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Funkkreis. Podcast der Bundeswehr, Podcast #31: Was die EU-Ratspräsidentschaft für die Bundeswehr bedeute... (1)

Podcast #31: Was die EU-Ratspräsidentschaft für die Bundeswehr bedeute... (1)

Delta to all, Radiocheck, over.

Hier ist Bravo, kommen.

This is Tango, over.

Funkkreis, Podcast der Bundeswehr.

A: Es gibt Kameraden, die reden deutsch, es gibt deutsche Kameraden die reden halt französisch,

aber mit Händen und Füßen klappt das in allen Dienstgradebenen.

B: Zum Beispiel in Holland, Unterschiede im Dienstgrad, sind schon wichtig, aber wir sind

ein bisschen lockerer, in Frankreich sind die nicht locker.

C. Uns ist es wichtig das wir alle mitnehmen und einen Weg definieren den alle

EU-Mitgliedstaaten mitgehen wollen.

F1: Am 1. Juli hat Deutschland die EU-Ratsmitgliedschaft

übernommen, das ist das erste Mal seit 13 Jahren.

Die EU Staaten wechseln sich nämlich

alle halbe Jahre ab. Weil das also etwas besonderes ist, haben wir heute auch einen besonderen

Podcast, nämlich mit gleich drei Gesprächspartnern.

Sie berichten über ganz unterschiedliche

Seiten dieses Themas.

Meine Kollegin Jasmin Brünnecke spricht mit einem Spieß

vom deutsch-französischen Versorgungsbataillon.

Ich selbst, Barbara Gantenbein, spreche mit der Referatsleiterin,

die im Verteidigungsministerium für die Ratspräsidentschaft zuständig ist.

Und mein Kollege Hauptmann Lehna

hat einen niederländischen Kompanie-Einsatzoffizier am Telefon. Der dient in einer deutsch-niederländischen

Einheit und berichtet, was das im Alltag bedeutet.

Matthias ich bin ganz gespannt wie dein Gesprächspartner

diese europäische Zusammenarbeit erlebt.

F2: Vielen Dank Barbara. Ich hab Berent Becker

in der Leitung. Er ist Soldat in einer Pionierkompanie.

B: Guten Morgen Matthias.

F2: Ja hallo Berent. Schön das du gerade Zeit hast. Sag mal, von wo telefonierst du

eigentlich jetzt gerade?

B: Ich telefoniere jetzt gerade von Wezep aus.

Wezep ist ein kleines Dorf, ungefähr 50 Kilometer entfernt von der deutschen-niederländischen

Grenze und 80 km entfernt von Utrecht in Holland.

F2: Für alle Zuhörerinnen und Zuhörer,

wie man vielleicht auch am Akzent hören kann und jetzt auch nach der Ortsbeschreibung,

ist Berent Niederländer, genauer gesagt ein niederländischer Soldat der 43. mechanisierten

Brigade, die Teil der 1. Panzerdivision ist. Das ist eine Besonderheit, die interessant

ist Berent. Kannst du ein bisschen mehr dazu erzählen?

B: Ja genau, wir sind mit unserer ziemlich neuen Kompanie „MREC“ Multirole Engineer

Company, unserer Einheit hat so Pionier Aufklärungstruppen,

Advanced Search Truppen, das sind so Leute

die ganz gut Sachen durchsuchen können auch bei Nacht, Search Operations machen können.

Wir haben auch ABC-Abwehrtruppen in unserer Kompanie, da bin ich mit meiner Kompanie Teil

des Panzerpionierbataillons. Unser Bataillon ist dann wieder Teil der 43. mechanisierten

Brigade und unsere Brigade dann wieder Teil der 1. Panzerdivision.

