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Denkpause Deutsch, Denkpause Sommer-Bonus-Folge: Die Komfor… – Zu lesender Text

Denkpause Deutsch, Denkpause Sommer-Bonus-Folge: Die Komfortzone

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Denkpause Sommer-Bonus-Folge: Die Komfortzone

Teaser & Intro

Warst du schon mal in der Situation, dass du vielleicht im Supermarkt einem deutschen Muttersprachler begegnet bist und du hast dir gedacht: "Jetzt ist der Zeitpunkt, Deutsch zu sprechen, mit einem Muttersprachler zu üben. Jetzt ist der Zeitpunkt, dieses Wort zu benutzen, was ich gestern erst gelernt habe. Es passt perfekt in diesem Kontext"? Und entweder du denkst: "Ah, nee, ich spreche ihn lieber nicht an.

Vielleicht ist er genervt, vielleicht will der mit mir nicht sprechen. Vielleicht vergesse ich das Wort, vielleicht passt das nicht in den Kontext", und du machst nichts, du sprichst ihn nicht an. Und vielleicht ärgerst du dich auf dem Weg nach Hause: "Verdammt, wieso habe ich es wieder nicht versucht?" Das ist Nummer eins.

Nummer zwei, was passieren kann: Vielleicht sprichst du den Muttersprachler an, du benutzt dieses Wort und der Muttersprachler ist so: "Hä? Entschuldigung?" Vielleicht hat das Wort doch nicht so gepasst, wie du dir gedacht hast. Du hast zwar die Interaktion geschafft, du hast dich überwunden, aber statt dich darüber zu freuen, denkst du die ganze Zeit: "Ah, verdammt, dieses Wort war falsch, ich habe mich total blamiert, warum mache ich sowas?"

Natürlich gibt es noch eine weitere Möglichkeit: es kann alles gut gehen. Aber ich möchte mich auf die schwierigeren Sachen fokussieren - was passiert und wie wir uns danach fühlen. Herzlich willkommen bei Denkpause, deinem Podcast für Deutschlerner auf mittlerem Level. Hier findest du fast jede Woche einen Beitrag zu einer Bandbreite an nützlichen Alltagsthemen.

Und ganz wichtig: Ich spreche für dich immer natürlich, ungeskriptet und benutze Umgangssprache, wie man sie auch im Gespräch mit Freunden benutzen würde. Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß.

Was ist die Komfortzone?

Hallo liebe Leute und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Denkpause. Und wie ihr aus dem Intro vielleicht schon gehört habt: Heute geht es um die unangenehmen Gefühle, die wir bekommen, wenn wir etwas machen, was wir noch nicht so gut können. Und es geht darum, aus unserer Komfortzone herauszutreten. Also die Komfortzone, das sind alle die Sachen, die wir schon gut können, in denen wir uns sicher fühlen, wo wir denken: ah ja, das kann ich ganz gut, das ist kein Problem für mich.

Und wenn wir nur diese Sachen machen, dann sind wir immer in unserer Komfortzone. Das sind die Dinge, von denen wir eben das Gefühl haben, wir können damit umgehen. Und selbst wenn etwas nicht so gut läuft, denken wir: na ja, okay, heute hat es eben nicht geklappt, nächstes Mal klappt es bestimmt wieder. Wenn wir jetzt aber Sachen machen, die wir noch nicht so gut können, wie eben in dem Intro beschrieben - eine neue Situation, ein Wort, von dem du dir noch nicht so ganz sicher bist, ob es jetzt passt in diese Situation; mit einem Muttersprachler sprechen, was vielleicht nicht so angenehm für dich ist - das sind alles Dinge, die außerhalb von deiner Komfortzone liegen.

