Wie kann ich in einer Fremdsprache denken? Meine Tipps und Erfahrungen
Servus, Hallo! Heute sitze ich hier draußen. Das Wetter ist sehr schön, die Sonne scheint
mir ins Gesicht und ich probiere heute hier draußen ein kleines Video für euch
zu drehen. Und zwar, das Thema für heute ist "Wie kann ich besser in der
Fremdsprache denken?". Natürlich ganz großes Thema. Wie komme ich da hin, dass
ich die Fremdsprache im Kopf habe, dass ich wirklich auch Gedanken formulieren
kann, dass ich das Gefühl habe, dass ich die Sprache wirklich selbstständig
steuern kann. Wie komme ich dahin? Na gut, also zuerst
einmal, zu dieser Frage müssen wir ein paar Dinge uns anschauen. Und zwar,
Muttersprache und Fremdsprache. Die Fremdsprache ist eine andere Sprache, die
wir erst internalisieren müssen, das ist eine Sprache, die wir erst hinein
bekommen müssen. Das heißt, wir können nicht erwarten, dass wir von Anfang an
oder sehr schnell irgendwie komplexe Dinge uns denken
können, in der Sprache, oder lange Sätze denken können. Und das heißt, das müssen
wir erst mal akzeptieren, dass das nicht so schnell geht.
Aber wo kann man denn da anfangen? So, das ist mal der erste Punkt. Wo kann man
irgendwie anfangen? Denk es dir einfach ganz logisch. Also, das ist auch meine Erfahrung
die ich hier ein bisschen mitteilen möchte, wie ich das versucht habe für
mich zu lösen. Und zwar mit einfachen kurzen Sätzen. Es müssen nicht nur
Sätze sein, Wörter. Einfach beginnen mit Wörtern. Und mit welchen Wörtern
kannst du da beginnen? Wieder: da kann man ganz, ganz logisch
sich das durchüberlegen. Also, wir beginnen einfach mit Dingen, die in
unseren Alltag sind, beziehungsweise die uns am nächsten sind. Also, was ist meinem
Alltag am nächsten? Also, das heißt, welche Dinge sehe ich jeden Tag? Welche Dinge
sage ich vielleicht jeden Tag oder welche Dinge höre ich jeden Tag? Das
heißt also: welche Dinge, welche Objekte, welche Aktionen umgeben mich jeden
Tag? Das heißt, hier siehst du das immer, wieder hörst du das immer wieder
und das hat die Funktion, dass du das eigentlich immer wieder trainierst und
zwar automatisch jeden Tag. Das heißt, wir beginnen einfach bei ganz
banalen Alltagssachen. Das können Bitte, Danke, Hallo sein oder ganz, ganz
kurze Sätze, die mit "Ich" beginnen, zum Beispiel. Eine Methode, eine sehr
konkrete Methode ist, dass du dir anschaust, welche Aktionen du jeden Tag
machst. Das sind ganz, ganz banale alltägliche Dinge. z.B.: ich putze die Zähne.
Ich gehe ins Bett. Ich schneide das Brot, und so weiter und
so fort. Das sind erstens mal einfache Sätze und
das sind sehr kurze Sätze und dort sollten wir, oder dort ist es sehr
angenehm, sagen wir so, für mich zumindest ist es sehr angenehm zu beginnen.
Und auch hier ist die Grammatik normalerweise nicht so komplex. Du
kannst "Ich" beginnen und dann suchst einfach das Verb. Und im Deutschen haben
wir verschiedene Zeitformen. Da suchst du einfach das Verb für das, zum Beispiel,
Präsens. Was machst du jetzt gerade? So. Das heißt also, wir beginnen mal dort:
okay, was mache ich, welche Aktionen gibt es? Wie könnte man das jetzt noch
systematischer, das heißt also noch geregelter, noch geordneter machen?
Schau, denk es dir so: du kannst einen Zettel nehmen, ein großes Blatt Papier oder du
kannst das auf dem Computer machen. Und da kannst du dir einteilen,
was in welcher Situation machst. Z.B., denk dir die Umgebung "Küche". Küche. So, du kannst
dir mal denken, welche Dinge machst du in der Küche? Das heißt, du machst
vielleicht ..schneidest etwas, du kochst etwas. Also, suche dir
die wichtigsten Verben, die wichtigsten Verben
zum Thema Küche. Das kannst du dann durchgehen. Du kannst noch weiter gehen
und sagen, okay, ich suche mir jetzt die wichtigsten Verben zum Thema Badezimmer,
oder ich suche mir die wichtigsten Verben zum Thema Arbeiten ,also welche
Arbeit du auch immer machst, oder was du zum Beispiel lernst.