F2: Die wiederum Teil des deutsch-niederländischen Korps ist. Hier haben wir ein Beispiel dafür,

dass die Niederländer die ihre Panzereinheiten die sie haben, ihre einzigen Panzereinheiten

komplett in eine deutsche Division vereinen. Das Rahmennationenkonzept dazu sieht nämlich

vor, dass Fähigkeiten die einzelne Armeen von kleineren Staaten nicht haben, kombiniert

mit anderen Staaten zusammengeführt werden und sich ergänzen. Und das heißt aber auch

Berent für dich das du mit Deutschen zusammen übst?

B: Genau das stimmt, ja. Wir haben zum Beispiel letztes Jahr Truppenübungsplatz Klietz haben

wir zusammen geübt mit Panzerbataillon 414, das ist auch ein deutsch-niederländischer

Panzerbataillon weil wir in Holland, in Niederlande, eigentlich keine eigenen Panzer haben. Seit

einigen Jahren. Das hat was mit Geld zu tun damals und weil natürlich Panzer, ganz wichtig

sind im Gefecht haben wir doch wieder die Zusammenarbeit gesucht mit euch, mit Deutschland.

Deswegen gibt es dann zum Beispiel Panzerbatallion 414 und wir haben dann auch in Klietz als

Panzerpionier zusammengearbeitet bei der Verteidigung das war da das Thema genau.

F2: Diese Zusammenarbeit gibt es nicht nur beim Heer, die ist auch bei der Marine sehr

stark also jetzt in Bezug auf euch Niederländer und auch bei der Luftwaffe. Auch da gibt es

verschiedene Kooperationen und Zusammenarbeiten die über ein loses Bündnis hinausgehen.

Kannst du mir nochmal erzählen wie das eigentlich ist, diese Integration in der 1. Panzerdivision.

Du wirst auch auf Lehrgänge geschickt, auf deutsche Lehrgänge, da habe ich dich ja unter

anderem kennengelernt beim Taktiklehrgang 1 im letzten Jahr Dezember in Dresden und

das ist für dich auch normal. Du bist öfter bei Lehrgängen in Deutschland. Kannst du

dazu etwas sagen?

B: Ja genau mit dir waren gute zwei Wochen übrigens.

Wir waren in Dresden, ich hab da viel gelernt. Das ist, glaube ich, auch ganz wichtig in

dieser internationalen Zusammenarbeit, dass wir auch zusammen Lehrgänge machen, besser

verstehen wie wir denken, wie wir operieren, was für euch wichtig ist, was für uns wichtig

ist, dass wir einander besser verstehen, um dann besser üben zu können und letztendlich

natürlich auch im Einsatz besser zu wissen wie man am besten zusammenarbeiten kann. Ich

war dann damals in Dresden, aber es gibt verschiedene Kurse die wir von Holland aus, die Niederländer

zusammen mit euch machen und auch das deutsche Soldaten nach Holland kommen, in die Niederlande,

zum Beispiel ABC-Abwehr in meiner Kompanie im Moment. Wir machen oft mit euch mit, weil

das eigentlich einfacher ist. Ihr habt eigentlich auch viel Erfahrung und wenn wir das dann

zusammenbringen, dann werden wir alle besser und besser und wissen, wie wir besser

zusammenarbeiten können, genau.

F2: Genau, ja du sprichst da einen interessanten

Punkt an es geht dabei nicht nur darum um zusammenführen von Kräften und Mitteln,

sondern es geht ja auch um das Zusammenführen und Zusammenwachsen verschiedener Mentalitäten.

Jetzt muss ich aber gestehen, es ist bei dir recht einfach gewesen. Auch in den zwei Wochen

Lehrgang in Dresden war das schon sehr einfach mit dir weil wir keine Sprachbarriere hatten,

man hört ja du kannst ja sehr gut Deutsch sprechen das hat ja enorm geholfen auch im

zwischenmenschlichen Zusammenarbeiten. Hast du da auch andere Erfahrungen mal gemacht,

auch mit anderen Partnern das heißt jetzt nicht Deutschland, sondern auch mit, weiß

nicht, mit Belgien oder sonst wie. Wie empfindest du das Arbeiten auf multinationaler Ebene?