Werbung Sprachprogramm

Hallo, ich hoffe, du sitzt gerade irgendwo entspannt mit einem Kaffee, Tee oder Proteinshake und hörst dir die heutige Folge an. Es stimmt, dass Hören und Verstehen deine Basis sind, um dein Deutsch zu verbessern. Wenn du jetzt aber denkst: "Annie, ich verstehe dich ganz gut, aber ich könnte niemals selber über solche Themen sprechen", dann kann ich dir erst mal sagen: Es ist ganz normal, dass dein Verstehen besser ist als dein Sprechen, also keine Sorge. Aber du kannst an deinem Deutsch-Sprechen arbeiten und es verbessern, und ich kann dir dabei helfen.

Ich biete dir ein Sprachprogramm an, bei dem du jeweils einen Monat lang immer zweimal pro Woche mit Themen aus dem Podcast üben kannst. Und ich gebe dir Feedback über das, was du für mich aufnimmst. Ich verspreche dir, dass wenn du aktiv mitmachst und mir jede Woche zwei Aufnahmen schickst, nach einem Monat schon große Unterschiede merken wirst. Interesse?

Dann klicke auf den ersten Link unter der Folge in der Beschreibung. Jetzt weiterhin viel Spaß und vergiss nicht, bis zum Ende dranzubleiben, um meine Schlüsselwörter aus dem Podcast zu hören.

Es kann sehr unangenehm sein,aus der Komfortzone herauszutreten

Und wenn du einmal außerhalb von deiner Komfortzone bist und etwas machst, kennst du vielleicht das Gefühl - du denkst dir hinterher: "Oh, ich bin so ein Idiot, ich mach sowas nie wieder. Die Leute denken, ich bin total blöd, ich kann kein Deutsch sprechen. Ich habe dieses Wort falsch verwendet. Das ist so peinlich, ich versuche das nie wieder".

Und wenn du das so empfindest, dann möchte ich dir jetzt sagen: Es ist ganz normal. Es, es... Du bist auf jeden Fall nicht alleine. Um dich vielleicht ein bisschen aufzumuntern - also damit es dir besser geht - erzähle ich dir mal eine Situation von mir, wo ich letztens aus meiner Komfortzone herausgetreten bin. Ich habe mich für einen Tanzworkshop angemeldet, und es stand in der Beschreibung nicht, ob das für Anfänger ist oder für Fortgeschrittene.

Sie meinten einfach: okay, es ist ein Tanzworkshop und die Leute können kommen und wir üben die Choreografie von einem Punjabi-Lied. Also die Choreografie ist die Abfolge von Schritten, die man macht. Also man hört dieses Lied, und - wie tanze ich jetzt Schritt für Schritt? Mache ich so, mache ich so?

Was passiert, Schritt für Schritt - das ist die Choreografie zu diesem Lied, für diesen Tanz.

Meine Geschichte: Wieso sind alle anderen viel besser?

Und ich bin hingekommen, ich habe mich gefreut und dann haben wir angefangen zu tanzen, und ich habe nicht so richtig verstanden - Moment, okay, so und so, aber was mache ich jetzt mit meinen Beinen? Und ich habe es nicht verstanden, ich habe erst gedacht: "Okay, vielleicht dauert es eine Weile, vielleicht wiederhole ich die Sachen fünfmal und dann bin ich auf einmal sicherer", aber ich bin nicht wirklich sicherer geworden. Und ich habe mich umgeschaut und alle Leute um mich herum waren super gut, und die hatten gar keine Probleme mit dieser Choreografie. Und die sahen total professionell aus, also die haben richtig schön, ja - sich bewegt, richtig im Flow waren die, und ich war da und habe mich so blöd gefühlt.

Ich habe gedacht, vielleicht ist mit meinem Gehirn irgendwas nicht in Ordnung... Wieso kann ich mir die Sachen nicht merken, warum verstehe ich nicht, was ich wann machen muss? Und ihr könnt mir glauben, ich habe mich nach dieser Stunde - dieser Workshop ging zwei Stunden lang - ich habe mich so blöd gefühlt, ich habe gedacht: Ich tanze nie wieder, ich will sowas nie wieder machen. Und ja, das ist dieses Gefühl, was wir haben, wenn wir außerhalb von unserer Komfortzone sind. Und ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich danach dann wieder beruhigt hatte und ich habe gedacht: Nein, ich mag tanzen und ich werde weiter tanzen.

