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WISSEN SIE DAS SCHON?, Der Krieg Russlands mit Napoleon

Der Krieg Russlands mit Napoleon

In diesen Jahren feiern wir den zweihundertsten Jahrestag des Krieges Russlands mit Napoleon.

Warum sage ich „in diesen Jahren“ und nicht „in diesem Jahr“?- Der Krieg Russlands und anderer europäischer Länder mit Napoleon dauerte von 1812 bis 1815, dem Jahr der endgültigen Niederlage Napoleons bei Waterloo.

Jedoch der eigentliche Russlandfeldzug Napoleons fand 1812 statt: am 24 Juni bezwang Napoleon Neman (auf Deutsch: Ragnit) und drang in Russland ein.

Am 6. Dezember verließ Napoleon nach erbittertem Kampf an der Beresina die Armee und machte sich nach Paris auf, um neue Truppen auszuheben.

1813-1814 fand der sogenannte ausländische Feldzug der russischen Armee statt, mit der sich Preußen, Österreich und dann England vereinten und der 1814 mit der Einnahme von Paris und der Verbannung Napoleons auf die Insel Elba im Mittelmehr endete.

Doch 1815 flüchtete Napoleon von Elba, nahm Paris in Besitz und herrschte 100 Tage erneut über Frankreich. Erst nach der vernichtenden Schlacht bei Waterloo gegen die verbündeten Armeen unter dem Kommando Wellingtons erkannte er seine Niederlage ein und wurde auf die Insel St. Helena im Südatlantik geschickt.

Allerdings auch mit Russland ist nicht alles so einfach.

Stimmt, der Zug Napoleons gegen Russland begann im Juni 1812, aber der Zusammenstoß Napoleons mit den russischen Heeren begann viel früher, nämlich mit dem Feldzug Suworovs nach Norditalien und die Schweiz 1798 und der militärischen Unterstützung Österreichs und Preußens in ihrem Krieg mit Napoleon in den Jahren 1805 bis 1807.

Beginnen wir der Reihe nach:

Es ist interessant, dass 1788 Napoleon beinahe russischer Offizier geworden wäre.

Russland bereitete sich zu der Zeit auf den nächsten Krieg mit der Türkei vor, und die russischen Generäle suchten für den Dienst in der russischen Armee in ganz Europa Offiziere. Zu einem dieser Gespräche kam der junge Napoleon, der zu dieser Zeit den Rang eines Leutnants hatte. Die Russen schlugen ihm vor, in die russische Armee um einen Rang niedriger einzutreten, aber Napoleon willigte nicht ein. Schade, denn Russland hätte einen hervorragenden Feldherrn gewinnen können, und den Vaterländischen Krieg von 1812 hätte es nicht gegeben.

Im Jahr 1796 wurde Napoleon zum Oberkommandierenden der Italienischen Armee ernannt.

In einem Jahr zerschlug er die Heere des Sardinischen Königreichs und Österreichs und besetzte ganz Norditalien. Der Österreichische Kaiser bat den zu der Zeit in Russland herrschenden Paul I. um Hilfe. Paul I. schickte nach Österreich eine Armee unter der Führung des legendären, aber schon älteren russischen Generals Alexander Suworov, der sein Leben lang keine einzige Schlacht verloren hatte. Im März zog Suworov in Wien ein, wo er über das Zusammenwirken mit der Österreichischen Armee verhandelte, und danach im Laufe des Frühlings und Sommers befreite er ganz Norditalien. Doch die Österreicher standen ihm fast nicht bei, sondern nutzen seine Siege nur zur Festigung ihrer Positionen in Norditalien. Suworov schlug den Österreichern, zum Beispiel, einen gemeinsamen Feldzug nach Paris vor, um die Franzosen zum Frieden zu zwingen, doch die Österreicher unterstützten ihn darin nicht.

Im August 1798 traf die Armee Suworovs auf frische Einheiten der französischen Streitkräfte.

Da er von Seiten der Österreicher keine Unterstützung erhielt und fürchtete, mit seinem kleinen Heer umzingelt zu werden, unternahm Suworov einen Marsch über die verschneiten Alpenpässe, der ohne gleichen war. Er konnte das tun, nachdem er noch einige Siege über die Franzosen errungen hatte, aber von einem Feldzug nach Paris war natürlich keine Rede mehr, und Suworov kehrte nach Russland zurück.

Das nächste Mal trafen französische und russische Heere in den Schlachten der Jahre 1805 bis 1807 aufeinander, als Russland ohne Erfolg versuchte, zuerst Österreich und dann Preußen zu helfen.

Die russischen und österreichischen Heere erlitten eine schwere Niederlage bei Austerlitz am 2. Dezember 1805, wo sich zum ersten Mal Napoleon auf dem Höhepunkt seines Ruhmes und der künftige Sieger über Napoleon in Russland, General Kutusow, gegenüberstanden.

Am 14.