B: Im Grunde genommen ist es natürlich sehr gut, dass wir hier zusammen arbeiten, aber

man sieht schon, höhere Offiziere die können meistens ziemlich gut Englisch oder Fremdsprache.

Aber auf taktischer Ebene, wo es eigentlich drauf ankommt, dann sieht man natürlich doch

oft, das haben wir zum Beispiel in Mali oft gesehen, da haben wir oft viel zusammengearbeitet

mit den Franzosen, das ist natürlich schwierig. Ich kann nicht so gut französisch, die meisten

meiner Einheit auch nicht und die Franzosen können auch oft nicht so gut Englisch. Dann

merkt man schon schnell das Kommunikation schwierig wird. Aber auf Gruppenebene oder

Zugebene, Kompanie auch Bataillon glaube ich, dann funktioniert das schon einigermaßen.

Brigade wahrscheinlich auch, aber so Soldaten da ist es natürlich schwierig das die dann

auch zusammen arbeiten.

F2: Das ist eine wichtige Sache die du ansprichst

soweit ich das große und ganze Konzept verstanden habe ist ja auch nicht die Absicht, dass man

bis in die Gruppenebene hinein eine multinationale Vermischung haben möchte und dass es dann

im taktischen Klein-Klein da zu Problemen kommt, sondern wir bleiben ja auch auf der

Ebene Verbände, Brigade jetzt in dem Fall bei dir aufwärts und davon gibt es ja sehr

viele Beispiele. Es gibt ja auch im multinationalen Korps Nord-Ost in Stettin die Integration

der 41. Panzergrenadierbrigade mit der 10. Panzerbrigade polnisch und da gibt es ja viele

Beispiele. Ich zum Beispiel habe auf einer multinationalen simulierten Divisionsgefechtsübung

in Grafenwöhr letztes Jahr mit Tschechen zusammengearbeitet, die dann auf der Divisionsstabsebene

auch ihre Verbindungsoffiziere abgestellt haben und da muss ich schon gestehen, das

klappte erstaunlich gut. Es ist auf jeden Fall erfreulich, wie bei dir jetzt einen Fall

zu haben, dass man eine sehr schnelle Verständigung hat, weil die Sprachbarriere weg ist.

B: Nicht nur Sprache, nicht nur military position making process was natürlich in Holland schon

ein bisschen anders ist zum Beispiel, sogar in Holland Unterschiede Dienstgrad sind schon

wichtig, aber wir sind da vielleicht ein bisschen lockerer. In Frankreich sind die nicht locker,

in Amerika sind die auch nicht so locker. Ich hab schon erlebt in Afghanistan sehen

die, wie ich dann mit einem Soldaten einfach ein bisschen quatsche und rede und die gucken

mich dann an und denken „Was macht dieser Offizier, was macht der überhaupt?“ Das

ist nicht normal für die Amerikaner und auch dort sieht man Unterschiede, kulturelle Unterschiede,

wie man dann so zusammenarbeitet.

F2: Das stimmt, ja das ist ein wichtiger Punkt.

Deswegen wird ja auch die Zusammenarbeit vertieft, indem man unter anderem die Offiziere mindestens

gegenseitig in die Länder schickt zu den Lehrgängen wie es bei dir ja auch der Fall

war und so wie es die Bundeswehr ja auch macht. Und diese binationalen Programme gibt es ja

zu Hauf. Ich zum Beispiel hatte bei einem Einzelkämpferlehrgang auch einen Niederländer,

der sich mit mir vier Wochen durch die deutschen Mittelgebirge gequält hat und das schweißt

zusammen. Das kann ich garantieren.

B: Genau.

F2: Vielen Dank Berent für deine Zeit gerade und für das Gespräch. Was steht bei dir

als nächstes an?