Vielleicht übe ich lieber zu Hause eine Weile oder vielleicht warte ich zwei Wochen, bis ich noch so einen Workshop versuche. Vielleicht rede ich mit anderen Leuten und finde heraus, warum ich so Probleme mit diesem Workshop hatte, aber ich möchte auf jeden Fall weiter tanzen, ich möchte das Tanzen nicht aufgeben und ich möchte besser werden.

Was ist, wenn du trotzdem weitermachst?

Das war jetzt meine Geschichte und das Gefühl, was wir bekommen, wenn wir außerhalb von unserer Komfortzone sind und etwas nicht funktioniert. Das ist ja relativ ähnlich, also das ist für mich ähnlich wie auch für dich, wenn du vielleicht diese Situation hast wie im Supermarkt, wie ich am Anfang besprochen habe. Der Unterschied liegt darin, wie du darauf reagierst. Also wenn du sagst: Okay, ich mache das nie wieder, ich höre auf, Deutsch zu lernen; oder: Ich spreche nie wieder mit einem Muttersprachler... Das ist eine Reaktion, die ich verstehen kann.

Ich kann das nachvollziehen, aber im Endeffekt ist es für dich nichts Gutes. Also ich verstehe die Reaktion, aber es wäre besser, wenn du sagen würdest: "Okay, es war jetzt schwierig, ich habe etwas Neues versucht, es hat nicht so gut geklappt, aber das heißt nicht, dass ich es nie können werde. Das heißt nicht, dass ich blöd bin, das heißt nicht, dass ich ein Idiot bin. Ich versuche es einfach nochmal, wenn ich mich wieder ein bisschen besser fühle vielleicht".

Das ist der Unterschied. Wenn du weitermachst, dann kannst du dich verbessern, Schritt für Schritt. Wenn du aber nicht weitermachst, dann ist das das Ende von deiner Reise. Dann gehst du zurück in deine Komfortzone, aber du wirst dir langfristig damit nichts Gutes tun.

Also es ist besser, dich wieder und wieder diesen unangenehmen Situationen auszusetzen als aufzuhören.

Hast du es in der Vergangenheit schon mal geschafft?

Überleg mal: Vielleicht gibt es im Moment eine Fähigkeit, die du relativ gut kannst. Vielleicht hast du zum Beispiel Englisch gelernt, wenn Englisch nicht deine Muttersprache ist... Und überleg mal, wie gut du jetzt in einer Situation bist, wo du Englisch sprechen musst. Vielleicht ist es für dich jetzt sehr, sehr leicht. Überleg mal, wie es für dich ganz am Anfang war, als du zum ersten Mal mit einem englischen Muttersprachler geredet hast.

Vielleicht war es damals sehr, sehr unangenehm. Vielleicht hast du auch gedacht: Oh, ich bin so doof, ich kann das nicht. Und schau mal, wie du jetzt das kannst. Und du bist ja immer noch die gleiche Person, du hast nur eben deine Fähigkeiten verbessert.

Vielleicht trifft das Englische auf dich nicht zu, vielleicht hast du eine andere Sache, vor der du vorher Angst hattest und in der du jetzt relativ gut bist. Überlege: Wie fühlst du dich jetzt und wie hast du dich beim ersten Mal gefühlt, als du das geübt hast? Und so kannst du dich auch in der Situation im Supermarkt weiterentwickeln. Wenn du es wieder und wieder probierst, wirst du besser und besser, und irgendwann ist es für dich überhaupt kein Problem mehr.

Das negative Gefühl ist ein guter Hinweis für dich

Ich kann dir sogar sagen, dass dieses unangenehme Gefühl, das du hast, wenn du eben aus deiner Komfortzone heraustrittst... dass du... dass das ein gutes Gefühl ist, weil du nämlich an diesem Gefühl merkst, dass etwas noch nicht so gut funktioniert. Also du merkst: Oh es ist unangenehm. Und wenn es unangenehm ist, weißt du: Hier kann ich etwas lernen. Ich bin jetzt außerhalb von meiner Komfortzone.