Juni 1807 erlitten die russischen und preußischen Heere noch eine Niederlage bei Friedland. Zu dieser Zeit jedoch hatte Napoleon noch keine Pläne für einen Krieg mit Russland auf seinem Territorium, deshalb schlug er dem russischen Zaren Alexander I., der damals über Russland herrschte, einen ehrenvollen Frieden vor.

Am 7.

Juli 1807 wurde auf der künstlichen Insel in der Mitte von Neman, unweit der preußischen Stadt Tilsit, der Friede von Tilsit geschlossen. Russland schloss sich der Kontinentalsperre gegen England an, die Napoleon ausrief.

Das bedeutete eine Beschränkung des Handels mit Großbritannien, was natürlich zum Nachteil von England war, aber noch ungünstiger für Russland, da 70% des ganzen Außenhandels Russlands nach England gingen, wohin Russland Nutzholz, Flachs und Pelzwerk lieferte und die verschiedensten Waren erhielt: von Schiffen und Kanonen bis zu Tee und Kaffee.

Deshalb verstieß Russland nicht nur einmal gegen die Bedingungen der Kontinentalsperre, was Napoleon nicht verborgen bleiben konnte.

Das Wichtigste war jedoch, Napoleon begriff, dass, wenn er auch den Großteil Europas erobert und dort Vasallenregierungen eingesetzt hatte, manchmal auch einfach seine Verwandten und Freunde, er begriff, dass ohne Krieg gegen Russland und England er sich nicht als wahrer Herrscher Europas fühlen könne.

England allerdings war jenseits des Meeres, und einen großen Teil seiner Flotte verlor Napoleon in den Auseinandersetzungen mit der englischen Flotte 1805 bis 1809.

Daher beschloss er, zunächst über das kontinentale Russland herzufallen, und dann mit England klar zu kommen.

In den Jahren 1810 bis 1812 erfolgte eine allmähliche Konzentration der französischen Armee an den Grenzen mit Russland.

Richtig französisch kann man diese Armee schwerlich nennen, da die Franzosen nur die Hälfte der riesigen 600 000 Mann starken „Großen Armee“ stellten, wie sie Napoleon selbst nannte. Die andere Hälfte stellten die italienischen, österreichischen, preußischen und polnischen Soldaten unter dem Kommando von Ju. Ponjatovskij. Gerade die polnischen Heeresteile kämpften besonders verbissen mit den russischen Heeren, da die Polen Russland die Teilnahme an der Teilung Polens Ende des 18. Jh. nicht verzeihen konnten.

Am 24.

Juni (oder am 12. Juni nach dem altrussischen Kalender) begann die Armee Napoleons in 3 Kolonnen über den Fluss Neman überzusetzen. Die erste Gruppierung befehligte der Bruder Napoleons Jérôme, den bald Marschal Davy ablöste. An der Spitze der zweiten Gruppierung stand Evgenij Boharnais. Und die dritte, die stärkste Gruppierung befehligte Napoleon persönlich. Schon in den ersten Tagen besetzten die Franzosen Vilno, Grodno und Minsk.

Bei den Russen waren zweieinhalb Mal weniger Soldaten- 220 bis 240.000.

Zudem waren die russischen Heere zersplittert. Die 1. westliche Armee kommandierte der Verteidigungsminister General Barklai de Tolli. Ihm unterstanden am Anfang 110 000 Soldaten. Die 2. westliche Armee befehligte Peter Bagration, er hatte nur 45 000 Leute. Noch weniger waren in der 3. westlichen Armee des Generals Tormosov. Außerdem waren zwei russische Armeen weit vom Ort des Geschehens, in Finnland und in der Ukraine.

Napoleon plante die Teile der russischen Armee einzeln zu zerschlagen und sich zunächst in den westlichen russischen Gouvernements festzusetzen, und dann Moskau und St.

Petersburg zu besetzen. Aber die russischen Armeen entzogen sich einer allgemeinen Schlacht und wichen tief ins Land hinein aus. Die Hauptaufgabe der Russen war die Vereinigung der Kräfte der 1. und der 2. westlichen Armee.

Der erste Versuch einer Vereinigung in Mogilev scheiterte, da Marschal Davy Mogilev zwei Tage vor dem geplanten Zusammentreffen besetzen konnte.

Am 3. August gelang es den russischen Armeen endlich sich bei Smolensk zu vereinen. Vom 4. bis 7. August wurde um Smolensk gekämpft, doch das Kräfteverhältnis war ungleich. Barklai de Tolli befahl weiter zurückzuweichen, was bei Bagration und den anderen jungen Generälen Verärgerung hervorrief. Sie schrieben einen Brief an den Zaren, in dem sie Barklai de Tolli beinahe des Verrates beschuldigten.

Am 20.

August ernannte der Zar widerwillig Michail Kutusov zum Oberkommandierenden. Weshalb widerwillig- Alexander I. hatte bis dahin unangenehme Erinnerungen an die Niederlage bei Austerlitz, als Kutusov die Heere kommandierte und Alexander I. fast in die Gefangenschaft der Franzosen geriet. Aber in der Armee mochte man Kutusov, einen Schüler des unbesiegbaren Suworov, und begrüßte die Ernennung mit Enthusiamus.