B: Wir haben heute eine Besprechung für eine

Übung am Ende des Jahres Iron Wolf in Litauen wo wir mit unseren ABC-Abwehrkräften zusammen

mit deutschen ABC- Abwehrkräften diese Übung mitmachen. Das passt zum Thema, das ist eigentlich

ganz schön. Das ist eigentlich das, was wir gleich machen. Eine Besprechung über das,

was wir da machen können, mit wie vielen Leuten wir dahin gehen und auch wie wir zum

Beispiel in unseren Funksystemen, wie wir damit kompatibel werden

um mit euch da überhaupt funken zu können.

F2: Vielen Dank Berent.

B: Danke Matthias, tschüss.

F2. Von der Truppenebende der deutsch-niederländischen

Zusammenarbeit übergebe ich an die ministerielle Ebene. Barbara wie schaut es bei dir aus?

F1: Danke Matthias. Ich habe jetzt Dr. Benedikta von Seherr-Thoß am Telefon. Sie leitet das

Referat, das im Verteidigungsministerium für die Ratspräsidentschaft zuständig ist.

Und sie erklärt, was die Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft politisch für uns bedeutet.

Guten Tag Frau Dr. von Seherr-Thoß.

C: Hallo, ich grüße sie.

F1: Ich grüße sie auch. Ich bin froh, dass sie Zeit haben für uns heute.

Können sie mir denn bitte mal erzählen,

welche Chancen sind denn für Deutschland und auch für das

Verteidigungsministerium mit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft verbunden?

C: Ja sehr gerne. Die Ratspräsidentschaft ist natürlich für jedes Land, das sie inne

hat, eine riesige Chance sich gestaltend einzubringen und wichtige Politikbereiche voranzubringen,

die EU insgesamt voran zu bringen und das ist genau das, was wir auch tun wollen. Die

Erwartung in Deutschland war natürlich schon vor der COVID-Krise riesig groß. Das liegt

zum einem daran, dass Deutschland natürlich ein Land ist – stärkste Wirtschaftskraft

in Europa mit viel politischem Gewicht – gleichzeitig sind wir auch der erste große Mitgliedsstaat

seit 2014 der die Ratspräsidentschaft innehatte und insofern gibt es in uns viele Hoffnung,

dass wir bestimmte Themen vorantreiben und mit der COVID-Krise ist, sind die Erwartungen

natürlich noch viel größer geworden. COVID hat, und das wissen wir ja alle, nicht nur

unser Leben sondern auch die Ratspräsidentschaft auf den Kopf gestellt und eine völlig neue

Ausgangslage geschaffen und ja ich glaube insgesamt geht es natürlich für uns darum,

dass wir uns erstmal der Krisenbewältigung widmen. Da geht es viel um den Bereich Gesundheit

aber es geht auch um die Frage wie können wir Europa aus der Krise heraus führen. Alle

haben sicherlich das Stichwort Wiederaufbau-Fond gehört. Das ist natürlich der wirtschaftliche

Bereich. Aber insgesamt wird es darum gehen, dass wir Europa zurück in eine gute Post-COVID-Zukunft

führen und das ist auch das, was das Verteidigungsministerium

und unsere Ministerin sich vorgenommen hat.

F1: Und welche Ziele hat die Verteidigungsministerin jetzt im Bereich Sicherheit und Verteidigung?

C: Also im Bereich Sicherheit und Verteidigung ist es ganz wichtig,

dass wir ein resilientes Europa haben.

Das heißt ein Europa, das widerstandsfähig ist, das reaktionsfähig ist und ein Europa,

das sich nach einer Krise auch schnell wieder erholen kann. Insgesamt wünschen wir uns

ein Europa, das als globaler Stabilitätsanker fungiert.

So müssen wir uns entsprechend aufstellen.

F1: Können sie mir ein oder zwei konkrete Vorhaben nennen?