Das ist gut. Ich weiß jetzt: wenn ich das wieder und wieder mache, dann werde ich mich auf jeden Fall verbessern. Das heißt, du kannst dieses unangenehme Gefühl als eine Art Hinweis verstehen, als eine Art Marker: Hey ich bin außerhalb von meiner Komfortzone und hier liegt das Potenzial. Denn wenn du dich wohlfühlst, dann siehst du ja, es ist nichts, was wirklich neu für dich ist.

Nur wenn du dich nicht wohlfühlst, dann ist es etwas, wo du noch etwas lernen kannst. Denke also nicht so sehr an dieses unangenehme Gefühl, sondern denke immer daran: Okay, ich kann etwas lernen, ich kann mich verbessern. Fokussiere dich darauf. Und wenn du dich darauf fokussierst, dann ist dieses unangenehme Gefühl vielleicht gar nicht so schlimm für dich.

Nicht jedes negative Gefühl heißt, dass du weitermachen sollst

Ein wichtiger Hinweis noch. Ich sage natürlich nicht, dass jede unangenehme Situation heißt, dass du weitermachen sollst. Wenn etwas wirklich sehr, sehr, sehr unangenehm für dich ist, also... Wenn dich vielleicht jemand anschreit, wenn dich jemand bedroht, wenn du in Gefahr bist, das ist zwar auch außerhalb von deiner Komfortzone; aber in diesem Fall solltest du auf dein Bauchgefühl hören. Also ist es unangenehm aber okay, dann ist es eine Situation, aus der du lernen kannst.

Ist es einfach nur unangenehm und du hast Angst und du fühlst dich bedroht, dann solltest du lieber weggehen. Also nicht jede schlechte Situation ist eine Situation, aus der du lernen kannst. Das wollte ich nur noch einmal dazusagen. Ich denke, ihr kennt wahrscheinlich intuitiv den Unterschied zwischen der gefährlichen Situation und der Situation außerhalb deiner Komfortzone.

Abschlusswort: Du bist super, wenn du es probierst!

Bevor ich dieses Video beende, wollte ich noch einmal sagen: Wenn du etwas Neues probierst, was außerhalb deiner Komfortzone liegt, dann kannst du auf jeden Fall stolz auf dich sein. Ich bin immer super froh, wenn ich jemanden sehe, der solche Sachen macht. Ich denke, es ist wirklich etwas Besonderes, wenn wir gegen unsere Sorgen anarbeiten und einfach sagen: "Okay, das war unangenehm, aber das ist kein Problem, ich mache einfach weiter". Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, sagen wir auf Deutsch.

Das heißt, jemand, der sehr gut in etwas ist, jemand, der ein Meister ist, der fällt nicht einfach vom Himmel. Also der hat jahrelang an dieser Fähigkeit gearbeitet, der ist nicht einfach so geboren und konnte das schon von Geburt ab. Nein, ein Meister ist jemand, der viel gearbeitet hat, und der viele unangenehme Situationen ausgehalten hat. Genau, und das möchte ich dir heute auch mitgeben und ich hoffe, das motiviert dich, außerhalb von deiner Komfortzone zu sein, und vielleicht etwas Neues zu lernen.

Und wenn wir etwas Neues lernen, sind wir alle ein bisschen unbeholfen vielleicht, nicht so perfekt. Genau, und mit diesen Gedanken möchte ich euch jetzt entlassen aus dieser Folge und wir sehen uns nächstes Mal wieder. Bis dahin, habt einen schönen Tag und tschüss!

Schlüsselwörter

Schlüsselwörter für diese Folge sind: "außerhalb der Komfortzone", "jemanden aufmuntern", "letztens", "ihr könnt mir glauben" und "sich etwas aussetzen". Möchtest du für die Wörter Beispielsätze, Übersetzungen und Erklärungen, dann komm zu Patreon unter www.patreon.com/Denkpausenraum

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