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KURZE SACHTEXTE, GUTE REISE!

Gute Reise!

Billigreisen, Fernreisen, Wellness-Urlaub, Städtereisen, Flugreisen, Last-minute-Reisen, Badeurlaub, Urlaub am Bauernhof, Skiurlaub…… -Das Angebot ist groß.

Ein paar Worte über den Tourismus.

Die Wirtschaft vieler Länder ist heutzutage vom Tourismus abhängig. In Österreich z. B. trug der Tourismus 2011 8% zum BIP bei. (BIP – das ist Bruttoinlandsprodukt).

 Er ist ein Motor für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.

Die nordischen Länder, Italien und Frankreich, aber auch Österreich sind beliebte Urlaubsländer. Aber hier leben auch reiselustige Menschen. 2011 machten über 50% der Bevölkerung der EU über 15 Jahren eine längere Urlaubsreise.

Da denke ich sofort an meine Eltern.

Mit 60 Jahren übergaben meine Eltern das Haus, d. h. sie gingen in Pension. Und bald danach machten sie auch die ersten Reisen. Nicht allein, sondern immer mit dem Seniorenbund. Große Reisen und kleinere Fahrten in die nähere Umgebung. In der Familie freuten wir uns alle, dass sie endlich ausspannen konnten. Denn vorher hätten sie die dafür nötige Zeit nicht gehabt. Sie hätten nicht einfach wegfahren können. Auf einem Bauernhof ist das nicht möglich. Für die Reisen hatten meine Eltern natürlich auch gespart.

Die Reiselust der Eltern war für mich Anlass, mir Gedanken zu machen.

Mir war klar: Wenn ich einmal nicht mehr unterrichte, werde ich mir auch einige Reisen leisten. Ich wollte mir die Länder ansehen, wo die Wiege der abendländischen Kultur war, alte Städte und Ausgrabungen. Als Student hatte ich schon die großen Länder Europas durchquert. In den Nahen Osten wollte ich nicht reisen. Dazu war es in den Sommerferien dort zu heiß. Und so wusste ich schon: Es gibt Dinge, die man zu Hause nicht sehen, nicht hören und auch nicht erleben kann. Es gibt „Sehenswürdigkeiten“ im buchstäblichen Sinn des Wortes. Denkmäler, Museen usw., die es wert sind, dass man sie besucht, die man sonst nirgendwo kennenlernen kann.

Reisen ist wunderbar.

Man kann an die Küste, an Seen, in Zentren fahren, um sich zu erholen. Es ist heute möglich,- natürlich nur um einen gewissen Preis-, in ferne Länder zu reisen und andere Kulturen mit eigenen Augen kennenzulernen. Und es ist schön, wenn man in anderen Ländern Freunde findet.

Allerdings kann Reisen auch zur Mode werden, vor allem für ältere Menschen, die sonst keinen Lebenszweck mehr haben.

Diese Menschen sind dann immer unterwegs. Ab und zu werde ich gefragt: „Wo fahren Sie in der nächsten Zeit wieder hin?“- Darauf antworte ich meist:“Einmal im Jahr eine größere Reise, das reicht. Solange ich gesund bin, mache ich es so. Und hier und da für 2 Wochen nach Frankreich, um die Freunde wiederzusehen und die Sprache nicht zu verlernen.“ Manche fahren weg, sind immer auf Achse, weil sie nicht wissen, was sie zu Hause tun sollten. Sie taumeln von einer Reise in die andere und wissen zum Schluss nicht mehr, was sie alles gesehen haben. Sie sehen vielleicht nicht, wie viel es in der Heimat noch zu entdecken gibt. Das ist nicht meine Art zu reisen. Denn Reisen bietet neben der Erholung auch Anregungen für Gespräche mit anderen Menschen, Anregungen auch zum Weiterdenken und zu vertiefendem Lesen.

Zum Reisen gehört aber auch die Sehnsucht nach der Heimat und die Freude, wieder zu den Lieben zurückkehren zu können.

Das Leben ist zu kurz, um alles sehen zu können.

In manche Länder ist es auch nicht ratsam zu fahren, weil die soziale und politische Lage zu unsicher ist. Wozu das Leben riskieren! Manche Länder sind auch so weit weg, dass es wohl einfacher ist, sich im Fernsehen einen informativen Film anzusehen.

Alles in allem: Reisen ist bereichernd.

In vieler Hinsicht! Reiseerlebnisse sind wie ein Schatz –für Gespräche mit Freunden und für einen selbst.

Gute Reise!

Gute Fahrt! Und kommt wieder gut nach Hause (Oder: Kommen Sie wieder gut nach Hause)!