C: Ja gerne. Also widerstandsfähig und reaktionsfähig

ist man natürlich nur, wenn man genau weiß, wie man dann auf die bestimmten Gefahren und

Herausforderungen reagieren muss und so ist eins unserer Vorhaben der so genannte strategische


Podcast #31: Was die EU-Ratspräsidentschaft für die Bundeswehr bedeute... (1) Podcast #31: What the EU Presidency means for the Bundeswehr... (1)

Delta to all, Radiocheck, over.

Hier ist Bravo, kommen.

This is Tango, over.

Funkkreis, Podcast der Bundeswehr.

A: Es gibt Kameraden, die reden deutsch, es gibt deutsche Kameraden die reden halt französisch,

aber mit Händen und Füßen klappt das in allen Dienstgradebenen.

B: Zum Beispiel in Holland, Unterschiede im Dienstgrad, sind schon wichtig, aber wir sind

ein bisschen lockerer, in Frankreich sind die nicht locker.

C. Uns ist es wichtig das wir alle mitnehmen und einen Weg definieren den alle

EU-Mitgliedstaaten mitgehen wollen.

F1: Am 1. Juli hat Deutschland die EU-Ratsmitgliedschaft

übernommen, das ist das erste Mal seit 13 Jahren.

Die EU Staaten wechseln sich nämlich

alle halbe Jahre ab. Weil das also etwas besonderes ist, haben wir heute auch einen besonderen

Podcast, nämlich mit gleich drei Gesprächspartnern.

Sie berichten über ganz unterschiedliche

Seiten dieses Themas.

Meine Kollegin Jasmin Brünnecke spricht mit einem Spieß

vom deutsch-französischen Versorgungsbataillon.

Ich selbst, Barbara Gantenbein, spreche mit der Referatsleiterin,

die im Verteidigungsministerium für die Ratspräsidentschaft zuständig ist.

Und mein Kollege Hauptmann Lehna

hat einen niederländischen Kompanie-Einsatzoffizier am Telefon. Der dient in einer deutsch-niederländischen

Einheit und berichtet, was das im Alltag bedeutet.

Matthias ich bin ganz gespannt wie dein Gesprächspartner

diese europäische Zusammenarbeit erlebt.

F2: Vielen Dank Barbara. Ich hab Berent Becker

in der Leitung. Er ist Soldat in einer Pionierkompanie.

B: Guten Morgen Matthias.

F2: Ja hallo Berent. Schön das du gerade Zeit hast. Sag mal, von wo telefonierst du

eigentlich jetzt gerade?

B: Ich telefoniere jetzt gerade von Wezep aus.

Wezep ist ein kleines Dorf, ungefähr 50 Kilometer entfernt von der deutschen-niederländischen

Grenze und 80 km entfernt von Utrecht in Holland.

F2: Für alle Zuhörerinnen und Zuhörer,

wie man vielleicht auch am Akzent hören kann und jetzt auch nach der Ortsbeschreibung,

ist Berent Niederländer, genauer gesagt ein niederländischer Soldat der 43. mechanisierten

Brigade, die Teil der 1. Panzerdivision ist. Das ist eine Besonderheit, die interessant

ist Berent. Kannst du ein bisschen mehr dazu erzählen?

B: Ja genau, wir sind mit unserer ziemlich neuen Kompanie „MREC“ Multirole Engineer

Company, unserer Einheit hat so Pionier Aufklärungstruppen,

Advanced Search Truppen, das sind so Leute

die ganz gut Sachen durchsuchen können auch bei Nacht, Search Operations machen können.

Wir haben auch ABC-Abwehrtruppen in unserer Kompanie, da bin ich mit meiner Kompanie Teil

des Panzerpionierbataillons. Unser Bataillon ist dann wieder Teil der 43. mechanisierten

Brigade und unsere Brigade dann wieder Teil der 1. Panzerdivision.