Am 27.

August kam Kutusov zum Generalstab der russischen Armee. Aufgrund der Stimmung im Heer verstand er, dass er einer großen allgemeinen Schlacht nicht ausweichen sollte, obwohl er insgeheim den Plan  Barklai de Tollis unterstützte, langsam zurückzuweichen und kleinere Gegenangriffe zu führen. In diesem Fall wurden die Kommunikationswege der Franzosen immer länger, und sie begannen den Mangel an Verpflegung, Viehfutter und Munition zu spüren. Infolgedessen begannen die Franzosen, Bauerndörfer zu plündern, was wieder eine starke Partisanentätigkeit hervorrief. Wann die Partisanen kleine französische Einheiten angriffen, vernichteten sie diese und nahmen den Tross in Besitz.

110km vor Moskau, beim Dorf Borodino, fand Kutusov endlich ein weites Feld, wo er beschloss, den Franzosen eine große Schlacht zu liefern.

Auch Napoleon wollte die große Schlacht, um die russische Armee zu zerschmettern und Russland zu einem Frieden nach seinen Bedingungen zu zwingen. Am 4. September fand der erste erbitterte Kampf beim Dorf Schevardino statt, wo die Russen einige Tage vorher „Reduten“ bauten, Verteidigungsanlagen aus Erde. Obwohl die Franzosen sie schließlich besetzten, verursachte es ihnen große Verluste. Napoleon begriff, dass der Kampf hier tödlich sein würde. So dachte er den scharfsinnigen Plan aus, an der rechten Flanke der Russen einen Angriff zur Ablenkung durchzuführen, dann aber mit ganzer Wucht sich auf die linke Flanke zu stürzen, die Russen zur Flusskrümmung der Moskwa zurückzudrängen, sie einzukreisen und zu vernichten.

Die große Schlacht begann am 6.

September (oder am 24. August nach dem alten Kalender). Anfangs verlief alles entsprechend dem Plan Napoleons, umso mehr, als die Russen an der linken Flanke nur ein kleines Heer unter dem Kommando Bagrations hatten. Die Russen hielten 8 Attacken der französischen Hauptstreitkräfte stand, doch im Laufe des 8. Angriffs wurde Bagration tödlich verwundet und die Russen wichen zurück. Danach entfaltete sich der Kampf um das Zentrum der russischen Position, die Batterie Raevski. Einige Male ging die Batterie von einer Hand in die andere. Zu dieser Zeit aber verstand Kutusov den Plan Napoleons und konnte einen Teil der Streitkräfte von der rechten zur linken Flanke und ins Zentrum führen. Infolgedessen gelang es den Franzosen in die Aufstellung der russischen Heere nur einige hundert Meter einzudringen.

Der russische Dichter Michail Lermontov beschreibt diese Schlacht in seinem Gedicht „Borodino“.

Nachdem Napoleon bei Borodino 58 000 Menschen verloren hatte, konnte er seine Hauptaufgabe nicht ausführen, nämlich die russische Armee zu zerschlagen.

Doch auch die Verluste der Russen waren furchtbar, ungefähr 40 000 Getötete und fast ebensoviele Verletzte. Nachdem sich Kutusov die Meldungen über die Verluste angehört hatte, konnte er sich nicht für einen zweiten Schlachttag entscheiden und befahl, nach Moskau zurückzuweichen.

Zunächst hatte er den Gedanken, noch eine Schlacht unmittelbar bei Moskau zu liefern, doch die notwendigen Reserven waren noch nicht vorbereitet, und im Kriegsrat in Fili befahl Kutusov, Moskau zu verlassen.

Er sagte: „Bei einem Verlust Moskaus ist Russland noch nicht verloren. Wenn wir jedoch die Armee verlieren, dann geht Moskau und Russland unter.

Am 14.

September zog die Armee Napoleons in Moskau ein. Ein großer Teil der Bevölkerung  ging mit den russischen Soldaten aus Moskau weg. Viele zündeten vor ihrem Weggang ihre Häuser an, ihre Vorräte, die sie nicht mitnehmen konnten, um nichts den Franzosen zu lassen. Durch die Brände brannten 70% der Stadt nieder.

Die Franzosen hatten deswegen in Moskau keine Lebensmittel und keine Ruhe.

Es begannen Plünderungen und Saufgelage. Die „Große Armee“ zerfiel und verkam sehr schnell. Zweimal schlug Napoleon Alexander I. einen Frieden vor, doch beide Male wurde der Friede abgelehnt. Napoleon wusste nicht, was er machen sollte: er war in Moskau, im Zentrum Russlands, doch er war nicht der Sieger. So etwas musste er hier das erste Mal erleben.

Zu dem kamen die Länge der Kommunikationswege, die Feindseligkeit der örtlichen Bevölkerung, die ständigen Zusammenstöße mit den Partisanen, der Mangel an Lebensmittel, die Krankheiten und die nahende Kälte.