Das kannst du noch weitermachen, also z.B. zum Thema Hobbys. Was interessiert
dich oder was interessiert dich nicht? Und da kannst du einfach weitergehen. Das
heißt, mach eine Liste, und das wichtigste ist dann, nicht nur eine Liste zu machen,
wo die Wörter drinnen stehen, sondern dass du wirklich Sätze hast. Das Wichtigste
ist, natürlich außer jetzt, ...du kannst natürlich einzelne Wörter sagen, du kannst
sagen "Apfel", in der Küche, oder "Teller" oder "Gabel", das ist auch schon sehr gut. Du
kannst auch dort beginnen. Aber der nächste Schritt ist dann, dass du einfach
ganz, ganz kurze Sätze nimmst. Das heißt, Aktionen durchdenken und dann
- einfach - hast du Verben und in der Tabelle rechts davon oder daneben kannst
du einfach Sätze hinschreiben, okay? Wie bekommst du diese Sätze? Wie kommst du zu
diesen Sätzen? Na ja, also du kannst das entweder selber
formulieren wenn es ganz, ganz kurze Sätze sind.
Du kannst es auch einfach im Internet raussuchen. Das ist eine Methode, die
normalerweise sehr sicher ist, wo du irgendwie herausfinden kannst, welche
Sätze richtig sind, grammatikalisch, und welche nicht.
Es gibt auch Internetseiten, wo du übersetzen kannst., also, wo du sozusagen
die Sätze spiegeln kannst. Ich möchte jetzt für keine einzelne Webseite Werbung
machen, aber du kannst einfach durchgehen, du kannst im Internet schauen "Übersetzungs-
webseite" oder "translation webpage" oder "translation dictionary", "Übersetzungswörterbuch". Und
da findest du oft die Sprachen, also es gibt sicher auch
etwas für Deutsch-Chinesisch, normalerweise gibt es das ganz oft für
europäische Sprachen, ich benutze in dem Fall, ja, jetzt sagen
wir mal einfach Deutsch-Chinesisch. Und dann gehst du einfach durch. Du
hast das Verb und welche Sätze findest du dazu? Und dann hast du diese
Liste, und dann kannst du einfach durchgehen. Dann gehst du z.B.
in die Küche rein und dann sprichst du diese Sätze nach. Das heißt, du hast, und das am
besten vielleicht ausgedruckt, oder du hast es am Handy oder sonst irgendwie. Du siehst
den Satz und dann machst du die Aktion. Z.B., du schneidest das Brot und
dann sagst du einfach, was du gerade tust. Du sagst, du formulierst laut, was du
in diesem Moment gerade tust. So kann sich das Gehirn sehr realistisch daran
gewöhnen, einfach diese Sprache zu benutzen und diese Sprache wirklich im
Kopf sich bewegen zu lassen. D.h., der Punkt ist der, du hast wirklich
ganz, ganz konkret die Bewegung, weil nämlich der Körper sehr, sehr gut durch
Bewegung lernt. Vielleicht hast du das schon mal gehört oder vielleicht auch noch nicht,
aber es scheint so, dass das Gehirn sehr, sehr gut Dinge aufnehmen kann oder
lernen kann, während wir uns bewegen. D.h., zum Beispiel wenn wir spazieren
gehen und uns etwas durchdenken, dann hilft es sehr oft, während wir
spazieren gehen oder wenn wir z.B. Vokabel lernen oder einfach etwas etwas lernen
möchten, etwas aufnehmen möchten, dann ist das irgendwie effizienter. Und wenn wir uns
währenddessen, wenn wir uns im gleichen Moment bewegen,
also, manche Leute, manche Sprachenlerner, die sehr viel Erfahrung mit Sprachenlernen
haben, die machen das auch so, dass sie zum Beispiel durch den Park gehen,
dass sie sich etwas anhören und dass sie dann noch gleichzeitig etwas laut vorlesen.
Das hat einen doppelten Effekt. Dass sie dann zum Beispiel das Gleiche
hören, dass sie das Gleiche lesen und dass sie dann durch den Park gehen und
sozusagen laut herumgehen und das laut aussprechen.