F2: Die wiederum Teil des deutsch-niederländischen Korps ist. Hier haben wir ein Beispiel dafür,

dass die Niederländer die ihre Panzereinheiten die sie haben, ihre einzigen Panzereinheiten

komplett in eine deutsche Division vereinen. Das Rahmennationenkonzept dazu sieht nämlich

vor, dass Fähigkeiten die einzelne Armeen von kleineren Staaten nicht haben, kombiniert

mit anderen Staaten zusammengeführt werden und sich ergänzen. Und das heißt aber auch

Berent für dich das du mit Deutschen zusammen übst?

B: Genau das stimmt, ja. Wir haben zum Beispiel letztes Jahr Truppenübungsplatz Klietz haben

wir zusammen geübt mit Panzerbataillon 414, das ist auch ein deutsch-niederländischer

Panzerbataillon weil wir in Holland, in Niederlande, eigentlich keine eigenen Panzer haben. Seit

einigen Jahren. Das hat was mit Geld zu tun damals und weil natürlich Panzer, ganz wichtig

sind im Gefecht haben wir doch wieder die Zusammenarbeit gesucht mit euch, mit Deutschland.

Deswegen gibt es dann zum Beispiel Panzerbatallion 414 und wir haben dann auch in Klietz als

Panzerpionier zusammengearbeitet bei der Verteidigung das war da das Thema genau.

F2: Diese Zusammenarbeit gibt es nicht nur beim Heer, die ist auch bei der Marine sehr

stark also jetzt in Bezug auf euch Niederländer und auch bei der Luftwaffe. Auch da gibt es

verschiedene Kooperationen und Zusammenarbeiten die über ein loses Bündnis hinausgehen.

Kannst du mir nochmal erzählen wie das eigentlich ist, diese Integration in der 1. Panzerdivision.

Du wirst auch auf Lehrgänge geschickt, auf deutsche Lehrgänge, da habe ich dich ja unter

anderem kennengelernt beim Taktiklehrgang 1 im letzten Jahr Dezember in Dresden und

das ist für dich auch normal. Du bist öfter bei Lehrgängen in Deutschland. Kannst du

dazu etwas sagen?

B: Ja genau mit dir waren gute zwei Wochen übrigens.

Wir waren in Dresden, ich hab da viel gelernt. Das ist, glaube ich, auch ganz wichtig in

dieser internationalen Zusammenarbeit, dass wir auch zusammen Lehrgänge machen, besser

verstehen wie wir denken, wie wir operieren, was für euch wichtig ist, was für uns wichtig

ist, dass wir einander besser verstehen, um dann besser üben zu können und letztendlich

natürlich auch im Einsatz besser zu wissen wie man am besten zusammenarbeiten kann. Ich

war dann damals in Dresden, aber es gibt verschiedene Kurse die wir von Holland aus, die Niederländer

zusammen mit euch machen und auch das deutsche Soldaten nach Holland kommen, in die Niederlande,

zum Beispiel ABC-Abwehr in meiner Kompanie im Moment. Wir machen oft mit euch mit, weil

das eigentlich einfacher ist. Ihr habt eigentlich auch viel Erfahrung und wenn wir das dann

zusammenbringen, dann werden wir alle besser und besser und wissen, wie wir besser

zusammenarbeiten können, genau.

F2: Genau, ja du sprichst da einen interessanten

Punkt an es geht dabei nicht nur darum um zusammenführen von Kräften und Mitteln,

sondern es geht ja auch um das Zusammenführen und Zusammenwachsen verschiedener Mentalitäten.

Jetzt muss ich aber gestehen, es ist bei dir recht einfach gewesen. Auch in den zwei Wochen

Lehrgang in Dresden war das schon sehr einfach mit dir weil wir keine Sprachbarriere hatten,

man hört ja du kannst ja sehr gut Deutsch sprechen das hat ja enorm geholfen auch im

zwischenmenschlichen Zusammenarbeiten. Hast du da auch andere Erfahrungen mal gemacht,

auch mit anderen Partnern das heißt jetzt nicht Deutschland, sondern auch mit, weiß

nicht, mit Belgien oder sonst wie. Wie empfindest du das Arbeiten auf multinationaler Ebene?