Das alles schwächte tagtäglich die frühere „Große Armee“, ihre Kampfbereitschaft fiel.

Am 7.

Oktober beschloss Napoleon, Moskau zu verlassen und nach Südwesten zu ziehen, um den Winter irgendwo in der Ukraine zu verbringen. Die russischen Heere aber, die südwestlich von Moskau lagen, bei Malojaroslawez und Tarutino, warteten schon auf die Franzosen. Sie erhielten Verstärkung, konnten sich ausruhen und waren zu einer neuen Schlacht bereit.

Napoleon verlor bei Malojaroslawez und Tarutino Zehntausende in der Schlacht und er begriff, dass er sich nicht nach Süden durchschlagen konnte.

Er befahl, auf der alten Smolensker Straße zurückzuziehen, die von ihm schon in der Zeit des Angriffs auf Moskau geplündert worden war. Kutosov verfolgte Napoleon, ließ ihn nicht nach Süden abbiegen und gab ihm keine Gelegenheit zu einer neuerlichen großen Schlacht, weil auch so der schnelle Prozess der Demoralisierung der französischen Armee einsetzte. Den bäuerlichen Partisaneneinheiten halfen Partisaneneinheiten aus der Armee und fielen zu nächtlicher Zeit über die Franzosen her.

Fast unbewaffnete russische Bauern nahmen französische Soldaten zu Hunderten gefangen.

Zerlumpt und hungrig leisteten sie fast keinen Widerstand. Sie wandten sich an die Bauern mit den Worten „cher ami“, doch die russischen Bauern, die Französisch nicht konnten, begannen sie „Scharamyschniki“ zu nennen, in der Bedeutung von „Bettler“, „Landstreicher“. Bei dieser Gelegenheit blieben Zehntausende französischer Soldaten in den russischen Dörfern, da sie nicht mit Schimpf und Schande in ihre Heimat zurückkehren wollten. In der zweiten Generation unterschieden sie sich schon in nichts von Russen.

Eine furchtbare Niederlage erlitten die Franzosen am Fluss Beresina, auf dem Gebiet des heutigen Weißrusslands.

Der Fluss bedeckte sich schon mit einer dünnen Eisschicht, und die Franzosen mussten Pontonbrücken bauen, bis zur Brust im eisigen Wasser stehend. Und in diesen Stunden setzten ihnen die russischen Streitkräfte zu. Die russische Artillerie zerschoss zwei Übergänge von dreien, und Tausende Franzosen ertranken in der Beresina.

Ende November befahl Napoleon, die letzte Brücke über die Beresina in Brand zu setzen und am 6.

Dezember im Zustand völliger Depression verließ er die Armee. In kleinen Gruppen überschritten nur 30 000 ungefähr die russische Grenze, von der früheren 600 000 Mann zählenden Großen Armee Napoleons.

Natürlich blieb Napoleon noch ein großer Heerführer, und 1813 wurden nicht alle Schlachten von den Russen gewonnen, doch der Krieg ging trotzdem dem Ende zu.

Vom 16 bis 19 Oktober 1813 fand die sogenannte „Völkerschlacht“ bei Leipzig statt, wo russische, österreichische, preußische und schwedische Streitkräfte Napoleon besiegten.

Am 30.

März 1814 zogen die russischen Einheiten in Paris ein. Am 6. April verzichtete Napoleon auf den Thron und wurde auf die kleine Insel Elba im Mittelmeer verbannt. Nach Frankreich begannen die Aristokraten zurückzukehren, die es nach der Revolution 1789 verlassen hatten. Manchmal benahmen sie sich herausfordernd und riefen Proteste der Bevölkerung hervor.

Das nutzte Napoleon und floh am 26.

Februar 1815 von der Insel Elba. Er zog feierlich in Paris ein, das nicht lange vorher die russischen Einheiten verlassen hatten. Er rief sich erneut zum Herrscher aus und begann sich auf die Schlacht mit den Verbündeten vorzubereiten.

Diese Schlacht fand in Belgien beim Dorf Waterloo am 18.

Juni 1815 statt. Napoleon wurde endgültig besiegt. Allerdings wurde er nun auf die  weit entfernte Insel St. Helena auf der südlichen Halbkugel verbannt, wo er am 5. Mai 1821 starb. Hier gestand er ein, dass der Feldzug nach Russland ein Fehler war, dass dieser Feldzug zu tragischen Folgen für ihn und für Frankreich führte.

1840 wurde die sterbliche Hülle Napoleons von der Insel St.

Helena nach Paris überführt, wo er im Invalidendom, der für die Helden der napoleonischen Kriege errichtet worden war, beigesetzt wurde.

Wenn man Bilanz zieht, so kann man diesbezüglich sagen, dass man die Revolution oder die Demokratie nicht exportieren soll, wie das Napoleon zu tun versuchte und wie es manchmal Politiker unserer Tage zu tun versuchen.

Das Ergebnis ist fast immer negativ.

(Geschrieben für Lingq.com in 2013 von Evgueny Bokhanovsky,übersetzt ins Deutsche und vorgelesen von Franz Stichlberger).