(von Franz Stichlberger, Österreich)



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Gute Reise!

Billigreisen, Fernreisen, Wellness-Urlaub, Städtereisen, Flugreisen, Last-minute-Reisen, Badeurlaub, Urlaub am Bauernhof, Skiurlaub…… -Das Angebot ist groß.

Ein paar Worte über den Tourismus.

Die Wirtschaft vieler Länder ist heutzutage vom Tourismus abhängig. In Österreich z. B. trug der Tourismus 2011 8% zum BIP bei. (BIP – das ist Bruttoinlandsprodukt).

 Er ist ein Motor für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.

Die nordischen Länder, Italien und Frankreich, aber auch Österreich sind beliebte Urlaubsländer. Aber hier leben auch reiselustige Menschen. 2011 machten über 50% der Bevölkerung der EU über 15 Jahren eine längere Urlaubsreise.

Da denke ich sofort an meine Eltern.

Mit 60 Jahren übergaben meine Eltern das Haus, d. h. sie gingen in Pension. Und bald danach machten sie auch die ersten Reisen. Nicht allein, sondern immer mit dem Seniorenbund. Große Reisen und kleinere Fahrten in die nähere Umgebung. In der Familie freuten wir uns alle, dass sie endlich ausspannen konnten. Denn vorher hätten sie die dafür nötige Zeit nicht gehabt. Sie hätten nicht einfach wegfahren können. Auf einem Bauernhof ist das nicht möglich. Für die Reisen hatten meine Eltern natürlich auch gespart.

Die Reiselust der Eltern war für mich Anlass, mir Gedanken zu machen.

Mir war klar: Wenn ich einmal nicht mehr unterrichte, werde ich mir auch einige Reisen leisten. Ich wollte mir die Länder ansehen, wo die Wiege der abendländischen Kultur war, alte Städte und Ausgrabungen. Als Student hatte ich schon die großen Länder Europas durchquert. In den Nahen Osten wollte ich nicht reisen. Dazu war es in den Sommerferien dort zu heiß. Und so wusste ich schon: Es gibt Dinge, die man zu Hause nicht sehen, nicht hören und auch nicht erleben kann. Es gibt „Sehenswürdigkeiten“ im buchstäblichen Sinn des Wortes. Denkmäler, Museen usw., die es wert sind, dass man sie besucht, die man sonst nirgendwo kennenlernen kann.

Reisen ist wunderbar.

Man kann an die Küste, an Seen, in Zentren fahren, um sich zu erholen. Es ist heute möglich,- natürlich nur um einen gewissen Preis-, in ferne Länder zu reisen und andere Kulturen mit eigenen Augen kennenzulernen. Und es ist schön, wenn man in anderen Ländern Freunde findet.

Allerdings kann Reisen auch zur Mode werden, vor allem für ältere Menschen, die sonst keinen Lebenszweck mehr haben.

Diese Menschen sind dann immer unterwegs. Ab und zu werde ich gefragt: „Wo fahren Sie in der nächsten Zeit wieder hin?“- Darauf antworte ich meist:“Einmal im Jahr eine größere Reise, das reicht. Solange ich gesund bin, mache ich es so. Und hier und da für 2 Wochen nach Frankreich, um die Freunde wiederzusehen und die Sprache nicht zu verlernen.“ Manche fahren weg, sind immer auf Achse, weil sie nicht wissen, was sie zu Hause tun sollten. Sie taumeln von einer Reise in die andere und wissen zum Schluss nicht mehr, was sie alles gesehen haben. Sie sehen vielleicht nicht, wie viel es in der Heimat noch zu entdecken gibt. Das ist nicht meine Art zu reisen. Denn Reisen bietet neben der Erholung auch Anregungen für Gespräche mit anderen Menschen, Anregungen auch zum Weiterdenken und zu vertiefendem Lesen.

Zum Reisen gehört aber auch die Sehnsucht nach der Heimat und die Freude, wieder zu den Lieben zurückkehren zu können.

Das Leben ist zu kurz, um alles sehen zu können.

In manche Länder ist es auch nicht ratsam zu fahren, weil die soziale und politische Lage zu unsicher ist. Wozu das Leben riskieren! Manche Länder sind auch so weit weg, dass es wohl einfacher ist, sich im Fernsehen einen informativen Film anzusehen.

Alles in allem: Reisen ist bereichernd.

In vieler Hinsicht! Reiseerlebnisse sind wie ein Schatz –für Gespräche mit Freunden und für einen selbst.

Gute Reise!

Gute Fahrt! Und kommt wieder gut nach Hause (Oder: Kommen Sie wieder gut nach Hause)!

(von Franz Stichlberger, Österreich)


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