B: Im Grunde genommen ist es natürlich sehr gut, dass wir hier zusammen arbeiten, aber

man sieht schon, höhere Offiziere die können meistens ziemlich gut Englisch oder Fremdsprache.

Aber auf taktischer Ebene, wo es eigentlich drauf ankommt, dann sieht man natürlich doch

oft, das haben wir zum Beispiel in Mali oft gesehen, da haben wir oft viel zusammengearbeitet

mit den Franzosen, das ist natürlich schwierig. Ich kann nicht so gut französisch, die meisten

meiner Einheit auch nicht und die Franzosen können auch oft nicht so gut Englisch. Dann

merkt man schon schnell das Kommunikation schwierig wird. Aber auf Gruppenebene oder

Zugebene, Kompanie auch Bataillon glaube ich, dann funktioniert das schon einigermaßen.

Brigade wahrscheinlich auch, aber so Soldaten da ist es natürlich schwierig das die dann

auch zusammen arbeiten.

F2: Das ist eine wichtige Sache die du ansprichst

soweit ich das große und ganze Konzept verstanden habe ist ja auch nicht die Absicht, dass man

bis in die Gruppenebene hinein eine multinationale Vermischung haben möchte und dass es dann

im taktischen Klein-Klein da zu Problemen kommt, sondern wir bleiben ja auch auf der

Ebene Verbände, Brigade jetzt in dem Fall bei dir aufwärts und davon gibt es ja sehr

viele Beispiele. Es gibt ja auch im multinationalen Korps Nord-Ost in Stettin die Integration

der 41. Panzergrenadierbrigade mit der 10. Panzerbrigade polnisch und da gibt es ja viele

Beispiele. Ich zum Beispiel habe auf einer multinationalen simulierten Divisionsgefechtsübung

in Grafenwöhr letztes Jahr mit Tschechen zusammengearbeitet, die dann auf der Divisionsstabsebene

auch ihre Verbindungsoffiziere abgestellt haben und da muss ich schon gestehen, das

klappte erstaunlich gut. Es ist auf jeden Fall erfreulich, wie bei dir jetzt einen Fall

zu haben, dass man eine sehr schnelle Verständigung hat, weil die Sprachbarriere weg ist.

B: Nicht nur Sprache, nicht nur military position making process was natürlich in Holland schon

ein bisschen anders ist zum Beispiel, sogar in Holland Unterschiede Dienstgrad sind schon

wichtig, aber wir sind da vielleicht ein bisschen lockerer. In Frankreich sind die nicht locker,

in Amerika sind die auch nicht so locker. Ich hab schon erlebt in Afghanistan sehen

die, wie ich dann mit einem Soldaten einfach ein bisschen quatsche und rede und die gucken

mich dann an und denken „Was macht dieser Offizier, was macht der überhaupt?“ Das

ist nicht normal für die Amerikaner und auch dort sieht man Unterschiede, kulturelle Unterschiede,

wie man dann so zusammenarbeitet.

F2: Das stimmt, ja das ist ein wichtiger Punkt.

Deswegen wird ja auch die Zusammenarbeit vertieft, indem man unter anderem die Offiziere mindestens

gegenseitig in die Länder schickt zu den Lehrgängen wie es bei dir ja auch der Fall

war und so wie es die Bundeswehr ja auch macht. Und diese binationalen Programme gibt es ja

zu Hauf. Ich zum Beispiel hatte bei einem Einzelkämpferlehrgang auch einen Niederländer,

der sich mit mir vier Wochen durch die deutschen Mittelgebirge gequält hat und das schweißt

zusammen. Das kann ich garantieren.

B: Genau.

F2: Vielen Dank Berent für deine Zeit gerade und für das Gespräch. Was steht bei dir

als nächstes an?