 



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Der Krieg Russlands mit Napoleon

In diesen Jahren feiern wir den zweihundertsten Jahrestag des Krieges Russlands mit Napoleon.

Warum sage ich „in diesen Jahren“ und nicht „in diesem Jahr“?- Der Krieg Russlands und anderer europäischer Länder mit Napoleon dauerte von 1812 bis 1815, dem Jahr der endgültigen Niederlage Napoleons bei Waterloo.

Jedoch der eigentliche Russlandfeldzug Napoleons fand 1812 statt: am 24 Juni bezwang Napoleon Neman (auf Deutsch: Ragnit) und drang in Russland ein.

Am 6. Dezember verließ Napoleon nach erbittertem Kampf an der Beresina die Armee und machte sich nach Paris auf, um neue Truppen auszuheben.

1813-1814 fand der sogenannte ausländische Feldzug der russischen Armee statt, mit der sich Preußen, Österreich und dann England vereinten und der 1814 mit der Einnahme von Paris und der Verbannung Napoleons auf die Insel Elba im Mittelmehr endete.

Doch 1815 flüchtete Napoleon von Elba, nahm Paris in Besitz und herrschte 100 Tage erneut über Frankreich. Erst nach der vernichtenden Schlacht bei Waterloo gegen die verbündeten Armeen unter dem Kommando Wellingtons erkannte er seine Niederlage ein und wurde auf die Insel St. Helena im Südatlantik geschickt.

Allerdings auch mit Russland ist nicht alles so einfach.

Stimmt, der Zug Napoleons gegen Russland begann im Juni 1812, aber der Zusammenstoß Napoleons mit den russischen Heeren begann viel früher, nämlich mit dem Feldzug Suworovs nach Norditalien und die Schweiz 1798 und der militärischen Unterstützung Österreichs und Preußens in ihrem Krieg mit Napoleon in den Jahren 1805 bis 1807.

Beginnen wir der Reihe nach:

Es ist interessant, dass 1788 Napoleon beinahe russischer Offizier geworden wäre.

Russland bereitete sich zu der Zeit auf den nächsten Krieg mit der Türkei vor, und die russischen Generäle suchten für den Dienst in der russischen Armee in ganz Europa Offiziere. Zu einem dieser Gespräche kam der junge Napoleon, der zu dieser Zeit den Rang eines Leutnants hatte. Die Russen schlugen ihm vor, in die russische Armee um einen Rang niedriger einzutreten, aber Napoleon willigte nicht ein. Schade, denn Russland hätte einen hervorragenden Feldherrn gewinnen können, und den Vaterländischen Krieg von 1812 hätte es nicht gegeben.

Im Jahr 1796 wurde Napoleon zum Oberkommandierenden der Italienischen Armee ernannt.

In einem Jahr zerschlug er die Heere des Sardinischen Königreichs und Österreichs und besetzte ganz Norditalien. Der Österreichische Kaiser bat den zu der Zeit in Russland herrschenden Paul I. um Hilfe. Paul I. schickte nach Österreich eine Armee unter der Führung des legendären, aber schon älteren russischen Generals Alexander Suworov, der sein Leben lang keine einzige Schlacht verloren hatte. Im März zog Suworov in Wien ein, wo er über das Zusammenwirken mit der Österreichischen Armee verhandelte, und danach im Laufe des Frühlings und Sommers befreite er ganz Norditalien. Doch die Österreicher standen ihm fast nicht bei, sondern nutzen seine Siege nur zur Festigung ihrer Positionen in Norditalien. Suworov schlug den Österreichern, zum Beispiel, einen gemeinsamen Feldzug nach Paris vor, um die Franzosen zum Frieden zu zwingen, doch die Österreicher unterstützten ihn darin nicht.

Im August 1798 traf die Armee Suworovs auf frische Einheiten der französischen Streitkräfte.

Da er von Seiten der Österreicher keine Unterstützung erhielt und fürchtete, mit seinem kleinen Heer umzingelt zu werden, unternahm Suworov einen Marsch über die verschneiten Alpenpässe, der ohne gleichen war. Er konnte das tun, nachdem er noch einige Siege über die Franzosen errungen hatte, aber von einem Feldzug nach Paris war natürlich keine Rede mehr, und Suworov kehrte nach Russland zurück.

Das nächste Mal trafen französische und russische Heere in den Schlachten der Jahre 1805 bis 1807 aufeinander, als Russland ohne Erfolg versuchte, zuerst Österreich und dann Preußen zu helfen.

Die russischen und österreichischen Heere erlitten eine schwere Niederlage bei Austerlitz am 2. Dezember 1805, wo sich zum ersten Mal Napoleon auf dem Höhepunkt seines Ruhmes und der künftige Sieger über Napoleon in Russland, General Kutusow, gegenüberstanden.

Am 14.

Juni 1807 erlitten die russischen und preußischen Heere noch eine Niederlage bei Friedland. Zu dieser Zeit jedoch hatte Napoleon noch keine Pläne für einen Krieg mit Russland auf seinem Territorium, deshalb schlug er dem russischen Zaren Alexander I., der damals über Russland herrschte, einen ehrenvollen Frieden vor.

