!

Schlüsselwörter

Schlüsselwörter für diese Folge sind: "die Ausrede", "es gibt keine gute Zeit", "eine Gewohnheit etablieren", "retropektiv" und "brutal". Möchtest du für die Wörter Beispielsätze, Übersetzungen und Erklärungen? Dann komm zu Patreon unter www.patreon.com/Denkpausenraum

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