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KURZE SACHTEXTE, THEATER UND KINO IN MEINEM LEBEN

THEATER UND KINO IN MEINEM LEBEN

 

Ich habe Theater und Kino sehr gern.

Früher besuchte ich das Kino oft. Jetzt aber sehe ich mir die Filme häufiger im Fernsehen an. Außerdem habe ich eine reiche Sammlung von DVDs mit verschiedenen Filmen, so besuche ich heutzutage die Kinos ziemlich selten.

 

Aber Aufführungen sehe ich mir lieber im Theater an.

Der große Theaterraum mit bequemen Sesseln, mit einigen Rängen und mit der hell beleuchteten, rätselhaften Bühne machen auf mich und auf andere Theaterbesucher einen großen Eindruck und helfen uns,das Schauspiel besser zu verstehen. Ich bin ein fleißiger Theaterfreund. In der Schublade meines Schreibtisches bewahre ich die alten Theaterprogramme auf. Sie erinnern an viele eindrucksvolle Uraufführungen, an hervorragendes künstlerisches Können mancher Schauspieler und an die Begeisterung, die sie in meinem Herzen hervorriefen. Was verdanke ich nicht dem Theater! Ich mache mich fürs Theater gewöhnlich schon einige Tage vorher bereit. Ich besorge die Karten immer im voraus und kleide mich für die Vorstellung etwas festlicher als gewöhnlich. Besonders gern besuche ich das Theater mit meinen Freunden zusammen. Nach der Aufführung diskutieren wir viel darüber.

 

Das letzte Mal habe ich in einem neuen Jugendtheater das Stück von Bertold Brecht „Der kaukasische Kreidekreis“ gesehen.

Das Schauspiel war wunderbar. Ich habe mich sehr darüber gefreut, weil ich mich besonders viel für die Werke von Bertold Brecht interessiere und mehrere von ihnen gelesen habe. Im Stück „Der kaukasische Kreidekreis“ erzählt Bertold Brecht die folgende Geschichte:

 

Eine reiche Frau hatte einen Sohn.

Eines Tages erhoben sich die Unterdrückten gegen ihre Herrscher in diesem Land. Die Mutter des kleinen Jungen floh in ein anderes Land. In der Eile vergaß sie sogar ihren Sohn, weil sie sich zuviel mit ihren Kleidern und ihren Schmucksachen beschäftigt hatte. Eine arme Köchin fand das Kind. Sie nahm es zu sich. Die Köchin liebte das Kind wie ihr eigenes und teilte mit ihm das wenige Brot. Nach einigen Jahren kam die richtige Mutter wieder ins Land. Sie suchte das Kind, fand es und forderte es zurück. Die Köchin aber war damit nicht einverstanden. Da sich die beiden Frauen nicht einigen konnten, gingen sie zu einem Richter. Der kluge Richter befahl: „Zeichnet hier vor mir einen Kreidekreis.“ Dann stellte er das Kind in den Kreis und sagte zu den beiden Frauen: „Jede Frau fasst jetzt das Kind an einem Arm und zieht. Ich sehe dann, wer die richtige Mutter ist.“ Die Köchin aber zog nicht. Sie wollte dem Kind keine Schmerzen bereiten. Aber die reiche Dame zog so kräftig, dass das Kind stürzte. Nun wandte sich der kluge Richter an die Köchin und sprach das Urteil: „Ich sehe genau, dass du eine richtige Mutter bist.“ So war die Geschichte, und sie ist tiefsinnig. Darüber habe ich mit meinen Freunden viel gesprochen, während wir nach der Aufführung durch die Straßen unserer schönen Heimatstadt spazieren gingen.

 

(geschrieben von Evgueny40, gelesen von Fasulye)



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THEATER UND KINO IN MEINEM LEBEN

 

Ich habe Theater und Kino sehr gern.

Früher besuchte ich das Kino oft. Jetzt aber sehe ich mir die Filme häufiger im Fernsehen an. Außerdem habe ich eine reiche Sammlung von DVDs mit verschiedenen Filmen, so besuche ich heutzutage die Kinos ziemlich selten.

 

Aber Aufführungen sehe ich mir lieber im Theater an.

Der große Theaterraum mit bequemen Sesseln, mit einigen Rängen und mit der hell beleuchteten, rätselhaften Bühne machen auf mich und auf andere Theaterbesucher einen großen Eindruck und helfen uns,das Schauspiel besser zu verstehen. Ich bin ein fleißiger Theaterfreund. In der Schublade meines Schreibtisches bewahre ich die alten Theaterprogramme auf. Sie erinnern an viele eindrucksvolle Uraufführungen, an hervorragendes künstlerisches Können mancher Schauspieler und an die Begeisterung, die sie in meinem Herzen hervorriefen. Was verdanke ich nicht dem Theater! Ich mache mich fürs Theater gewöhnlich schon einige Tage vorher bereit. Ich besorge die Karten immer im voraus und kleide mich für die Vorstellung etwas festlicher als gewöhnlich. Besonders gern besuche ich das Theater mit meinen Freunden zusammen. Nach der Aufführung diskutieren wir viel darüber.

 

Das letzte Mal habe ich in einem neuen Jugendtheater das Stück von Bertold Brecht „Der kaukasische Kreidekreis“ gesehen.

Das Schauspiel war wunderbar. Ich habe mich sehr darüber gefreut, weil ich mich besonders viel für die Werke von Bertold Brecht interessiere und mehrere von ihnen gelesen habe. Im Stück „Der kaukasische Kreidekreis“ erzählt Bertold Brecht die folgende Geschichte:

 

Eine reiche Frau hatte einen Sohn.

Eines Tages erhoben sich die Unterdrückten gegen ihre Herrscher in diesem Land. Die Mutter des kleinen Jungen floh in ein anderes Land. In der Eile vergaß sie sogar ihren Sohn, weil sie sich zuviel mit ihren Kleidern und ihren Schmucksachen beschäftigt hatte. Eine arme Köchin fand das Kind. Sie nahm es zu sich. Die Köchin liebte das Kind wie ihr eigenes und teilte mit ihm das wenige Brot. Nach einigen Jahren kam die richtige Mutter wieder ins Land. Sie suchte das Kind, fand es und forderte es zurück. Die Köchin aber war damit nicht einverstanden. Da sich die beiden Frauen nicht einigen konnten, gingen sie zu einem Richter. Der kluge Richter befahl: „Zeichnet hier vor mir einen Kreidekreis.“ Dann stellte er das Kind in den Kreis und sagte zu den beiden Frauen: „Jede Frau fasst jetzt das Kind an einem Arm und zieht. Ich sehe dann, wer die richtige Mutter ist.“ Die Köchin aber zog nicht. Sie wollte dem Kind keine Schmerzen bereiten. Aber die reiche Dame zog so kräftig, dass das Kind stürzte. Nun wandte sich der kluge Richter an die Köchin und sprach das Urteil: „Ich sehe genau, dass du eine richtige Mutter bist.“ So war die Geschichte, und sie ist tiefsinnig. Darüber habe ich mit meinen Freunden viel gesprochen, während wir nach der Aufführung durch die Straßen unserer schönen Heimatstadt spazieren gingen.

 

(geschrieben von Evgueny40, gelesen von Fasulye)


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