Am 7.

Juli 1807 wurde auf der künstlichen Insel in der Mitte von Neman, unweit der preußischen Stadt Tilsit, der Friede von Tilsit geschlossen. Russland schloss sich der Kontinentalsperre gegen England an, die Napoleon ausrief.

Das bedeutete eine Beschränkung des Handels mit Großbritannien, was natürlich zum Nachteil von England war, aber noch ungünstiger für Russland, da 70% des ganzen Außenhandels Russlands nach England gingen, wohin Russland Nutzholz, Flachs und Pelzwerk lieferte und die verschiedensten Waren erhielt: von Schiffen und Kanonen bis zu Tee und Kaffee.

Deshalb verstieß Russland nicht nur einmal gegen die Bedingungen der Kontinentalsperre, was Napoleon nicht verborgen bleiben konnte.

Das Wichtigste war jedoch, Napoleon begriff, dass, wenn er auch den Großteil Europas erobert und dort Vasallenregierungen eingesetzt hatte, manchmal auch einfach seine Verwandten und Freunde, er begriff, dass ohne Krieg gegen Russland und England er sich nicht als wahrer Herrscher Europas fühlen könne.

England allerdings war jenseits des Meeres, und einen großen Teil seiner Flotte verlor Napoleon in den Auseinandersetzungen mit der englischen Flotte 1805 bis 1809.

Daher beschloss er, zunächst über das kontinentale Russland herzufallen, und dann mit England klar zu kommen.

In den Jahren 1810 bis 1812 erfolgte eine allmähliche Konzentration der französischen Armee an den Grenzen mit Russland.

Richtig französisch kann man diese Armee schwerlich nennen, da die Franzosen nur die Hälfte der riesigen 600 000 Mann starken „Großen Armee“ stellten, wie sie Napoleon selbst nannte. Die andere Hälfte stellten die italienischen, österreichischen, preußischen und polnischen Soldaten unter dem Kommando von Ju. Ponjatovskij. Gerade die polnischen Heeresteile kämpften besonders verbissen mit den russischen Heeren, da die Polen Russland die Teilnahme an der Teilung Polens Ende des 18. Jh. nicht verzeihen konnten.

Am 24.

Juni (oder am 12. Juni nach dem altrussischen Kalender) begann die Armee Napoleons in 3 Kolonnen über den Fluss Neman überzusetzen. Die erste Gruppierung befehligte der Bruder Napoleons Jérôme, den bald Marschal Davy ablöste. An der Spitze der zweiten Gruppierung stand Evgenij Boharnais. Und die dritte, die stärkste Gruppierung befehligte Napoleon persönlich. Schon in den ersten Tagen besetzten die Franzosen Vilno, Grodno und Minsk.

Bei den Russen waren zweieinhalb Mal weniger Soldaten- 220 bis 240.000.

Zudem waren die russischen Heere zersplittert. Die 1. westliche Armee kommandierte der Verteidigungsminister General Barklai de Tolli. Ihm unterstanden am Anfang 110 000 Soldaten. Die 2. westliche Armee befehligte Peter Bagration, er hatte nur 45 000 Leute. Noch weniger waren in der 3. westlichen Armee des Generals Tormosov. Außerdem waren zwei russische Armeen weit vom Ort des Geschehens, in Finnland und in der Ukraine.

Napoleon plante die Teile der russischen Armee einzeln zu zerschlagen und sich zunächst in den westlichen russischen Gouvernements festzusetzen, und dann Moskau und St.

Petersburg zu besetzen. Aber die russischen Armeen entzogen sich einer allgemeinen Schlacht und wichen tief ins Land hinein aus. Die Hauptaufgabe der Russen war die Vereinigung der Kräfte der 1. und der 2. westlichen Armee.

Der erste Versuch einer Vereinigung in Mogilev scheiterte, da Marschal Davy Mogilev zwei Tage vor dem geplanten Zusammentreffen besetzen konnte.

Am 3. August gelang es den russischen Armeen endlich sich bei Smolensk zu vereinen. Vom 4. bis 7. August wurde um Smolensk gekämpft, doch das Kräfteverhältnis war ungleich. Barklai de Tolli befahl weiter zurückzuweichen, was bei Bagration und den anderen jungen Generälen Verärgerung hervorrief. Sie schrieben einen Brief an den Zaren, in dem sie Barklai de Tolli beinahe des Verrates beschuldigten.

Am 20.

August ernannte der Zar widerwillig Michail Kutusov zum Oberkommandierenden. Weshalb widerwillig- Alexander I. hatte bis dahin unangenehme Erinnerungen an die Niederlage bei Austerlitz, als Kutusov die Heere kommandierte und Alexander I. fast in die Gefangenschaft der Franzosen geriet. Aber in der Armee mochte man Kutusov, einen Schüler des unbesiegbaren Suworov, und begrüßte die Ernennung mit Enthusiamus.