Natürlich, ich würde das nicht so machen oder ich mache das nicht so. Ich weiß
nicht, vielleicht bin ich zu schüchtern oder normalerweise, ich glaube, die
meisten Leute, wahrscheinlich die ganz große Mehrheit der Leute, die würden das
irgendwie nicht sofort in der Öffentlichkeit machen. Aber wenn du
vielleicht einen Platz hast, wo du laut sein kannst, du dich auch bewegen kannst
oder wenn es dir einfach egal ist, dann ist es ein sehr sehr guter Lern-
effekt. Auch sehr gut zum Shadowing-, zum Nachsprechenüben, wenn
du, sagen wir mal, auf einen Sportplatz gehst. Du kannst viel im
Kreis gehen und du hörst die MP3, du hörst dieses Audio und du sprichst einfach
nach. Und wenn du dich bewegst, dann ist es einfach sehr, sehr angenehm. Das ist
so richtig aktivierend. Du kannst einfach gehen und gehen und du benutzt die Sprache.
Dieses ganze Konzept von "etwas hier mental lernen"
etwas internalisieren, etwas aufnehmen und dann dazu kombiniert die Bewegung.
Ich versuche auch oft die Bewegung im Sprachenlernen mit einfließen zu
lassen. Das heißt, noch mal zurück zu
unserem Thema: wie kann ich am besten, ... wie kann ich erreichen, dass ich mehr in der
Sprache denken kann? Gehe in verschiedene
Situationen hinein, das heißt z.B. Situation "Küche", Situation "mein
Zimmer", Situation "Badezimmer", Situation "auf der Straße". Nehmen wir das thema "auf
der Straße". Denk dir durch, was denn so ganz, ganz banale Sätze, die ich einfach dann
wirklich sagen kann, wo ich einfach dann
im Moment erklären, kann was ich gerade mache. "Ich gehe auf der Straße".
"Ich gehe auf der Straße." "Ich sehe ein Auto." "Hier ist ein Auto." "Hier ist
ein Baum." "Es ist warm" Versuche, .. da kommen wir dann einfach immer weiter. Versuche, die
Dinge, die dich umgeben, in der Fremdsprache zu beschreiben. Und wie
gesagt, eine gute Hilfe ist das Internet. Wenn du die Sätze finden möchtest, wenn
du Sätze überprüfen möchtest. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wie gesagt.
Das ist mal,.. das ist absolut zu schaffen. Das kann man schaffen. Es dauert einfach ein
bisschen. Du musst die Sätze zusammenbringen, du musst sie sammeln.
Es ist ganz normal, es ist ein Zeitaufwand, aber dieser Zeitaufwand
lohnt sich allemal. Dieser Zeitaufwand lohnt sich auf jeden Fall. Und denk es dir
auch so: wenn du im Internet das schon suchst und wenn du die Sätze dann
sortierst, allein durch das Sortieren, durch das Raussuchen hast du
schon einen Lerneffekt. Wirklich! Das ist meine Erfahrung. Das ist wirklich so.
Allein durch das Suchen, "Ah, wie sagt man zum Beispiel 我在街上走路 ?
Wie sagt man das auf Deutsch? Du kannst das auch, wenn du ein
bisschen Englisch kannst, oder wenn du Englisch kannst, kannst du das auch mit Englisch
kombinieren. Du kannst auch oft Dinge zuerst auf Chinesisch, dann auf Englisch suchen,
wie man das auf Deutsch sagt. Dann kannst du das abgleichen. Viele Möglichkeiten!
Na gut, das ist eigentlich das, was ich hier in diesem Video sagen
wollte. Also, noch mal. Wirklich ganz, ganz einfach runtergebrochen:
beginne mit alltäglichen Sachen. Sachen, die dich umgeben. Versuche, sie konkret zu
beschreiben. Versuche, sie während der Aktion zu beschreiben. Und Dinge, die du
ganz, ganz oft siehst und versuche sie einfach mit einer Bewegung zu kombinieren. Wenn du
dich bewegst und wenn du gleichzeitig die Sprache sprichst, dann hat es einen
doppelten Lerneffekt, weil der Körper viel besser das - irgendwie - aufnehmen kann,
lernen kann. Weil er nämlich eine Bewegung dazu hat und
auch irgendwie etwas dazu assoziieren kann. Also, wenn ich jetzt sage, "Ich
schneide das Brot.", und du schneidest wirklich das Brot, dann hast du es
wirklich drinnen. Dann hast du das wirklich drinnen,.Die Bewegung, die du
jetzt gerade machst, ist genau das, was du jetzt gerade aussprichst. Genau. So. Ein
kleines Video für heute. Kleiner Vlog. Hoffentlich war es schön. Vielen Dank für einen Like.
Bitte teilt es für die anderen, also für alle die -sozusagen - dieses Thema interessiert und
die auch Deutsch verstehen. Wunderbar! Einen wunderschönen Tag!
Ich genieße hier noch die Sonne und wir sehen uns im nächsten Video! Ciao!