B: Wir haben heute eine Besprechung für eine

Übung am Ende des Jahres Iron Wolf in Litauen wo wir mit unseren ABC-Abwehrkräften zusammen

mit deutschen ABC- Abwehrkräften diese Übung mitmachen. Das passt zum Thema, das ist eigentlich

ganz schön. Das ist eigentlich das, was wir gleich machen. Eine Besprechung über das,

was wir da machen können, mit wie vielen Leuten wir dahin gehen und auch wie wir zum

Beispiel in unseren Funksystemen, wie wir damit kompatibel werden

um mit euch da überhaupt funken zu können.

F2: Vielen Dank Berent.

B: Danke Matthias, tschüss.

F2. Von der Truppenebende der deutsch-niederländischen

Zusammenarbeit übergebe ich an die ministerielle Ebene. Barbara wie schaut es bei dir aus?

F1: Danke Matthias. Ich habe jetzt Dr. Benedikta von Seherr-Thoß am Telefon. Sie leitet das

Referat, das im Verteidigungsministerium für die Ratspräsidentschaft zuständig ist.

Und sie erklärt, was die Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft politisch für uns bedeutet.

Guten Tag Frau Dr. von Seherr-Thoß.

C: Hallo, ich grüße sie.

F1: Ich grüße sie auch. Ich bin froh, dass sie Zeit haben für uns heute.

Können sie mir denn bitte mal erzählen,

welche Chancen sind denn für Deutschland und auch für das

Verteidigungsministerium mit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft verbunden?

C: Ja sehr gerne. Die Ratspräsidentschaft ist natürlich für jedes Land, das sie inne

hat, eine riesige Chance sich gestaltend einzubringen und wichtige Politikbereiche voranzubringen,

die EU insgesamt voran zu bringen und das ist genau das, was wir auch tun wollen. Die

Erwartung in Deutschland war natürlich schon vor der COVID-Krise riesig groß. Das liegt

zum einem daran, dass Deutschland natürlich ein Land ist – stärkste Wirtschaftskraft

in Europa mit viel politischem Gewicht – gleichzeitig sind wir auch der erste große Mitgliedsstaat

seit 2014 der die Ratspräsidentschaft innehatte und insofern gibt es in uns viele Hoffnung,

dass wir bestimmte Themen vorantreiben und mit der COVID-Krise ist, sind die Erwartungen

natürlich noch viel größer geworden. COVID hat, und das wissen wir ja alle, nicht nur

unser Leben sondern auch die Ratspräsidentschaft auf den Kopf gestellt und eine völlig neue

Ausgangslage geschaffen und ja ich glaube insgesamt geht es natürlich für uns darum,

dass wir uns erstmal der Krisenbewältigung widmen. Da geht es viel um den Bereich Gesundheit

aber es geht auch um die Frage wie können wir Europa aus der Krise heraus führen. Alle

haben sicherlich das Stichwort Wiederaufbau-Fond gehört. Das ist natürlich der wirtschaftliche

Bereich. Aber insgesamt wird es darum gehen, dass wir Europa zurück in eine gute Post-COVID-Zukunft

führen und das ist auch das, was das Verteidigungsministerium

und unsere Ministerin sich vorgenommen hat.

F1: Und welche Ziele hat die Verteidigungsministerin jetzt im Bereich Sicherheit und Verteidigung?

C: Also im Bereich Sicherheit und Verteidigung ist es ganz wichtig,

dass wir ein resilientes Europa haben.

Das heißt ein Europa, das widerstandsfähig ist, das reaktionsfähig ist und ein Europa,

das sich nach einer Krise auch schnell wieder erholen kann. Insgesamt wünschen wir uns

ein Europa, das als globaler Stabilitätsanker fungiert.

So müssen wir uns entsprechend aufstellen.

F1: Können sie mir ein oder zwei konkrete Vorhaben nennen?

C: Ja gerne. Also widerstandsfähig und reaktionsfähig

ist man natürlich nur, wenn man genau weiß, wie man dann auf die bestimmten Gefahren und

Herausforderungen reagieren muss und so ist eins unserer Vorhaben der so genannte strategische