Am 27.

August kam Kutusov zum Generalstab der russischen Armee. Aufgrund der Stimmung im Heer verstand er, dass er einer großen allgemeinen Schlacht nicht ausweichen sollte, obwohl er insgeheim den Plan  Barklai de Tollis unterstützte, langsam zurückzuweichen und kleinere Gegenangriffe zu führen. In diesem Fall wurden die Kommunikationswege der Franzosen immer länger, und sie begannen den Mangel an Verpflegung, Viehfutter und Munition zu spüren. Infolgedessen begannen die Franzosen, Bauerndörfer zu plündern, was wieder eine starke Partisanentätigkeit hervorrief. Wann die Partisanen kleine französische Einheiten angriffen, vernichteten sie diese und nahmen den Tross in Besitz.

110km vor Moskau, beim Dorf Borodino, fand Kutusov endlich ein weites Feld, wo er beschloss, den Franzosen eine große Schlacht zu liefern.

Auch Napoleon wollte die große Schlacht, um die russische Armee zu zerschmettern und Russland zu einem Frieden nach seinen Bedingungen zu zwingen. Am 4. September fand der erste erbitterte Kampf beim Dorf Schevardino statt, wo die Russen einige Tage vorher „Reduten“ bauten, Verteidigungsanlagen aus Erde. Obwohl die Franzosen sie schließlich besetzten, verursachte es ihnen große Verluste. Napoleon begriff, dass der Kampf hier tödlich sein würde. So dachte er den scharfsinnigen Plan aus, an der rechten Flanke der Russen einen Angriff zur Ablenkung durchzuführen, dann aber mit ganzer Wucht sich auf die linke Flanke zu stürzen, die Russen zur Flusskrümmung der Moskwa zurückzudrängen, sie einzukreisen und zu vernichten.

Die große Schlacht begann am 6.

September (oder am 24. August nach dem alten Kalender). Anfangs verlief alles entsprechend dem Plan Napoleons, umso mehr, als die Russen an der linken Flanke nur ein kleines Heer unter dem Kommando Bagrations hatten. Die Russen hielten 8 Attacken der französischen Hauptstreitkräfte stand, doch im Laufe des 8. Angriffs wurde Bagration tödlich verwundet und die Russen wichen zurück. Danach entfaltete sich der Kampf um das Zentrum der russischen Position, die Batterie Raevski. Einige Male ging die Batterie von einer Hand in die andere. Zu dieser Zeit aber verstand Kutusov den Plan Napoleons und konnte einen Teil der Streitkräfte von der rechten zur linken Flanke und ins Zentrum führen. Infolgedessen gelang es den Franzosen in die Aufstellung der russischen Heere nur einige hundert Meter einzudringen.

Der russische Dichter Michail Lermontov beschreibt diese Schlacht in seinem Gedicht „Borodino“.

Nachdem Napoleon bei Borodino 58 000 Menschen verloren hatte, konnte er seine Hauptaufgabe nicht ausführen, nämlich die russische Armee zu zerschlagen.

Doch auch die Verluste der Russen waren furchtbar, ungefähr 40 000 Getötete und fast ebensoviele Verletzte. Nachdem sich Kutusov die Meldungen über die Verluste angehört hatte, konnte er sich nicht für einen zweiten Schlachttag entscheiden und befahl, nach Moskau zurückzuweichen.

Zunächst hatte er den Gedanken, noch eine Schlacht unmittelbar bei Moskau zu liefern, doch die notwendigen Reserven waren noch nicht vorbereitet, und im Kriegsrat in Fili befahl Kutusov, Moskau zu verlassen.

Er sagte: „Bei einem Verlust Moskaus ist Russland noch nicht verloren. Wenn wir jedoch die Armee verlieren, dann geht Moskau und Russland unter.

Am 14.

September zog die Armee Napoleons in Moskau ein. Ein großer Teil der Bevölkerung  ging mit den russischen Soldaten aus Moskau weg. Viele zündeten vor ihrem Weggang ihre Häuser an, ihre Vorräte, die sie nicht mitnehmen konnten, um nichts den Franzosen zu lassen. Durch die Brände brannten 70% der Stadt nieder.

Die Franzosen hatten deswegen in Moskau keine Lebensmittel und keine Ruhe.

Es begannen Plünderungen und Saufgelage. Die „Große Armee“ zerfiel und verkam sehr schnell. Zweimal schlug Napoleon Alexander I. einen Frieden vor, doch beide Male wurde der Friede abgelehnt. Napoleon wusste nicht, was er machen sollte: er war in Moskau, im Zentrum Russlands, doch er war nicht der Sieger. So etwas musste er hier das erste Mal erleben.

Zu dem kamen die Länge der Kommunikationswege, die Feindseligkeit der örtlichen Bevölkerung, die ständigen Zusammenstöße mit den Partisanen, der Mangel an Lebensmittel, die Krankheiten und die nahende Kälte.

Das alles schwächte tagtäglich die frühere „Große Armee“, ihre Kampfbereitschaft fiel.

Am 7.

Oktober beschloss Napoleon, Moskau zu verlassen und nach Südwesten zu ziehen, um den Winter irgendwo in der Ukraine zu verbringen. Die russischen Heere aber, die südwestlich von Moskau lagen, bei Malojaroslawez und Tarutino, warteten schon auf die Franzosen. Sie erhielten Verstärkung, konnten sich ausruhen und waren zu einer neuen Schlacht bereit.

Napoleon verlor bei Malojaroslawez und Tarutino Zehntausende in der Schlacht und er begriff, dass er sich nicht nach Süden durchschlagen konnte.

Er befahl, auf der alten Smolensker Straße zurückzuziehen, die von ihm schon in der Zeit des Angriffs auf Moskau geplündert worden war. Kutosov verfolgte Napoleon, ließ ihn nicht nach Süden abbiegen und gab ihm keine Gelegenheit zu einer neuerlichen großen Schlacht, weil auch so der schnelle Prozess der Demoralisierung der französischen Armee einsetzte. Den bäuerlichen Partisaneneinheiten halfen Partisaneneinheiten aus der Armee und fielen zu nächtlicher Zeit über die Franzosen her.

Fast unbewaffnete russische Bauern nahmen französische Soldaten zu Hunderten gefangen.

Zerlumpt und hungrig leisteten sie fast keinen Widerstand. Sie wandten sich an die Bauern mit den Worten „cher ami“, doch die russischen Bauern, die Französisch nicht konnten, begannen sie „Scharamyschniki“ zu nennen, in der Bedeutung von „Bettler“, „Landstreicher“. Bei dieser Gelegenheit blieben Zehntausende französischer Soldaten in den russischen Dörfern, da sie nicht mit Schimpf und Schande in ihre Heimat zurückkehren wollten. In der zweiten Generation unterschieden sie sich schon in nichts von Russen.

Eine furchtbare Niederlage erlitten die Franzosen am Fluss Beresina, auf dem Gebiet des heutigen Weißrusslands.

Der Fluss bedeckte sich schon mit einer dünnen Eisschicht, und die Franzosen mussten Pontonbrücken bauen, bis zur Brust im eisigen Wasser stehend. Und in diesen Stunden setzten ihnen die russischen Streitkräfte zu. Die russische Artillerie zerschoss zwei Übergänge von dreien, und Tausende Franzosen ertranken in der Beresina.

Ende November befahl Napoleon, die letzte Brücke über die Beresina in Brand zu setzen und am 6.

Dezember im Zustand völliger Depression verließ er die Armee. In kleinen Gruppen überschritten nur 30 000 ungefähr die russische Grenze, von der früheren 600 000 Mann zählenden Großen Armee Napoleons.

Natürlich blieb Napoleon noch ein großer Heerführer, und 1813 wurden nicht alle Schlachten von den Russen gewonnen, doch der Krieg ging trotzdem dem Ende zu.

Vom 16 bis 19 Oktober 1813 fand die sogenannte „Völkerschlacht“ bei Leipzig statt, wo russische, österreichische, preußische und schwedische Streitkräfte Napoleon besiegten.

Am 30.

März 1814 zogen die russischen Einheiten in Paris ein. Am 6. April verzichtete Napoleon auf den Thron und wurde auf die kleine Insel Elba im Mittelmeer verbannt. Nach Frankreich begannen die Aristokraten zurückzukehren, die es nach der Revolution 1789 verlassen hatten. Manchmal benahmen sie sich herausfordernd und riefen Proteste der Bevölkerung hervor.

Das nutzte Napoleon und floh am 26.

Februar 1815 von der Insel Elba. Er zog feierlich in Paris ein, das nicht lange vorher die russischen Einheiten verlassen hatten. Er rief sich erneut zum Herrscher aus und begann sich auf die Schlacht mit den Verbündeten vorzubereiten.

Diese Schlacht fand in Belgien beim Dorf Waterloo am 18.

Juni 1815 statt. Napoleon wurde endgültig besiegt. Allerdings wurde er nun auf die  weit entfernte Insel St. Helena auf der südlichen Halbkugel verbannt, wo er am 5. Mai 1821 starb. Hier gestand er ein, dass der Feldzug nach Russland ein Fehler war, dass dieser Feldzug zu tragischen Folgen für ihn und für Frankreich führte.

1840 wurde die sterbliche Hülle Napoleons von der Insel St.

Helena nach Paris überführt, wo er im Invalidendom, der für die Helden der napoleonischen Kriege errichtet worden war, beigesetzt wurde.

Wenn man Bilanz zieht, so kann man diesbezüglich sagen, dass man die Revolution oder die Demokratie nicht exportieren soll, wie das Napoleon zu tun versuchte und wie es manchmal Politiker unserer Tage zu tun versuchen.

Das Ergebnis ist fast immer negativ.

(Geschrieben für Lingq.com in 2013 von Evgueny Bokhanovsky,übersetzt ins Deutsche und vorgelesen von Franz Stichlberger).

 


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